+++ Einsatzticker +++ Am Kattenberge: Autofahrer würgt Schüler (13) +++ Buenser Weg: Mercedes-Fahrer fährt Rentnerin (77) um und haut ab

Buchholz (be) – Dass die Sitten im Straßenverkehr immer mehr verrohen, ist nichts Neues. Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche gab es an zwei Stellen von Buchholz gute Beispiele für die Richtigkeit dieser Feststellung. Am Buenser Weg suchte ein Mercedes-Fahrer einfach das Weite, nachdem er eine 77Jährige umgefahren hatte. An der Straße Am Kattenberge würgte ein Autofahrer einen 13Jährigen, weil offenbar auf seinem Auto eine von diesem geworfene Eichel gelandet war.

Die Unfallflucht ereignete sich am Mittwoch gegen 14.40 Uhr am Buenser Weg/Ecke Bendestorfer Straße. Die 77 Jahre alte Buchholzerin schob ihr Fahrrad über die Fußgängerfahrt des Buenser Wegs, als ein schwarzes Mercedes Coupé aus der Bendestorfer Straße in den Buenser Weg abbog. Offenbar übersah der Fahrer die Frau oder war zu schnell, jedenfalls fuhr er die Rentnerin um. Die stürzte und erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei Buchholz bittet um Hinweise unter Tel. 04181-2850.

Der Vorfall mit dem Schüler hatte sich bereits am Dienstag ereignet. Der 13Jährige stand mit einem Mitschüler an einer Haltestelle. Die beiden sammelten zum Zeitvertreib Eicheln auf und warfen sie in die Luft. Die Polizeiinspektion Harburg schreibt in ihrer Pressemitteilung: „Womöglich fiel eine dieser Eicheln auf einen vorbeifahrenden Pkw.“ Ich gehe mal eher davon aus, dass die Schüler gezielt auf Autos geworfen oder damit gerechnet haben, dass die Eicheln auf Autos landen.

Wie dem auch sei. Jedenfalls bremste der Fahrer des betreffenden Wagens, stieg aus und fing sofort an, den 13Jährigen zu beschimpfen. Unvermittelt griff der Mann dem Jugendlichen an den Hals und würgte ihn. Dann setzte er sich wieder in sein Auto und verschwand. Der geschockte Schüler fuhr unter starken Schmerzen ins Krankenhaus, später erstattete er Anzeige. Die Polizei leitete Körperverletzung gegen den unbekannten Autofahrer ein. Auch Zeugen dieses Vorfalls werden gebeten, sich bei der Polizei Buchholz zu melden.

Natürlich ist es in keiner Weise zu tolerieren, wenn Autofahrer im Wege der Selbstjustiz Jugendliche körperlich angreifen. Auf der anderen Seite ist auch zu registrieren, dass nicht wenige Jugendliche sich im heutigen gesellschaftlichen Klima zu Provokationen hinreißen lassen und ihre Grenzen nicht kennen. Ihnen sollte nachhaltig beigebracht werden, dass man im öffentlichen Raum nie weiß, an wen man gerät. Es laufen ne Menge gestresste Leute da draußen herum!

Advertisements

7 Comments

  1. Ah ja, der real existierende Konsumismus manipuliert Jugendliche, und hetzt sie auf, Autos mit Eicheln zu bewerfen. Warum dann alle seriösen Studien von einem geringer werdenden Ausmass jugendlicher Gewälttätigkeit sprechent? Ist wohl die Propagandamaschine des real existierenden Konsumismus dran schuld, wie anders wäre sonst der Gegensatz zwischen des Chronisten subjektivem Empfinden und den entsprechenden Studien zu erklären? Doch wohl sicher nicht damit, dass er Probleme damit hat, über den persönlichen Tellerrand seiner Vorurteile und Grundannahmen hinwegzusehen, wider alle Empirie. Sowas machen ja nur die Pegida Lemminge. Seufz… ich hab diesen Blog echt mal als Alternative zu real existierende Lokalmedien betrachtet. Seit er sich in (mE halbgare) Vorlesungen zur gesellschaftlichen Analyse verwandelt, schau ich wohl doch lieber Pornos.

    Gefällt mir

  2. Ja, ja! Ich kenn die Argumente: Früher, sogar schon bei den alten Griechen, wurde auch schon über die Jugend geklagt. So kann man natürlich auch alle Kritik abwürgen – dass die Jugend heute vom real existierenden Konsumismus manipuliert und aufgehetzt wird, kann man natürlich dann getrost ignorieren. Legt Euch doch wieder hin!

    Gefällt mir

  3. „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus.
    Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor
    älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll.
    Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten.
    Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die
    Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“
    Sokrates (470 – 399 v. Chr.)

    Gefällt mir

  4. Hab ich ja geschrieben, dass das nicht geht, einen Schüler würgen. Aber ich glaube nicht, dass man die heutige Situation mit früher vergleichen kann. Vieles gab es sicher auch damals schon im Prinzip, aber die allgemeine Rücksichtslosigkeit ist doch sehr angestiegen.

    Gefällt mir

  5. Dem letzten Absatz kann ich uneingeschränkt zustimmen.
    Auch ich durfte mir schon dumme Kommentare anhören, als ich Jugendliche darauf angesprochen habe, ob in den Fahrstuhlkabinen der Wohlaubrücke geraucht werden müsse. Argumente zählen nicht.
    Wie sollen Jugendliche aber auch Respekt beigebracht bekommen, wenn dies zu Hause nicht vorgelebt wird?
    Auch hier (ein Beispiel von vielen): auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung in einer Spielstrasse angesprochen entgegnete der Fahrer in Anwesenheit seiner Teenagertochter: (Zitat:) „Schnauze“…
    Ein folgendes Gespräch mit dem Fahrer eskalierte fast…

    Gefällt mir

  6. Moin,

    > Auf der anderen Seite ist auch zu registrieren, dass nicht wenige Jugendliche sich
    > im heutigen gesellschaftlichen Klima zu Provokationen hinreißen lassen und ihre
    > Grenzen nicht kennen.

    Und? Das haben meine Eltern schon von mir und meine Großeltern schon von meinen Eltern behauptet. Den heutigen Erwachsenen stünde ein bisschen Gelassenheit gut zu Gesicht.

    Erstaunlich, wie schnell einige ihre eigene Jugend vergessen. Kids würgen geht echt mal gar nicht.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s