Stadtfest 2015: Ganz Buchholz auf den Beinen – Stimmung spitze – Musikauswahl durchwachsen

Veröffentlicht: 2015-09-13 in Lokales
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Von Kristian Stemmler

Buchholz ist wieder im Ausnahmezustand, es ist Stadtfest. Auch bei der 41. Auflage ist seit Freitag wieder die ganze Stadt plus auswärtige Gäste auf den Beinen. Ablauf und Programm sind im Großen und Ganzen unverändert, bis auf den Auftritt der einen oder anderen neuen Band. Auf der Vereinsmeile im Rathauspark präsentieren sich die Vereine von der Segelkameradschaft bis zu den Imkern, in der Fußgängerzone stehen die Fressalienbuden und Fahrgeschäfte, die Jugend trifft sich bei den Scootern hinterm City Center und auf den drei Bühnen wird Musik gemacht, um die Leute in Stimmung zu bringen.

Das ist beim Stadtfest wohl auch die Hauptsache. Man feiert, trifft Freunde und Bekannte, tauscht sich aus, isst ne Wurst, trinkt ein Bier, tanzt vielleicht abends noch, wenn man sich traut. Zu einem Teil hat das Stadtfest sich das Vertraute, lokal Spezifische bewahrt, aber natürlich bleibt auch diese Veranstaltung nicht von den negativen Erscheinungen unserer Zeit verschont. Für nicht wenige ist es wieder nur ein Anlass, besinnungslos einen drauf zu machen, sich die Kante zu geben und dem tristen Alltag zu entfliehen.

Aber was soll’s?! Wechseln wir das Thema. Sprechen wir über das Wetter. Da hat Buchholz in diesem Jahr weitgehend Glück gehabt. Am Freitag war es sonnig, für September recht warm und trocken. Am Sonnabend bezog es sich gegen Abend zwar, aber lediglich um 20 Uhr herum tröpfelte es leicht, blieb dann aber bis Mitternacht trocken. Am Sonntag blieb es bis zum frühen Abend trocken, dann aber fing es wieder an zu nieseln. Gegen sieben kam sogar noch mal ein Schauer runter.  Ein nasser Ausklang ist beim Stadtfest ja fast schon Tradition.

Ein Wort zum Musikprogramm: Hier hatte die Stadt als Veranstalter schon in den letzten Jahren nicht immer ein glückliches Händchen. In diesem Jahr hat sich das aus Sicht des buchholz express leider bestätigt. Am Sonnabend, dem Haupttag des Stadtfestes, spielte auf der Bühne vor dem Rathaus für die angekündigte Gruppe F.R.E.I., deren Gitarrist ausgefallen war, die Buchholzer Formation About Apollo. Leider keine gute Wahl!

Die Jungs kamen zwar sympathisch rüber, können sicher auch was und die Musik ist sicher nicht verkehrt. Aber der Act gehörte nicht auf die Rathausbühne am Sonnabendabend, wenn das Volk in Stimmung gebracht werden soll und will. Apollo About vertreten nämlich eine Richtung, die sich so ähnlich anhört wie Red Hot Chili Peppers, also sehr lärmige Gitarren, ein dominantes Schlagzeug. Tanzen kann man danach nicht wirklich.

Nicht viel besser war, was auf der Bühne danach, ab 21 Uhr kam, die Keltics. Sicher auch sehr gekonnt und besser tanzbar als Apollo About. Aber schottisch-irischer Folkock ist doch schon recht speziell. Der buchholz express meint: Am Sonnabendabend gehört auf die Rathausbühne eine Coverband wie Les Amis oder Cockroach, die den Laden rockt und die Leute zum Tanzen bringt. Es müssen ja nicht diese Bands sein, ähnliche gibt es genug.

Eine Band, die auf die Rathausbühne gehört hätte, spielte stattdessen gestern abend auf der kleineren Bühne am Emporeteich, vor der weniger Platz für die Zuhörer und kein Tanzboden installiert ist, Red Snapper aus Hannover. Die Gruppe um die stimmgewaltige Sängerin Kathi Lang und den ebenso druckvoll wie gefühlvoll aufspielenden Gitarristen Lutz Feuerhahn brachte einen Hit nach dem anderen, deutschsprachige ebenso wie englischsprachige, und sorgte für richtig gute Stimmung vor der Empore.

Nicht nur musikalisch war die Band top, sie verstand es auch prima, das Publikum anzusprechen und einzubeziehen. Höhepunkt der Show: Beim Klassiker „Shout“ der Isley Brothers verließ die ganze Band die Bühne, begab sich in die Menge, ging bei der Stelle „a little bit softer now“ in die Knie und lag schließlich auf dem Straßenbelag, um dann langsam mit „a little bit louder now“ wieder hoch zu kommen und wieder die Bühne zu entern. Spitzenidee!

Leider musste „Red Snapper“ (der Name ist übrigens englisch für den roten Schnapper, ein Fisch) genau wie alle anderen Bands am Sonnabend um Punkt 0.00 Uhr aufhören, nicht einmal eine Zugabe war drin. Die Stadt verweist bei dieser Auflage gern auf die Anwohner, denen der Lärm über Mitternacht hinaus nicht zuzumuten sei. Aus Sicht des buchholz express eine sehr kleinkarierte Auffassung. Einmal im Jahr ist Stadtfest, ganz Buchholz feiert, da wird es doch möglich sein, mal fünf gerade sein zu lassen und so bis halb eins durchspielen zu lassen.

Dazu eine persönliche Anmerkung: Ich wohne in der Nähe einer Baustelle, da wird ein Block mit teuren Eigentumswohnungen hochgezogen. Tagtäglich wird da in der Woche von sechs, halb sieben an laut gehämmert, gesägt und rumgepöbelt. Das geht den ganzen Tag bis abends. Dann werden auf den Grundstücken nebenan auch gern Laubsauger oder Rasenmäher angeworfen, mit Mülltonnen geklappert, natürlich auch sonntags, und so weiter und so fort. Alles erlaubt natürlich! Aber das Stadtfest muss – am Sonnabend! – um zwölf Uhr nachts die Jalousien runterlassen. Völlig bescheuert!

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Kommentare
  1. Erschrecker sagt:

    Der Kommentar findet voll meine Zustimmung! Ob die Verwaltung (die selten auf Menschen außerhalb der Verwaltung hört) sich das wohl auch mal zu Herzen nimmt? Und der Veranstalter?
    Hoffen wir es.

    Gefällt mir

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