Warum „Bild“ plötzlich „Refugees welcome“ titelt: Die herrschende Klasse wünscht ein größeres Reserveheer an Jobsklaven

Veröffentlicht: 2015-09-11 in Analysen, Überregionales, Hintergründe
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Von Kristian Stemmler

Flüchtlinge, Flüchtlinge, Flüchtlinge! Gibt es eigentlich noch ein anderes Thema?! Ehrlich gesagt kommt mir als politischer Mensch allmählich alles hoch, wenn ich den gegenwärtigen Medienhype betrachte. Wenn schon das Titten- und Hetzblatt „Bild“ das linke Motto „Refugees welcome“ kapert, wenn die unerträgliche TV-Grinsebacke Johannes B. Kerner im ZDF aus dem Thema eine Show „Deutschland hilft“ macht, wenn jeder halbwegs Prominente in Talkshows von „Brei mit Illner“ bis „Hart, aber bescheuert“ herzerbarmend über das Leid der Flüchtlinge schwadroniert – dann kann irgendwas nicht stimmen.

Der dialektische Trick dabei ist natürlich, dass man als Linker schwer etwas dagegen sagen kann, wenn Flüchtlingen die Tür aufgemacht und die xenophoben Nazis und Rechtspopulisten öffentlich verdammt werden. Aber Misstrauen bleibt mehr als angebracht. Kollege Klaus Fischer schreibt dazu in der jungen welt: „Der erste Schritt zur Wahrheit ist der Zweifel. Es braucht Analyse statt verordneter Gefühlsmanipulation.“

In seinen sehr lesenswerten Kommentar weist Fischer auf die Hintergründe des plötzlichen Medienhypes hin:

„Die Gehirnwaschmaschine läuft auf Hochtouren. Glaubt man dem Bundespräsidenten, kann Deutschland gerne bunter und ein wenig chaotischer werden. Ein- und Zuwanderung werden als Segen definiert, Fragen nicht zugelassen. Vorsicht ist dennoch geboten. Denn Heuchler kennen keine Tabus. Für Gauck, Merkel und deren Gehilfen sind »Buntheit« oder »Willkommenskultur« allenfalls Marketinginstrumente. Sie haben die Interessen der Mächtigen durchzusetzen, nicht einen Karneval der Kulturen zu organisieren. Empathie ist das Verkaufsargument.

Wünscht sich die herrschende Klasse ein größeres Reserveheer an Jobsklaven, ist das der Politik Befehl. Auch wenn dieser Wunsch nur ein Hilfsargument sein mag. Vielleicht soll die gewaltige Gleichschaltungskampagne nur das ungläubige Staunen verdecken, mit dem Finanzoligarchen, Multimilliardäre, Toppolitiker den Resultaten ihres Wirkens gegenüberstehen. Der von den Herren des Westen maßgeblich mitverursachte Strom von Menschen auf der Suche nach einer besseren Welt ist zu einer »materiellen Gewalt« geworden, wie es Karl Marx ausdrücken würde. Jetzt versucht man, das Beste für sich daraus zu machen. Mit untauglichen Mitteln und verlogenen Begründungen.

Und weiter:

„Die Heuchler sagen, Deutschland und Europa brauchen Fachkräfte. Nein, das Kapital braucht sie. Es verlangt nach ihnen, weil seine Institutionen – Unternehmen, Stiftungen und der von ihm gelenkte Staat – zu wenig heranbilden. Es ist billiger, Ingenieure und Ärzte aus aller Welt abzuwerben, Handlangerjobs von Menschen aus dem Kosovo erledigen zu lassen. Das eigene Prekariat braucht schließlich Konkurrenz. Und Integration ist auch so ein Wort. Die Bundesrepublik war bis heute nicht willens und fähig, die zweite und dritte Generation ehemaliger »Gastarbeiter« zu integrieren.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Kommentare
  1. Ich würd dich so gern mögen! sagt:

    Solltest du dir mal ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=coavTGQ_8O8

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  2. Nein, ich wähle die Leute aus, die sofort exekutiert wird… Ich will auch mal Spaß haben!

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  3. Tante Käthe sagt:

    Vollste Zustimmung! IM Erika macht den Boss und Sie leiten den schwarzen Kanal

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  4. Wir fangen damit an, alle BAnken zu enteignen…

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  5. Paule sagt:

    Guten Morgen, auch schon gemerkelt?

    Und nun? Welcome oder nicht? „Flüchtlingen“ das Arbeiten verbieten? Mindestlohn von 20 Euro einfordern? Alle Unternehmen verstaatlichen, damit der Zuwanderungsanreiz entfällt?

    Verflixte Falle das.

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