Fall Schulze: Suchaktionen erfolglos – Polizei beendet Maßnahmen am Seppenser Mühlenteich – Wie geht es weiter?

Veröffentlicht: 2015-08-23 in Überregionales
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Still ruht der See. Im Seppenser Mühlenteich wird erst mal nicht mehr gesucht.

Still ruht der See. Im Seppenser Mühlenteich wird erst mal nicht mehr gesucht.

Von Kristian Stemmler

Bei der Polizeiinspektion Harburg ließ man am Freitag quasi die Jalousien herunter. Die Pressestelle mailte eine kurze Notiz an die Medienvertreter, sie sei an diesem Tag nicht besetzt, man möge sich bei Anfragen zu aktuellen Ereignissen an die örtlich zuständigen Dienststellen richten. Nach vier Tagen erfolgloser Suche nach Sylvia und Miriam Schulze aus Drage im und am Seppenser Mühlenteich, nach ebenso langer intensiver Medienbegleitung, wollte man sich offenbar erst einmal eine Atempause verschaffen.

Anfang der Woche war der Optimismus noch groß gewesen bei der „Soko Schulze“ der Polizeiinspektion Harburg. Als am Montag ein Spürhund die Spuren der vermissten Sylvia und Miriam und die des Familienvaters Marco nahe des Seppenser Mühlenteichs aufgenommen und bis zum Teich verfolgt hatte, schien der Durchbruch nah. Die Spuren von Mutter, Vater und Tochter führte zum Teich, wieder weg aber nur die des Vaters. Zwei weitere Hunde bestätigten die Spuren.

Für die Soko Schulze stand damit so gut wie fest, dass die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze nur im Mühlenteich oder im angrenzenden Wald zu finden sein können. Noch am Montag begannen die Suchmaßnahmen. Taucher durchsuchten einen Teil des Teichs, wobei sie den Grund wegen der morastigen Beschaffenheit abtasten mussten. Aus Emden wurde ein Sonarboot angefordert, das mit seiner auf Schallwellen basierenden Technik 17 Auffälligkeiten im Teich entdeckte.

Auch am Mittwoch rückten 60 Beamten der Bereitschaftspolizei aus Lüneburg in Seppensen an. Sie durchsuchten etwa acht Stunden die Umgebung des Mühlenteichs intensiv, ohne jedes Ergebnis. Am Donnerstag rückten erneut sechs Polizeitaucher an. Sie untersuchten die 17 auffälligen Stellen, die das Sonarboot aus Emden entdeckt hatte. Auch das hatte kein Erfolg, die Auffälligkeiten erwiesen sich als Baumstämme oder ähnliches.

Für Beobachter überraschend verkündete die Polizeiinspektion dann am Donnerstag, sie beende die Suchmaßnahmen in Seppensen. „Für die Polizei gibt es damit derzeit keine Anhaltspunkte, die weitere Suchmaßnahmen möglich machen würden“, heißt es in der Mitteilung, „Die Beamten der Soko Schulze arbeiten nun die noch offenen Spuren ab. Eine heiße Spur ist aber nicht darunter.“

Überraschend ist diese Mitteilung, weil es noch in der Mitte der Woche noch hieß, es sei quasi gesichert, dass die Leichen von Sylvia und Miriam im oder am Seppenser Mühlenteich zu finden seien. Eventuell hat Marco Schulze sie so gut versteckt, dass eine Entdeckung schwer ist. Bei seinem Selbstmord hatte er sich selbst mit einem Betonklotz beschwert, um in der Elbe nicht entdeckt zu werden. Offenbar wollte er nicht, dass seine und die Leichen seiner Frau und Tochter gefunden werden. Für ein Familiendrama eher ungewöhnlich.

Fernsehsendern gegenüber erklärte Jan Krüger, der vielbeschäftigte Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, am Montag werde man sich wieder zusammensetzen und über das weitere Vorgehen beraten. Dabei solle es auch darum gehen, ob die Ermittlungen noch von einer Sonderkommission geführten werden müssten.

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