Stadt Buchholz dämpft Streit um die Straßenmusik auf dem Wochenmarkt: Wir wollen nur die Qualität der Musik steuern

Veröffentlicht: 2015-08-12 in Hintergründe, Kommentare, Lokales, Politik
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Musiker wie dieser Gitarrist sollen auch weiterhin auf dem Wochenmarkt Musik machen dürfen. Foto: Wochenblatt/Oliver Sander

Musiker wie dieser Gitarrist sollen auch weiterhin auf dem Wochenmarkt Musik machen dürfen. Foto: Wochenblatt/Oliver Sander

Von Kristian Stemmler

In der Diskussion um die Straßenmusik auf dem Buchholzer Wochenmarkt, die durch den querschläger und das Nordheide Wochenblatt ausgelöst wurde, sieht sich die Verwaltung zu einer Klarstellung genötigt. Wie in einer Pressemitteilung der Stadt ausgeführt wird, gehe es bei den umstrittenen Änderungen der Satzung für den Wochenmarkt nicht um ein Verbot der Straßenmusik auf dem Markt, sondern um eine Steuerung der Qualität der Musik.

Sollte der Ablauf tatsächlich so sein wie in der Pressemitteilung dargestellt, wäre die Aufregung sicher etwas übertrieben gewesen. Allerdings haben Politik und Verwaltung selbst zu Missverständnissen beigetragen. So war die Rede davon, Straßenmusik auf dem Markt nur noch im Ausnahmefall zu genehmigen. In der Ratssitzung, auf der die Änderungen der Marktsatzung beschlossen wurden, äußerte etwa FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky, die Musiker müssten weg.

Auch stellt sich die Frage, ob die Straßenmusik auf dem Markt in der Satzung geregelt werden musste, ob die Handhabe für den Marktmeister nicht auch so da gewesen wäre. Wie dem auch sei, aus Sicht des querschläger gibt es andere Probleme, was den Markt angeht, die nicht geregelt wurden. Zum Beispiel dass dubiose evangelikale Sekten wie die Friedenskirche dort mit einem Stand Werbung für sich machen dürfen.

Hier die Mitteilung des Pressesprechers der Stadt, Heinrich Helms, im Wortlaut:

„Eigentlich ist alles ganz einfach“, sagt Sven Domnick, Mitarbeiter der Verkehrsbehörde und Organisator des Wochenmarkts. Die just vor der Sommerpause vom Rat verabschiedete neue Marktsatzung untersagt zwar grundsätzlich Straßenmusik auf dem Markt, lässt sie auf Antrag aber zu. Der ist so formlos wie simpel: Wer auf dem Wochenmarkt musizieren möchte, muss lediglich den Marktmeister ansprechen. Der entscheidet und erteilt mündlich die Erlaubnis, „wer wo wie lange Musik machen darf“, erläutert Domnick. „Wir wollen darüber die Qualität der Musik steuern.“

Die ist, das zeigen Beschwerden von Marktbeschickern und Geschäftsleuten am Marktplatz, deutlich verbesserungswürdig. So käme es immer wieder vor, dass selbsternannte Straßenmusiker „stundenlang die selben beiden Songs spielen oder Töne produzieren, die auch mit gutem Willen nicht als Musik bezeichnet werden können“, sagt Domnick.

„Was der Marktbesucher schön findet, kann für einen Marktbeschicker oder für eine Verkäuferin, vor deren Geschäft fünf Stunden ununterbrochen „El Condor Pasa“ oder anderes gespielt wird, schon anstrengend sein“, schreibt auch Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse auf seiner Facebook-Seite. „Hier soll der Marktmeister künftig eine Handhabe haben, und genau dazu dient die Regelung in der Satzung.“

„Wir haben bereits mit einigen Musikern gesprochen, die regelmäßig auf dem Markt sind“, berichtet Domnick. Die seien nach der ersten Aufregung inzwischen ganz entspannt. „Denn sie haben ihre Genehmigung und dürfen auch im neuen Jahr mit ihrem Können den Buchholzer Wochenmarkt bereichern.“

Von der Neufassung der Marktsatzung, die gilt erst ab 1. Januar 2016, unberührt ist die Sondernutzungssatzung der Stadt. Danach ist es Musikern nach wie vor erlaubt, bis zu 30 Minuten lang an einem Ort ihre Musik zu machen. Grundsätzlich gilt das auch an Marktagen – nur eben nicht auf dem oder in Hörweite des Marktes. „Die müssen dann an andere Orte ausweichen“, erklärt Domnick. Etwa in den Peets Hoff, Poststraße oder Thomasweg.

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