Aprilscherze: Flüchtlinge ziehen nichts ins City Center ein – und das Wochenblatt blamiert sich wieder mal

Veröffentlicht: 2015-04-04 in Lokales, Politik
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Von Kristian Stemmler

Die intelligenteren unter den Lesern des buchholz express haben es natürlich gleich gemerkt: Die Meldung über die Umwandlung des maroden City Centers Buchholz in eine Flüchtlingsunterkunft war ein Aprilscherz. Eigentlich hatte ich gehofft, dass es den einen oder anderen gibt, der nicht auf das Datum achtet, die Sache für bare Münze nimmt und sich furchtbar aufregt. Aber vermutlich ist der Medienkonsument heutzutage schon zu sehr auf Fakes und Satire gefasst.

Natürlich habe ich mir vorher Gedanken gemacht, ob das heikle Thema Flüchtlinge für einen Aprilscherz geeignet ist. Dabei führte ich mir vor Augen, dass von ihrer Herkunft her solche Scherze/Eulenspiegeleien eine starke gesellschaftskritische Funktion haben – und an diese Tradition halte ich mich ja generell, wenn ich im blog satirisch oder polemisch schreibe. Warum also nicht einen Aprilscherz machen über ein gesellschaftlich brisantes Thema?!

Frappierend fand ich auch die Idee, an die Stelle eines Kommerztempels ein Asyl für Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten zu errichten. Asyl, so muss man hier wohl erklären, kommt aus dem Griechischen, wo es ursprünglich die Bedeutung „ein Unverletzliches“ hat. Warum, so frage ich, müssen die Zentren unserer Städte dem Konsum geweiht sein, während die soziale Begegnung an der Peripherie stattfindet? Einige der Kommentare zu dem Beitrag sprechen übrigens für sich, in negativer Hinsicht, weshalb ich sie trotz ihres bedenklichen Inhalts freigegeben habe.

Apropos Aprilscherz: Was das Nordheide Wochenblatt sich da abgebrochen hat, ist ja mehr als peinlich! Natürlich erwarte ich nicht, dass man sich an der Bendestorfer Straße zu diesem Datum ein brisantes Thema vornimmt – das tut man ja auch sonst höchst ungern. Aber was man da stattdessen als Aprilscherz verkauft hat, war unterirdisch, nämlich die Meldung, Mc Donald’s würde am Lühe-Anleger an der Elbe eine neue Filiale aufmachen.

Das ist nun so etwas von unwitzig! Und natürlich geht es auch hier wieder nur um Eines: die Werbetrommel rühren für einen Kunden. Echt peinliche Nummer!

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