Baumfrevel an der Hamburger Straße – alte Kastanie ohne Genehmigung abgesägt!

In wenigen Minuten war die alte Kastanie nur noch Kleinholz.
In wenigen Minuten war die alte Kastanie nur noch Kleinholz.

Buchholz (be) – Mit welcher Dreistigkeit sich manche Hauseigentümer und Hausverwaltungen über geschriebene Gesetze in Fragen des Baumschutzes hinwegsetzen, zeigt ein Fall an der Hamburger Straße. Auf einem Grundstück vor einem Mehrfamilienhaus in Höhe Berliner Straße ist jetzt eine mehr als zehn Meter hohe, alte Kastanie abgesägt worden – ohne die hierfür notwendige Genehmigung der Stadt, wie die Buchholzer Verwaltung dem buchholz express bestätigt hat. Ein krasser Fall von Baumfrevel!

„Die Kastanie war ein großer, kräftiger Baum. Im Sommer hat sie herrlich geblüht, es war ein wunderschöner Anblick“, sagt ein Bewohner des Mehrfamilienhauses. Auf seine Anfrage bei der Hausverwaltung, warum die Kastanie gefällt worden ist und ob es eine Genehmigung gab, habe er keine Antwort erhalten. „Da hat wohl jemand ein schlechtes Gewissen“, vermutet der Mann. Er geht davon aus, dass es banale Gründe waren, den Baum zu beseitigen, zum Beispiel dass er Räume verschattet hat oder man sich die Laubbeseitigung ersparen wollte.

„Ich finde es vor allem traurig, wie die Rücksichtslosigkeit immer mehr zunimmt, wenn es um eigene Interessen geht“, sagt der Bewohner. „Man sieht es ja täglich im Straßenverkehr oder an der Supermarktkasse. Jeder sieht zu, wo er bleibt und wie er sich durchsetzen kann. Und wer sich für andere einsetzt, wird auch noch als Sozialromantiker verhöhnt.“ Auf die Verantwortlichen für die Fällung kommt jetzt übrigens ein Bußgeld zu.

Ein paar 100 Meter vom Haus des Mannes entfernt, kreischen derzeit ebenfalls die Motorsägen. An der Schaftrift und Buenser Weg hat es schon einen empfindlichen Kahlschlag gegeben, in dem Wald zwischen Schaftrift und Nordring soll es noch weitere Fällungen geben. Bei dem Gelände handelt es sich um Privateigentum, für die Durchforstung hat die Forstbehörde grünes Licht gegeben. Die Stadt ist vor allem über den Kahlschlag am Buenser Weg nicht erfreut, sah aber keine Eingriffsmöglichkeit, weil die Maßnahme rechtens gewesen sei.

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