Unbekannte provozieren Polizeieinsatz in Flüchtlingsunterkunft in Tostedt – steckt proTostedt dahinter?

Screenshot proTostedtVon Kristian Stemmler

Um den Ruf von Flüchtlingen zu beschädigen und Öl ins Feuer der ohnehin aufgeheizten Diskussion zu dem Thema zu gießen, ist manchen Leuten offenbar inzwischen jedes Mittel recht. Nach Recherchen des buchholz express haben Unbekannte Ende Februar einen Polizeieinsatz in der Unterkunft für Asylbewerber am Elsterbogen in Tostedt provoziert – vermutlich nur um Fotos von Streifenwagen und Polizisten vor Ort zu bekommen und hinterher über den Einsatz öffentlich spekulieren zu können.

Der Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, Jan Krüger, bestätigte dem buchholz express, dass in der Nacht zum 26. Februar ein Anrufer gemeldet habe, es komme zu Ausschreitungen in der Unterkunft am Elsterbogen. Gleich mehrere Streifenwagen rückten an, doch als die Polizeibeamten die Unterkunft betraten, trafen sie auf völlig überraschte Bewohner. „Es war nichts vorgefallen“, sagte Krüger. Dafür mussten die Beamten feststellen, dass sie von einem Unbekannten außerhalb der Unterkunft fotografiert wurden.

„Wir vermuten, dass Gegner der Asylbewerberunterkunft den Einsatz provoziert haben, um ein falsches Bild der Zustände dort in der Öffentlichkeit zu erzeugen“, so der Polizeisprecher. Die Personalien des Mannes, der fotografiert hat, wurden aufgenommen, nachgewiesen konnte ihm eine Beteiligung an dem Fake-Einsatz aber nicht. Wer bei der Polizei angerufen hat, ist unklar. Man kann davon ausgehen, dass der Täter so schlau war, ein Handy mit Prepaidkarte oder eine Telefonzelle zu nutzen.

Es liegt nahe, dass der provozierte Einsatz Material für den neuen rechten Blog „proTostedt“ liefern sollte, der vor kurzem an den Start ging (der buchholz express berichtete). Denn die angeblichen Auseinandersetzungen in der Unterkunft waren gleich Thema des ersten Beitrags des Blogs, der wahrheitswidrig behauptet, in der Nacht auf den 26.2.15 sei es dort zu „Ausschreitungen“ gekommen. Einige Bewohner hätten randaliert, nach Angaben von Anwohnern habe in der Unterkunft „eine sehr aggressive Stimmung“ geherrscht.

Der Vorgang zeigt, dass Rechte und Rechtspopulisten mit allen Mitteln Unruhe und Angst erzeugen und das Flüchtlingsthema hochjazzen wollen. Das Ziel ist eindeutig, die Flüchtlinge, die in zunehmender Zahl den Landkreis erreichen, mit Kriminalität, Vandalismus und Verschmutzung in Verbindung zu bringen. Leider ist zu befürchten, dass diese Strategie in Teilen der Bevölkerung erfolgreich sein könnte.

Polizeisprecher Krüger machte deutlich, dass die Unterkünfte der Asylbewerber im Landkreis keine Einsatzschwerpunkte seien. Es komme sicher auch mal zu Ruhestörungen oder vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern, aber dies seien Einsätze, wie sie auch jede Woche unter Beteiligung deutscher Staatsbürger ausgelöst würden. Der buchholz express meint dazu: Jedes Schützenfest produziert vermutlich mehr Einsätze als alle Flüchtlingsunterkünfte zusammen…

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