Griechen immer besser: Minister droht mit 300.000 Flüchtlingen, Tsipras will Reparationen von Deutschland

Von Kristian Stemmler

So macht Politik Spaß. Der griechische Zivilschutzminister Yiannis Panousis hat die deutsche Mainstreampresse richtig in Wallung gebracht, mit seiner unverhohlenen Drohungen, Hundertausende Flüchtlinge an die anderen EU-Staaten weiterzureichen, wenn die EU nicht endlich bereit ist, die Lasten der Flüchtlingsströme gerechter zu verteilen. Da finden zwei Themen zusammen, die sich in ihrer Wirkung auf dem Boulevard und an den Stammtischen gewissermaßen ideal ergänzen: Griechen und Flüchtlinge.

Der Mann hat natürlich absolut recht. Griechenland muss wegen seiner geographischen Lage erheblich mehr Flüchtlinge aufnehmen als das reiche Deutschland. Nach Ansicht von Panousis werde es zwei Jahre dauern, das Dublin-Abkommen zu ändern. In diesem Abkommen ist festgelegt, dass Asylsuchende ihren Antrag in dem Land stellen, in dem sie zuerst einreisen. Der Minister schätzt, dass in diesen zwei Jahren rund 2,5 Millionen Flüchtlinge nach Griechenland einreisen, „was sozial untragbar wäre“.

Vor diesem Hintergrund sagte Yiannis Panousis im griechischen Fernsehen: „Wenn die Europäer nicht verstehen, was wir ihnen sagen, dann geben wir eben 300.000 Immigranten Papiere, damit sie sich über Europa verteilen.“ Ganz wunderbar! Da schäumt der deutsche Rechtspopulist: Jetzt reicht es! Was fällt diesen faulen Griechen als nächstes ein?!

Darauf muss man derzeit gottseidank nicht lange warten, denn ihnen fällt immer wieder etwas neues ein. Regierungschef Alexis Tsipras hat jetzt die Reparationsforderungen an Deutschland erneut thematisiert, was natürlich gar nicht geht. Der Deutsche ist gern bereit, sich an allen möglichen NS-Mahnmalen im In- und Ausland Asche aufs Haupt zu streuen und Kränze niederzulegen. Aber wenn es um Geld geht, ist Schluss mit lustig!

Was das eigentliche Thema angeht, die „Reformen“, die von der EU von Griechenland verlangt werden, hat man ja in der Mainstreammedien inzwischen wieder Oberwasser, weil es so aussieht, dass sich die griechische Regierung dem Druck gebeugt hat und wieder mit der Troika, die jetzt „die Institutionen“ heißt, zusammenarbeitet. Der Euro-Gruppen-Chef, die holländische Gilletefresse Jeroen Dijsselbloem, grinst inzwischen wieder recht zufrieden, nachdem er kurz nach der Wahl bei der Abfuhr, die ihm in Athen erteilt wurde, recht orientierungslos in die Kameras guckte.

Dieses Grinsen ist aber wohl etwas verfrüht. Denn noch ist das Rennen nicht entschieden. Ich denke, es wird noch einige Überraschungen bei dem Thema geben. Den Herren Dijsselbloem und Schäuble wird das dumme Grinsen noch vergehen!

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