Farbanschlag auf Haus von Neonazikader Denny Reitzenstein

Veröffentlicht: 2015-02-05 in Lokales, Politik
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Die Meldung auf der Seite linksuntenindymedia.org

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Von Kristian Stemmler

Die Auseinandersetzungen zwischen der Antifa in Buchholz und Neonazikadern gehen offenbar weiter. In der Nacht von Sonntag auf Montag ist ein Farbanschlag auf das Haus von Denny Reitzenstein in der Nordheidestadt verübt worden. Auf der Internetseite linksunten.indymedia.org erschien ein Bekennerschreiben zu dem Anschlag. Bereits in der Nacht zum 11. Februar war es an der Musikkneipe „Empire“ zu einer Auseinandersetzung zwischen der örtlichen Antifa und Nazis gekommen.

In dem Bekennerschreiben heißt es in szenetypischer Kleinschreibung und ohne Interpunktion: „in der nacht zum sonntag auf montag haben wir auf das wohnhaus von denny reitzenstein einen farbanschlag verübt reitzenstein ist mitbegründer der aktionsgruppe nordheide kurz ag unter anderem ist er überregional vernetzt in der szene zb zu der weißen wölfe terror crew und pflegt bundesweite kontakte in die neonaziszene“

Und weiter: „wir werden faschisten dort treffen, wo sie sich vermeintlich am sichersten fühlen und ihre tagesroutine gehörig durcheinander bringen die nordheide ist kein sicherer rückzugsraum für neonazis reitzenstein du nazischwein an keinem ort bist du allein“

Auf der Homepage der Aktionsgruppe Nordheide, die offensichtlich von Reitzenstein betrieben wird, wird der Farbanschlag vermeldet und der Versuch unternommen, ihn für propagandistische Zwecke auszuschlachten. So heißt es in dem Beitrag, in dem Haus wohnten auch Migranten, deshalb habe der Anschlag „einen rassistischen Hintergrund“. In dem Haus wohne auch noch eine ältere Frau, die noch unter Schock stehe.

Die Texte auf der Homepage der AG folgen momentan der Strategie der Nazis, sich als harmlos und bürgerlich zu präsentieren. So hieß es kürzlich in einem anderen Beitrag, der sich mit dem Vorfall am „Empire“ befast, man komme „mitten aus der Buchholzer Gesellschaft“ und die „Nationalisten“ seien „die netten Herren bzw. Frauen von nebenan“ und „bei vielen Buchholzern gern gesehene Gäste“. Von wegen nett: Auf dem Twitter-Account der Gruppe wird tagtäglich gegen Antifa, Muslime, Asylbewerber und die „Lügenpresse“ gehetzt.

Reitzenstein brüstete sich derweil vor kurzem auf seiner Website, dass die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt habe. Im Juli 2013 waren im Rahmen einer europaweiten Razzia Wohnungen und Geschäftsräume von Nazis durchsucht worden, auch die von Reitzenstein in Buchholz. Den Beschuldigten wurde vorgeworfen, zu einer Terrororganisation mit dem Namen „Werwolf Kommando“ zu gehören.

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Kommentare
  1. Uwe Schulze sagt:

    Nazis hin, Nazis her,
    ich habe nichts übrig für diese Demokratiehasser und finde es absolut richtig etwas gegen diese zu unternehmen. Nur stellt sich mir die Frage ob man Dummheit mit Dummheit begegnen sollte. Wenn die „linke“ Szene hinter dem Farbanschlag steckt, dann war das mindestens genauso dumm wie die rechte Propagandamaschine mit ihrem Agieren was Ausländer oder Linke angeht.

    Ich verstehe allerdings auch die Behörden nicht, sie ignorieren die Handlungen der Nazis und spielen denen auch noch Bälle zu. Der Staats- und Verfassungsschutz in Buchholz ist ein zahnloser Tiger. Das sich die Antifa dadurch natürlich genötigt sieht zu handeln ist vorprogrammiert. Dieses Handeln ist aber fragwürdig, denn damit sind sie auf dem Niveau der Bescheuerten und Bekloppten angekommen. Wirksam gegen Nazis geht man sachlich in der Öffentlichkeit vor. Man entkräftet deren Propaganda und streut reale Informationen und wirft weder Steine noch Farbbeutel, geschweige denn schmiert man an Hauswänden herum.
    Gewalt kann man nicht mit Gewalt bekämpfen!
    Wenn die Nazi-Szene beispeilsweise den Bahnhof Sprötze mal wieder mit ihren „Spuckies“ zupflastert, dann ist das nicht tragbar. Die Kosten für die Beseitigung dieses Unrats trägt im Zweifelsfall der Steuerzahler.
    Wenn die Nazis nur ansatzweise richtige Ansätze haben würden, dann frage ich mich warum sie nicht mal einen Infostand auf dem Wochenmarkt machen, statt die Umwelt mit Müll zu bekleben. Aber durch so einen Infosstand würde man ja mit der Realität konfrontiert werden und müsste dazu noch öffentlich Gesicht bekennen.
    Jeder der Demokratie wünscht würde das übrigens machen, aber allein die Tatsache das man sich der Öffentlichkeit nicht mit Gesicht zeigt, zeigt schon wohin die Reise geht.

    Hassattacken auf diesen Kommentar kann man sich sparen. Es sollten sich alle mal überlegen wo eigentlich die Ziele sind und was man überhaupt erreichen will.

    Und übrigens: Ich stehe nach wie vor dazu, dass man den „rechten“ keine Bühne bieten darf.

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