Holocaustgedenktag: Förderschule An Boerns Soll lädt zu Ausstellung, Vortrag und Podiumsdiskussion

Veröffentlicht: 2015-01-05 in Lokales, Politik
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Buchholz (ein/hh/kst). Die Welt gedenkt am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. In Buchholz findet seit 1996 an diesem Tag immer eine Veranstaltung statt, die jedes Jahr von einem anderen Verein, Organisation oder Institution für die Stadt ausgerichtet wird. Unter der Überschrift „Begrenzt befreit? Menschen mit Behinderung – 70 Jahre nach Auschwitz“ richtet in diesem Jahr die Förderschule An Boerns Soll den Tag mit einer Ausstellung, einem Vortrag und einer Podiumsdiskussion aus, am Dienstag, 27. Januar, 18 Uhr.

„In diesem Jahr stehen Menschen mit Behinderungen im Fokus des Gedenktages“, sagt der Rektor der Förderschule, Martin Ihlius. Die Schülerinnen und Schüler bereiten das Thema vor dem Hintergrund der Verfolgung behinderter Menschen im Nationalsozialismus im Unterricht durch verschiedene Projekte vor. Dabei setzen sie sich mit den Themenbereichen Menschenrechte – Kinderrechte – Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-Behindertenrechtskonvention) auseinander und gehen der Frage nach, ob die Befreiung von der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus‘ bis heute nachwirkt.

Unterstützt wird die Schule dabei durch Angebote der Bildungs- und Gedenkstätte „Opfer der NS-Psychiatrie“ in Lüneburg. Die Leiterin des Projektes „Vielfalt achten, Teilhabe stärken“, Dr. Carola Rudnick, hat Fortbildungen und Unterrichtsmaterial entwickelt und begleitet die vorbereitenden Projekte in der Schule An Boerns Soll. Das von Rudnick vorbereitete und von Schülern der IGS Embsen für Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung erweiterte Unterrichtsmaterial wurde kurz vor den Weihnachtsferien an die Schule An Boerns Soll übergeben.

Am 27. Januar präsentieren die Schülerinnen und Schüler ab 18 Uhr den Gästen die Ergebnisse ihrer Arbeiten in der Schule und stehen für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Um 19 Uhr begrüßt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse die Besucher, im Anschluss folgt ein Vortrag von Carola Rudnick. Die freischaffende Historikerin wird das Projekt der Gedenkstätte „Vielfalt achten, Teilhabe stärken“ vorstellen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion (Moderation: Hans-Jürgen Börner, Norddeutscher Rundfunk) greifen Schüler- und Elternvertretung, Dr. Carola Rudnick, Dr. Sebastian Stierl (Direktor der Psychiatrischen Klinik Lüneburg) und Heiner Scholing (Kultusausschuss des Niedersächsischen Landtags) das Thema „Begrenzt befreit“ auf.

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wurde in Deutschland 1996 durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und 2005 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen in einer Resolution offiziell zum internationalen Holocaustgedenktag erklärt. Das Datum wurde aus guten Grund gewählt: Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des Nazi-Regimes.

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