Provinzieller geht’s nicht! – Der Buchholzer Weihnachtsmarkt kommt

Veröffentlicht: 2014-11-27 in Kommentare, Lokales
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DSC_0582Von Kristian Stemmler

Wenn es eine Gelegenheit gibt, zu der Buchholz immer wieder aufs Neue beweist, wie provinziell es sein kann, dann ist es der Buchholzer Weihnachtsmarkt. Diese Veranstaltung, die am morgigen Freitag beginnt, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie uns Jahr für Jahr mit demselben öden Angebot behelligt. Kurz gesagt: eine Handvoll Bretterbuden, die kunsthandwerklichen Tinnef feilbieten, ein Glühweinstand, an dem man sich schon mittags die Kante geben kann, ein paar Fressbuden, ein Kinderkarussell, eine Krippe mit geschnitzten Figuren und natürlich der Kiepenkasper.

Das alles ist so fantasie- und ideenlos, dass selbst der Kollege Axel-Holger Haase vom Nordheide Wochenblatt, der für PR-Texte zuständig ist und noch jedes banale Ereignis zum Megaevent hochgejazzt hat, offenbar Probleme hatte, zwei Seiten seiner Zeitung zu diesem Event mit noch irgendwie akzeptablen Texten zu füllen. „Der Duft von gebrannten Mandeln und heißem Punsch zieht durch die Buchholzer Innenstadt“, leitet er seinen Text ein und greift damit zum so ziemlich ausgewalztesten Klischee zum Thema Advent und Weihnachtsmarkt.

Die Innenstadt verwandle sich in eine „gemütliche Budenstadt“, behauptet der Kollege kühn und teilt uns mit, dass auch die große Tanne wieder am Emporeteich aufgestellt wird. Man glaubt es kaum! Und „selbstverständlich wird es zahlreiche Stände mit einem breitgefächerten gastronomischen Angebot geben.“ Aber klar doch! Und wer darf auch nicht fehlen? „Larissa singt lustige Weihnachtslieder und musiziert mit den Kindern.“

Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Zumal ja auch die Dekoration der Buchholzer Innenstadt in der bevorstehenden Adventszeit (die übrigens eigentlich erst am Sonntag beginnt) wieder durch unglaubliche Originalität besticht. „Es werden schöne Tannen in der Innenstadt als Dekoration verteilt“, erklärt Herr Haase. Ob er zumindest damit recht hat, das kann man schon heute überprüfen, da der Weihnachtsmarkt bereits aufgebaut wird.

Ein Teil der Tannen ist mal wieder an Laternenpfähle oder Laubbäume gelehnt, was ziemlich bescheuert und lieblos wirkt. Ein anderer Teil der Bäume steht diesmal auf Metallfüßen, was allerdings auch nicht viel besser ist. Auch diese Tannen stehen irgendwie unmotiviert in der Gegend herum. Mit einer durchdachten Dekoration hat das Alles wenig zu tun.Und von Gemütlichkeit kann nicht wirklich die Rede sein, es sei denn, man hat sich den Weihnachtsmarkt mit Glühwein schön gesoffen.

Ehrlich gesagt, verstehe ich immer weniger, warum es der Werbekreis Buchholz und die Stadt nicht hinkriegen, mal einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt mit einem kreativen Programm auf die Beine zu stellen. Ich glaube nicht, dass es eine Frage des Geldes ist. Es müsste nur mal jemand den Mut haben, das Ewig-Gleiche in Frage zu stellen und vielleicht etwas Ausgefalleneres zu buchen. Aber ich fürchte, darauf sollte man in Buchholz nicht hoffen.

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Kommentare
  1. Dagmar Schaller-Wolf sagt:

    Das war der traurigste Weihnachtsmarkt, den ich je gesehen habe, welch ein Armutszeugnis für Buchholz, lieblos, phantasielos, innovationslos, niveaulos………ö

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  2. …nett gesagt

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  3. BlueBear sagt:

    Hat doch alles seine Vorteile. Die Weihnachtsmärkte in Lüneburg, Lübeck und in Hamburg auf dem Weihnachtsmarkt sind so was von voll. Man wird mitgeschoben von den drängenden Massen, auf einen netten Eierpunsch muss man ewig warten und die kleinen Leckereien kann man kaum bezahlen. Hier im idyllischen Buchholz habe ich meine Ruhe, bekomme günstig gepanschten Glühwein bei der Feuerwehr (?), kann nach Herzenslust kalte Bratwürste speisen. Und falls ich den „Bürgermeister“ sehe habe ich Platz und Zeit genug mich rechtzeitig zu entfernen, ohne das mir schlecht wird …

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  4. Realistin sagt:

    Schon vor einigen Jahren habe ich es gewagt, den so tollen Weihnachtsmarkt in Buchholz zu kritisieren. Ich habe jahrzehntelang in der Hamburger Innenstadt gearbeitet und dort den schönen Weihnachtsmarkt genossen. Als ich hier nach Buchholz zog, war ich enttäuscht und stellte fest, jedes Jahr wieder wurde der Weihnachtsmarkt in Buchholz ein kleines Stückchen kleiner. An den Buden vermisste ich Kunsthandwerk und Selbstgebasteltes jeglicher Form. Nachdem ich meine Meinung kundgetan hatte, wurde mir von dem Pressesprecher der Stadt Buchholz rüde in die Parade gefahren mit der Aussage, nein die Anzahl der Buden auf dem Weihnachtsmarkt würden nicht weniger werden. Dem widersprach die Tatsache, dass einige Stände von den Jahren zuvor einfach nicht mehr da waren und der Markt ungemütlich auseinandergezogen wirkte. Durch die Lücken zwischen den Buden hatte ich das Gefühl, hier ist der Weihnachtsmarkt zu Ende.

    Selbst die kleinen Weihnachtsmärkte in Bayern, die ich dort besuchte, wirkten gemütlicher und einfach mehr am Thema durch kunstvoll gestaltete Buden, die keine Einheitsbuden waren und mit selbstgebastelten kleinen Kunstwerken die richtige Weihnachtsstimmung brachten.

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