Auch in diesem Jahr gilt: Halloween, nein danke!

Halloween Nein danke 2Da der Halloweenhype von Jahr zu Jahr nicht etwa abnimmt, sondern eher noch schlimmer zu werden scheint, kann ich an dieser Stelle gut meinen Beitrag zum Thema vom vergangenen Jahr wiederholen. Denn auch in diesem Jahr gilt: Halloween, nein danke!

Von Kristian Stemmler

Es geht schon wieder los. Im Fernsehen werden bereits Horrorfilme für Ende Oktober angekündigt, in Schaufenstern tauchen Kürbisse auf, in den Discountern werden Weingummifledermäuse und dergleichen feilgeboten. Halloween kommt näher und damit entfaltet sich auch wieder der alljährliche Halloweenhype. Auf die Gefahr hin, als Spaßverderber angesehen zu werden, bekenne ich hier öffentlich, dass ich zu der hoffentlich wachsenden Gruppe von Halloweenhassern gehöre. Halloween, nein danke! Regelmäßig werde ich Ende Oktober von einer schweren Kürbisallergie befallen, allein der Anblick von Abbildungen der rötlichen Feldfrucht löst einen schweren Brechreiz aus (obwohl ich Kürbissuppe eigentlich sehr schätze). Ich gedenke auch, nicht an die Tür zu gehen, sollten marodierende Kinder vor dem Haus auftauchen, in der Hoffnung, Süßigkeiten abzustauben. Und ich habe gute Gründe dafür!

Denn mit deutschem Brauchtum hat dieses Fest wirklich nicht das Geringste zu tun. Innerhalb von ein paar Jahren ist ein aus den USA bzw. ursprünglich aus Irland stammendes Fest (die Nacht vor Allerheiligen) unserer Kultur aufgepfropft worden, ein Fest, das hierzulande weder irgendeine Tradition noch einen inhaltlichen Bezugspunkt hat. Dass von allen religiösen Bezügen, die es eigentlich hat, komplett gereinigt wurde, so dass nur noch ein hohles Spektakel übrig bleibt.

Der einzige Sinn des ganzen Halloweenhypes ist es, einen neuen Termin und Kristallisationspunkt für den Konsum zu schaffen, Süßigkeiten, Masken, Plastikspinnen und ähnliches zu verscheuern und irgendwelche albernen Events zu kreieren, Halloweenpartys, Kürbisschnitzen in der Kita und dergleichen Blödsinn mehr. Wie immer, kennt die Fantasie der Werber und Produkterfinder keine Grenzen, wenn es darum geht, uns was anzudrehen.

Da gibt es zum Beispiel Halloween-Würstchen, Halloween-Schaumküsse, Halloween-Joghurt, Halloween-Schnittkäse, die Halloween-Edition von Fanta und Sprite: „blutrünstiger Fruchtmix mit Himbeer-Citrus-Geschmack oder monstermäßiger Mandarinengeschmack“. Noch Fragen?

Wer Kritik an Halloween übt, wird schnell als Spielverderber hingestellt, der den lieben Kindern das Sammeln von Süßigkeiten und das Kürbisschnitzen versauen will. Aber darum geht es nicht! Ich finde es nur erschreckend, wie leicht es ist, den Leuten von heute auf morgen ein neues Fest zu diktieren und einen Konsumrummel ohnegleichen drumherum zu erzeugen, ohne dass viel Gegenwehr kommt.

Nur von den Kirchen ist Protest zu vernehmen, wobei der meines Erachtens zu zaghaft ist. Die evangelische Kirche versucht ihren Reformationstag – auch am 31. Oktober – zu verteidigen. Einige Kindergärten verweigern sich Halloween und versuchen trotzig, den Kindern von Martin Luther zu erzählen. Und vor einigen Jahren, als es mit dem Halloweenhype los ging, warf das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg Luther-Bonbons und Luther-Luftballons auf den Markt, ein etwas alberner Versuch, die Methoden der Konsumgüterindustrie zu kopieren, wie ich finde.

Es geht um mehr, es geht darum, der Fernsteuerung durch die Konsumgüterindustrie den Kampf anzusagen. Halloween ist ja nur ein Beispiel für diese Fremdbestimmung und Manipulation.

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5 Comments

  1. Danke Frank für die Erläuterungen. Wie gesagt, musste ich meine Aktivitäten in den letzten Wochen aufgrund verschiedener Probleme zurückfahren. Leider konnte ich auch diversen Terminen nicht teilnehmen. Daher trage ich auch die Lösung mit dem Gedenkstein mit, obwohl ich das Ergebnis insgesamt etwas enttäuschend finde. Wenn es wirklich nur ein kleiner Stein wird, auf dem schlicht „Warum?“ steht, ist das m. E. etwas wenig, denn das kann alles und nichts bedeuten. Aber wie gesagt: Da ich bei den entscheidenden Terminen nicht zugegen sein konnte, ist es für mich da etwas schwierig zu kritisieren.

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  2. Erstmal muss ich Herrn Keunecke zustimmen. Es gib wichtigeres. Zu Halloween: Ja der Hype wird mehr, wie Weihnachten und Ostern. jeder kann muss aber nicht mitmachen. Veränderungen sind gut heißt es doch immer. Also warum soll man nicht seine Umgebung mal für mehrere mal verändern indem man es „schmückt“. Für viele ist es eine Aufgabe, was leider zur „Überschmückung“ führt, weil sie nichts anderes haben. Weil sie vielleicht einsam sind oder in der Familie „alleine“. Es ist wie eine Selbsthilfe für diese Leute. Darüber sollte man sich mal den Kopf zerbrechen. Ich habe das auch jahrelang so betrieben. Vier Wochen vorher und dann jedes Jahr etwas Neues dazu. Heute brauche ich das nicht mehr in diesem Rahmen. Nur das ein oder andere bleibt. Der Rest ist weg. Dank einer neuen Liebe und er nimmt mich so wie ich bin. Danke Schatz!

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  3. Vielleicht darf ich da Kristian Stemmler mal zur Seite springen…Korrekt, es wird einige neue Unterkünfte in der Bremer Strasse geben, auf einem städtischen Gelände vor den Flüchtlingsbüro. zentral und gut erreichbar.
    Zahlen über tatsächlich Flüchtende lagen noch nicht Neue vor, jedenfalls, bis zur letzten Sitzung des Wirtschaft und Sozialausschusses, da diese meist vom Kreis gestellt werden müssen (Zu-und Abwanderung)
    Der Antrag zum Gedenkstein wurde konkret überfraktionell behandelt, dazu muss ich sagen, dass dies ein Wunsch aller Beteiligten gewesen ist. Leider war Kristian bei der Ortsbegehung nicht dabei, wir werden eine Umgestaltung des rückwärtigen Teils des Baumareals in der Innenstadt mit Gedenkstein präferieren, anders als Verwaltung und Opposition, die zuerst alles in Steinbeck verstecken wollten.
    Also…WIR, die Gruppe aus SPD/Grüne, aus der Kristian leider ausgetreten ist, tut was…wenn es auch nicht immer von den Medien reflektiert wird. Wir kümmern uns um die Wohnbauplanung, haben den Inklusionsbeirat aus der Taufe gehoben, den Tunnel angeschoben (wo die Verwaltung jetzt plötzlich ganz anders rechnet als vorher…), es wird eine Melde-App gegen die wilden Müllhalden geben, wie haben die Sozialarbeiter an die Grundschulen geholt und durch die ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen im Flüchtlingsrat ist eine bewundernswerte Zivilcourage für Buchholz tätig. Vielleicht noch, wie Kristian es beschrieb….das alles NEBEN dem 40 Std.-Beruf.

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  4. Hallo Christian, tut mir leid, aber ich habe derzeit privat und beruflich sehr viel zu tun und mit dem blog verdiene ich nichts und für Kommunalpolitik gibt es nur eine geringe Aufwandsentschädigung – deshalb bin ich da eher weniger aktiv im Moment. Im Gegensatz zu den meisten Ratskollegen muss ich da tummeln… Was den Gedenkstein angeht, ist da ein Antrag unterwegs, demnächst dazu mehr. Zur Bebauung habe ich hier kürzlich was geschrieben und das Thema Sozialatlas habe ich im Hinterkopf. Ich versuche mein Möglichstes. Gruß Kristian

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  5. Hallo Chefredakteur Kristian !
    Dein Halloweenartikel ist in der Tendenz sicher richtig! Aber gibt es im Augenblick nicht wichtigeres zu berichten in Buchholz. Ich finde zu den nicht so aufregenden und unwichtigen Artikeln gehört auch Deine Einlassung über das SHIT BUCKET CHALLANGE. z.B.

    Innerhalb von sieben Wochen hatte ich Dich zweimal gebeten genauere Informationen über Anzahl und menschenwürdige Unterbringung vom Flüchtlingen /Asylbewerbern zu erfragen un d über den Buchholz Express und andere Zeitungen öffentlich zu machen und die Buchholzer frühzeitig zu informieren. Für eine AKZEPTANZ ist dieses immer besser. Das siehst Du sicher genausso ??!! Eine Info- Veranstaltung der Stadtverwaltung über unsere neuen Mitbürger und Gäste wäre sehr sinnvoll !! Andere Orte -z. B. Tostedt- handeln da glaubwürdiger und flexibler und binden die Bevölkerung frühzeitig mit ein.
    Wann lese ich endlich mal etwas neues in dieser Angelegenheit im Buchholzexpress. Hat die Politische Gruppe der Du angehörst nicht die Mehrheit. Du bist dort doch eingebunden??!! WARUM VERTRÖSTEST DU DEINE LESER ??????
    Übrigens die NAZIS sind Euch voraus sie berichten im AG Nordheide -TWitter von 24 Containern für Mitbürger die aus ihrer Heimat flüchten mußten. in Buchholz !! WO ??
    Geheime Komanndosache ??

    Was ist eigenlich mit dem Buchholzer Gedenkstein für Naziopfer ?? Du hast mir mal an dieser Stelle vor Monaten geschrieben es liegt in den Ausschüssen.!! Hat sich Dein Antrag erledigt? Von welchen Gruppierungen im Rat hast Du Unterstützung ?? Unterstützt Dich
    die Gruppe der Du angehörst nicht in dieser Angelegenheit??
    Selbst HEIDERUH E:V: hat sich mit den NAZIOPFERN auf den Zügen mit einem internationalen Jugendcamp beschäftigt und ein en Gedenkstein bei einer Mahnwache
    am Bahnhof und in der Innenstadt gefordert.!!! Man kann mit solchen Themen also auch Politik machen , wenn der Sachantrag „Stecken bleibt“ !!

    Ich finde diese Anträge gut und wichtig und bitte Dich dann auch noch mal diese Themen nochj ein mal ausführlich darzulegen. und zu beantworten.

    Jetzt wo Der neue Bürgermeister Herr Röhse das“ Ruder “ übernimmt, halte ichauch für wichtig , das Du oder Euere Gruppe noch einmal auch hier im Buchholz Express das Thema Bebauung in Buchholz mehr aktiviert. Es geht mir da um genaue Informationen wieviel Einwohner hat Buchhholz, wieviel Einwohner willEuere Gruppe zulassen ,Baugenossenschaften, behindertgerechtes wohnen usw. Sollen wirklich die verseuchten Rüttgersflächen nach Bearbeitung bebaut werden?? Zieht dort wirklich einer hin ?
    Was ist mit dem Thema Buchholzer Sozialatlas ?? Du fandest meinme Anregung gut. Hat sich da schon etwas getan ? Hast Du da Mitstreiter gefunden ? Unterstützt Dich Deine Gruppierung?

    In diesem Sinne Gruß Christian

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