Überläufer von der CDU koordiniert Gründung des AfD-Stadtverbandes Buchholz

Von Kristian Stemmler

Paukenschlag in der Buchholzer Kommunalpolitik: Wie der buchholz express erfuhr, koordiniert ein Überläufer von der CDU die Gründung des Ortsverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) in Buchholz. Es handelt sich um Manfred Wiehe. Der Unternehmensberater war im März 2013 für Andreas Kakerbeck in den Buchholzer Stadtrat nachgerückt und hatte vor kurzem sein Mandat zurückgegeben. Jetzt wird auch klar, warum.

Im Internet lädt die AfD zur Gründungsversammlung für den „Stadtverband Buchholz/Nordheide“ am 14. November im Gasthof Hohe Luft an der B 75. In der Einladung heißt es wörtlich: „Mit der Koordination der Ortsverbandsgründung ist Herr Manfred Wiehe beauftragt. Er wird sich in den nächsten Tagen mit einer Einladung an alle Mitglieder der Stadt Buchholz und alle uns bekannten Interessenten wenden. Wir wünschen Ihnen allen einen erfolgreichen Start für ihr Vorhaben, eine Alternative auch für Buchholz zu etablieren.“

Was Wiehe angeht, kann diese Entwicklung keine große Überraschung für Beobachter der Buchholzer Kommunalpolitik sein. Denn die kurze Zeit im Stadtrat nutzte er vor allem, um sich als rechter Kettenhund zu profilieren. Es zeigt sich hier exemplarisch, dass der rechte Rand der CDU durchaus Berührungspunkte mit der AfD hat, und es wird genau zu beobachten sein, wie sich der Buchholzer Ortsverein der Union zum neu gegründeten Verband verhalten wird.

Der neue Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU), der in der kommenden Woche seinen Dienst antritt, hatte sich bereits klar von den Rechtspopulisten abgegrenzt und war dafür massiv angefeindet worden. Es bleibt zu befürchten, dass sich die AfD hier im Landkreis weiter über das Thema Flüchtlinge profilieren und versuchen wird, die wachsende Xenophobie zu nutzen.

Ausgerechnet die Kreisverwaltung und das Nordheide Wochenblatt, beide eigentlich sehr bemüht, sich für Flüchtlinge zu engagieren, gaben da jetzt in der Ausgabe vom Sonnabend eine Steilvorlage. Auf der ersten Seite wird unter der Überschrift „Es ist kein Geld mehr da“ berichtet, dass die geplanten Schulvergrößerungen in Winsen und Hittfeld ebensowenig wie der Bau einer Sporthalle für das Buchholzer Albert-Einstein-Gymnasium umgesetzt werden können. Schuldezernent Friedrich Goldschmidt wird mit der Äußerung zitiert, der Grund seien die Mehrbelastungen für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Das aber ist in dieser verkürzten Darstellung ein Spiel mit dem Feuer, denn das Argument „Für unsere Schüler ist kein Geld da, weil das für die Asylanten drauf geht“ ist sicher nicht weit weg. Zwei Seiten weiter ist im selben Wochenblatt im übrigen zu lesen, dass die Belastung des Kreishaushaltes auch aus einer ganz anderen Ecke kommt. Das grüne Kreistagsmitglied Joachim Bartels weist da nämlich darauf hin, dass die Übernahme des insolventen Krankenhauses Salzhausen dafür verantwortlich ist, dass die Baupläne im Schulbereich nicht umgesetzt werden können.

Das Wochenblatt sollte hier schleunigst für Aufklärung resp. Klarstellung sorgen!

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