Laubsauger, die Pest des Herbstes – eine Polemik

Veröffentlicht: 2014-10-20 in Lokales
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laubsaugerVon Kristian Stemmler

Der Herbst ist eigentlich meine Lieblingszeit. Eigentlich. Denn der Herbst ist auch die Zeit der Laubbläser und Laubsauger. Diese lautstarken Geräte, die sich in den zurückliegenden Jahren immer mehr Eigenheimbesitzer zugelegt haben, sind so etwas wie die Pest dieser Jahreszeit. Man ist froh, dass man gerade dem ständigen Rasengemähe des Sommers entkommen ist – da geht das Geheule der Laublärmer los!

Dieses Geheule kennt durchaus Unterschiede. Es gibt Laubsauger- und -bläser, die auf einem Dauerton heulen. Und dann gibt es die Geräte, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Aufheulen, als wären es Hunden, denen man kräftig auf den Schwanz getreten hat. Dieses Gejaule aber ist sicherlich noch um einiges schlimmer als ein Gerät mit Dauerton. Vor allem dann, wenn man weiß, dass der Nachbar gerade drei bis vier Blätter von der Auffahrt bläst, die man mit der Hand schneller zusammensammeln könnte.

Angesichts meiner erkennbaren Aversion gegen Laubsauger- und -bläser habe ich mit Freude eine Presseerklärung des Pressesprechers der Stadt Buchholz, Heinrich Helms, gelesen, in der sich über das Thema Ruhezeiten auslässt. In diesem Beitrag erfuhr ich nämlich, dass „Laubbläser und Laubsammler“ zu jenen Geräten gehören, für die besonders scharfe Regeln gelten. Sie dürfen werktags ausschließlich in der Zeit von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr benutzt werden. Natürlich kümmert sich keine Sau darum, aber man hat jetzt mal ein Argument, wenn man so einen Laublärmer zusammenscheißen will.

Anlass der Pressemitteilung ist eigentlich eine traurige. Denn im April lief die Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt aus. Deshalb gibt es jetzt keine Mittagsruhe mehr. Aber das heißt eben nicht, dass jetzt nach Herzenslust gelärmt werden darf. Hier die Mitteilung im Wortlaut:
Buchholz (hh). Zum April ist die Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG-VO) der Stadt Buchholz ausgelaufen. Dort war unter anderem werktags von 13 bis 15 Uhr eine Mittagsruhe festgeschrieben. Aber auch wenn es keine gültige SOG-VO gibt, heißt das nicht, dass es keine Ruhezeiten gibt. So regelt die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV), dass die Nachtruhe um 22 Uhr beginnt und um 6 Uhr endet. In dieser Zeit ist Krach machen verboten. Letzteres gilt grundsätzlich ganztags auch an Sonn- und Feiertagen.

Überdies regelt die BImSchV, dass besonders laute Geräte und Maschinen – zum Beispiel Heckenscheren, Rasenmäher, Bohrer – Sonn- und Feiertags gar nicht und an den anderen Tagen der Woche von 20 bis 7 Uhr nicht benutzt werden dürfen. Noch schärfer sind die Regeln für den Einsatz von Freischneidern, Grastrimmern, Graskantenschneidern, Laubbläsern und Laubsammlern.  Diese Maschinen dürfen werktags ausschließlich in der Zeit von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr benutzt werden. Es sei denn, es handelt sich um besonders geräuscharme Maschinen, die ein EU-Eco-Label/Umweltzeichen aufweisen. Dann gelten die Regelungen wie fürs Rasen mähen.

Was tun, wenn sich ein Nachbar oder eine Nachbarin nicht daran hält? Die Verwaltung empfiehlt: Erstmal das Gespräch suchen. Von Angesicht zu Angesicht lassen sich die meisten Nachbarschaftsprobleme lösen. Und wenn die zwischenmenschliche Chemie mal nicht stimmt, vermitteln die Schiedsmänner der Stadt. Grundsätzlich gelt: Gegenseitige Rücksichtnahme kann viele Konflikte vermeiden.

Sollten alle Stricke reißen, kann es teuer werden. Wer sich nicht an diese Ruhezeiten hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit – und zahlt im Höchstfall bis zu 5000 Euro. Viel Geld für zu viel Lärm zur falschen Zeit. Die Verwaltung appelliert deshalb an die Bürgerinnen und Bürger: „Halten Sie die Ruhezeiten ein!“

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Kommentare
  1. Die Leute vom Bauhof und die Handwerker dürfen bekanntlich alles… Ich frage mich auch, warum man nicht die Blätter wie früher zusammenharkt. Dauert etwas länger, ist aber gesund und vor allem schön leise.

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  2. Sturmvogel sagt:

    Sie sprechen auch mir mit Ihrem Artikel über die Laubbläser und -sauger aus der Seele. Ich rege mich seit Jahren über diese unnützen Lärm verursachenden Geräte auf! Warum kann man um Himmels willen nicht wie vor Jahren noch mit einer Harke das Laub zusammen harken? Zum Glück bin ich von diesen Dingern in meiner Wohngegend in Tostedt bisher einigermaßen verschont geblieben; dort hat bisher nur 1 Nachbar so ein Nervteil. Jedoch nerven mich diese Dinger morgens in Buchholz, wenn ich an der Bushaltestelle 20 min. auf meinen Bus warten muss, denn in der Innenstadt scheint man ja von der Einhaltung der Ruhezeiten gar nichts zu kennen/wissen; dort toben die Leute vom „Bauhof“ oder wer immer dafür zuständig ist, schon morgens ab 7.00 Uhr mit den Dingern rum!

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  3. Richtig, die hochfrisierten Motorräder sind auch eine Plage und ich frage mich immer, ob die Polizei taub ist, dass sie da nix macht.

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