Archiv für Oktober, 2014

Halloween Nein danke 2Da der Halloweenhype von Jahr zu Jahr nicht etwa abnimmt, sondern eher noch schlimmer zu werden scheint, kann ich an dieser Stelle gut meinen Beitrag zum Thema vom vergangenen Jahr wiederholen. Denn auch in diesem Jahr gilt: Halloween, nein danke!

Von Kristian Stemmler

Es geht schon wieder los. Im Fernsehen werden bereits Horrorfilme für Ende Oktober angekündigt, in Schaufenstern tauchen Kürbisse auf, in den Discountern werden Weingummifledermäuse und dergleichen feilgeboten. Halloween kommt näher und damit entfaltet sich auch wieder der alljährliche Halloweenhype. Auf die Gefahr hin, als Spaßverderber angesehen zu werden, bekenne ich hier öffentlich, dass ich zu der hoffentlich wachsenden Gruppe von Halloweenhassern gehöre. Halloween, nein danke! Regelmäßig werde ich Ende Oktober von einer schweren Kürbisallergie befallen, allein der Anblick von Abbildungen der rötlichen Feldfrucht löst einen schweren Brechreiz aus (obwohl ich Kürbissuppe eigentlich sehr schätze). Ich gedenke auch, nicht an die Tür zu gehen, sollten marodierende Kinder vor dem Haus auftauchen, in der Hoffnung, Süßigkeiten abzustauben. Und ich habe gute Gründe dafür!

Denn mit deutschem Brauchtum hat dieses Fest wirklich nicht das Geringste zu tun. Innerhalb von ein paar Jahren ist ein aus den USA bzw. ursprünglich aus Irland stammendes Fest (die Nacht vor Allerheiligen) unserer Kultur aufgepfropft worden, ein Fest, das hierzulande weder irgendeine Tradition noch einen inhaltlichen Bezugspunkt hat. Dass von allen religiösen Bezügen, die es eigentlich hat, komplett gereinigt wurde, so dass nur noch ein hohles Spektakel übrig bleibt.

Der einzige Sinn des ganzen Halloweenhypes ist es, einen neuen Termin und Kristallisationspunkt für den Konsum zu schaffen, Süßigkeiten, Masken, Plastikspinnen und ähnliches zu verscheuern und irgendwelche albernen Events zu kreieren, Halloweenpartys, Kürbisschnitzen in der Kita und dergleichen Blödsinn mehr. Wie immer, kennt die Fantasie der Werber und Produkterfinder keine Grenzen, wenn es darum geht, uns was anzudrehen.

Da gibt es zum Beispiel Halloween-Würstchen, Halloween-Schaumküsse, Halloween-Joghurt, Halloween-Schnittkäse, die Halloween-Edition von Fanta und Sprite: „blutrünstiger Fruchtmix mit Himbeer-Citrus-Geschmack oder monstermäßiger Mandarinengeschmack“. Noch Fragen?

Wer Kritik an Halloween übt, wird schnell als Spielverderber hingestellt, der den lieben Kindern das Sammeln von Süßigkeiten und das Kürbisschnitzen versauen will. Aber darum geht es nicht! Ich finde es nur erschreckend, wie leicht es ist, den Leuten von heute auf morgen ein neues Fest zu diktieren und einen Konsumrummel ohnegleichen drumherum zu erzeugen, ohne dass viel Gegenwehr kommt.

Nur von den Kirchen ist Protest zu vernehmen, wobei der meines Erachtens zu zaghaft ist. Die evangelische Kirche versucht ihren Reformationstag – auch am 31. Oktober – zu verteidigen. Einige Kindergärten verweigern sich Halloween und versuchen trotzig, den Kindern von Martin Luther zu erzählen. Und vor einigen Jahren, als es mit dem Halloweenhype los ging, warf das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg Luther-Bonbons und Luther-Luftballons auf den Markt, ein etwas alberner Versuch, die Methoden der Konsumgüterindustrie zu kopieren, wie ich finde.

Es geht um mehr, es geht darum, der Fernsteuerung durch die Konsumgüterindustrie den Kampf anzusagen. Halloween ist ja nur ein Beispiel für diese Fremdbestimmung und Manipulation.

Von Kristian Stemmler

Paukenschlag in der Buchholzer Kommunalpolitik: Wie der buchholz express erfuhr, koordiniert ein Überläufer von der CDU die Gründung des Ortsverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) in Buchholz. Es handelt sich um Manfred Wiehe. Der Unternehmensberater war im März 2013 für Andreas Kakerbeck in den Buchholzer Stadtrat nachgerückt und hatte vor kurzem sein Mandat zurückgegeben. Jetzt wird auch klar, warum.

Im Internet lädt die AfD zur Gründungsversammlung für den „Stadtverband Buchholz/Nordheide“ am 14. November im Gasthof Hohe Luft an der B 75. In der Einladung heißt es wörtlich: „Mit der Koordination der Ortsverbandsgründung ist Herr Manfred Wiehe beauftragt. Er wird sich in den nächsten Tagen mit einer Einladung an alle Mitglieder der Stadt Buchholz und alle uns bekannten Interessenten wenden. Wir wünschen Ihnen allen einen erfolgreichen Start für ihr Vorhaben, eine Alternative auch für Buchholz zu etablieren.“

Was Wiehe angeht, kann diese Entwicklung keine große Überraschung für Beobachter der Buchholzer Kommunalpolitik sein. Denn die kurze Zeit im Stadtrat nutzte er vor allem, um sich als rechter Kettenhund zu profilieren. Es zeigt sich hier exemplarisch, dass der rechte Rand der CDU durchaus Berührungspunkte mit der AfD hat, und es wird genau zu beobachten sein, wie sich der Buchholzer Ortsverein der Union zum neu gegründeten Verband verhalten wird.

Der neue Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU), der in der kommenden Woche seinen Dienst antritt, hatte sich bereits klar von den Rechtspopulisten abgegrenzt und war dafür massiv angefeindet worden. Es bleibt zu befürchten, dass sich die AfD hier im Landkreis weiter über das Thema Flüchtlinge profilieren und versuchen wird, die wachsende Xenophobie zu nutzen.

Ausgerechnet die Kreisverwaltung und das Nordheide Wochenblatt, beide eigentlich sehr bemüht, sich für Flüchtlinge zu engagieren, gaben da jetzt in der Ausgabe vom Sonnabend eine Steilvorlage. Auf der ersten Seite wird unter der Überschrift „Es ist kein Geld mehr da“ berichtet, dass die geplanten Schulvergrößerungen in Winsen und Hittfeld ebensowenig wie der Bau einer Sporthalle für das Buchholzer Albert-Einstein-Gymnasium umgesetzt werden können. Schuldezernent Friedrich Goldschmidt wird mit der Äußerung zitiert, der Grund seien die Mehrbelastungen für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Das aber ist in dieser verkürzten Darstellung ein Spiel mit dem Feuer, denn das Argument „Für unsere Schüler ist kein Geld da, weil das für die Asylanten drauf geht“ ist sicher nicht weit weg. Zwei Seiten weiter ist im selben Wochenblatt im übrigen zu lesen, dass die Belastung des Kreishaushaltes auch aus einer ganz anderen Ecke kommt. Das grüne Kreistagsmitglied Joachim Bartels weist da nämlich darauf hin, dass die Übernahme des insolventen Krankenhauses Salzhausen dafür verantwortlich ist, dass die Baupläne im Schulbereich nicht umgesetzt werden können.

Das Wochenblatt sollte hier schleunigst für Aufklärung resp. Klarstellung sorgen!

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Von Kristian Stemmler

Seinen markanten grammatikalischen Fehler hat er bis zum Schluss nicht abgelegt, wie in seiner Dankesrede deutlich wurde. Mit seiner Sekretärin Ramona Schlüter habe er in den acht Jahren als Bürgermeister mehr Zeit zugebracht „wie mit meiner Frau“, erklärte Wilfried Geiger in der Rathauskantine, wurde aber diesmal von einem Zuhörer korrigiert: „Es heißt: als.“ Das Publikum nahm’s mit Humor. Rund 250 Buchholzer und Vertreter des Landkreises waren heute gegen mittag gekommen, um Geiger, der am 1. November von Jan-Hendrik Röhse abgelöst wird, Lebewohl zu sagen.

Auch wenn durchaus einige „funktionslose“ Bürger zum Frühschoppen mit Bier und Bratwurst erschienen waren, in der Mehrheit sah man die bekannten Gesichter. Viele Ratsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter wie Stadtbaudezernentin Doris Grondke, Vertreter von Sportvereinen, der Kultur, der Wirtschaft, der Chef des Tierschutzvereins, der Stadtwerke, der Empore, Landrat Rainer Rempe, sein Stellvertreter Heiner Schönecke etc. pp. Bei solchen Gelegenheiten stellt man immer wieder fest, dass Buchholz doch ein Dorf ist, zumindest was die handelnden Personen angeht.

In seiner Dankesrede bemühte sich Geiger nach Politikerart, keinen zu vergessen, hob einige Personen und Organisationen aber gezielt hervor. So dankte er Heiner Schönecke dafür, „dass er in Hannover viele Türen für Buchholz aufgemacht“ hätte. Auch seine Sekretärin bekam ein Sonderlob: „Frau Schlüter war mein Libero, sie hat dafür gesorgt, dass ich zur rechten Zeit am rechten Ort war und nicht in größere Fettnäpfchen getreten bin.“ Das „Mädchen für alles“ Birgit Diekhöner, die auch diesen Abschied organisiert hatte, bekam von ihrem scheidenden Chef einen Blumenstrauß.

Natürlich vergaß Geiger auch nicht, die unterschiedlichen Bereiche gesellschaftlichen Lebens zu erwähnen. Kunst und Kultur seien für das Buchholzer Leben ebenso wichtig wie die Sportvereine, die Kirchen und die Hilfs- und Rettungsdienste. Ganz besonders dankte er den Männern und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz, die „eine ganze Menge an Entbehrungen“ auf sich nehmen würden, um Menschen in Not zur Hilfe zu kommen. Auch zu diesem Frühschoppen war die FF übrigens angerückt, um das Catering zu besorgen.

Einen kleinen Seitenhieb gab es für den Stadtrat. Er wünsche sich, „dass der Rat noch weiter zusammenwächst“, bekannte Geiger, und dass er sein Handeln noch öfter an Visionen ausrichte. Dieser Hinweis war vermutlich auch dem Umstand geschuldet, dass die Parteien, denen Geiger nahesteht, CDU und FDP, seit der letzten Kommunalwahl im Rat in der Minderheit sind. Aber immerhin gaben Vertreter aller Fraktionen dem scheidenden Rathauschef heute die Ehre.

„Gehen zu müssen, gehen zu wollen“ falle ihm doch schwer, bekannte Geiger. Beim Gottesdienst in St. Paulus vor dem Frühschoppen, bei dem es zugleich noch eine Taufe gab, sei ihm wieder klar geworden, „dass es im Leben immer einen Anfang und ein Ende gibt – so ist das im Leben“. Er wolle „jungen, dynamischen Menschen“ jetzt das Feld überlassen. In den acht Jahren seiner Amtszeit habe er sehr viel für Buchholz gearbeitet, seine Familie doch eher selten gesehen.

Damit nahm Geiger auf die Begründung Bezug, mit der er im November 2013 seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt hatte. „Ich bin seit fast 45 Jahren im Dienst, seit fast sieben Jahren als Bürgermeister, das ist eine Stressnummer, bei der ich in letzter Zeit merke, dass das Abschalten zu Hause nicht mehr so einfach ist“, hatte er damals erklärt. Buchholz brauche keinen über 60-jährigen, sondern einen jüngeren Bürgermeister. Ausschlaggebender Grund für seinen Verzicht war aber womöglich eher, so wurde spekuliert, dass die CDU eine erneute Kandidatur nicht mittragen wollte.

Wie dem auch sei, dass Geiger umtriebig war, lässt sich nicht bestreiten. Nur ob seine Vorstellungen, wie das Wachstum einer Kommune auszusehen hat, noch modern und zeitgemäß sind, lässt sich zumindest bezweifeln. In seiner Dankesrede durfte der Hinweis nicht fehlen, dass Buchholz gut aufgestellt sei. Aber hinter diese Feststellung kann man ein Fragezeichen setzen, wenn man etwa auf die ungelösten Verkehrsprobleme oder die Hypothek GE III schaut. Und ob die Buchholz Galerie, deren Bau Geiger als Pluspunkt sieht, wirklich so erfolgreich ist, sei ebenso dahingestellt – das Center ist jedenfalls oft ganz schön menschenleer.

Vermutlich wird sich erst im Abstand, also in einigen Jahren, wirklich erkennen lassen, ob Wilfried Geiger wirklich ein guter Bürgermeister war. Jetzt liegt das Augenmerk erst mal auf seinem Nachfolger Jan-Hendrik Röhse (CDU). Der hat als Erster Stadtrat und Schuldezernent nicht immer ein glückliches Händchen gehabt. Intellektuelle Schärfe und Managementfähigkeiten sind ihm nicht abzusprechen, aber festzustellen ist auch ein gewisser Hang zu rechtspositivistischem Auftreten, um das mal so zu nennen. Röhse ist aber zuzutrauen, dass er den Juristen in sich zurückdrängt und zum Politiker und Stadtoberhaupt reift.

Wohin mit ihm die Reise inhaltlich geht, da hat er sich bisher ziemlich bedeckt gehalten. Auch heute mittag begnügte er sich mit einem kurzem Statement, zumal sein Vorgänger gebeten hatte, auf Redebeiträge zu verzichten. Geiger hinterlasse ihm „ein gut aufgestelltes Rathaus, was mir den Einstieg leichter macht“, so erklärte er. Symbolisch überreichte der Noch-Bürgermeister seinem Nachfolger die Amtskette. Die Stadt ist zweifellos im Umbruch – man darf gespannt sein!

Kaum zu glauben, mit welcher Blödheit sich manche Leute selbst in die Scheiße reiten. So zum Beispiel am Dienstag ein 48 Jahre alter Mann in Drestedt, wie aus dem Bericht der Polizeiinspektion Harburg hervorgeht. Gegen 12.30 Uhr kontrollierten Beamten den Mann, nachdem der Polizei gemeldet worden war, er sei mit seinem Pkw in Schlangenlinien gefahren. Er sei ja gar nicht gefahren, behauptete der Verdächtige anfangs, aber die Personenbeschreibung passte und er hatte den Zündschlüssel noch in der Tasche.

Die Beamten ließen den 48-Jährigen pusten, und das Gerät zeigte den stattlichen Wert von 2,59 Promille an, am hellichten Mittag wohlgemerkt. Im Krankenhaus wurde dem Mann eine Blutprobe entnommen, sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Damit könnte die Geschichte eigentlich zu ende sein – ist sie aber nicht!

Denn keine sechs Stunden später, gegen 18.30 Uhr, kam der Alkoholsünder in Drestedt einer Streifwagenbesatzung mit seinem Pkw entgegen. Gleiches Spiel wie zuvor, und, raten Sie mal: Er hatte nachgetankt. Diesmal zeigte das Gerät 2,91 Promille!

Zur zweiten Strafanzeige wegen Trunkenheit im Verkehr kommt nun noch ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis hinzu. Um den Unbelehrbaren an weiteren Fahrten zu hindern, stellte die Polizei schließlich auch seinen Zündschlüssel sicher. (kst)

laubsaugerVon Kristian Stemmler

Der Herbst ist eigentlich meine Lieblingszeit. Eigentlich. Denn der Herbst ist auch die Zeit der Laubbläser und Laubsauger. Diese lautstarken Geräte, die sich in den zurückliegenden Jahren immer mehr Eigenheimbesitzer zugelegt haben, sind so etwas wie die Pest dieser Jahreszeit. Man ist froh, dass man gerade dem ständigen Rasengemähe des Sommers entkommen ist – da geht das Geheule der Laublärmer los!

Dieses Geheule kennt durchaus Unterschiede. Es gibt Laubsauger- und -bläser, die auf einem Dauerton heulen. Und dann gibt es die Geräte, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Aufheulen, als wären es Hunden, denen man kräftig auf den Schwanz getreten hat. Dieses Gejaule aber ist sicherlich noch um einiges schlimmer als ein Gerät mit Dauerton. Vor allem dann, wenn man weiß, dass der Nachbar gerade drei bis vier Blätter von der Auffahrt bläst, die man mit der Hand schneller zusammensammeln könnte.

Angesichts meiner erkennbaren Aversion gegen Laubsauger- und -bläser habe ich mit Freude eine Presseerklärung des Pressesprechers der Stadt Buchholz, Heinrich Helms, gelesen, in der sich über das Thema Ruhezeiten auslässt. In diesem Beitrag erfuhr ich nämlich, dass „Laubbläser und Laubsammler“ zu jenen Geräten gehören, für die besonders scharfe Regeln gelten. Sie dürfen werktags ausschließlich in der Zeit von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr benutzt werden. Natürlich kümmert sich keine Sau darum, aber man hat jetzt mal ein Argument, wenn man so einen Laublärmer zusammenscheißen will.

Anlass der Pressemitteilung ist eigentlich eine traurige. Denn im April lief die Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadt aus. Deshalb gibt es jetzt keine Mittagsruhe mehr. Aber das heißt eben nicht, dass jetzt nach Herzenslust gelärmt werden darf. Hier die Mitteilung im Wortlaut:
Buchholz (hh). Zum April ist die Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG-VO) der Stadt Buchholz ausgelaufen. Dort war unter anderem werktags von 13 bis 15 Uhr eine Mittagsruhe festgeschrieben. Aber auch wenn es keine gültige SOG-VO gibt, heißt das nicht, dass es keine Ruhezeiten gibt. So regelt die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV), dass die Nachtruhe um 22 Uhr beginnt und um 6 Uhr endet. In dieser Zeit ist Krach machen verboten. Letzteres gilt grundsätzlich ganztags auch an Sonn- und Feiertagen.

Überdies regelt die BImSchV, dass besonders laute Geräte und Maschinen – zum Beispiel Heckenscheren, Rasenmäher, Bohrer – Sonn- und Feiertags gar nicht und an den anderen Tagen der Woche von 20 bis 7 Uhr nicht benutzt werden dürfen. Noch schärfer sind die Regeln für den Einsatz von Freischneidern, Grastrimmern, Graskantenschneidern, Laubbläsern und Laubsammlern.  Diese Maschinen dürfen werktags ausschließlich in der Zeit von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr benutzt werden. Es sei denn, es handelt sich um besonders geräuscharme Maschinen, die ein EU-Eco-Label/Umweltzeichen aufweisen. Dann gelten die Regelungen wie fürs Rasen mähen.

Was tun, wenn sich ein Nachbar oder eine Nachbarin nicht daran hält? Die Verwaltung empfiehlt: Erstmal das Gespräch suchen. Von Angesicht zu Angesicht lassen sich die meisten Nachbarschaftsprobleme lösen. Und wenn die zwischenmenschliche Chemie mal nicht stimmt, vermitteln die Schiedsmänner der Stadt. Grundsätzlich gelt: Gegenseitige Rücksichtnahme kann viele Konflikte vermeiden.

Sollten alle Stricke reißen, kann es teuer werden. Wer sich nicht an diese Ruhezeiten hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit – und zahlt im Höchstfall bis zu 5000 Euro. Viel Geld für zu viel Lärm zur falschen Zeit. Die Verwaltung appelliert deshalb an die Bürgerinnen und Bürger: „Halten Sie die Ruhezeiten ein!“

Seit Mitte 2012 unterstützt die Stadt Buchholz die energetische Sanierung von Gebäuden mit ihrem Förderprogramm Stadtklima. Wer etwa neue Fenster und Türen einbaut, kann mit bis zu 750 Euro rechnen, die Dämmung der Außenfassade und des Dachs wird mit jeweils bis zu 1000 Euro bezuschusst, eine neue, auf erneuerbaren Energien gestützte Heizung mit bis zu 650 Euro. „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe“, nennt das Bürgermeister Wilfried Geiger. Mit 100 000 Euro wird der Fördertopf Jahr für Jahr gefüllt. Derzeit wird gerade der Haushalt für 2015 in den Gremien der Stadt beraten. Wenn die Politik grünes Licht gibt, wird der Topf auch im kommenden Jahr wieder aufgestellt.

Wer zurzeit über energetische Sanierung nachdenkt, kann sich gleichwohl schon heute um einen Antrag kümmern. „Wir haben fürs laufende Jahr noch Geld im Programm“, sagt Katrin Döscher, Klimaschutzexpertin der Stadt. Überdies fördert der Landkreis Harburg Maßnahmen für mehr Strom- und Wärmeeffizienz von Heizungen mit einem Zuschuss zu den Investitionskosten. Die Förderung für den Austausch alter, stromfressender Heizungspumpen sowie den hydraulischen Abgleich der Anlage gibt es aber nur noch bis Ende des Jahres. Wer also noch vom Fördergeld des Landkreises profitieren möchte, sollte sich sputen.

Unberührt davon werden der Austausch von Kühlschränken sowie verschiedene Beratungsangebote, wie die Energieberatung der Verbraucherzentrale, auch künftig vom Kreis finanziell unterstützt. Anträge gibt es im Buchholzer Rathaus bei Katrin Döscher, Zimmer 121, im Internet unter Stadtklima Buchholz sowie bei der Stabsstelle Klimaschutz des Landkreises Harburg, Telefon 04171/693-641 und unter http://www.landkreis-harburg.de/verbraucher. (hh)

Dies ist ein Herbsttag…

Veröffentlicht: 2014-10-12 in Hintergründe

DSC_1641Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Christian Friedrich Hebbel