Fahrradschutzstreifen Bremer Straße sorgt weiter für Diskussionen – Unfall mit 70-Jährigem

Von Kristian Stemmler

Das Thema Fahrradschutzstreifen sorgt weiter für Diskussionen. Seit an der Schützenstraße und der Bremer Straße derartige Streifen für Radfahrer auf den Fahrbahnen eingerichtet wurden, gibt es Streit und Verwirrung um das Thema. Derzeit steht vor allem der Schutzstreifen an der Bremer Straße im Fokus der Auseinandersetzungen.

Die Verwaltung hatte mit Einrichtung des Schutzstreifens das Radfahren auf dem Bürgersteig untersagt. Wie das Nordheide Wochenblatt berichtet, beschloss nun der Verwaltungsausschuss nach kontroverser Diskussion die Nutzung des Fußwegs für Radfahrer wieder freizugeben. Bürgermeister Wilfried Geiger soll angekündigt haben, diesen Beschluss zu kassieren, weil Radfahrer den Fußweg grundsätzlich nicht nutzen dürften, wenn es einen Schutzstreifen für sie gibt. Diese Auffassung hatte Stadtjustiziarin Hilke Henningsmeyer im VA vertreten.

Wie das Wochenblatt schreibt, könne man diese angeblich bindende Vorschrift auch anders auslegen, wie das Beispiel Nenndorf zeige. Dort werde ein Fahrradschutzstreifen angelegt, die Radfahrer könnten aber dennoch wählen, ob sie lieber den Fußweg nutzen. Dies sehe ein fünfjähriges Projekt vor, das vom Landkreis gebilligt werde.

Nach Ansicht des buchholz express, wie bereits berichet, kann es nicht im Interesse der Radfahrer sein, auf die Fahrbahn gezwungen zu werden. Zweifellos bestehen auch auf Fußwegen viele Gefahrenquellen wie etwa Grundstücksausfahrten, gerade auch an der Bremer Straße. Dennoch ist das Verletzungsrisiko auf der Fahrbahn erheblich höher, weil man dort wesentlich leichter von Pkw oder Lastwagen angefahren werden kann.

Vor diesem Hintergrund halte ich die Behauptung, dass Schutzstreifen zu einer Senkung der Unfälle mit Radfahrern führen, für unbewiesen. Selbst wenn es Statistiken geben sollte, die darauf hindeuten, sollten diese genau geprüft werden. Zum Beispiel sollte auf die Schwere der Unfälle geachtet werden. Die Gefahr, auf der Fahrbahn unter die Räder eines Lkw oder Traktors zu geraten und schwer verletzt oder getötet zu werden, ist jedenfalls nicht gering.

Natürlich kann es auf dem Fußweg auch zu Unfällen kommen. So wurde am vergangenen Donnerstag auf dem Bürgersteig der Bremer Straße ein 70 Jahre alter Radfahrer angefahren. Eine 30 Jahre alte Passat-Fahrerin habe vom Parkplatz von Plaza auf die Bremer Straße nach links abbiegen wollen und habe den Mann übersehen, teilt die Polizeiinspektion Harburg mit. In ihrer Mitteilung weist die Polizeiinspektion darauf hin, dass er den neuen Schutzstreifen nicht nutze und auf der falschen Fahrbahnseite fuhr.

Dazu muss aber auch angemerkt werden, dass der 70-Jährige lediglich leicht verletzt wurde. Ob es so glimpflich ausgegangen wäre, wenn der Mann auf dem Schutzstreifen angefahren worden wäre, sei dahin gestellt.

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8 Comments

  1. Der Artikel ist ja wohl absolute Panikmache und trägt klar die Handschrift eines Autoverliebten! Zu behaupten, dass Radfahrer auf Fußwegen sicherer sein als auf der Straße ist objektiv gesehen genauso richtig wie die These, dass die Erde eine Scheibe sei. Die klassischen (schweren) Radfahrerunfälle sind Abbiegeunfälle und Unfälle beim Einfahren in den Verkehr. Die Straße ist nachweislich der sicherste Ort für Fahrradfahrer – auch wenn viele Autofahrer gerne etwas anderes behaupten. Das liegt aber eher daran, dass sie sich in ihrem schnelle fortkommen behindert fühlen.

    Tatsächlich diskutiert werden darf aber, wie sinnvoll es ist, Schutzstreifen anzulegen. Schließlich suggerieren diese, dass Radfahrer rechts der gestrichelten Linie fahren müssen. Dies ist aber nicht der Fall. Rechnet man den Sicherheitsabstand zum Fahrbahnrand mit, müssten Radfahrer mittig über der Linie fahren. Überholende Fahrzeuge müssen dann noch mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Insofern wirkt der Schutzstreifen oft verwirrend.

    Den Fußweg für Radfahrer freizugeben ist aber keine Option, denn dadurch wird nur Konfliktpotenzial zwischen Fußgängern und Radfahrern geschaffen und auch der letzte Verkehrsteilnehmer wird verwirrt.

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  2. Diese Überschrift ist tatsächlich suggestiv. Unter journalistischen Gesichtspunkten ist die Überschrift, die Intention des Artikels und die tatsächliche Meldung zu dem Unfall des Radfahrers keineswegs stimmig. Es scheint, als bringe hier der Verfasser / Autor dieser Zeilen mehr als nur seine persönliche Meinung zum Ausdruck, die, wie schon früher zu lesen, konträr zur Sinnhaftigkeit eines Fahrradschutzstreifen steht.

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  3. Natürlich hat das eine mit dem anderen zu tun. Der Unfall mit dem 70-Jährigen ist ein Grund dafür, dass es weiter Diskussionen um den Fahrradschutzstreifen gibt. Gerade weil er nicht auf dem Streifen gefahren ist. Aus der Zeile geht nicht hervor, dass der Mann auf dem Schutzstreifen gefahren ist.

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  4. Sorry, aber mein erster Eindruck von dem Artikel stimmt mit Starbucks Einschätzung komplett überein, und ich sehe das Thema ziemlich emotionallos.

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  5. Starbuck hat wohl recht … man kann immer sagen „hab ich nicht so gemeint“ oder „lest genauer, das steht da nicht“
    Eben nicht .. wichtiger dürfte die Erwartungshaltung sein, mit der der Leser an die SAche herangeht!
    Beispiel gefällig?
    „Wieder ein Flugzeug abgestürzt – Lufthansa fliegt weiter“
    „Anwohner fordern Zebrastreifen – gestern Kind überfahren“

    Im Text steht dann ganz unten, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

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  6. Suggerieren wollte ich da gar nichts. Die Überschrift sagt das auch nicht aus, was Sie da unterstellen. Dass es auf der linken Fußwegseite gefährlich ist, habe ich ja eingeräumt. Und dass man auf der Fahrbahn leichter überrollt werden kann, liegt auf der Hand, selbst wenn es an Ampeln Unfälle gegeben hat.

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  7. Das ist allerdings ein mieser Trick, in der Überschrift zu suggerieren, es hätte einen Unfall auf dem Fahrradschutzstreifen gegeben, um im eigentlichen Artikel zu behaupten, „gut, ist zwar auf der Fußwegseite (!) passiert, aber, hey…hätte ja auch auf dem Schutzstreifen passieren können UND dann, wäre es bestimmt schlimmer gewesen“. Mit Verlaub, das ist Wochenblattmethode. Gerade WEIL es im letzten Jahr mindestens drei schwere Unfälle auf der abschüssigen, linken FUSSWEGseite gegeben hat, ist der Streifen eingerichtet. Und bitte, auf eine „Traktor- oder LKWgefahr“ hinzuweisen ist auch nur Panikmache. Die letzten Unfälle dieser Art sind leider an Ampeln (HH-Strasse) MIT Fahrradweg geschehen.

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