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Archive for August 2014

Von Kristian Stemmler

Das ist eine traurige Entwicklung für Deutschland! Bei der Landtagswahl in Sachsen hat die Alternative für Deutschland (AfD) nach den ersten Hochrechnungen fast zehn Prozent der Stimmen erreicht. Und auch wenn sie sich noch so bemüht, sich als neue FDP und Partei der Mitte zu verkaufen – die Truppe des Wirtschaftsprofessors Bernd Lucke aus Winsen an der Luhe ist ganz klar eine rechtspopulistische Partei! Sie fischt bewusst am rechten Rand.

Da man nicht oft genug vor diesen Leuten warnen kann, wiederholt der buchholz express hier gern noch mal Ausführungen aus einem Beitrag, der hier vor einigen Wochen erschienen ist. Der Beitrag fußte auf einem Flyer, in dem die AfD ihre Positionen darlegte. Hier die Auszüge aus dem Text vom Mai:

Die AfD ist stammtischkompatibel, sie wird von den Leuten gewählt, die das Buch von Thilo Sarrazin gekauft und gelesen haben und die dabei ausgerufen haben: „Das muss man doch noch sagen dürfen.“ Das wird vor allem auch deutlich bei den Positionen zur Einwanderungspolitik, die etwa im aktuell verteilten Flyer der AfD niedergeschrieben sind.

Da heißt es zum Beispiel: „Wer zu uns kommt, muss bereit sein, zu arbeiten, zu lernen oder zu investieren wie es anderswo (z. B. in Kanada oder Australien) selbstverständlich ist. Einwanderer haben Rechte, aber auch Pflichten. Dazu gehört die Bereitschaft, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren: durch Erlernen der deutschen Sprache, durch Respekt vor Recht und Ordnung und vor unseren Traditionen, durch die Zahlung von Steuern und Abgaben.“

Natürlich haut der Rentner, der sich sein Häuschen im Grünen mit Jägerzaun erarbeitet hat, begeistert auf den Tisch und ruft „Jawoll!“ Aber diese Positionen sind sehr nah an denen der NPD und noch schlimmer geht es einen Satz später weiter: „Staatliche Sozialleistungen für Bürger anderer Staaten, die nur zum Abkassieren nach Deutschland kommen, wollen wir verhindern.“ Das ist übelste Hetze, wie sie die Neonazis auch nicht anders betreiben.

Mindestens genauso übel sind die Ausführungen der AfD zum Thema Kriminalität. Natürlich werden da alle rechten Klischees bemüht, die so im Schwange sind. Die Politik spare an der Polizei, die Justiz nehme zu viel Rücksicht auf die „Befindlichkeiten von Straftätern“. Polizei und „mutige Richter“ bräuchten mehr öffentliche Anerkennung. „Wir brauchen ehrliche Statistiken über die Zahl der Straftaten und die jeweilige Herkunft der Täter, damit wir über Lösungen offen debattieren können.“

Derartige Äußerungen sind ein Spiel mit dem Feuer. In der Diktion ist die AfD sicher vorsichtiger – aber der inhaltliche Kern solcher Botschaften ist sehr nah dran an der Agitation von Neonazi-Gruppierungen wie zum Beispiel der Aktionsgruppe Nordheide. Die versuchen seit Wochen der Öffentlichkeit zu erklären, die im Landkreis eingetroffenen Asylbewerber seien verantwortlich für einen Anstieg von Straftaten.“

Soweit die Auszüge aus dem Beitrag vom Mai. Dazu sei noch anzumerken, dass die Anhänger der AfD dieselben Leute sind, die Stimmung gegen Asylbewerber machen – aktuell in Beckdorf (bei Apensen). Wie das Nordheide Wochenblatt berichtet, haben dort 65 Bürger beim Bürgermeister gegen die Ansiedlung von elf (!) Asylbewerbern in dem Dorf protestiert. Dabei wurden die üblichen haarsträubenden Klischees penetriert: „Wir haben Angst um unsere Kinder“, „Die Frauen trauen sich abends nicht mehr raus“ und dergleichen mehr. Zum Kotzen!

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presse_stadtfest_logo[1]_sDie Ferien neigen sich langsam dem Ende zu, der September ist in greifbarer Nähe – und das heißt in Buchholz, dass das größte Fest der Region bevorsteht, das Stadtfest. In diesem Jahr gibt es da ein Jubiläum: Unter dem Motto „1974-2014 • 40 Jahre Stadtfest Buchholz“ feiern die Buchholzerinnen und Buchholzer und Gäste die größte Party ihrer Stadt. Drei Tage lang, von Freitag, 12. September, bis Sonntag, 14. September, werden wieder zehntausende Menschen aus Buchholz und Umgebung erwartet.

Wie nicht anders zu erwarten war, spielen die altbekannten Kapellen auf wie Cockroach und LesAmis. Die Stadt Buchholz hat das Programm in einer Pressemitteilung wie folgt zusammengefasst (ein Programmflyer zum Download unter buchholz.de):

Zur 40. Auflage finden sich rund um die „rockende St.Paulus Kirche“, dem Logo des Buchholzer Stadtfestes, mehr als 80 Vereine ein und die Fußgängerzone wird vom Großmarkt Bremen einmal mehr in eine große bunte Flanier-, Bummel- und Spaßmeile verwandelt. Traditionell wird die Sause nach dem Stadtfestumzug durch die Innenstadt durch den Bürgermeister eröffnet.

Und dann haben die Besucherinnen und Besucher die Qual der Wahl – so bieten drei Bühnen für jeden Musikgeschmack etwas: Am Empore-Teich starten Cockroach, in der St. Paulus Kirche verbreitet Gudrun Scheske mit dem Gospelchor beste Laune, danach lassen 2 Joy, Jana Fieckel & Olaf Zillmann den Abend ausklingen.

Auf dem Rathausplatz laden derweil LesAmis zu einer Tour durch alle Genres und bringen die Besucher zum Tanzen. Parallel machen die Bands der Musikinitiave Buchholz – Lunantishees (20 Uhr), Black Stains (21.30 Uhr) und Ready for Freddy (23) Uhr – den Musikfreunden an der Bühne im Rathauspark ordentlich Druck.

Musikalisch hat auch der Stadtfest-Sonnabend wieder jede Menge zu bieten. Die Movie Maniacs wollen ihr Publikum an der Rathausbühne begeistern. Die Bands Crank it Up, Showdown Live sowie die Horny Jazz Union sorgen auf der Empore-Bühne für Stimmung. Im Rathauspark gibt es unter anderem von Supersonic, Billbrook Blues Band und The Mightey Lovebombs kräftig was auf die Ohren.

Der Stadtfest-Sonntag hat einmal mehr für Kinder jede Menge zu bieten. Zum Beispiel Spielen und nicht zuletzt spannenden Sport-Vorführungen auf der großen Bühne am Rathaus. Und auch die Schnäppchenjäger kommen wieder voll auf ihre Kosten – denn wie in jedem Jahr gibt‘s auch 2014 am Sonntag den großen Flohmarkt in der Innenstadt. (kst/hh)

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Die Cyclassics sind im Buchholzer Jahreskalender mittlerweile ein fester Termin wie Weihnachten, Ostern, das Stadtfest oder Sperrmüll. Der Ablauf ist immer ähnlich (wie auch die Fotostrecke beweist) und natürlich haben sich auch schon Rituale eingebürgert. Die eingefleischten Fans setzen sich schon morgens mit Campingstuhl, Tröte und Ghettoblaster an die Strecke, um den unaufhörlichen Strom der Amateure mit ebenso unaufhörlichem Gejohle zu begleiten, sehr zum Ärger der Anwohner, die am Sonntag gern länger schlafen.

Die Spätaufsteher schauen erst im Laufe des Vormittags vorbei, wenn überhaupt, oder kurz vorm Auftauchen der Profis. Ein guter Aussichtspunkt ist zum Beispiel die Kreuzung Bendestorfer Straße/Hamburger Straße, wo eine Zwischenwertung stattfindet. Die Feuerwehr hat wie immer abgesperrt und ist mit einem Dutzend Männern vor Ort, ohne dass es für die groß was zu tun gibt. Ein Polizeibeamter scheucht Leute von der Fahrbahn. Für die Zuschauer heißt es erst mal Warten.

Dann kommen zwei Lieferwagen mit Dresdner Kennzeichen vom Sponsor Vattenfall, aus denen die obligatorischen Rasseln verteilt werden. Kurz danach zwei Polizeimotorräder, dann ein Pkw mit Lautsprechern auf dem Dach, aus dem verkündet wird, drei Fahrer seien ausgerissen, und ein weiterer Pkw vom Sponsor Skoda, der auf der Kreuzung hält. Zwei Leute steigen aus, die offenbar die Wertung protokollieren sollen.

Ein paar Minuten später wieder zwei Polizeimotorräder, ein Motorrad des Veranstalters und dahinter die drei führenden Fahrer, die mit großem Gejohle und Gerassel begrüßt werden. Dann heißt es wieder warten, denn das Hauptfeld hat schon gehörigen Abstand.

Kurz nach 12 Uhr erscheint es hinten am Ende der Hamburger Straße, natürlich wieder mit Motorrädern voraus. Wieder Gejohle und Gerassel, und schwupps ist das Feld durch, dahinter eine Menge Teamwagen mit Ersatzrädern auf dem Dach, dann ein Notartzwagen, ein Rettungswagen, der Besenwagen und weitere Fahrzeuge der Polizei.

Das war’s dann wieder mal. Viel ist nicht passiert, aber man war immerhin dabei. (kst)

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BB9A3282Von Kristian Stemmler

In Zeiten von Youtube und Facebook ist die Infantilisierung der westlichen Zivilisation wohl nicht mehr aufzuhalten. Keine Idee ist blödsinnig oder schräg genug, um nicht noch umgesetzt und im Netz verbreitet zu werden. Der neueste Trend sind PR-Aktionen, die sich im Schneeballsystem fortpflanzen und dabei auch entlegene Winkel erreichen. So ist die so genannte „Ice Bucket Challenge“ jetzt in Buchholz angekommen – der Erste Stadtrat und designierte Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse hat sich einen Eimer kalten Wassers über den Kopf gegossen.

Natürlich ist es immer schwierig, Aktionen zu kritisieren, die einen guten Zweck haben. Bei der „Ice Bucket Challenge“ (zu deutsch: Eiskübel-Herausforderung) geht es darum, auf die Nervenkrankheit ALS, Amyotrophe Lateralsklerose, aufmerksam zu machen, unter der zum Beispiel der Physiker Stephen Hawking leidet, und Geld für die Erforschung und Bekämpfung der Krankheit zu sammeln.

Das System funktioniert so: Man soll sich einen Eimer kalten Wassers über den Kopf gießen und danach drei oder mehr Leute nominieren, die dann 24 Stunden Zeit haben, dasselbe zu tun. Nimmt man die Herausforderung nicht an, soll man 100 US-Dollar an die Stiftung ALS Association spenden, wobei die meisten beides tun, also gießen und spenden. Die Aufforderungen werden in der Regel über soziale Netzwerke verbreitet, dort sollen Teilnehmer auch ein Video von der Aktion hochladen. Gestartet wurde die Aktion in den USA, in Deutschland haben bereits zahlreiche Prominente wie Helene Fischer oder Otto Waalkes und viele Bundesliga-Stars teilgenommen.

Jan-Hendrik Röhse wurde von seinem Sohn Justus (9) herausgefordert, der im Moment Urlaub bei seinen Großeltern in Williamsburg, Virginia, macht, wie die Stadt mitteilt. Im Garten seiner Großeltern ließ sich der Sohn mit Eiswasser übergießen, sein Vater tat es ihm in Buchholz vor dem Rathaus nach. Obwohl er damit die Herausforderung annahm, will er 100 Euro an die Berliner Charité spenden. Röhse nominierte mit Oliver Gatzke, Jörn Mennerich und Fred Acton drei Freunde unter der Maßgabe: „Ihr habt 24 Stunden!“

Laut Wikipedia hat die Aktion weltweit bereits über 15 Millionen Dollar zusammengebracht. Das ist natürlich eine schöne Summe – dennoch kann man solchen PR-Aktionen kritisch gegenüber stehen. So kann man sich fragen, ob es gut ist, dass sich immer durchgeknalltere Aktionen inflationär im Internet verbreiten. Oder ob es gut ist, dass ernsthafte Themen mithilfe schräger Aktionen ins Rampenlicht gerückt werden, andere aber hinten runterfallen, weil die PR weniger gut zündet.

Es kann doch nicht danach gehen, wer die beste PR-Idee hat, mit der man auch die Eitelkeit von Prominenten bedient. Es sollte doch viel mehr entscheidend sein, wo der Hilfebedarf am größten ist. Ich überlege mir doch vor dem Spenden, wo ich momentan die größte Notwendigkeit sehe zu helfen und für welche Zwecke mein Herz schlägt – und richte mich nicht danach, ob mich jemand herausfordert, mir kaltes Wasser über den Kopf zu gießen.

Die „Ice Bucket Challenge“ ist sicher von ihrem Ablauf her noch vergleichsweise harmlos, aber es gibt ähnliche Aktionen, die das nicht sind und die auch schon Todesopfer gefordert haben, so etwa die „Cold Water Challenge“, an der vor allem Feuerwehren teilnehmen. Ein Kegelclub aus dem Münsterland wollte sich Ende Juli am Biertisch mit 2000 Litern Eiswasser aus einer Baggerschaufel übergießen. Die Baumaschine kippte jedoch nach vorn über und ein Familienvater wurde erschlagen. Fünf Männer mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Völlig durchgeknallt war auch die „Biernominierung“ Anfang des Jahres, bei der Teilnehmer Videos von sich ins Netz stellten, auf denen sie ein Bier auf ex trinken. Mehrere Jugendliche starben bei der Aktion, so ein 19-Jähriger, der in Irland nach dem Trinken des Biers in einen Fluss sprang und ertrank. Derzeit kursiert im Internet die „Fire Challenge“, bei der sich Jugendliche selbst anzünden und dabei filmen. Mindestens ein Jugendlicher erlag bereits seinen Verbrennungen. Er hätte sich nach dem Anzünden mit Eiswasser übergießen sollen.

 

 

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In einer Woche stehen wieder die Cyclassics auf dem Programm und fast schon traditionell geht die Meckerei über die Straßensperrungen wieder los. Das Nordheide Wochenblatt, Zentralorgan der Entrechteten, nimmt den Ball zu gern auf und bläst die Beschwerde eines Lesers aus Rosengarten zu einem Beitrag in der Sonnabendausgabe auf. Ein Beitrag, der mal wieder völlig daneben ist.

„Fast wie Hausarrest“ steht allen Ernstes über dem Zweispalter und der Einstieg ist noch besser: „Warum werden unsere Grundrechte eingeschränkt, nur damit ein paar Radbegeisterte ihrem Hobby nachgehen können?“, heißt es da. Sag mal, geht’s noch?! Worüber reden wir hier? Der Leser regt sich auf, dass er wegen der Cyclassics zwischen 7 und 13.30 Uhr sein Grundstück nicht mit dem Auto verlassen kann. Das Radrennen diene vor allem dem Veranstalter, der auf Kosten der Betroffenen Geld verdiene.

Nun bin ich jederzeit bereit, die fortschreitende Kommerzialisierung im Sport zu kritisieren. Aber diese Argumentation ist wirklich komplett hanebüchen! Seit wann ist es ein Grundrecht, mit seinem Auto in der Gegend herumzufahren? Es ist schlimm genug, wie viele überflüssige Autofahrten hierzulande unternommen werden – da ist es wohl nicht zu viel verlangt, am Sonntag (!) mal für ein paar Stunden das Auto stehen zu lassen.

Bei den Cyclassics machen Tausende von fahrradbegeisterten Amateuren mit, insofern ist dies sehr wohl ein Sportereignis von allgemeinem Interesse, zumal ja auch noch viele tausend Zuschauer das Spektakel verfolgen. Wenn der Wochenblatt-Leser sich unter Hausarrest gestellt und in seinen Grundrechten beschädigt fühlt, sollte er sich vielleicht an den Gerichtshof in Den Haag wenden oder an Amnesty International… (kst)

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Bild rastet ausBild online von heute – die Kriegstreiber vom Springer-Verlag drehen offenbar durch!

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Jetzt greift auch der scheidende Bürgermeister Wilfried Geiger in die Diskussion um das Thema Fahrradschutzstreifen ein. In einer ausführlichen Presseerklärung legt er sich für die umstrittenen Streifen ins Zeug. Was den Schutzstreifen an der Bremer Straße angeht, betont Geiger, dass er im Gegensatz zur Mehrheit des Verwaltungsausschusses keine Möglichkeit sieht, den Gehweg für den Radverkehr als zweite Option freizugeben. Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:

Das Thema Radfahrschutzstreifen beschäftigt die Buchholzerinnen und Buchholzer. Auf den Leserbriefseiten von Zeitungen wird das Für und Wider debattiert, in Web-Blogs über Sinn und Unsinn der Regelung geschrieben. Während die Gegner von Fahrradstreifen in diesem Angebot eine Gefährdung für Radler sehen, ist der Streifen für seine Befürworter das genaue Gegenteil, ein Zuwachs an Sicherheit für Radfahrer. Ob Radweg, Fahrradschutzstreifen oder -straßen – „diese Wege müssen für Radfahrer sicher sein. Tatsächlich, rechtlich und gefühlt“, sagt Bürgermeister Wilfried Geiger. Wie sicher sind also Radfahrschutzstreifen?

In der Verkehrswissenschaft ist man sich in dieser Frage offenbar weitgehend einig. So kommen verschiedene Studien, etwa die der Bundesanstalt für Straßenwesen, zu dem Ergebniss, dass Fahrradschutzstreifen tatsächlich sicher sind. Auch in Baden-Württemberg zeigt ein Modellprojekt, das von der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) mit finanzieller Unterstützung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg und wissenschaftlicher Begleitung durch das Aachener Verkehrsingenieurbüro SVK erarbeitet wurde, eindeutige Ergebnisse.

Danach würden Fahrradfahrer mit größeren Sicherheitsabständen überholt; die Sicherheitsabstände der Radfahrer zum Bordstein und zu parkenden Fahrzeugen vergrößerten sich; der Radverkehr sei besser an Knotenpunkten und Einmündungen erkennbar; es gebe weniger Konflikte zwischen Fußgängern, Fahrradfahrern und Kraftfahrzeugen.

Rechtlich regelt die Straßenverkehrsordnung, dass Fahrradfahrer grundsätzlich auf die Straße gehören. Ausnahmen bestätigen diese Regel: Kinder müssen bis zum vollendeten achten Lebensjahr den Gehweg nutzen, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. Bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres dürfen sie den Gehweg befahren. So betrachtet, sind Fahrradschutzstreifen, wie es sie in Buchholz derzeit in der Schützenstraße sowie in der Bremer Straße gibt, also etwas wie Sicherheitszonen für Radfahrer.

Gefühlt stellt sich das für manche Radfahrer allerdings immer noch anders dar. Trotz Unfällen wie jüngst in Jesteburg und Buchholz. In Jesteburg war eine Radfahrerin auf einem Radweg an einer Einmündung von einem Auto erfasst worden. In Buchholz stieß erst Anfang August ein Radler auf dem Radweg an der Bremer Straße mit einem Auto zusammen. Nach Polizeiangaben sei der Mann gegen die Fahrtrichtung auf dem Gehweg gefahren und habe den Fahrradschutzstreifen auf der rechten Fahrbahnseite nicht genutzt.

„Wir müssen die Menschen mitnehmen, ihnen verständlich machen, dass Maßnahmen wie der Schutzstreifen sinnvoll sind“, sagt Bürgermeister Geiger. Zumal der Fahrradverkehr ständig an Bedeutung gewinne. Auch wenn in den vergangenen Jahren rund eine Million Euro in den Radverkehr investiert worden sei, räumt Geiger „erheblichen Nachholbedarf“ ein. Dem werde die Stadt aber begegnen.

„Wir erarbeiten derzeit ein Radverkehrskonzept, das wir im Herbst vorstellen wollen“, sagt Geiger. „Danach werden wir hoffentlich die Verbesserungen für Radfahrer nicht wieder an den am höchsten belasteten Straßen umsetzen, sondern Abschnitte wählen, auf denen sich Radfahrer gleich sicherer fühlen.“ Dann, ist Geiger überzeugt, würden die Buchholzerinnen und Buchholzer die Vorteile von Fahrradschutzstreifen schätzen lernen.

Bis zum Herbst sollen auch die rechtlichen Fragen in Sachen Radfahren auf dem Gehweg an der Bremer Straße abschließend geklärt sein. Vor der Sommerpause hatte der Verwaltungsausschuss beschlossen, diesen für jene Radfahrer wieder freizugeben, die den Schutzstreifen aus Unsicherheit nicht nutzen wollen. Demgegenüber vertritt die Verwaltung die Auffassung, dass die Benutzung von Fahrradschutzstreifen grundsätzlich verpflichtend, die Freigabe von Gehwegen in diesen Fällen nicht möglich sei. Unabhängig von Rechts- und damit auch von Versicherungsfragen ergebe aus Rathaussicht eine Regelung freilich nur dann Sinn, wenn sie eindeutig sei und von allen auch entsprechend verstanden und gelebt werde.

„Diese Fragen werden wir während der Sommerpause beantworten“, sagt das Stadtoberhaupt und betont: „Ich wünsche mir ein gutes Nebeneinander aller Verkehrsträger, deshalb sind Verbesserungen für den Radverkehr so wichtig.“ (hh)

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Von Kristian Stemmler

Das Thema Fahrradschutzstreifen sorgt weiter für Diskussionen. Seit an der Schützenstraße und der Bremer Straße derartige Streifen für Radfahrer auf den Fahrbahnen eingerichtet wurden, gibt es Streit und Verwirrung um das Thema. Derzeit steht vor allem der Schutzstreifen an der Bremer Straße im Fokus der Auseinandersetzungen.

Die Verwaltung hatte mit Einrichtung des Schutzstreifens das Radfahren auf dem Bürgersteig untersagt. Wie das Nordheide Wochenblatt berichtet, beschloss nun der Verwaltungsausschuss nach kontroverser Diskussion die Nutzung des Fußwegs für Radfahrer wieder freizugeben. Bürgermeister Wilfried Geiger soll angekündigt haben, diesen Beschluss zu kassieren, weil Radfahrer den Fußweg grundsätzlich nicht nutzen dürften, wenn es einen Schutzstreifen für sie gibt. Diese Auffassung hatte Stadtjustiziarin Hilke Henningsmeyer im VA vertreten.

Wie das Wochenblatt schreibt, könne man diese angeblich bindende Vorschrift auch anders auslegen, wie das Beispiel Nenndorf zeige. Dort werde ein Fahrradschutzstreifen angelegt, die Radfahrer könnten aber dennoch wählen, ob sie lieber den Fußweg nutzen. Dies sehe ein fünfjähriges Projekt vor, das vom Landkreis gebilligt werde.

Nach Ansicht des buchholz express, wie bereits berichet, kann es nicht im Interesse der Radfahrer sein, auf die Fahrbahn gezwungen zu werden. Zweifellos bestehen auch auf Fußwegen viele Gefahrenquellen wie etwa Grundstücksausfahrten, gerade auch an der Bremer Straße. Dennoch ist das Verletzungsrisiko auf der Fahrbahn erheblich höher, weil man dort wesentlich leichter von Pkw oder Lastwagen angefahren werden kann.

Vor diesem Hintergrund halte ich die Behauptung, dass Schutzstreifen zu einer Senkung der Unfälle mit Radfahrern führen, für unbewiesen. Selbst wenn es Statistiken geben sollte, die darauf hindeuten, sollten diese genau geprüft werden. Zum Beispiel sollte auf die Schwere der Unfälle geachtet werden. Die Gefahr, auf der Fahrbahn unter die Räder eines Lkw oder Traktors zu geraten und schwer verletzt oder getötet zu werden, ist jedenfalls nicht gering.

Natürlich kann es auf dem Fußweg auch zu Unfällen kommen. So wurde am vergangenen Donnerstag auf dem Bürgersteig der Bremer Straße ein 70 Jahre alter Radfahrer angefahren. Eine 30 Jahre alte Passat-Fahrerin habe vom Parkplatz von Plaza auf die Bremer Straße nach links abbiegen wollen und habe den Mann übersehen, teilt die Polizeiinspektion Harburg mit. In ihrer Mitteilung weist die Polizeiinspektion darauf hin, dass er den neuen Schutzstreifen nicht nutze und auf der falschen Fahrbahnseite fuhr.

Dazu muss aber auch angemerkt werden, dass der 70-Jährige lediglich leicht verletzt wurde. Ob es so glimpflich ausgegangen wäre, wenn der Mann auf dem Schutzstreifen angefahren worden wäre, sei dahin gestellt.

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Die Propaganda der Mainstreammedien gegen Russland hat bekanntlich in den letzten Tagen und Wochen einen neuen Höhepunkt erreicht und ist teilweise an Blödheit kaum zu übertreffen. Z. B. wenn allen Ernstes mit dem Hinweis, er trinke morgens zuerst ein Smoothie über den Alltag von Wladimir Putin berichtet wird.

Dass hier von interessierter Seite versucht wird, Deutschland und die EU in eine Konfrontation mit Russland zu treiben, ist offenkundig. Wie widersinnig das ist, zeigt der sehr aufschlussreiche Beitrag auf den nachdenkseiten, zu dem der u. a. Link führt:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=22729#more-22729

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Von Kristian Stemmler

Es ist in diesen Tagen kaum noch möglich, einen Radio- oder Fernsehsender anzuschalten, eine Tageszeitung oder Zeitschrift aufzuschlagen, ohne über mehr oder weniger sinnvolle Tipps oder Berichte zum Urlaub zu stolpern. Überall wird über „die schönste Zeit des Jahres“ gefaselt – eine hohle Phrase! Zum einen kann auch die tollste Fernreise ruckzuck zum Albtraum mutieren, wenn das Hotel nicht den Vorstellungen entspricht oder Streit in der Familie aufkommt.

Vor allem aber ignorieren die Beiträge zur Urlaubszeit in den Medien geflissentlich, dass für Millionen von Menschen eine Urlaubsreise eine reine Illusion ist. Und zwar aus einem einfachen Grund: Sie haben kein Geld dafür! Das gilt für die mehr als vier Millionen ALG-II-Empfänger, aber ebenso für viele prekär Beschäftigte, die durcharbeiten müssen, um überhaupt auf ihren Schnitt zu kommen. Wenn sie Glück haben, ist vielleicht mal eine Lidl-Pauschalreise in den Harz oder an die Ostsee für eine Woche drin, aber bestimmt nicht drei Wochen Ägypten oder ein Ferienhaus in der Provence.

Es blieb dem katholischen Pfarrer Wolfgang Beck im „Wort zum Sonntag“ vom Sonnabend vorbehalten, auf diesen Umstand hinzuweisen. „Klar, Ferien haben in diesen Wochen irgendwie alle Schüler“, erklärte er, „aber Urlaubsfahrten und das Kennenlernen fremder Länder und Kulturen bleibt trotz Billigfliegern und Pauschalangeboten das Privileg derer, die finanzielle Spielräume haben. Und sie bleiben denen vorbehalten, bei denen das Familienleben einigermaßen gut organisiert ist.“

Und der Pfarrer blieb erfreulicherweise nicht bei dieser Feststellung stehen, sondern ging weiter: „Bereits an der Frage, wie unterschiedlich die Schulferien für Kinder und Jugendliche in unserem Land aussehen können, lässt sich viel über die mangelnde Chancengleichheit für junge Menschen in unserem Land ablesen. … Es gehört zu den Märchen, dass in unserem Land nach vorne kommt, wer nur wirklich bereit ist, etwas zu leisten. Und wo von sogenannten Leistungseliten gesprochen wird, geht es dabei in der Regel nur um die zweifelhafte Leistung, zufällig in die richtige Familie geboren worden zu sein. Es gehört zu den Märchen gerade in unserem Land, dass allen jungen Menschen die größten Möglichkeiten offen stehen.“

Leider ist es selten geworden, dass eine solche Analyse so ohne Umschweife im Fernsehen vorgetragen wird – und dass ein Kirchenmann sich so kritisch zu den sozialen Verwerfungen im Lande äußert. Tatsächlich ist es ein himmelschreiender Skandal, wie ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung abgehängt und dann auch noch stigmatisiert wird. Und daran muss immer wieder erinnert werden, weil vor allem die Mittelschicht diesen Skandal zu gern verdrängen möchte.

Natürlich möchte man sich den Urlaub nicht durch Gewissensbisse versauen lassen. „Ich habe für mein Geld was geleistet“, ist die Devise, „und wer keinen Job hat, strengt sich nicht genug an.“ So einfach machen es sich viele, und das ist der Hauptgrund dafür, dass sich die soziale Spaltung immer mehr vertieft. Dass sich die Reichen in Bendestorf und Jesteburg für das „Hartz-IV-Gesindel“ nicht interessieren, liegt auf der Hand. Aber vom intellektuellen Teil der Mittelschicht darf man mehr an Analyse, Kritik und Empathie erwarten.

Der buchholz express grüßt jedenfalls hier alle, die in den Ferien daheim bleiben müssen. Lasst Euch nicht unterkriegen!

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