An den Haaren herbeigezogen – Wochenblatt setzt Kampagne gegen Doris Grondke fort

Veröffentlicht: 2014-07-02 in Lokales, Politik
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Ausriss Wochenblatt Tag der BegegnungVon Kristian Stemmler

Offenbar haben wir schon Saure-Gurken-Zeit. Das Nordheide Wochenblatt hat jedenfalls nichts Besseres zu tun, als seine Kampagne gegen die Buchholzer Verwaltung im allgemeinen und gegen die Buchholzer Stadtbaurätin Doris Grondke im besonderen mit einem an den Haaren herbeigezogenen Aufmacher fortzusetzen. „Kein Interesse an Behinderten?“ titelt die Bild-Zeitung des Landkreises in ihrer Mittwochausgabe – doch der Beitrag ist von vorn bis hinten konstruiert.

Fakt ist, dass vor kurzem auf dem Parkplatz der Volksbank Lüneburger Heide stattfand, bei dem Bürger sich über den Alltag von Behinderten informieren konnten. Dazu gehörte auch eine Rollstuhlfahrt durch die Innenstadt, die den nicht-behinderten Teilnehmer vor Augen führen sollte, wie viele Klippen es für Behinderte dort gibt. Organisiert wurde das Ganze von Peter Weh, ehemaliges Mitglied des Kreis-Behindertenbeirates, der auch vorgesehen ist für den Inklusionsbeirat, der in Buchholz berufen werden soll.

Das Wochenblatt bemängelt nun vor allem, dass die Buchholzer Verwaltung bei dieser Veranstaltung „mit Abwesenheit geglänzt“ hätte. Besonders Stadtbaurätin Doris Grondke kriegt wieder ihr Fett weg. Dabei schreckt man auch nicht vor einer völlig blödsinnigen Verknüpfung des Themas mit dem ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) zurück. „Nicht nur um die Theorie kümmern, Frau Grondke!“ ist der absurde Kommentar des Kollegen Oliver Sander überschrieben.

Grondke bewerbe auf allen Kanälen die Stadtspaziergänge im Rahmen des ISEK, beim „Spaziergang mit dem Rollstuhl“ fehle sie dann aber. Sander wörtlich: „Zum zweiten Mal hat es Grondke verpasst, mit ihrer Anwesenheit bei ganz handfesten Projekten Interesse zu bekunden.“ Mit dem ersten Projekt ist eine Präsentation von Studenten zur Entwicklung der Rütgersfläche und des Lokschuppens gemeint.

Die ganze Geschichte hat einen entscheidenden Schönheitsfehler: Grondke war über den „Tag der Begegnung“ gar nicht informiert! „Ich habe keine Einladung bekommen und wusste nichts von der Veranstaltung“, sagte sie dem Buchholz Express. Auch Sozialdezernent Jan-Hendrik Röhse hatte übrigens im Ausschuss für Wirtschaft und Soziales schon erklärt, dass er von der Veranstaltung nichts wusste, was das Wochenblatt immerhin erwähnt.

Dass die Zeitung die Geschichte dennoch aufrecht erhält, so groß aufmacht und tendenziös kommentiert, zeigt nur, dass man sich bei der Kampagne gegen Grondke durch Fakten nicht beeindrucken lässt. Jetzt wo der Neubau der Sporthalle Mühlenschule in Holm-Seppensen für die Berichterstattung nichts mehr hergibt, sucht man sich halt irgendwelche neuen Anlässe. Ganz offenbar passt Grondkes Kurs des Dialogs, der Bürgerbeteiligung und der neuen Konzepte dem Wochenblatt und vor allem seinem Chefredakteur Reinhard Schrader nicht.

Man kann Doris Grondke eines wirklich nicht vorwerfen: dass sie sich zu wenig um die Belange der Stadt kümmert, sich nicht engagiert oder nicht zum Austausch bereit ist. Auch dass sie oder die Verwaltung kein Interesse an Behinderten hätten, ist an den Haaren herbeigezogen. Entsprechende Konzepte zum Umbau der Buchholzer Innenstadt liegen längst vor, der Stadtrat hat dafür nur bei den Haushaltsberatungen kein Geld frei gegeben.

Es dürfte auch kein Zufall sein, dass FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky bei der vorliegenden Geschichte wieder eine Rolle spielt. Auch wenn er in dem Beitrag nur namentlich erwähnt und im Rollstuhl abgebildet ist – es ist schon seltsam, dass er irgendwie immer seine Hand im Spiel hat, wenn das Wochenblatt gegen Doris Grondke schießt.

Kurz vor der zweiten Bürgerwerkstatt zum ISEK in der Empore am Sonnabend lässt sich konstatieren: Es gibt in Buchholz leider nach wie vor konservative Kräfte, denen die neue Gesprächskultur, die Grondke in Buchholz zu implantieren versucht, nicht passt. Um so mehr müssen die Leute in Politik, Wirtschaft und Bürgertum, die an einem konstruktiven Dialog zum Wohle der Stadt interessiert sind, zusammen halten. Von Bedeutung wird sein, wie es dem designierten Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse gelingen wird, die fortschrittlichen Kräfte zu bündeln und die widerstrebenden einzubinden.

 

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Kommentare
  1. Uwe Schulze sagt:

    Diese ständigen Scharfschüsse gegen Frau Grondke kann ich auch langsam nicht mehr nachvollziehen, geschweige denn überhaupt ernst nehmen.

    Ich bin der Meinung, dass sich das Wochenblatt besser damit beschäftigen sollte was das freigegebene Budget für die Beseitigung der Barrieren in der Fußgängerzone angeht, und warum hier noch immer nichts passiert ist. Auch dass an Bushaltestellen wie „An der Schwellenfabrik“ noch immer keine Bank steht ist mir persönlich ein Rätsel.
    Wieder einmal stellt sich heraus, dass man viel Zeit damit verbringt eine /einen Schuldige(n) zu finden, anstatt sich schnell um Lösungen zu bemühen.

    Arno Reglitzki aber hat zumindest nach meiner Wahrnehmung einfach Interesse gezeigt an der Sache.
    Frau Grondke hatte sich im Stadtrat auch entschuldigt für die versäumte Teilnahme und Herr Röhse eierte mit einer Ausrede herum. Okay, das Wochenblatt hat Röhse dazu auch unter Beschuss, so zumindest in der letzten Ausgabe. Es bleibt aber abzuwarten ob sich nicht herausstellt ob die Mail von Ronny Bohn möglicherweise im SPAM Filter gelandet ist.
    Ich möchte niemanden in Schutz nehmen, aber meinem Wissen nach stellt das Fernbleiben keine Straftat dar, sonst würde die Unschuldsvermutung gelten. Vielmehr stößt es moralisch bei den Bürgerinnen und Bürgern auf, was aber nicht zu einem Untersuchungsausschuss führen sollte.
    Für die Zukunft gilt es einfach mal persönliche Einladungen zu verteilen, so kommt man auch mal wieder in ein konstruktives Gespräch und zerfleischt sich nicht gegenseitig.

    Auch ich als Teilnehmer habe die Veranstaltung als ein deutliches Zeichen angesehen und als Erfolg für Peter Weh und allen behinderten Menschen verzeichnet.

    Uwe Schulze

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  2. Frank Piwecki sagt:

    Ja, es ist schade, das dieses wichtige Thema überlagert wird durch die Spitzen gegen Verwaltung und Stadtbaurätin. Sicher hätten sich Organisatoren und Beteiligte auch gewünscht, dass der Stand der Rollstuhl-Basketballer nicht HINTER der Volksbank, sondern DAVOR, im Bereich des Marktes stehen sollte, nach einhelliger Meinung hätte dies schon zu mehr Aufmerksamkeit geführt.
    Vielleicht ist es dann gut darauf hinzuweisen, dass inzwischen der sog. Inklusionsbeirat in der Sozial-Ausschusssitzung vom 23.06. einstimmig beschlossen worden ist und nun dem Rat zur Abstimmung vorgelegt werden kann. Nach zwei Jahren hartem politischen Kampf haben wir sehr engagierte Bürger und Bürgerinnen, die sich diesem Thema annehmen werden. Das ist übrigens auch ein ISEK Bereich und wird bearbeitet.

    Die Rollstuhlfahrt war wirklich eine sehr interessante Erfahrung, vielen Dank an alle Beteiligten, es gibt noch viel zu tun.

    Frank Piwecki

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  3. BlueBear sagt:

    Ich habe den Artikel + Kommentar auch gelesen im Wochenblatt. Es ist so offensichtlich, wie die Nichtteilnahme von Frau Grondke vorgeschoben ist, um ihr wieder mal eins (absolut unberechtigt) auswischen zu können. Andere, die auch nicht daran teilgenommen haben, bekommen zwar auch nebenbei einen mit, aber da ist es nicht unbedingt einen Extra-Kommentar wert. Ich frage mich, was die Frau Grondke dem Wochenblatt und speziell dem Sander persönlich angetan hat, dass sie dort so angegriffen und so heftig angegiftet wird.
    Erwähnenswert ist auch noch, dass in diesem Artikel Röhse noch als Sozialdezernent bezeichnet wird, in dem Zusammenhang aber n i c h t als künftiger Bürgemeister erwähnt wird.

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