Kunstrasenplatz Wiesenschule: Streit um ein Hockeyspiel von 08 in der Ruhezeit

 

DSC_0241Von Kristian Stemmler

Vor Gericht sah es zuletzt so aus, als hätte es eine Annäherung zwischen der Stadt und den Anwohnern des Kunstrasenplatzes der Wiesenschule gegeben – tatsächlich kann davon aber wohl keine Rede sein. Nach wie vor gibt es immer wieder Streit um den Spielbetrieb auf den Platz. Zuletzt sorgte ein Aufstiegsspiel der Ersten Herren der Hockeyabteilung von Buchholz 08 für Ärger.

Das Spiel gegen Altona-Bahrenfeld II war am 25. Juni, einem Mittwoch, für 20 Uhr angesetzt. Nach Auffassung der Anwohner ist die Ansetzung des Spiels in der Ruhezeit nicht zulässig, weil eine Ausnahmeregelung, die die Ansetzung von „Besonderen Ereignisse“ in dieser Ruhezeit erlaubt, nicht für Punktspiele gelte. In einer Mail an den Ersten Stadtrat und Schuldezernenten Jan-Hendrik Röhse beschweren sich Anwohner, mit der Genehmigung des Spiels sei gegen geltendes Recht verstoßen worden. Auf der Homepage von 08 habe man das Spiel zu einem besonderen Event hochgejubelt, offenbar um es zu einem besonderen Ereignis hoch zu stilisieren.

Das Spiel sei gegen 21.30 Uhr zu Ende gewesen, danach sei aber „noch fröhlich und ausdauernd an der Seitenlinie“ konferierte worden, so beklagen die Anwohner. Die letzten Spieler hätten erst um 22.17 Uhr den Platz verlassen, also noch nach dem Beginn Nachtruhe, die tabu sei. „Wenn man denn schon diese indiskutable Spielansetzung genehmigt, hätte man zumindest die Spieler darauf hinweisen müssen, dass der Platz anschließend schnellstmöglich zu räumen ist“, schreiben die Anwohner an Röhse.

Beklagt wird in der Mail weiter, dass gegen halb neun das Flutlicht eingeschaltet wurde, obwohl der Platz noch in der Abendsonne gelegen habe. Es fänden außerdem weiterhin Spiele am Sonntag statt und nicht am freien Sonnabend, die Tore seien noch nicht gedämmt und es sei nach wie vor möglich, dass Bolzer ungehindert auf den Platz kämen. Nach wie vor könnten sie Tore nutzen, die trotz anderslautender Zusagen immer noch nicht zusammengeschlossen würden.

In seiner Antwort rechtfertigt Röhse die Ansetzung des Nachholspiels in der Ruhezeit. Nach dem schalltechnischen Gutachten vom 23.1..2009 könne bei einem Punktspiel in der Ruhezeit der Richtwert für seltene Ereignisse herangezogen werden. Auch die vom Rat beschlossene Nutzungsordnung für den Platz stehe der Ansetzung des Spiels nicht entgegen. Das Gericht habe in seinem Hinweisbeschluss vom 3.4.2014 zudem die Durchführung von Punktspielen innerhalb der Ruhezeit als Ausnahmefall grundsätzlich für zulässig angesehen.

Torpolster für eine Dämmung der Tore seien bei einer Firma in Norderstedt bestellt. Es handele sich um Sonderanfertigungen, die nicht von der Stange zu kaufen seien. Er rechne aber mit einer kurzfristigen Lieferung, so Röhse. Im Hinblick auf den Hinweis des Gerichts, das freie Bolzen auf dem Platz durch eine Optimierung der Zugangsbeschränkungen noch nachhaltiger zu unterbinden, würden derzeit „verschiedene Möglichkeiten einer Verbesserung der Einfriedung“ durch den Fachbereich 50 (Hochbau) geprüft.

 

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2 Comments

  1. Leider sind Teile der Aussagen von Röhse einfach nur falsch. Ein Punktspiel bleibt ein Punkstspiel und ist laut BlmSchV kein besonderes Ereignis, nur weil eventuell ein Aufstieg in die 17. Liga bevor stehen könnte.
    Die Definition unterliegt immer noch dem Gesetzgeber, und soweit ich weiß, gehört die Definiton und Umschreibung von Gesetzestexten definitiv nicht zu den Aufgaben des Sportdezernenten der Stadt Buchholz.
    Und insofern bleibt eine Ansetzung des Spieles in der Ruhezeit in der Woche auch ein Verstoß gegen Beschlüsse des Rates der Stadt Buchholz (dort wird ausdrücklich festgelegt, dass die Ausnahme für Spiele in der Ruhezeit nur für Turniere gelten soll.
    Von Punktspielen steht da nichts, das wird im Gegenteil sogar ausdrücklich ausgeschlossen) und ein Bruch des gültigen Rechtes. Röhse wurde Wochen im Voraus über die Spielansetzung informiert und ist somit für Rechtsbruch verantwortlich.
    Bezeichnend für die Art und Umgehensweise mit diesem Problem eines Röhse ist, dass er sich völig falsch und aus dem Zusammenhang gerissen auf einen Hinweis des Gerichtes bezieht, der sich auf eine m ö g l i c h e Ruhezeitverletzung am Samstag in der Mittagszeit bezieht, wenn das vom Gericht als sinnvoll erachtete Sonntagsspielverbot durchgesetzt würde. Dagegen hat Röhse in keinster Weise etwas unternommen, dieses Sonntagsspielverbot auch nur in Ansätzen umzusetzen, im Gegenteil bis zum Ende der Saison werden weiterhin über 80 % der Buchholzer Hockey-Heimspiele am Sonntag durchgeführt.

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