Röhse weist Zinneckers Kritik zurück: „Ich habe keinen Ostring-Wahlkampf geführt“

Veröffentlicht: 2014-06-17 in Lokales, Politik
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Der designierte Bürgermeister von Buchholz, Jan-Hendrik Röhse, weist die Kritik seines grünen Kontrahenten Joachim Zinnecker zurück. Er habe keinen Ostring-Wahlkampf geführt, sondern nur auf Anfragen der Wähler reagiert, sagte er im Interview mit dem buchholz express. Auch habe er keine Probleme auf die Ratsmehrheit zuzugehen. Er sei überzeugt davon, „dass Politik und Verwaltung sehr gut zusammenarbeiten werden“.

Kristian Stemmler: Herr Röhse, worauf führen Sie Ihr gutes Ergebnis zurück?

Jan-Hendrik Röhse: Es ist naturgemäß schwierig zu sagen, worauf so ein gutes Wahlergebnis nun genau zurückzuführen ist. Für den Wahlkampf hatte ich mir insgesamt fünf Wochen Urlaub genommen und war in dieser Zeit täglich unterwegs, um für mich und mein Programm zu werben. Ob es am Ende an meiner Person oder an meinem Wahlprogramm oder an einer Kombination aus Person und Programm lag, ich weiß es nicht. So oder so freue ich mich aber über das Ergebnis.

Ihr Kontrahent, Joachim Zinnecker, wirft Ihnen vor, doch einen Ostring-Wahlkampf geführt zu haben.

Das Thema Ostring hat in meinem immerhin zehnseitigen Wahlprogramm gerade einmal eine halbe Seite eingenommen und war somit nicht übermäßig in den Vordergrund gestellt. Totschweigen konnte und wollte ich dieses Thema allerdings nicht. Letztendlich haben wir in den öffentlichen Diskussionsrunden doch alle gemerkt, dass es die Wählerinnen und Wähler sind, die die Fragen bestimmen, auf die sie Antworten haben wollen – und nicht umgekehrt. Insoweit kann ich den Vorwurf, ich hätte einen Ostring-Wahlkampf geführt, nicht nachvollziehen.

Zinnecker warnt vor sieben Jahren Stillstand und sieht Probleme für die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der rot-grün geführten Ratsmehrheit. Wie sehen Sie das?

Die Wählerinnen und Wähler haben mir mit 61,3 Prozent ein sehr starkes Mandat gegeben, das ich auch als eine Verpflichtung sehe. Eine Verpflichtung, auch die politisch umstrittenen Themen zu lösen. Jedes Ratsmitglied – der Bürgermeister eingeschlossen – sollte aus diesem Wahlergebnis seine Schlüsse ziehen und konstruktiv daran arbeiten, den – wie Herr Zinnecker sagt – „Gordischen Knoten“ zu zerschlagen. Mein Ziel ist es, das Thema „Ostumgehung“ bis zur Kommunalwahl 2016 politisch zu lösen. Dann muss man sich auch nicht mehr über einen „Ostring-Wahlkampf“ streiten.

Sie haben also keine Probleme auf die Ratsmehrheit zuzugehen?

Ich bin ein weltoffener und toleranter Mensch und habe überhaupt keine Probleme, mit jedem Ratsmitglied einen guten und respektvollen Umgang zu pflegen und ihr oder ihm die Hand zu reichen. In diesem Sinne werde ich mein Amt am 1. November antreten und ich bin überzeugt davon, dass Politik und Verwaltung sehr gut zusammen arbeiten werden.

 

 

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Kommentare
  1. BlueBear sagt:

    Röhse lügt nicht nur die Bürger an. Das gleiche tut er beim Stadtrat und beim politischen Gegner. Ja, sogar denjenigen, für die er ständig und exzessiv Lobbyarbeit betreibt, erzählt er Unwahrheiten. In meinen Augen kann es nicht allzulange dauern, bis auch sein „Freunde“ und Unterstützer erkennen müssen, aus welchem Holz er geschniztz ist und welche Spielchen er treibt. Irgend wann wird das nicht mehr gut gehen und seine Art „Politik“ zu treiben, wird ihm selber wieder auf die Füße fallen. Und ich hoffe, dann rummst es kräftig.

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  2. Lubeca sagt:

    Wenn man den zukünftigen Bürgermeister hier richtig versteht, hat er zwar eigentlich keinen Ostring-Wahlkampf führen wollen, aber da die Wähler dieses Thema angesprochen haben, blieb ihm nun mal nichts anderes übrig, als haltlose Versprechungen zu machen. Wie Frau Schaller-Wolf schon anmerkte, bleibt wie bisher auch zwar alles im Vagen und Ungefähren, aber egal – hat ja trotzdem funktioniert. Und wenn dann zur Kommunalwahl 2016 immer noch nicht einmal Ansätze eines Ostrings zu sehen sind (wie denn auch ohne gültiges Planfeststellungsverfahren und ohne Geld), dann wird selbstverständlich nicht er daran Schuld sein -er doch nicht!-, sondern dann schiebt er es wahrscheinlich auf eine angebliche Blockadehaltung der Ratsmehrheit, die verhindert hat, dass er zum Wohle der Buchholzer Bürger tätig werden konnte. Und so wird also der Ostring ein weiteres Mal für einen Wahlkampf herhalten müssen, weil er dann versprechen wird, dass dieser mit einer anderen Ratsmehrheit aus CDU und FDP sofort angegangen werden wird. Und da viele Buchholzer bis dahin wahrscheinlich immer noch nicht begriffen haben, dass sie einem Phantom hinterherjagen und an der Nase herumgeführt werden, könnte das sogar funktionieren – leider!

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  3. Dagmar Schaller-Wolf sagt:

    Herr Röhse sagt nicht die Wahrheit! Noch am Samstag verkündete er im Wochenblatt, den Wählerwillen des Bürgerentscheides zum Ostring durchzusetzen. Er hat zwar noch nie gesagt, ob das jemals geht, wann das wohl sein wird geschweige denn wovon er es bezahlen will, aber das interessiert offenbar weder die CDU noch die FDP oder deren Wähler. Aber so war das ja schon immer und sollte keinen verwundern. Verwundert bin ich über die Vielen, die nicht gewählt haben. Wie kann es der Merhrheit der Buchholzer Wähler egal sein, wer ihr Bürgermeister wird? Geht’s etwa allen zu gut? Haben sie das Geschwätz der Politiker satt, die grundsätzlich vor der Wahl was anderes sagen als sie nachher tun? Glauben sie nicht, dass ihre Stimme zählt? Nicht zu wählen kann ich mir einfach nicht vorstellen für mich. Aber nach der Wahl ist ja bekanntlich vor der Wahl, die nächsten Kommunalwahlen stehen bevor. Wer hat die zündende Idee, wie die Wähler angesprochen werden wollen, damit ihre Stimme und ihr Wille nicht verloren gehen?

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  4. N. Klose sagt:

    Na, da haben wir ja richtig „Glück“ gehabt einen neuen Bürgermeister zu bekommen, der bewiesener Maßen und nach eigener Aussage Entscheidungen trifft, die nicht überall auf Gegenliebe stoßen, siehe Wochenblatt-Interview vom 04.06.14. Bewiesen hat er das ja auch schon einmal. Das lässt ja mal hoffen. Armes Buchholz.
    Schade, das die Wahlbeteiligung nur bei 42% lag, denn wenn man die Prozente auf alle Wahlberechtigte legt, dann hat er 25% und Herr Zinnecker 16%. Von einem sehr starken Mandat kann dann hier nicht mehr die Rede sein.
    Ich hoffe, dass die Nichtwähler dann auch nicht so viel meckern, denn das dürften nur die Wähler:-)
    Na. schauen wir mal was uns und Buchholz dann so bevorsteht, wenn ein Jurist die Fäden in der Hand hält.

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