Interview zur Bürgermeisterwahl – Zinnecker: Röhse täuscht die Wähler bewusst

ZinneNach der Wahl ist vor der Wahl. Nachdem kein Kandidat bei der Bürgermeisterwahl die erforderliche absolute Mehrheit erzielt hat, geht der Wahlkampf in die Verlängerung, bis zur Stichwahl am 15. Juni. Am Mittwoch treffen die verbliebenen Kandidaten, Jan-Hendrik Röhse, der von CDU und FDP unterstützt wird, und Joachim Zinnecker, der die Grünen, die SPD und die Buchholzer Liste hinter sich hat, in der Empore aufeinander (Beginn 19 Uhr). Und auch wenn Röhses Abstand deutlich war, hat die Gegenseite die Flinte noch nicht ins Korn geworfen.

Auf seiner Homepage macht Zinnecker aktuell Werbung für seine Alternative zum Ostring, den Buchholzer Bypass (www.joachim-zinnecker.de/2014/06/02/bypass-buchholz-versus-ostring/). Im Interview mit dem buchholz express erläutert er, was er ansonsten noch unternimmt, um Röhses Vorsprung aufzuholen. Und er warnt, dass unter einem Bürgermeister Röhse die Grabenkämpfe zwischen Rat und Verwaltung weitergehen würden und weitere Jahre des Stillstandes drohen. Hier das Interview:

Kristian Stemmler: Wie sehr hat Dich das Wahlergebnis überrascht?

Joachim Zinnecker: Ich war schon davon ausgegangen, dass es bei fünf Bewerbern zu einer Stichwahl kommt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Ergebnisse dichter zusammen gelegen hätten.

Wie erklärst Du den großen Vorsprung von Röhse? War der Ostring wahlentscheidend?

Es gibt sicher Gründe über die trefflich spekuliert werden kann. Offensichtlich zieht bei den Wählern, dass Herr Röhse suggeriert, er könne den Ostring bauen. Obwohl er als Jurist sehr genau weiß, dass die Wahrscheinlichkeit einer Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes gegen Null geht, täuscht er hier bewusst die Wähler.

Eine andere These ist, dass es nicht zu den SPD-Wählern vorgedrungen ist, dass Du auch Kandidat der SPD bist. Das würde auch die Diskrepanz zur gleichzeitig stattgefundenen Europawahl erklären, bei der das rot-grüne Lager die Mehrheit gewonnen hat. Ist das eine Erklärung?

Wichtig ist es jetzt, allen SPD- und Grünen-Wählern klar zu machen, dass es um die Zukunft von Buchholz in den nächsten sieben bis zwölf Jahren geht. Ich bin der gemeinsame Kandidat von SPD, Grünen und Buchholzer Liste. Die Buchholzer Piraten unterstützen mich ebenso wie Uwe Schulze. Auch Norbert Keese hat mir signalisiert, dass er meine Kandidatur unterstützt.

Drei Wochen sind jetzt noch übrig für den Wahlkampf. Was ist geplant?

Wir haben neue Plakate mit einem neuen Motiv rausgehängt. Der Haustürwahlkampf wird verstärkt und unsere Präsenz auf dem Wochenmarkt und am Bahnhof ist natürlich noch stärker gefragt. Am 4. Juni gibt es noch eine Podiumsdiskussion in der Empore.

Wo muss man inhaltlich noch nach steuern, Programmpunkte stärker in den Fokus rücken?

Unser Programmschwerpunkte liegen im Erhalt der Lebensgrundlagen in Buchholz. Wir werden uns um die Senkung von Gebühren für die Kinderbetreuung einsetzen und unsere Verkehrspolitik in den Vordergrund stellen. Neben der Stärkung von Fußgängern und Radfahrern präferieren wir eine Innenstadtentlastung mit geringerem Flächenverbrauch und geringeren Kosten als der Ostring. Unsere Bypass-Lösung ist zudem innerhalb kurzer Zeiträume realisierbar. Aber natürlich müssen wir als Familienstadt auch bezahlbaren Wohnraum anbieten

Wie willst Du den großen Vorsprung von Röhse noch aufholen?

Wie die Europa-Wahlergebnisse zeigen, gibt es in Buchholz eine Mehrheit jenseits von CDU und FDP. Diese Wähler werden wir mobilisieren.

An wen gehen die Stimmen der unabhängigen Kandidaten? Wer von den dreien unterstützt Dich?

Norbert Keese und Uwe Schulze haben mir erklärt, dass sie meine Wahl unterstützen. Uwe Schulze wirbt schon tatkräftig auf dem Wochenmarkt und im Netz für mich. Ronny Bohn hat mir gegenüber erklärt, dass er meinen Auftritt im Wahlkampf bisher für wesentlich authentischer hält, als den von Herrn Röhse.

Wenn Röhse die Wahl gewinnt: Was bedeutet das für die Buchholzer Kommunalpolitik angesichts einer rot-grünen Mehrheit im Rat? Wäre das einfacher als unter Geiger?

Auch mit einem Bürgermeister Röhse würden die Grabenkämpfe zwischen Rat und Verwaltung weitergehen. Es drohen weitere Jahre des Stillstandes. Herr Röhse brüstet sich im Wahlkampf damit, dass er bisher bereits Beschlüsse des Rates nicht umgesetzt hat. Meine Kompetenz ist in allen Lagern anerkannt. Ich traue es mir zu, Gräben zuzuschütten und eine gemeinsame Handlungsweise von Rat und Verwaltung zum Wohle der Stadt Buchholz und seiner Bürgerinnen und Bürger herbeizuführen.

 

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6 Comments

  1. Liebe Buchholzer Bürger,

    was hat uns der Helmut Kohl doch alles versprochen, was hat uns das Merkel alles angetan!
    Wollen wir Buchholzer mit so einen Herrn Röhse als BM verarscht werden?
    Die genannten Personen kommen alle von der gleichen Partei, die absolut nichts für den normalen Bürger übrig hat.

    Röhse brauchen wir nicht. So ein Aal glatten Typen der so eine arrogante Art ausstrahlt nee.Der darf nicht Bürgermeister aller Buchholzer werden. Für mich ist Herr Röhse der leibhaftige, der nur seines gleichen vertritt, wie die oben genannten Personen die alle der gleichen Partei angehören, geht doch mal ihn euch und lasst die vielen letzten Jahre Revue passieren.

    Also Liebe Buchholzer geht zur Stichwahl und wählt ZINNE, der Mann mit Herz und gesundem Menschenverstand.

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  2. Nicht nur beim Ostring argumentiert Herr Röhse wider besseren Wissens, der Ostring wird aus finanziellen und rechtlichen Gründen nicht mehr kommen.
    Auch beim geplanten Schweinestall im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald haben der Buchholzer Chefjurist und 1. Stadtrat Herr Röhse mit seinen zuständigen Mitarbeitern doch wohl gewußt, das die Genehmigung rechtswidrig war. Ich kann mir nicht vorstellen,das Privatpersonen und Mitglieder v on Parteien aus der Opposition , der Bürgerinitiative und den Umweltsc hutzorganisationen mehr JURISTISCHEN SACHVERSTAND haben als die
    Stadtveraltung mit ihrem Oberjuristen Herrn Röhse. Es wirft sich die Frage auf war es eine
    Gefälligkeit für CDU/FDP die Herrn Röhse nahesteht ????? Der Landkreis und das Land
    Niedersachsen sind jedenfalls mit ihren zuständigen Gremien / Behörden zu anderen
    Juristischen Bewertungen gekommen und haben die Planung gestoppt.
    Also liebe CDU/FDP Wähler und Buchholzer Mitbürger geht in Euch und wählt Joachim Zinnecker der nimmt uns wenigstens nicht auf die Schippe .

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  3. Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, dass hier in Buchholz kein Mensch bereit ist, der Einwohnerschaft von Buchholz aufzuzeigen, dass ein Röhse täuscht , lügt, betrügt und seine ganze Politik nur auf Intrigenspiele aufbaut. Der Rat guckt zu, die SPD und die Grünen lassen ihn gewähren und CDU und FDP, wie sie gestrickt sind , klatscht Beifall und sich auf die Schenkel.
    Jeder, der auch nur zwei oder dreimal mit ihm zu tun hatte oder sich mit ihm ausgetauscht hat, muss doch eigentlich merken, wie dieser „Mensch“ gestrickt ist. Er gehört zu den Typen, der im übertragenden Sinne schon das Messer zum Stoß bereit hat, während er jemanden freundlich lächelnd die Hand schüttelt.
    Zu dem Schluss werden noch einige Bürger dieser Stadt kommen, wenn der werte Herr erst einmal Bürgermeister ist.
    Aber dann ist es zu spät.

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  4. Ja, das stimmt – zumal Herr Röhse auf seiner Website behauptet, dass das Land Niedersachsen 60 % der Kosten für den Ostring übernehmen würde. Das ist eine (nicht die einzige!!!) dreiste Lüge, denn das Land hat inzwischen klar zum Ausdruck gebracht, dieses Straßenprojekt nicht zu unterstützen!!

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  5. Machen sie auch ein Interview mit Herrn Röhse? Dann soll er doch mal erklären, wie er den Ostring bauen will! Ein Bürgermeisterkandidat der sich zudem brüstet, Beschlüsse des Rates nicht umgesetzt zu haben, ist doch schon durchgefallen! Aber die CDU kann sich ja immer wieder auf die Dummheit ihrer Wähler verlassen. Armes Buchholz!

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