Bürgermeisterwahl: Röhse verpasst absolute Mehrheit nur knapp – War der Ostring wahlentscheidend?

Veröffentlicht: 2014-05-26 in Lokales, Politik
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Porträt RöhseVon Kristian Stemmler

Um 20.48 Uhr brandet Beifall auf in der Kantine des Buchholzer Rathauses. Das vorläufige Endergebnis der Bürgermeisterwahl erscheint auf der Leinwand. Mit 49,0 Prozent hat der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, Kandidat von CDU und FDP, die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Sein Vorgänger Wilfried Geiger dankt allen fünf Kandidaten, die sich zur Wahl stellten, und verkündet: „Es gibt also eine Stichwahl am 15. Juni.“

Die Überraschung des Abends war die Deutlichkeit des Abstands von Röhse zu seinem Mitbewerber Joachim Zinnecker, Kandidat von SPD, Grünen und Buchholzer Liste. Mit 27,4 Prozent lag er mehr als 20 Prozent hinter dem Konservativen. Zinnecker war die Enttäuschung deutlich anzumerken, eine Erklärung hatte er gestern abend noch nicht. Ob es doch der Ostring war? „Ich weiß es nicht.“

Für diese Erklärung spricht der Unterschied des Ergebnisses der Bürgermeisterwahl zu den beiden gleichzeitig stattfindenden Wahlen. Denn bei der Europawahl lag das rot-grüne Lager in Buchholz vorn, und bei der Landratswahl holte SPD-Kandidat Thomas Grambow mit 48,4 Prozent in der Nordheidestadt mehr Stimmen als auf Kreisebene (47,8 Prozent). Es ist also davon auszugehen, dass bei der Bürgermeisterwahl lokale Themen den Ausschlag für den konservativen Kandidaten gegeben haben.

Davon ging auch Röhse gestern aus. „Die Verkehrspolitik und der Ostring waren ja ganz klar das Hauptthema des Wahlkampf“, sagte er dem buchholz express. Überrascht war der Wahlsieger vom Abschneiden der drei parteilosen Kandidaten, die Achtungserfolge erzielen konnten. Makler Ronald Bohn kam immerhin auf 11,2 Prozent, Optiker Norbert Keese ohne nennenswerten Wahlkampf noch auf 7,1 Prozent und Betriebsrat Uwe Schulze auf 5,3 Prozent.

Für die kommenden drei Wochen bis zur Stichwahl will Röhse noch mal Gas geben, auch wenn er kürzlich schon gestöhnt hatte über die Mühen des Wahlkampfes. „Natürlich mache ich weiter Wahlkampf, nehme dafür auch noch mal Urlaub“, sagte er. Aber auch auf der Gegenseite will man sich trotz des großen Abstandes nicht entmutigen lassen.

Die Anhänger Zinneckers machten ihm gestern Mut. Jetzt müsse es darum gehen, die Unentschlossenen zu mobilisieren und die Wähler der anderen Kandidaten auf seine Seite zu ziehen. Seine Frau Sabine energisch: „Wir müssen das mit dem Bypass stärker nach vorn bringen.“ Der Bypass ist die verkürzte Umgehung im Osten, die den Ostring überflüssig machen soll.

Ob Zinnecker in den verbleibenden drei Wochen noch einen Stimmungsumschwung herbeiführen kann, muss man aber wohl eher als unwahrscheinlich einordnen. Der Abstand ist einfach sehr groß und zumindest die Stimmen von Bohn werden eher Röhse zugute kommen, die von Keese vermutlich auch mehrheitlich. Wenn nicht noch Entscheidendes passiert, wird Jan-Hendrik Röhse der nächste Bürgermeister von Buchholz sein.

 

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Kommentare
  1. BlueBear sagt:

    @Silke Müller
    Ich hätte es nicht besser formulieren können. Mir vollkommen aus der Seele gesprochen.
    Es stimmt mich zuversichtlich, dass ich nicht der Einzige bin der genau d a s so sieht.

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  2. Silke Müller sagt:

    Röhse brauchen wir nicht. So ein Aal glatten Typen der so eine arrogante Art ausstrahlt nee..Der darf nicht Bürgermeister aller Buchholzer werden. Für mich ist Herr Röhse der leibhaftige, der nur seines gleichen vertritt, und der Rest ist ihm scheiß egal.

    Also Liebe Buchholzer geht zur Stichwahl und wählt ZINNE.

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  3. Anonymous sagt:

    Ich bin nun nicht unbedingt ein Fan vom Bypass, aber der Ostring ist tot und selbst wenn er es nicht wäre, schlicht nicht finanzierbar. Ehrlich wäre, dies zuzugeben, und machbare und finanzierbare Lösungen weiterzuverfolgen.

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  4. Anonymous sagt:

    Zinne: Weiterkämpfen!!! Und Uwe, danke für die Unterstützung!!

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  5. RöhseundCDUGeschädigter sagt:

    Außer das Röhse ein Lügner und menschlich so ziemlich das Unterste ist, was mir auf der Ebene der Kommunalpolitik bisher begegnet ist, kann ich nur sagen : Selbst schuld, Buchholz, wenn Ihr so jemanden zum Bürgermeister wählt.
    Ich bin nur gespannt, welche Ausreden und Begründungen er am Ende seiner Amtszeit seinen ehemaligen Wählern auftischt, wenn es den Ostring dann immer noch nicht gibt.
    So etwas von Vortäuschungen als Wahlversprechen sucht selbst in der großen Politk seinesgleichen.

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  6. Lubeca sagt:

    Das mit dem Hund als „Reisebegleiter“ wundert mich gar nicht. Ein Hund hört geduldig zu, auch wenn nur hohles Geschwafel kommt. Ein Hund widerspricht nie. Und vor allem erinnert ihn ein Hund nie an Zusagen, die – selbst wenn sie schriftlich gegeben wurden – meistens nicht nur nicht eingehalten, sondern sogar hinterher geleugnet werden. Passt insofern doch perfekt.
    Falls der Fall der Fälle eintritt und dieser Mann auf dem CDU-Ticket Bürgermeister wird, warte ich heute schon gespannt darauf, mit welchen Ausflüchten er seinem Ostring-begeisterten Stimmvieh erklären wird, warum er diesen nun doch nicht bauen kann (jedenfalls nicht ohne gültiges Planfeststellungsverfahren, mit den zur Zeit lediglich ruhenden Klagen dagegen und völlig ungesicherter Finanzierung). Vielleicht macht er es dann ja wie immer und behauptet einfach, das SO nie versprochen zu haben – wahrscheinlich haben ihn ein paar tausend Leute einfach nur falsch verstanden…

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  7. Uwe Schulze sagt:

    Ich wähle am 15. Juni in der Stichwahl Joachim Zinnecker da er mir im Wahlkampf als Mensch begegnet ist der sich die Interessen und Anliegen meiner Wählerinnen und Wähler angenommen hat.
    Zinne bewegt nicht nur Buchholz, Zinne bewegt Menschen.

    (X) Joachim Zinnecker

    Uwe Schulze

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  8. Dagmar Schaller-Wolf sagt:

    Ich habe ja noch immer die Hoffnung, dass alle Buchholzer, die gegen dem Maststall im LSG Stuvenwald ihre Unterschrift gegeben jetzt Herrn Zunnecker unterstützen und dass alle Mitglieder der Parteien, die Herrn Zinnecker unterstützen mobilisiert werden können und sich an der Stichwahl beteiligen, es ist doch eine Schande, dass nur knapp etwas mehr als die Hälfte aller Wähler gewählt haben. Wir haben doch die Wahl!!

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  9. Norbert Klose sagt:

    Ein Bürgermeister, der schon als 1. Stadtrat die Interessen und Meinungen der Bürger mit Füssen tritt? Versprochenes als nicht gesagt hinstellt und die Interessen der Sportvereine und ihrer Vorsitzenden über Alles stellt? Na gute Nacht Buchholz.
    Ich hoffe die Buchholzer wachen auf und machen nicht alles vom „Ostring“ abhängig.

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  10. Mein Kontakt zu unserem neuen Bürgermeister:
    1. Ich habbe veranlasst, dass …
    2. xy werd ich veranlassen, darauf können Sie mich festnageln …
    3. Es ist nicht wahr, dass ich …

    Nun ratet, wie es weiterging.

    Das ist unser neuer Bürgermeister, herzlichen Glückwunsch.

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  11. Dagmar Schaller-Wolf sagt:

    Wie kann ein Mann, der seinen Hund mit auf eine einsame Insel nimmt………..statt seine Freunde, guten Wein und die Liebste……..ernsthaft Bürgermeister werden? Wollen wir diesem Mann wirklich unsere Stimme geben? Ich jedenfalls nicht! Ich möchte einen Menschen zum anfassen, keinen zur Kommunikation ungeeigneten, ängstlichen und fantasielosen Kandidaten in diesem sicher nicht leichten Amt, einen mit Zukunftsvisionen, einen, der nicht nur kompromisslos die Wirtschaft bedient auf Kosten unserer Kinder und Enkel. Daher wünsche ich mir Herrn Zinnecker für die nächste SIEBEN Jahre

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