Mühlentunnel: Hamburger Büro plant den Neubau – BürgerAktion Mühlenwege macht Werbung für Röhse

Veröffentlicht: 2014-05-20 in Lokales, Politik
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Joachim Zinnecker wirbt am Tunnel - und hat eine Antwort von Ostring-Befürwortern provoziert.

Joachim Zinnecker wirbt am Tunnel – und hat eine Antwort von Ostring-Befürwortern provoziert.

Der Neubau des Mühlentunnels kommt endlich voran: Nachdem die Politik dem Vorhaben einstimmig grünes Licht gegeben hatte, ist jetzt die Planung unter Dach und Fach. Das renommierte Ingenieurbüro WTM Engineers hat den Auftrag bekommen, den Neubau zu planen. Das 250 Mitarbeiter starke Hamburger Büro hat bereits viele komplexe Verfahren bearbeitet.

„Wir freuen uns, dass wir so ein erfahrenes Büro für die Aufgabe gewonnen haben“, sagte die Buchholzer Stadtbaurätin Doris Grondke. Die Hanseaten hatten sich – wie schon im ersten Anlauf – auch in bei der wiederholten Ausschreibung gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Im nächsten Schritt stehen kurzfristig Gespräche mit allen an dem Vorhaben Beteiligten auf der Agenda. „Wir wollen so früh wie möglich alle wichtigen Belange ansprechen und im Auge behalten“, sagt Grondke. Dazu gehört auch, dass die Öffentlichkeit in den Planungsprozess mit einbezogen wird. WTM-Geschäftsführer Karl Morgen hatte jüngst im Planungsausschuss seinen Zeitplan für die Realisierung des Baus vorgestellt. Danach könnte der Planungsprozess bis Ende 2015 abgeschlossen und mit den Bauarbeiten im Laufe des Jahres 2016 begonnen werden.

Auf wenig Gegenliebe dürfte diese Entwicklung bei der BürgerAktion Mühlenwege stoßen. In dieser Initiative haben sich Anwohner der Mühlenwege zusammengeschlossen, die durch den Neubau des Mühlentunnels eine deutliche Zunahme des Straßenverkehrs vor ihrer Haustür befürchten. Mit einem Flyer an die Buchholzer Haushalte griff die BürgerAktion jetzt in den laufenden Bürgermeisterwahlkampf ein.

Auf den ersten Blick kommt das Flugblatt objektiv daher, es handelt sich aber tatsächlich um eine klare Wahlunterstützung für den Kandidaten von CDU und FDP, Jan-Hendrik Röhse. Vier Fragen habe man den fünf Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorgelegt. Wobei es sich bei diesen „Fragen“ eher um eine Werbung für das „Drei-Achsen-Konzept“ handelt, die von der BürgerAktion Mühlenwege vorgeschlagen wird. Es sieht vor, dass im ersten Schritt der Ostring gebaut wird und erst im zweiten Schritt der Mühlentunnel ausgebaut wird.

Ein Tunnelausbau ohne den Ostring werde wie ein Ventil für die überlastete Innenstadt wirken, bisherige Verkehrsströme verändern und zu einer Verlagerung in den Westen führen. In den Wohngebieten an den Mühlenwege werde das, so die Initiative, zu wachsenden Belastungen und abnehmender Sicherheit führen. Die Befürchtungen der Anwohner würden von der Politik aber nicht ernst genommen.

In der Darstellung der Antworten der Kandidaten lobt das Flugblatt mehr oder weniger offen die Kandidaten Röhse, Ronald Bohn, Norbert Keese und Uwe Schulze, weil sie die Gefahr einer Zunahme des Verkehrs auf den Mühlenwegen erkannt hätten. Joachim Zinnecker, der Kandidat von SPD, Grünen und Buchholzer Liste, wird dagegen ins Abseits gestellt. Er lehne den Ostring ab und plädiere für den vorrangigen Tunnelneubau, halte die Belastungen der Wohngebiete für gerechtfertigt.

Das Flugblatt der BürgerAktion Mühlenwege endet mit dem Appell, den Kandidaten zu wählen, „der mit den Prioritäten unseres Drei-Achsen-Konzeptes übereinstimmt und der sich an das Votum des Bürgerentscheids für den Ostring gebunden fühlt“. Das aber ist eine klare Wahlempfehlung für Röhse, wenn man mal davon ausgeht, dass die drei unabhängigen Kandidaten am kommenden Sonntag am Ende doch chancenlos sein werden.

Was die BürgerAktion verschweigt, ist die Tatsache, dass der Planfeststellungsbeschluss zum Ostring längst vom Gericht kassiert ist und die Chancen, dass er in dieser Version noch kommt, von Experten als gering eingeschätzt werden. Das heißt, die Planungen müssten wieder von vorn beginnen. Das aber kann Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. So lange mit dem Neubau des Mühlentunnels zu warten, wäre einfach unverantwortlich. Aber den Einzelhausbesitzern an den Mühlenwegen dürfte die Lärm- und Abgasbelastung der Anwohner der Hamburger Straße und der Kirchenstraße ziemlich egal sein. (kst, hh)

 

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Kommentare
  1. BlueBear sagt:

    @Frank Piwecki
    Vielleicht war beim Schreibfehler der Wunsche der Vater des gedanken …
    Zum Thema : Die Erkrankung des SPD-Kandiadaten ist eine Sache. Die rückhaltlose und klare Unterstützung des Herrn Zinneckers hätte schon früher erfolgen können und auch müssen. Schließlich arbeiten SPD und Grüne ja nicht erst seit gestern zusammen. Entweder man hält ihn für kompetent und geeignet, oder eben nicht.
    Und Mittragen des Bypasses hat dem Wähler anscheinend nicht gerreicht.
    Und warum hat man Röhse seinen Bockmist erzählen lassen ?
    Ich habe jedenfalls Herr Zinnecker gewählt, obwohl mich die Grünen hier in Buchholz nicht vollkommen überzeugen und werde es auch am 15. Juni tun.
    Also, liebe SPD, tut ein wenig mehr, damit das Desaster noch abgewendet werden kann.
    Denn mit Röhse als BM könnte Ihr Eure Mehrheit im Rat auch gleich abschenken.

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  2. Frank Piwecki sagt:

    Richtig BlueBear…gegen die Erkrankung unseres Kandidaten kann man nun wenig machen (auch wenn ich persönlich schon früher für die Zinne-Unterstützung geworben habe), den Bypass,haben wir mit getragen und ich werde auch weiter versuchen, die Befürworter und Gegner zusammen zu bringen, sonst wird die Stadt noch weiter gespalten.
    Und gegen die politische Verwaltungsrichtung argumentieren wir immer wieder, die nehmen wir nicht hin. Wenigstens hat Herr R. vor der Wirtschaftsrunde offiziell zugegeben, das Anträge verschleppt werden. Wenn Politik manchmal so einfach wäre…

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  3. BlueBear sagt:

    Ja, jetzt haben wie den Salat. Ein Bürgermeisterwahlergebnis, von dem ein Franz-Josef Strauss nur zu träumen wagte. Ein CDU-Kandiadt winkt mit dem Bonbon Ostring und die Pawlowsche Meute reagiert entsprechend darauf.
    Aber auch die SPD, lieber Herr Piwecki, ist daran nicht schuldlos. Die späte und zähneknirschende Unterstützung des Herrn Zinnecker und die nicht eindeutigere Unterstützung seiner Ersatzvariante für den Ostring haben dieses Fiasko mitzuverantworten. Auch bei anderen Themen hat die SPD in meinen Augen nicht genügend Verantwortung übernommen, um dem schwarz-gelben Interessensumpf mal das Wasser abzugraben.
    Vor allem ist nicht akzeptabel, dass die rot-grüne-plus-Anhang Mehrheit im Rat so hinnimmt, dass die Verwaltungsspitze ganz offen und ohne mit der Wimper zu zucken die Politik von CDu(+Anhänsel-FDP) den Weg bereitet.

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  4. Frank Piwecki sagt:

    Wenn Kandidaten suggerieren, man könne nach dem Beschluss des Oberverwaltungsgericht mit dem Bau des Ostrings beginnen, so weckt es mal bei den Ostring-Befürwortern erneut falsche Hoffnungen. Formuliert werden die Bedenken zwar juristisch korrekt, jedoch wird es politisch für noch mehr Frust sorgen, wenn der Ostring dann doch nicht kommt.
    Hier verschweigt zudem ein Kandidat bewusst, dass das OVG in einem Berufungsverfahren noch über alle anderen in der Klage vorgetragenen Argumente gegen den Planfeststellungsbeschluss zu entscheiden hätte.
    Zudem wird nicht schlüssig erläutert, dass eine Finanzierung des Ostringes nicht mehr gegeben ist. Das Land Niedersachsen, welches 60% der Kosten tragen soll, hat seine Förderschwerpunkte geändert und fördert nur noch den Ausbau vorhandener Trassen, um den Landschaftsverbrauch einzudämmen.
    Also: Es wird noch richtig viel Zeit ins Land gehen, bis eine umsetzbare und juristisch wasserfeste Planungsgrundlage vorliegt.
    Aufgabe des neuen Buchholzer Bürgermeisters wird es sein, mit dem neuen Landrat einen Weg zu finden, den Gordischen Knoten durchzuschlagen. Das starre Festhalten an der Ostring -Planung wird über Jahre nichts bewegen und leider nur zu einer weiteren Spaltung in der Buchholzer Bevölkerung beitragen. Das ist fatal.
    Und…Bitte…wenn die BAM von einem 70 Meter breiten Tunnel schreibt ist das eine bewusste Fehlinformation. der Tunnel wird zweispurig, ja und es wird zwei Fußwege geben, ja. Aber es wird keine Einflugschneise, lieber Uwe! und es hat nichts mit der Ostumgehung zu tun. der Tunnel ist ein singuläres Projekt! Sicherheitstechnisch und städtebaulich muss dieses Bauwerk dem Jahre 1875 endlich erneuert werden. Sonst wird er irgendwann ohne Ersatz geschlossen. Wie die B3 Brücke hinter Sprötze über die Bahn…
    WÄHLEN ist ein Grundrecht und es unnützen ein hohes demokratisches Gut. Sie sollten es nutzen, liebe Anja-Kristin, wenn sie es nicht tun, werden andere über Sie entscheiden.

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  5. Uwe Schulze sagt:

    @ Anja – Kristin: Ich bin ebenfalls Anwohner der Bremer Straße und kann das nachvollziehen. Gerade der Bahnlärm ist schlimm, und den habe ich direkt ca. 250 Meter von meinem Fenster entfernt. Dass an der Bahn hinter dem Sportland eine Straße durch soll ist auch nicht in meinem Interesse, einen Radweg fände ich prima. Schon der damalige Bürgermeister Stein wollte dort eine Straße bauen, und ob das jetzt noch geht mag ich einfach mal in Frage stellen. Es gibt eine Menge Ideen und da können Sie sogar mitwirken. Ich behaupte mal, dass die Straße entlang der Bahn bisher einfach nur Wunschdenken einiger ist. Deswegen nicht zur Wahl zu gehen ist also nicht der richtige Weg. Ich kandidiere aus dem Grund um Einfluss zu nehmen.
    Möglicherweise kann ich Sie ja überzeugen sich noch einmal mit den Webseiten der Kandidaten zu befassen, denn dort gibt es klare Aussagen die man einfach wissen sollte.

    Viele Grüße
    Uwe Schulze

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  6. Anja- Kristin sagt:

    Leider gibt es keinen Kandidaten, der sich GEGEN die Südtangente ausspricht; als Anwohner der Bremerstr wäre ich begeistert,nun auch noch von der Bahnseite mit Autoabgasen und noch mehr als Bahnlärm vergiftet zu werden, Bravo, ne tolle Idee!!!
    Natürlich muss die Innenstadt entlastet werden, ob nun mit Mühlenwegausbau,Ostring oder pipapo; aber die Südtangente wäre für die Anwohner der Bremerstr ein endgültiger KO-Schlag. Obwohl ich immer wählen gehe,werde ich wohl diesmal darauf verzichten; kein Kandidat hat mich überzeugt; einige eher ziemlich abgeschreckt;schade,und ich dachte nach dem letzten Bürgermeister hätte es nicht schlimmer kommen können….

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  7. Uwe Schulze sagt:

    Wir wollen doch mal realistisch bleiben. Der Ausbau des Mühlentunnels allein wird es nicht bringen, da hat die BAM absolut den richtigen Instinkt. Auch der auf Eis gelegte Ostring wird es auch allein nicht richten. Hier hilft es wenn man objektiv bleibt. Einzig und allein ein Gesamtpaket zur Lösung des Verkehrsproblems hilft hier weiter. Also Fußgänger, Radfahrer, KFZ Verkehr (PKW, LKW, Bus…) sowie Bahnverkehr müssen in der Gesamtheit auf den Tisch.
    Passiert das nicht, dann verbaut man sich mit der in Buchholz üblichen Verfahrensweise (Step by Step) alle weiteren Schritte und erzeugt immer neue Probleme. Mit diesem Gesamtkonzept hätte man schon vor 2 Jahren in die Planung gehen sollen, denn da stand schon fest, dass der Ostring kassiert wird.
    Um den Verkehr schon mit leichten Mitteln aus der Stadt zu bekommen ist es wichtig die Menschen in die Bahn zu bekommen, und dass geht am besten wenn man in eine günstigere HVV Tarifzone kommt. Und das ist schon in Arbeit. Erweiterung der Buchholz Buslinien ist notwendig, auch das ist bereits angeschoben.

    Der geplante Tunnelbau wird ein Megaprojekt mit einer Einfahrschneise, die einer Einflugschneise gleicht. Die Natur bleibt auf der Strecke.

    Auf beiden Seiten des Tunnels fließt der Verkehr zweispurig, also warum nicht nur den Tunnel auf das nötigste erweitern? Was muss denn da realistisch durch? Rettungsfahrzeuge und der Buchholz Bus, Fußgänger und Radfahrer und dann noch die PKWs. Wo ist denn jetzt das Problem mal kleinere Brötchen zu backen?

    Das Verkehrsproblem ist einfach zu ernst um sich damit ein Denkmal setzen zu wollen.

    Wir müssen langsam anfangen Politik für ein zukunftssicheres Buchholz zu betreiben. Was wir jetzt machen, soll auch den nachfolgenden Generationen dienen und ihnen nicht wieder in die Quere kommen.
    Am 25. Mai sind Bürgermeisterwahlen, dort wird entschieden ob Buchholz eine nachhaltige Zukunft hat oder nicht.

    Uwe Schulze

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  8. BlueBear sagt:

    Man kann ja viel über verschiedene Möglichkeiten diskutieren, über Vor- und Nachteile. Ich denke aber mal, das vor allem die Anwohner des Mühlentunnels als erstes eine Entlastung spüren werden. Nämlich dann, wenn der Lärm und die Abgase der sich stauenden Autos vor dem Tunnel auf beiden Seiten wegfällt. Wichtig ist natürlich in meinen Augen auch, dass das Projekt nicht wieder gnadenlos überdimensioniert wird, wie Umgehung Dibbersen oder ursprünglich geplanter Ostring. In Buchholz scheint man gerne mal zur Gigantomanie zu neigen. Aber eine Beseitung des Verkehrhindernisses Mühlentunnel mit anständiger Planung für Fußgänger und Radfahrer, wäre schon vor 30 Jahren sinnvoll gewesen. Ich mag ja das Wochenblatt überhaupt nicht, aber deren Begriff Tunnel aus der „Postkutschenzeit“ trifft es schon nicht schlecht.

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  9. Kleo sagt:

    Für jemanden, der in letzter Zeit mehr sporadisch als aktuell schreibt, also nicht wirklich am Geschehen ist, finde ich es nicht schön, unabhängige Kandidaten als chancenlos darzustellen. Nicht nur, dass jeder eine Chance verdient, unter anderem dass Sie hier die Webseiten aller Kandidaten hätten vorstellen müssen, sondern nicht neutral wirken. Finde ich persönlich sehr schade.

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