Bürgermeisterwahl: Endspurt in einem Wahlkampf ohne große Kontroverse

 

Von Kristian Stemmler

Endspurt im Bürgermeisterwahlkampf: In nur noch einer Woche wird Buchholz ein neues Stadtoberhaupt wählen. Der Amtsinhaber Wilfried Geiger (parteilos) tritt nicht mehr an. Um seine Nachfolge bewerben sich fünf Kandidaten: Der zweite Mann hinter Geiger, der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, der von CDU und FDP unterstützt wird, der stellvertretende Bürgermeister und Fraktionschef der Grünen, Joachim Zinnecker, hinter dem Grüne, SPD und Buchholzer Liste stehen, sowie die drei unabhängigen Kandidaten Uwe Schulze, Betriebsrat, Ronald Bohn, Makler, und Norbert Keese, Optiker.

In mehreren Diskussionsrunden, so bei der Wirtschaftsrunde, im Schulzentrum am Kattenberge oder im Kulturbahnhof Holm-Seppensen, haben die Kandidaten ihre Positionen erläutert. Wobei derartige Runden erfahrungsgemäß nur bedingt dazu taugen, in die Tiefe zu gehen. Auch ist die Zahl der Menschen, die erreicht werden, relativ gering im Verhältnis zur Gesamtzahl der Wähler. Mehr Leute sind sicher durch die Wahlkampfauftritte auf dem Wochenmarkt erreicht worden.

So richtig Wellen geschlagen hat der Wahlkampf in der Öffentlichkeit nicht. Das liegt wohl auch daran, dass die großen kontroversen Themen weitgehend gefehlt haben. Der Ostring ist jedenfalls nicht zum großen Thema geworden, da ist die Luft offenbar erst mal raus. Jan-Hendrik Röhse ist vermutlich zu sehr Jurist, um angesichts der eher geringen juristischen Chancen der Umgehung dieses Thema zu forcieren. Und auch auf der Gegenseite gab es kein großes Interesse, das tote Pferd Ostring zu reiten.

Dass der Wahlkampf nicht richtig gezündet hat, liegt aber auch an der ziemlich blassen Berichterstattung des Wochenblattes. Natürlich ist es nicht einfach angesichts des Mangels an Kontroverse da auf den Busch zu klopfen, aber etwas mehr wäre schon drin gewesen. Warum hat man nicht zum Beispiel ein großes Streitgespräch zwischen Zinnecker und Röhse veranstaltet und dafür eine Seite freigeräumt?! Mehr als Pflichtberichterstattung hat das Wochenblatt bisher nicht zustande gebracht.

Andererseits taugen auch die Positionen nur partiell zu einer Polarisierung. Zwischen einem Bohn und einem Schulze lassen sich eher die großen politischen Unterschiede erkennen als zwischen einem Röhse und einem Zinnecker. Röhse gilt eher als liberal und Zinnecker hat keine Berührungsängste, was etwa die Wirtschaft der Stadt betrifft. Unterschiede sind da eher im persönlichen Bereich zu erkennen und wohl in der Art, wie man im Rathaus führen würde.

Auch wenn die unabhängigen Kandidaten ihre Anhänger haben dürften, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass Zinnecker und Röhse in die drei Wochen später stattfindende Stichwahl kommen werden. Viele Wähler wählen erfahrungsgemäß nach ihren parteipolitischen Präferenzen, das heißt Zinnecker wird die meisten Stimmen aus dem rot-grünen Lager bekommen, Röhse aus dem blau-gelben Lager. Die Frage wird sein, wer am meisten Stimmen aus dem jeweils anderen Lager holen kann.

Auf jeden Fall wird es spannend

 

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