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Archive for Mai 2014

Von Kristian Stemmler

Wie erwartet, gab es für die Polizei im Landkreis Harburg am gestrigen Vatertag reichlich zu tun. Am Brunsberg in Sprötze blieb es diesmal relativ ruhig, da hier nur wenige Besucher auftauchten. Dafür gab es an anderen Orten Stress. Die Beamte der Polizeiinspektion Harburg, die sich mit Sonderschichten auf den Tag vorbereitet hatten, mussten zu diversen Schlägereien und anderen Einsätzen ausrücken.

So mussten die Streifen aus Buchholz und Tostedt öfter in den Bereich Otter, wo hunderte Jugendliche unterwegs waren und einige Teilnehmer ab 15.30 Uhr renitent wurden. Ein 19-Jähriger aus Welle, der unter dem Einfluss von rund 2,5 Promille in Streit geriet und mehrere schwere Schläge ins Gesicht erhielt.

Die Behandlung durch die Sanitäter eines Rettungswagens lehnte er ab. Danach schlug er selbst in zwei Fällen zu, was insgesamt zu gleich drei Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung führte. Zum Schutz der eigenen Person und Anderer musste der junge Mann in einer Buchholzer Zelle in Gewahrsam genommen werden. Seine Eltern holten ihn schließlich am späten Nachmittag ab.

Um 16.30 Uhr kam es zu einer weiteren gefährlichen Körperverletzung. Ein 22-Jähriger aus Tostedt, der sich gegenüber der Polizei äußerst aggressiv verhielt, warf seinem Kontrahenten einen Stein ins Gesicht. Der Geschädigte wurde an seinen Zähnen erheblich verletzt. Gegen den Tostedter wurde eine Strafanzeige erstattet.

Auch in der Nähe der Horster Mühle, wo eine Wiese an der Zufahrt alljährlich Treffpunkt am Vatertag ist, kam es in diesem Jahr wieder zu zahlreichen Auseinandersetzungen und zwei Körperverletzungsanzeigen. Gegen zwei 20-jährige Randalierer mussten Platzverweise für den Bereich der Horster Mühle verhängt werden.

Die Allgemeinheit wurde am schwersten durch das Verhalten von rund 200 Teilnehmern im Bereich des Winsener Ortsteils Grevelau beeinträchtigt. Diese feierten im Bereich der Bahnbrücke und gingen teilweise auf die Gleise der Bahnstrecke Hamburg – Lüneburg, so dass dort kurzfristig der Bahnverkehr komplett eingestellt werden musste.

Ab 14.45 Uhr hielten die Störungen über rund zwei Stunden an. Die Züge mussten in Langsamfahrt den Bereich passieren. Hier wurde die Einsatzleitung von der zuständigen Bundespolizei übernommen. Danach begaben sich die Gruppen zum Winsener Stadtfest, wo es ebenfalls zu mehreren Streitigkeiten kam, die sich aber auflösten, sobald die Polizei erschien.

Um 17 Uhr kam es im Bereich Vierhöfen bei Winsen zu einem Einsatz, als eine Gruppe von zehn Radfahrern von der Kreisstraße 37 nach links in einen Feldweg einbiegen wollte. Einer der Radfahrer übersah einen entgegenkommenden Motorradfahrer und kollidierte mit diesem. Bei dem Radfahrer wurde eine Alkoholbeeinflussung von über 1,5 Promille festgestellt. Er erlitt aber glücklicherweise nur leichte Verletzungen. Das größere Problem für den Radfahrer dürfte die Strafanzeige wegen Trunkenheit im Verkehr sein, die von der Polizei erstattet wurde.

 

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Von Kristian Stemmler

In unser feierwütigen Zeit wird jede Gelegenheit wahrgenommen, um einen drauf zu machen. Da kommt der morgige Donnerstag, Christi Himmelfahrt oder auch Vatertag, gerade recht. Bekanntlich wird dieser Tag vor allem von Jugendlichen, aber auch jungen Erwachsenen vor allem dazu genutzt, sich die Birne zuzuknallen. Mit Bollerwagen zieht man durch die Gegend, haut sich ein Bier nach dem anderen rein, grölt rum und belästigt gern auch mal andere Leute.

Für die Polizei ist der Tag darum ein Hauptkampftag. Die Polizeiinspektion Harburg drückt das in einer Pressemitteilung so aus: „Erfahrungsgemäß nehmen auch zahlreiche Jugendliche den Feiertag zum Anlass, sich zu treffen und Spaß zu haben. Üblicherweise werden dabei alle Arten alkoholischer Getränke mitgeführt und verzehrt. Aufgrund dessen muss die Polizei mit zunehmender Tageszeit leider vermehrt einschreiten, um alkoholbedingte Streitigkeiten zu schlichten oder sich um hilfsbedürftige Personen zu kümmern.“

Gerade die Jugendlichen seien sich oft über die Gefahren eines exzessiven Alkoholkonsums nicht im Klaren. Im schlimmsten Falle führe das zu einer Alkoholvergiftung und einem Klinikaufenthalt. Auch wenn es vermutlich wenig nützt, appelliert die Polizei: „Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Gefahren eines exzessiven Alkoholkonsums! Besprechen Sie mit Ihrem Kind Möglichkeiten, Konsumangebote abzulehnen! Kaufen Sie Minderjährigen keinen Alkohol! Seien Sie sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und trinken Sie Alkohol nur in Maßen!“

So lange es in unserer Gesellschaft als erstrebenswert gilt, einen loszumachen, von Event zu Event zu hüpfen, sich zu amüsieren und „sich selbst zu verwirklichen“, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen – so lange können solche Appelle wenig bewirken, so lange kann die Polizei nur das Schlimmste verhüten. Und die Jugendlichen machen im Grunde nur das nach, was ihnen viele Erwachsene vorleben.

Dass der Vatertag für viele ein Persilschein ist, sich kräftig daneben zu benehmen, kann man auch jedes Jahr am Brunsberg feststellen. Der sieht nämlich am Ende dieses Tages immer aus wie eine Müllkippe. Der Brunsberg ist seit Jahren ein bevorzugtes Ziel an Himmelfahrt, und die meisten Besucher hinterlassen ihren Müll einfach in der Natur – und das obwohl der Brunsberg in einem streng geschützten Naturschutzgebiet liegt.

Auch der Landkreis sieht sich darum genötigt vor dem Vatertag einen Appell zu veröffentlichen. „Genießen Sie die schöne Natur am Brunsberg, aber entsorgen Sie Ihre Abfälle nicht einfach in der Landschaft“, wird Kreisrat Björn Hoppenstedt zitiert. Der Landkreis und die Stadt Buchholz werden zum Vatertag extra Mülltonnen am Brunsberg aufstellen. Der noch amtierende Bürgermeister der Stadt, Wilfried Geiger, appelliert: „Und Ihr Leergut nehmen Sie bitte wieder mit nach Hause, das hat in der freien Natur wirklich nichts zu suchen.“ Die Beseitigung der Vatertagsreste kostet den Steuerzahler Jahr für Jahr ein paar Tausend Euro.

Der Liedermacher Wenzel hat in einem wunderbaren Text den ganzen Wahnsinn des Vatertags eingefangen:

Wer nicht mehr kann, der zählt schon fast als Leiche,

S´ist Herrentag! Die Glatzen zeigen Seele.
Es klatschen Patrioten in die grünen Teiche
Gefüllt mit Volkslied, Schlamm und Schlick die Kehle.

Dann schäumt das Bier aus dicken, wunden Pfoten.
Die Zoten dröhnen, jeder Schuß ein Treffer.
Steh ihnen bei, mein Gott, den Schwarzen, Gelben, Roten,
Und laß sie bleiben, wo er wächst, der Pfeffer.

Dann klingen Glocken und die Straßen wanken.
Jetzt aber Schluß mit den bescheidenen Dekaden.
Wir sind zu Hause! Grölen betrunken die Gedanken.
Geschecktes Kampfhundsvolk verbeißt sich in den Waden.

Auf Pferdewagen häufen sich die Leiber.
Die Gäule, irr von Flieder, sieht man sich verneinen.
Tief in der Nacht noch stehen frierend Weiber
Vor Krankenhäusern, wo sie sittsam weinen.

Als wäre Krieg. Die Männer an den Fronten.
So hart die Witwentrauer! Wie ein Pimmel hart.
Vertan die Küsse, die sie heut nicht küssen konnten.
S´ist Herrentag, der Tag der Himmelfahrt.

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Porträt RöhseVon Kristian Stemmler

Um 20.48 Uhr brandet Beifall auf in der Kantine des Buchholzer Rathauses. Das vorläufige Endergebnis der Bürgermeisterwahl erscheint auf der Leinwand. Mit 49,0 Prozent hat der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, Kandidat von CDU und FDP, die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Sein Vorgänger Wilfried Geiger dankt allen fünf Kandidaten, die sich zur Wahl stellten, und verkündet: „Es gibt also eine Stichwahl am 15. Juni.“

Die Überraschung des Abends war die Deutlichkeit des Abstands von Röhse zu seinem Mitbewerber Joachim Zinnecker, Kandidat von SPD, Grünen und Buchholzer Liste. Mit 27,4 Prozent lag er mehr als 20 Prozent hinter dem Konservativen. Zinnecker war die Enttäuschung deutlich anzumerken, eine Erklärung hatte er gestern abend noch nicht. Ob es doch der Ostring war? „Ich weiß es nicht.“

Für diese Erklärung spricht der Unterschied des Ergebnisses der Bürgermeisterwahl zu den beiden gleichzeitig stattfindenden Wahlen. Denn bei der Europawahl lag das rot-grüne Lager in Buchholz vorn, und bei der Landratswahl holte SPD-Kandidat Thomas Grambow mit 48,4 Prozent in der Nordheidestadt mehr Stimmen als auf Kreisebene (47,8 Prozent). Es ist also davon auszugehen, dass bei der Bürgermeisterwahl lokale Themen den Ausschlag für den konservativen Kandidaten gegeben haben.

Davon ging auch Röhse gestern aus. „Die Verkehrspolitik und der Ostring waren ja ganz klar das Hauptthema des Wahlkampf“, sagte er dem buchholz express. Überrascht war der Wahlsieger vom Abschneiden der drei parteilosen Kandidaten, die Achtungserfolge erzielen konnten. Makler Ronald Bohn kam immerhin auf 11,2 Prozent, Optiker Norbert Keese ohne nennenswerten Wahlkampf noch auf 7,1 Prozent und Betriebsrat Uwe Schulze auf 5,3 Prozent.

Für die kommenden drei Wochen bis zur Stichwahl will Röhse noch mal Gas geben, auch wenn er kürzlich schon gestöhnt hatte über die Mühen des Wahlkampfes. „Natürlich mache ich weiter Wahlkampf, nehme dafür auch noch mal Urlaub“, sagte er. Aber auch auf der Gegenseite will man sich trotz des großen Abstandes nicht entmutigen lassen.

Die Anhänger Zinneckers machten ihm gestern Mut. Jetzt müsse es darum gehen, die Unentschlossenen zu mobilisieren und die Wähler der anderen Kandidaten auf seine Seite zu ziehen. Seine Frau Sabine energisch: „Wir müssen das mit dem Bypass stärker nach vorn bringen.“ Der Bypass ist die verkürzte Umgehung im Osten, die den Ostring überflüssig machen soll.

Ob Zinnecker in den verbleibenden drei Wochen noch einen Stimmungsumschwung herbeiführen kann, muss man aber wohl eher als unwahrscheinlich einordnen. Der Abstand ist einfach sehr groß und zumindest die Stimmen von Bohn werden eher Röhse zugute kommen, die von Keese vermutlich auch mehrheitlich. Wenn nicht noch Entscheidendes passiert, wird Jan-Hendrik Röhse der nächste Bürgermeister von Buchholz sein.

 

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Das sieht nach einer klaren Sache für Jan-Hendrik Röhse aus. Nach Auszählung von 24 der 36 Stimmbezirke liegt der Kandidat von CDU und FDP bei der Wahl zum neuen Bürgermeister von Buchholz mit 47,9 Prozent vorn. Das heißt, es könnte im Laufe des Abends noch zur absoluten Mehrheit reichen, die eine Stichwahl unnötig machen würde. Joachim Zinnecker, Kandidat von SPD, Grünen und Buchholzer Liste ist mit 27,2 Prozent bisher weit abgeschlagen.

Von den parteilosen Kandidaten schneidet derzeit der Makler Ronald Bohn am besten ab, mit 12,3 Prozent. Der Optiker Norbert Keese liegt bei 7,1 Prozent, der Betriebsrat Uwe Schulze bei 5,5 Prozent. Es zeichnet sich eine erschreckend niedrige Wahlbeteiligung, aktuell sind es 53 Prozent, ab, wenn man bedenkt, dass bei dieser Wahl der neue Bürgermeister gewählt worden ist.

Selbst wenn noch ein Drittel der Stimmbezirke aussteht, dürfte am Wahlsieg von Röhse nicht mehr zu rütteln sein. Selbst wenn er noch in die Stichwahl am 15. Juni gehen müsste, dürfte der Abstand zu Zinnecker reichen, da zumindest die Stimmen von Bohn eher zu Röhse wandern dürften. Die Deutlichkeit des Ergebnisses ist überraschend. Hat da doch der Ostring den Ausschlag gegeben? (kst)

 

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Von Kristian Stemmler

Bei bestem Sommerwetter haben in Buchholz die Wahlen begonnen. Die Bürger der Stadt dürfen heute gleich dreimal abstimmen: Sie wählen nicht nur das Europaparlament, sondern auch den neuen Landrat für den Landkreis Harburg und den neuen Bürgermeister der Stadt. Daher dürfte die Wahlbeteiligung in Buchholz relativ hoch sein.

Für das Bürgermeisteramt kandidieren fünf Politiker. CDU und FDP unterstützen den Ersten Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, SPD, Grüne und Buchholzer Liste den grünen Fraktionschef im Stadtrat, Joachim Zinnecker. Darüberhinaus kandidieren der Makler Ronald Bohn, der Betriebsrat Uwe Schulze und der Optiker Norbert Keese. Als Favoriten der Wahl gelten Röhse und Zinnecker.

Mit Ergebnissen der Wahl wird ab 20.30 Uhr gerechnet, sie werden in der Rathauskantine und zugleich im Internet auf der Seite der Stadt, buchholz.de, verkündet. Die spannende Frage wird sein, ob es Röhse oder Zinnecker gelingen kann, beim ersten Anlauf die notwendige absolute Mehrheit zu holen. Röhse zeigte sich im Wochenblatt optimistisch, dass er das schaffen kann.

Fachkundige Beobachter gehen aber eher davon aus, dass sowohl Röhse als auch Zinnecker die absolute Mehrheit verfehlen, da auch die drei parteilosen Kandidaten ihre Anhänger haben und diese Stimmen den Favoriten fehlen werden. Es wird also damit gerechnet, dass es zu einer Stichwahl zwischen Röhse und Zinnecker am 15. Juni kommen wird und erst dann der Nachfolger von Wilfried Geiger, der nicht mehr antritt, feststeht.

Wahlberechtigt für die Bürgermeisterwahl sind die Staatsangehörigen aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, soweit sie am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben und seit dem 25. Februar in Buchholz wohnen. Die Amtszeit des neuen Bürgermeisters oder Bürgermeisterin beginnt am 1. November 2014 und dauert bis zum 31. Oktober 2021.

Auf ihrer Seite ruft die Stadt die Bürger auf, zur Wahl zu gehen. Wörtlich heißt es dort: „Wählen bedeutet, die Richtung der Politik zu bestimmen. Und nirgendwo sind die Chancen der Einwirkung auf die Politik so groß wie auf kommunaler Ebene. Wer wählt, wirkt am politischen Entscheidungsprozess mit, übt direkt und indirekt Einfluss aus, vertritt seine bürgerlichen Interessen und entscheidet ganz konkret, welche Persönlichkeit die Stadtverwaltung führen wird. Mit Abgabe unserer Stimme können wir somit Einfluss auf die zukünftige Politik in unserer Stadt nehmen.“

 

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Tostedt hat am Sonnabend Flüchtlinge willkommen geheißen, die seit etwa zwei Wochen in der Gemeinde sind. Bei einer Veranstaltung wurden sie von Bürgern der Gemeinde offiziell begrüßt, die damit ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus setzen wollten. Das meldet der NDR.

Mit der Aktion begrüßte die Gemeinde offiziell rund 120 Flüchtlinge, die künftig in Tostedt wohnen werden. Ein so genanntes „House of Tolerance“, gebaut und bemalt von Tostedter Bürgern und Vereinen, diente als Symbol der Willkommensaktion. In einer Ansprache forderte Ulrich Graß, Sprecher des Forums für Zivilcourage, die Bürger mit Vorbehalten auf, ihre Ängste vor den Flüchtlingen abzulegen. Um deutlich zu machen, dass in Tostedt Toleranz und Vielfalt zu Hause sind, wurde das „bunte Haus“ von der Kirche zum Rathaus gebracht.

Zurzeit sind 33 Flüchtlinge in Tostedt untergebracht, in Zukunft werden es 116 sein, die in Containern in der Gemeinde wohnen sollen. In den kommenden Wochen werden die beiden Tostedter Unterkünfte Am Helferichheim und Elsterbogen bezogen. Dort betreuen zwei Heimleiter, eine Sozialarbeiterin und ehrenamtliche Helfer die Flüchtlinge. Sie kommen aus aktuellen Kriegs- und Krisengebieten in Afghanistan, Elfenbeinküste, Syrien, Mali oder Marokko.

In der Vergangenheit hatten Neonazis Tostedt bekanntlich immer wieder in die Schlagzeilen gebracht. Zahlreiche Bürger haben sich zu einem offenen Netzwerk gegen Fremdenfeindlichkeit zusammengeschlossen. Sie wollen unter anderem Sprach- und Sportkurse für Flüchtlinge anbieten. Reiner Kaminski, Sozialdezernent des Landkreises Harburg, begrüßt die bürgerschaftlichen Willkommens-Initiativen: „Sie können doch dazu beitragen, vereinzelt vorhandene Ängste, Sorgen und Vorurteile von Bürgern und Anwohnern gegenüber den neuen Nachbarn abzubauen.“ (be)

 

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In der Nacht zum Freitag, kurz nach Mitternacht, haben zwei Unbekannte die Angestellte der Spielhalle an der Poststraße überfallen. Die 24-Jährige wollte gerade den Müll zur Hintertür hinaus bringen, als sie von den zwei Männern abgepasst und in die Spielhalle zurückgedrängt wurde. Einer der Männer bedrohte die Frau mit einer Pistole und zwang sie, den Tresor zu öffnen. Die Täter entnahmen eine noch unbekannte Menge Bargeld und fesselten die Frau. Dann flüchteten sie in unbekannte Richtung.

Nach einigen Minuten konnte die Angestellte die Fesseln lösen und die Polizei alarmieren. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung konnten die beiden Räuber entkommen. Sie waren dunkel gekleidet und sprachen gebrochen deutsch. Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen bitte an den Zentralen Kriminaldienst, Telefon 04181/2850. (be)

 

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DSC_1030Von Kristian Stemmler

Sie hat viel Streit ausgelöst, doch jetzt dürfte das Thema allmählich durch sein. Am heutigen Donnerstag wurde an der Mühlenschule in Holm-Seppensen mit rund 60 Gästen das Richtfest der neuen Turnhalle gefeiert, im Herbst soll sie fertig sein. Die alte Halle war am 5. Mai 2012 abgebrannt, die Brandstifter konnten bis heute nicht ermittelt werden.

Bei Kaiserwetter versammelten sich im Rohbau Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Vertreter der beteiligten Planungs- und Baufirmen, Lehrerinnen der Mühlenschule und etliche Mitglieder des Rates. Dabei waren auch die beiden Favoriten für die am kommenden Sonntag stattfindende Bürgermeisterwahl, der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, und der grüne Fraktionschef Joachim Zinnecker.

Vier Zimmerleute kletterten auf ein leicht schwankendes Gerüst, einer von ihnen sagte von dort oben den Richtspruch auf, das Publikum applaudierte. Zuvor hatte Stadtbaudezernentin Doris Grondke, die für den verhinderten Bürgermeister Wilfried Geiger eine kurze Ansprache hielt, den Architekten des Hamburger Büros Dohse und allen beteiligten Baufirmen gedankt. Den Schülern, dem Kollegium und den Eltern der Mühlenschule sowie dem SV Holm-Seppensen dankte sie für die Geduld. Sie hätten wegen der fehlenden Halle manches Provisorium in Kauf nehmen müssen.

„Das Schlimmste liegt hinter uns und das Beste hoffentlich vor uns“, bilanzierte die Stadtbaudezernentin. Mit Blick auf die Kritik in den vergangenen Monaten betonte sie, man habe mit dem Wetter Glück gehabt, sei im Zeit- und auch im Kostenplan. Im Oktober werde man die Halle hoffentlich einweihen können.

Grondke hatte Kritik vor allem aus der FDP, der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) und vom Wochenblatt auf sich gezogen, weil sie den Auftrag für den Neubau nicht nach Schema F, sondern im Rahmen eines hochbaulichen Gutachterverfahrens vergeben hatte. Dies habe zu Verzögerungen und Mehrkosten geführt, so die Kritik. Grondke konterte, das Gutachterverfahren habe keineswegs mehr Zeit gekostet und die Mehrkosten seien absolut im Rahmen geblieben.

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Joachim Zinnecker wirbt am Tunnel - und hat eine Antwort von Ostring-Befürwortern provoziert.

Joachim Zinnecker wirbt am Tunnel – und hat eine Antwort von Ostring-Befürwortern provoziert.

Der Neubau des Mühlentunnels kommt endlich voran: Nachdem die Politik dem Vorhaben einstimmig grünes Licht gegeben hatte, ist jetzt die Planung unter Dach und Fach. Das renommierte Ingenieurbüro WTM Engineers hat den Auftrag bekommen, den Neubau zu planen. Das 250 Mitarbeiter starke Hamburger Büro hat bereits viele komplexe Verfahren bearbeitet.

„Wir freuen uns, dass wir so ein erfahrenes Büro für die Aufgabe gewonnen haben“, sagte die Buchholzer Stadtbaurätin Doris Grondke. Die Hanseaten hatten sich – wie schon im ersten Anlauf – auch in bei der wiederholten Ausschreibung gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Im nächsten Schritt stehen kurzfristig Gespräche mit allen an dem Vorhaben Beteiligten auf der Agenda. „Wir wollen so früh wie möglich alle wichtigen Belange ansprechen und im Auge behalten“, sagt Grondke. Dazu gehört auch, dass die Öffentlichkeit in den Planungsprozess mit einbezogen wird. WTM-Geschäftsführer Karl Morgen hatte jüngst im Planungsausschuss seinen Zeitplan für die Realisierung des Baus vorgestellt. Danach könnte der Planungsprozess bis Ende 2015 abgeschlossen und mit den Bauarbeiten im Laufe des Jahres 2016 begonnen werden.

Auf wenig Gegenliebe dürfte diese Entwicklung bei der BürgerAktion Mühlenwege stoßen. In dieser Initiative haben sich Anwohner der Mühlenwege zusammengeschlossen, die durch den Neubau des Mühlentunnels eine deutliche Zunahme des Straßenverkehrs vor ihrer Haustür befürchten. Mit einem Flyer an die Buchholzer Haushalte griff die BürgerAktion jetzt in den laufenden Bürgermeisterwahlkampf ein.

Auf den ersten Blick kommt das Flugblatt objektiv daher, es handelt sich aber tatsächlich um eine klare Wahlunterstützung für den Kandidaten von CDU und FDP, Jan-Hendrik Röhse. Vier Fragen habe man den fünf Kandidaten für das Bürgermeisteramt vorgelegt. Wobei es sich bei diesen „Fragen“ eher um eine Werbung für das „Drei-Achsen-Konzept“ handelt, die von der BürgerAktion Mühlenwege vorgeschlagen wird. Es sieht vor, dass im ersten Schritt der Ostring gebaut wird und erst im zweiten Schritt der Mühlentunnel ausgebaut wird.

Ein Tunnelausbau ohne den Ostring werde wie ein Ventil für die überlastete Innenstadt wirken, bisherige Verkehrsströme verändern und zu einer Verlagerung in den Westen führen. In den Wohngebieten an den Mühlenwege werde das, so die Initiative, zu wachsenden Belastungen und abnehmender Sicherheit führen. Die Befürchtungen der Anwohner würden von der Politik aber nicht ernst genommen.

In der Darstellung der Antworten der Kandidaten lobt das Flugblatt mehr oder weniger offen die Kandidaten Röhse, Ronald Bohn, Norbert Keese und Uwe Schulze, weil sie die Gefahr einer Zunahme des Verkehrs auf den Mühlenwegen erkannt hätten. Joachim Zinnecker, der Kandidat von SPD, Grünen und Buchholzer Liste, wird dagegen ins Abseits gestellt. Er lehne den Ostring ab und plädiere für den vorrangigen Tunnelneubau, halte die Belastungen der Wohngebiete für gerechtfertigt.

Das Flugblatt der BürgerAktion Mühlenwege endet mit dem Appell, den Kandidaten zu wählen, „der mit den Prioritäten unseres Drei-Achsen-Konzeptes übereinstimmt und der sich an das Votum des Bürgerentscheids für den Ostring gebunden fühlt“. Das aber ist eine klare Wahlempfehlung für Röhse, wenn man mal davon ausgeht, dass die drei unabhängigen Kandidaten am kommenden Sonntag am Ende doch chancenlos sein werden.

Was die BürgerAktion verschweigt, ist die Tatsache, dass der Planfeststellungsbeschluss zum Ostring längst vom Gericht kassiert ist und die Chancen, dass er in dieser Version noch kommt, von Experten als gering eingeschätzt werden. Das heißt, die Planungen müssten wieder von vorn beginnen. Das aber kann Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. So lange mit dem Neubau des Mühlentunnels zu warten, wäre einfach unverantwortlich. Aber den Einzelhausbesitzern an den Mühlenwegen dürfte die Lärm- und Abgasbelastung der Anwohner der Hamburger Straße und der Kirchenstraße ziemlich egal sein. (kst, hh)

 

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WildschweineJagderfolg im Steinbachtal: Der von der Stadt Buchholz beauftragte Jäger hat in dem Areal ein Wildschwein erlegt. Das erklärte der Pressesprecher der Stadt, Heinrich Helms, auf Nachfrage des buchholz express. Der Abschuss führte dazu, dass die Wildschweine sich erst mal zurückgezogen haben und es vorerst keine Beschwerden von Anwohnern über Schäden mehr gab. „Momentan ist Brut- und Setzzeit, da darf die Jagd nicht fortgesetzt werden“, sagte Helms, „wir werden die Situation im Steinbachtal aber weiter beobachten.“ (kst)

 

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