Tarnen und Täuschen: Wochenblatt setzt Kampagne gegen Doris Grondke fort – jetzt ist das ISEK dran

 

DSC_7897Von Kristian Stemmler

Reinhard Schrader scheint kurz vor seiner Pensionierung noch eine Art präsenile Unbelehrbarkeit entwickeln zu wollen – oder war er schon immer so? Der Chefredakteur des Nordheide Wochenblattes prügelt in der Ausgabe vom 16. April schon wieder auf der Buchholzer Stadtbaudezernentin Doris Grondke herum. Er hat es offenbar nicht verwunden, dass sie seine Argumentation zum Neubau der Sporthalle an der Holm-Seppenser Mühlenschule im Stadtrat ad absurdum geführt hat, und nimmt jetzt das ISEK her, um sie zu treffen.

Wie bekannt, arbeitet die Buchholzer Verwaltung seit einigen Monaten erfolgreich an einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), wie es andere Kommunen schon länger haben. Dabei soll grundsätzlich geklärt werden, wohin Buchholz sich eigentlich überhaupt entwickeln soll. Eine für die Stadt nicht ganz unwichtige Frage, deren Beantwortung natürlich auch etwas kostet. Aber für Schrader ist das alles nur rausgeschmissenes Geld. Ihm passt schon die ganze Richtung nicht.

„ISEK ist Teil einer Mega-Jobmaschine im öffentlichen Dienst und bei dessen Dienstleistern: bei Planungsbüros, Gutachtern, Mediatoren usw. Zu Lasten der Steuerzahler werden für derartige Programme immer neue Konzepte produziert, am Ende nicht selten für den Papierkorb.“ Schrader offenbart hier wieder einmal seine FDP-nahe, neoliberale Grundeinstellung, zu der auch eine tiefsitzende Verwaltungsfeindlichkeit (um nicht -hass zu sagen) gehört:

Der Staat hat die Infrastruktur für die Wirtschaft in Stand zu halten und zu entwickeln, damit der Rubel rollt, basta! Da macht sich Schrader ganz zum Sprachrohr des Klientels seiner Zeitung, der Werbe- und Anzeigenkunden, also der Wirtschaft. Nur so ist ja auch seine Dauerkampagne gegen Grondke zu erklären, die mit ihrer Politik offenbar die Erwartungen der Buchholzer Geschäftsleute nicht ausreichend erfüllt.

Für einen Journalisten ist eine solche Haltung schon peinlich genug. Noch peinlicher wird es aber, wenn man sich diesen Beitrag genauer anschaut. Denn wieder einmal mischt Schrader Tatsachen, Halbwahrheiten, Unwahrheitungen und Übertreibungen noch nicht einmal besonders geschickt zusammen, um Grondke ans Bein zu pinkeln. Es genügen eigentlich einige Klicks im Internet und ein wenig Nachdenken, um den Beitrag zu entlarven.

Schrader vergleicht das ISEK, das in Buchholz im Werden ist, mit dem ISEK, das die Nachbarkommune schon erstellt hat. In Buchholz lägen die Kosten bei mindestens 150.000 Euro, Tostedt habe sein ISEK zum Nulltarif hinbekommen. Diese Aussage ist eine recht gemeine Täuschung! Auf einer Seite der Tostedter Verwaltung lesen wir nämlich zum Tostedter ISEK:

„Das Konzept ist im Rahmen eines Postgraduiertenstipendiums der Irene und Friedrich-Vorwerk-Stiftung, Tostedt, zur Förderung des akadamischen Nachwuchses im ingenieurwissenschaftlichen Studiengang Stadtplanung an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) entstanden.“

Auf Deutsch: Die Vorwerk-Stiftung hat, wie so Manches andere in Tostedt, auch dieses ISEK bezahlt. Wenn man so einen Sponsor hat, kann man natürlich leicht zum Nulltarif arbeiten!

Dann bemängelt Schrader auch noch, dass Buchholz sich zwei Jahre Zeit lässt für sein ISEK, Tostedt habe dasselbe in einem halben Jahr geschafft. Auch hier täuscht der Herr Chefredakteur, was das Zeug hält. In Tostedt ging es um ein ISEK für „die Durchführung von Ausbaumaßnahmen im Tostedter Ortskern“ – das war’s! In Buchholz geht es um viel mehr: um eine umfassende Analyse der Stärken und Schwächen, um Sport, Stadtentwicklung, Kultur, Grünanlagen und und und. Dafür braucht man Zeit und dafür sollte Buchholz sich die Zeit auch nehmen.

Fast am unverschämtesten ist die Formulierung Schraders von der „letztlich bedeutungslosen Bürgerbeteiligung“. Die Empore war ausgebucht, als das Planungsteam vor einigen Wochen die Bürger gebeten hatte, ihre Meinung zu sagen. Dass zu den ISEK-Veranstaltungen viele Kommunalpolitiker und oft Leute kommen, die man auch bei ähnlichen Gelegenheiten sieht, ist bestimmt nicht Grondkes Schuld.

Das ist die Folge einer Politikverdrossenheit, an der Medienleute wie die Schraders und ihre Amigos in der Politik und Wirtschaft die meiste Schuld tragen. Viele Bürger sind nicht ganz zu unrecht der Meinung, dass man gegen die mächtigen Interessengruppen, die eine Stadt wie Buchholz mit Geschäftshäusern und teuren Eigentumswohnungen zuklotzen ohnehin wenig tun kann.

 

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