Mehr Einbrüche, mehr Drogendelikte, weniger Fahrraddiebstähle – Polizeiinspektion Harburg legt Statistik für 2013 vor

Veröffentlicht: 2014-04-01 in Hintergründe, Lokales
Schlagwörter:, ,

Von Kristian Stemmler

Das Thema Einbrüche in Wohnungen ist für die Polizei im Landkreis Harburg nach wie vor ein Hauptproblem. Das wurde jetzt bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektion Harburg für das Jahr 2013 deutlich (zu der der buchholz express mal wieder nicht eingeladen war). Die Zahl der Wohnungseinbrüche durchstieß die magische Zahl 1000, stieg von 857 im Jahr 2012 auf 1029 im Jahr 2013.

Speziell die Zahl der Tageswohnungseinbrüche stieg von 338 in 2012 auf 419 Taten und somit um 23,96 Prozent an. Die hohe Zahl der Taten sei auch auf statistische Effekte zurückzuführen, so Inspektions-Chef Uwe Lehne. Einige Einbrüche fanden bereits 2012 statt, wurden aber erst 2013 bearbeitet. Die Aufklärungsquote habe aber aufgrund der festen Einrichtung des Sachgebietes Wohnhauseinbruch bei rund einem Drittel gehalten werden können, sie stieg von 31,95 auf 33,89 Prozent.

Einen starken Anstieg verzeichnete die Polizei auch bei der Rauschgiftkriminalität (plus 42,04 Prozent auf 723 Fälle), bei den Sachbeschädigungen an Pkw (plus elf Prozent auf 555 Fälle), bei Ladendiebstählen (plus elf Prozent auf 464 Fälle) und bei schwerem Raub in/aus Kraftfahrzeugen (plus 5,73 Prozent auf 627 Fälle). Dagegen nahm die Zahl der Rohheitsdelikte, also zum Beispiel Körperverletzung und Raub, (von 2018 auf 1870 Fälle) und der Fahrraddiebstähle (von 907 auf 741 Fälle) ab.

Die Gesamtzahl der von der PI Harburg bearbeiteten Straftaten ist fast identisch geblieben, im Vorjahr wurden insgesamt 13.756 Straftaten bearbeitet, das sind genau 13 Taten mehr als 2012. Die Aufklärungsquote lag 2013 bei 56,44 Prozent, 2012 lag sie geringfügig höher, nämlich bei 57,11 Prozent.

Natürlich ließ es sich Uwe Lehne dennoch nicht nehmen, sich auf die Schulter zu klopfen. „Insgesamt hat unsere Präventionsarbeit Früchte getragen“, behauptete er laut Nordheide Wochenblatt. „Im Landkreis Harburg lebt es sich sicher.“ Die Randlage zu Hamburg bestimme nach wie vor das Kriminalitätsgeschehen, so Lehne, was sich vor allem in der Zahl der Einbrüche niederschlage.

Noch relativ gering ist die Zahl der Internet-Straftaten: Im Landkreis Harburg wurden 4178 Fälle gezählt. „Die Dunkelziffer liegt aber locker zehn Mal höher“, erklärte Polizeipräsident Friedrich Niehörster laut Wochenblatt. Man müsse überlegen, künftig Personal umzuschichten, um der Internetkriminalität gewachsen zu sein. „Wir werden uns sicher auch Knowhow von außen zukaufen müssen“, so Niehörster.

Von den insgesamt 5.823 Tatverdächtigen waren 4.514 männlich und 1.309 weiblich. Zur Tatzeit erwachsen waren insgesamt 4.438 Tatverdächtige. Zu den Heranwachsenden (18 bis einschließlich 20 Jahre) zählten zur Tatzeit 569 Personen, zudem wurden 602 Jugendliche und 214 Kinder als Tatverdächtige ermittelt. Von insgesamt 5823 waren 1158 nichtdeutsche Tatverdächtige.

Für die Nazis in der Region sicher ein gutes Argument. Derzeit versucht vor allem die AG Nordheide aus der Gleichsetzung: „mehr Ausländer = mehr Kriminalität“ Kapital zu schlagen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s