+++ EINSATZTICKER +++ Amokfahrer von Winsen ist psychisch krank +++ Beide Verletzten außer Lebensgefahr +++ Faslamsverein setzt Feiern fort +++

Veröffentlicht: 2014-03-04 in Lokales
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Von Kristian Stemmler

Fühlte er sich bedroht? Drehte er deshalb durch? Der Amokfahrer aus Boizenburg, der im Winsener Ortsteil Stöckte am Rosenmontag zwei Männer (47 und 58) angefahren und verletzt hat, ist offenbar psychisch krank. Das sagte der Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, Jan Krüger, dem NDR. Der 44-Jährige sei in der Psychiatrie untergebracht worden. Morgen soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Am frühen Nachmittag war der Mann am dem Sportplatzweg in Stöckte auf eine Gruppe von rund 50 Mitgliedern des Vereins Faslamsbrüder Stöckte getroffen, die zum traditionellen „Schnorren“ aufgebrochen waren. Dabei werden auch Autos angehalten, um die Insassen zu kleinen „Spenden“ zu animieren.

Das Nordheide Wochenblatt stellt den Ablauf so dar: „Als der Pkw Skoda des Boizenburgers die Straße entlang kommt, setzten sich vier Narren auf die Fahrbahn, um den Mann auszubremsen und um eine Spende anzubetteln. Nach Polizeiangaben bremste der Mann zunächst scharf vor der Gruppe ab. Dann hat er ein Stück zurückgesetzt, wieder Gas gegeben und hat zwei mit ihrem Bollerwagen am Fahrbahnrand stehende Narren umgefahren.“

Ein Verletzter wurde mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert, der andere mit einem Rettungswagen. Zum Glück seien die Verletzungen weniger schlimm als befürchtet, erklärte Jan Krüger im NDR. Beide Verletzten seien außer Lebensgefahr.

Nach dem Unfall blieb der Täter regungslos in seinem Fahrzeug sitzen. Zeugen zogen den Amokfahrer aus seinem Fahrzeug und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Stöckter Faslamsbrüder sagten eine für Montagabend geplante Veranstaltung ab. Der Festball am heutigen Fastnachts-Dienstag und der Aschermittwochs-Frühschoppen finden nach Absprache mit den Familien der verletzten Faslamsbrüder aber statt. Der Verein stellte folgende Erklärung auf seine Homepage:

„Liebe Faslamsbrüder, liebe Stöckter, Faslamsbegeisterte und Freunde! Wir sind erschrocken über die gestrigen Vorkommnisse. Vielen Dank für Eure Unterstützung, Anteilnahme und Genesungswünsche. Wir stehen in engem Kontakt mit den Betroffenen und ihren Familien, und können daher mit großer Erleichterung mitteilen, dass es den beiden Verletzten den Umständen entsprechend gut geht. In Absprache und auf ausdrücklichen Wunsch der Betroffenen werden daher keine weiteren Veranstaltungen abgesagt. Wir sind in Gedanken bei allen Betroffenen und freuen uns auf einen gemeinsamen Ausklang der Faslamszeit mit Euch.“

Der Faslam-Umzug in Stöckte gilt als einer der größten in Norddeutschland. Vom 1. bis zum 5. März feiern hier die Jecken. In diesem Jahr ist die Freude getrübt.

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