EINSATZTICKER +++ Amokfahrt am Rosenmontag in Winsen +++ 44-Jähriger überfährt zwei Faslamsbrüder +++ Zwei Verletzte

Von Kristian Stemmler

Im Winsener Ortsteil Stöckte ist es am heutigen Rosenmontag zu einem schweren Verkehrsunfall mit zwei Verletzten gekommen. Ein 44 Jahre alter Mann aus Boizenburg fuhr mit seinem Skoda Octavia in eine Gruppe von etwa 50 Faslamsbrüdern. Zwei von ihnen wurden verletzt, sind aber offenbar nicht in Lebensgefahr.

Nach Angaben der Polizeiinspektion Harburg lief das Geschehen so ab: Auf dem Sportplatzweg waren etwa 50 Angehörige des örtlichen Faslamsclubs zu Fuß auf einer so genannten Schnorrertour. Hierbei ist es Brauch, verkleidet von Haus zu Haus zu gehen und nach Spenden zu fragen. In Nebenstraßen werden auch gelegentlich Autos angehalten.

Gegen 13.55 Uhr setzten sich drei Faslamsbrüder auf die Fahrbahn des Sportplatzwegs, um den Skoda des Boizenburgers zu stoppen. Ein vierter Mann wollte den Fahrer um eine kleine Gabe bitten. Der Fahrer beschwerte sich sofort lautstark über die Schnorrer. Dann fuhr er an und bremste erst unmittelbar vor den Sitzenden abrupt ab.

Als die drei Sitzenden daraufhin aufsprangen, um die Fahrbahn zu räumen, trat der Fahrer aufs Gaspedal, fuhr einen kleinen Schlenker und rammte von hinten einen Bollerwagen, der von zwei Männern gezogen wurde. Die beiden Männer wurden durch die Luft geschleudert und blieben regungslos auf dem Grünstreifen liegen. Der Fahrer hielt einige Meter weiter auf einem Grundstück an.

Innerhalb weniger Minuten waren Polizei und Rettungsdienst am Einsatzort. Zeugen hatten den Fahrer bereits aus dem Wagen geholt und festgehalten, um ihn an die Polizei zu übergeben. Der Mann machte einen aggressiven und verwirrten Eindruck. Er wurde in Gewahrsam genommen und einem Arzt zur psychiatrischen Begutachtung vorgestellt. Dieser hat mittlerweile die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik angeordnet.

Die beiden Verletzten, zwei Männer im Alter von 47 und 58 Jahren, wurden mit einem Rettungshubschrauber und einem Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Lebensgefahr bestand nach ersten Erkenntnissen nicht. Die zahlreichen Zeugen wurden noch vor Ort durch ein Kriseninterventionsteam der Johanniter-Unfallhilfe betreut.

Für die Rekonstruktion des Unfallhergangs hat die zuständige Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen zur Unfallstelle beordert. Gemeinsam mit den Kriminaltechnikern sichert er alle Spuren am Fahrzeug und der Straße. Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes haben unmittelbar nach den ersten Maßnahmen mit den Zeugenbefragungen begonnen.

Die ersten Ergebnisse gaben genug her, um gegen den 44-Jährigen ein Strafverfahren wegen versuchten Totschlags einzuleiten. wurde. Derzeit muss davon ausgegangen werden, dass er die beiden Männer vorsätzlich von hinten überfahren hat. Der Erlass eines Haftbefehls ist in Vorbereitung.

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