Archiv für März, 2014

Zinne RadIm Internet hat Bürgermeisterkandidat Joachim Zinnecker mit eigenen Auftritten bereits vorgelegt – jetzt gibt er auch auf der Straße Gas. Das aber mit Körperkraft, wie es sich für einen ökologisch bewusst handelnden Politiker gehört. Zinnecker, dessen Kandidatur von der SPD, den Grünen und der Buchholzer Liste getragen wird, ist mit einem Lastenfahrrad des holländischen Herstellers Babboe in der Stadt unterwegs.

Das Rad wurde vor acht Jahren von einem Team von Eltern und Ingenieuren als Alternative zum Auto entworfen, um Kinder darin sicher zu transportieren. Zinnecker hat allerdings keine Kleinkinder dabei, sondern Wahlkampfmaterial und ähnliches. Das Rad wird vom zweiten Wahlkampfslogan „Voll auf Zinne“ geschmückt (der erste Slogan heißt „Zinne bewegt Buchholz“), es hat einen Elektrohilfsmotor, dessen Akku ganz aufgeladen für 45 Kilometer reicht.

„Wir wollen uns von den Wahlkampfmobilen der Konkurrenz abheben, das sind ja meistens VW Busse“, sagte Zinnecker dem buchholz express. Darüber hinaus solle das Rad eine Werbung für E-Bikes sein, ja für E-Mobilität insgesamt. Und natürlich steht diese Form der Fortbewegung für eine andere Art der Verkehrspolitik, wie SPD, Grüne und Buchholzer Liste sie vertreten. (kst)

Wir haben etwa die Hälfte der Fastenzeit erreicht. In früheren Zeiten galt das Fastenverbot buchstäblich, soll heißen, es wurde tatsächlich wenig gegessen, vor allem Fleischliches. Heute wird modern gefastet, Millionen nehmen an der Aktion „Sieben Wochen ohne“ teil. Da wird auf belastende Gewohnheiten verzichtet – also die tägliche Tafel Schokolade, das Rauchen, das Glas Wein am Abend etc. pp. Dass dies auch zu Komplikationen führen kann, stellte ich kürzlich fest, als meine Verlobte Karen und ich abends bei Anja und Michael, einem befreundeten Pärchen, zu Gast waren.

„Es gibt einen tollen Spielfilm im TV“, sagte ich zur Begrüßung. „Sorry, ich verzichte bis Ostern aufs Glotzen“, erwiderte Michael und packte ein Sixpack Bier auf den Tisch. Jetzt winkte ich ab: „Tut mir leid, kein Alk!“ Er trank sein Bier allein, ich knabberte trübsinnig Erdnüsse. Anja, die sonst redet wie ein Wasserfall, saß stumm daneben. Sie hatte versprochen, in der Fastenzeit nur das Nötigste zu reden. Dafür rauchte sie wie ein Schlot und Karen, die aufs Rauchen verzichtet, floh auf den Balkon. Wir treffen uns jetzt erst nach Ostern wieder…

 

Das dürfte das endgültige Aus für den Schweinemaststall im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald sein. Bürgermeister Wilfried Geiger und Stadtbaurätin Doris Grondke teilten auf der Sitzung des Stadtrates am Dienstag mit, dass die Stadt die Entscheidung des Landkreises Harburg mitträgt. Der Landkreis hatte dem Vorhaben der Landwirtsfamilie Becker im Ortsteil Meilsen die naturschutzrechtliche Genehmigung verweigert.

Geiger wies darauf hin, dass die Familie Becker gegen die Entscheidung juristisch vorgehen könne. Er habe aber bisher keine Kenntnis, ob das geschehen werde. „Wir unternehmen so lange nichts“, erklärte der Bürgermeister. Das Aus für das Projekt ist ein großer Triumph für die Interessengemeinschaft zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Stuvenwald (I.G.E.L.).

Sie hatte das Vorhaben in die Öffentlichkeit getragen, eine Demo mit rund 100 Teilnehmern im Buchholzer Zentrum organisiert und 4152 Unterschriften gegen den Bau des Stalls gesammelt, die an Geiger übergeben wurden. Die Landwirtsfamilie Becker wollte eine Anlage mit 1080 Plätzen und einen Güllebehälter mitten im Landschaftsschutzgebiet bauen. Einer Klage gegen die Entscheidung des Landkreises ist nach Ansicht von Experten wie dem renommierten Juristen Martin Dieckmann relativ aussichtlos. (kst)

 

 

Von Kristian Stemmler

Dass die Ratsmehrheit im Stadtrat auf offener Bühne Bürgermeister Wilfried Geiger Beifall zollt, das hat es in der laufenden Ratsperiode auch noch nicht so oft gegeben. Gestern abend in der Rathauskantine war es so weit, und zwar weil sich Geiger überraschend deutlich für seine Stadtbaurätin Doris Grondke in die Bresche warf – und damit auch – ohne das Blatt zu erwähnen – klar gegen das Nordheide Wochenblatt und seine Kampagne gegen Grondke Stellung bezog.

Das Thema, an dem das Wochenblatt Hand in Hand mit der FDP seine Aufregekampagne seit Wochen hochgezogen hat: der nach dem Brand der Sporthalle der Mühlenschule Holm-Seppensen im Mai 2012 notwendig gewordene Neubau der Halle. Seit Wochen wiederholt die Gratiszeitung aus dem Hause Schrader wie ein Mantra den Vorwurf, die Bauzeit sei viel zu lang, die Kosten seien explodiert. Doris Grondke bewies gestern in einem sehr sachlichen und detaillierten Vortrag vor dem Rat, dass diese Behauptungen völlig aus der Luft gegriffen sind.

Dass mit dem Neubau der Halle erst vor kurzem begonnen werden konnte, sei der Brandversicherung anzulasten. Neun Monate habe die Regulierung gedauert, erst dann konnte überhaupt mit der Beauftragung begonnen werden, so die Stadtbaurätin. Dass sie sich statt für die üblichen Verfahren für ein Hochbauliches Gutachterverfahren entschieden habe, habe zu keinerlei weiteren Verzögerungen geführt.

Grondke nannte das Verfahren, bei dem externe Fachleute herangezogen wurden, „die bestmögliche Art des Umgangs mit der Entscheidungsfindung“. So seien renommiere Architekten aus Hamburg in die Jury aufgenommen worden, die Sportvereine und die Schule hätte ihre Wünsche äußern können. Es sei auf diesem Wege eine Halle nach Maß entworfen worden und keine Halle von der Stange, wie sie in vielen anderen Kommunen gebaut werden.

Der Siegerentwurf des Hamburger Büros Dohse habe sich am besten mit den Erwartungen und Anforderungen der Nutzer – zum Beispiel eine größere Spielfläche vor der Halle und ein Foyer für Feiern etc. – auseinandergesetzt. Zudem habe der Entwurf die größte Nutzfläche geliefert. Er habe zu recht das Verfahren gewonnen.

Zu den Mehrkosten erklärte Grondke, diese resultierten vor allem aus 307.000 Euro für technische Arbeiten, die vorher nicht absehbar gewesen seien. „Jeder andere Planer, der das Verfahren gewonnen hätte, hätte diese Kosten genauso gehabt“, sage sie. Dann seien noch 90.000 Euro für bewegliche Geräte dazugekommen. So sei man statt der angepeilten 1,8 Millionen bei 2,197 Euro gelandet.

Die Stadtbaurätin betonte, dass man im Grunde für 320.000 Euro eine halbe Halle dazu bekommen habe. Dass die Versicherungsleistungen die Kosten nicht abdeckten, läge schlicht daran, dass das Gebäude unterversichert gewesen sei, nämlich nur zu 90 Prozent. Energisch wies Grondke erneut darauf hin, dass es keine fertige Planung für eine Halle gegeben habe. Dies wird vor allem vom Wochenblatt immer wieder kolportiert.

Grondke verwies darauf, dass auch bei gegenwärtigen und zurückliegenden Projekten Mehrkosten auflaufen und Verzögerungen entstehen, so etwa bei der Zukunftswerkstatt des Kreises (der buchholz express berichtete). Sie entschuldigte sich dafür, dass der Ortsrat nicht einbezogen worden war: „Das hätte besser laufen können.“ Derzeit sei man gut im Zeitplan, Ende April, Anfang Mai komme das Dach für den Rohbau.

Obwohl Grondke in ihrer Ansprache mit klaren Zahlen und Fakten die Lage erklärte hatte, ging FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky nach ihr in die Bütt, um in einer wirklich haarsträubenden Rede die Märchen von gestern zu wiederholen. Man habe offenbar geglaubt, Buchholz aus seinem Schlaf wecken zu müssen, indem man irgendwelche Kapazitäten aus Hamburg herbeischleppe. Es sei bei dem Entwurf doch vor allem um „Schönheit“ und nicht um Funktionalität gegangen. Was Grondke da gemacht habe sei „ein Husarenritt auf der Rasierklinge“ (bitte nicht bildlich vorstellen!!).

Diese Abstrusitäten des Liberalen veranlassten Geiger zu einer Erwiderung, die an Deutlichkeit nichts vermissen ließ. Durch „zwei Ehrenrunden“ der Versicherung habe man enorm an Zeit verloren. Der Haushaltsansatz von 1,8 Millionen sei zustande gekommen, weil man sich an der zu erwartenden Versicherungssumme orientiert hatte, von der man nicht zu weit wegkommen wollte. Man habe da das „Delta aber gehalten“. Geiger: „Die Halle ist keine Elbphilharmonie.“

Er lasse es nicht zu, so der Bürgermeister, dass die Reputation einer engagierten Mitarbeiterin beschädigt werde, die mit Power, Dynamik und großen Kenntnissen nach Buchholz gekommen sei. Und er stehe auch zu dem Gutachterverfahren, dass man für die Auftragsvergabe gewählt hatte. Wie oben erwähnt, gab es hier den Applaus der Ratsmehrheit. FDP und CDU rührten keine Hand.

Geiger appellierte noch an alle, es jetzt mit dem Thema gut sein zu lassen. Herr Schrader, damit sind, glaube ich, vor allem Sie gemeint!

 

Von Kristian Stemmler

Der buchholz express lässt oft kein gutes Haar an der Buchholzer Stadtplanung, vor allem auch im Zentrum. Um so mehr, sollte man auch mal positive Entwicklungen auf diesem Gebiet hervorheben. Dass die Fußgängerzone im Zentrum gestern erweitert worden ist, das ist ein mutiger und wichtiger Schritt – allen Unkenrufen und Bedenken zum Trotz!

Und zwar ist die Poststraße in Höhe C & A geschlossen worden und auf der anderen Seite der Caspers Hoff, etwa in Höhe des östlichen Durchgangs zum Marktplatz. Der Abschnitt dazwischen ist jetzt Fußgängerzone. Lieferanten und die Eigentümer der Parkplätze dürfen weiterhin durchfahren, alle anderen nicht mehr, wie große weiße Logos auf dem Boden anzeigen.

Leider bin ich mal wieder zur gestrigen Einweihung der Zonenerwieiterung nicht eingeladen worden, da ich zwar städtische Pressemitteilungen kriege, aber zu derartigen Presseterminen generell keine Einladungen bekomme. Daher muss ich mich da des Berichts meiner Kollegin in der Harburger Rundschau des Hamburger Abendblattes bedienen.

Danach hat Bürgermeister Wilfried Geiger von einem „kleinen, aber wichtigen Schritt“ gesprochen. Da muss ich ihm diesmal (siehe oben) glatt zustimmen. Er widersprach den Bedenken, dass es auf dem Caspers Hoff Staus geben könnte und dass Geschäfsleute, etwa der Zeitschriften- und Tabakladen an der Poststraße Kunden einbüßen könnten. Als die Fußgängerzone in den 80er kam, habe es auch viel Ablehnung gegeben, davon sei heute längst nicht mehr die Rede.

Dass viele Autofahrer aufjaulen, wenn ihnen die „freie Fahrt für freie Bürger“ beschnitten wird, ist nichts Neues. Ich finde es sehr positiv, dass man jetzt locker vom Marktplatz zum Peets Hoff schlendern kann, ohne Angst haben zu müssen, überfahren zu werden. Wie das mit dem Lieferverkehr gehen wird, muss sich zeigen. Aber das wird sich alles einspielen.

 

DSC_7897Von Kristian Stemmler

Mit jedem Erscheinungstag des Nordheide Wochenblattes und seiner Ableger wird deutlicher, wie wichtig eine echte Alternative zum Quasi-Monopolisten in der Medienlandschaft des Landkreises Harburg ist. In der Ausgabe vom Sonnabend hetzt der Chefredakteur des Blattes, Reinhard Schrader, auf übelste Weise gegen die Buchholzer Stadtbaurätin Doris Grondke. Thema ist wieder, wie schon in etlichen zurückliegenden Ausgaben, die neue Sporthalle an der Mühlenschule Holm-Seppensen.

Was allein schon eine Sauerei ist: Schrader zitiert eine Formulierung und zwar bereits in großen Lettern in der Überschrift, die sie offenbar im Zusammenhang mit dem Wochenblatt gebraucht hat und die ihm zugetragen worden ist: „unsägliche Berichterstattung“. Mal abgesehen davon, dass Grondke recht hat, ist es einfach unsauberer Journalismus nach dem Muster von „Bild“ und anderen Schmierblättern, so eine Äußerung, die jedem mal rausrutschen kann, öffentlich zu zitieren.

In dem vierspaltigen Artikel walzt Schrader sein Ceterum Censeo aus: Im übrigen bin ich der Meinung, dass Doris Grondke Geld und Zeit verschwendet und völlig unfähig ist. Mit allen möglichen Beispielen versucht er zu belegen, warum die Halle viel zu teuer geworden ist und warum die Bauzeit zu lang ist. Dass er da Äpfel mit Birnen vergleicht, ficht ihn nicht an.

Auch kommt der Chefredakteur natürlich wieder mit einer Lügengeschichte daher, die auch durch häufiges Zitieren nicht wahrer wird: nämlich dass eine fertige Planung für eine Sporthalle in Holm-Seppensen in der Schublade gelegen hätte, die Grondke mit ihrem hochbaulichen Gutachterverfahren vom Tisch gewischt habe. Das ist Blödsinn! Noch einmal: So eine fertige Planung hat es nicht gegeben!!

Es ist relativ leicht erkennbar, warum Schrader und sein Schmierblatt dermaßen auf Grondke herumtrampeln. Sie hat neue Verfahren und Strategien aus Hamburg mitgebracht, die vielen in Buchholz, darunter sicher auch Leuten, mit denen Schrader gut kann, nicht gefallen. Offenbar geht es hier auch um Profite und Pfründe. Wenn man die Stadtbaurätin dermaßen unter Feuer nimmt, ist das eigentlich die einzig plausible Erklärung.

Dafür spricht auch, dass bei anderen Projekten, bei denen die Kosten mindestens ebenso ansteigen, das Wochenblatt komplett still hält. Ich erwähne hier nur mal die Zukunftswerkstatt, die sich als ein Fass ohne Boden herausstellte. Immer wieder musste der Landkreis Hunderttausende nachschießen, obwohl das Projekt ja auch von zahlreichen Sponsoren getragen wird. Dass das Wochenblatt hier nichts sagt, liegt auf der Hand, gehört man doch zu den Unterstützern des Projektes und wird dieses Projekt doch von der heimischen Wirtschaft getragen.

An dieser Stelle möchte ich Doris Grondke bitten, sich von diesem Dauerbeschuss nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ihr Vorhaben, eine Art Stadtplanungs- und Baukultur in Buchholz zu implantieren, ist aller Ehren wert und dringend notwendig. Lassen Sie sich nicht von ein paar Pfeffersäcken und Schreiberlingen aus dem Konzept bringen. Buchholz braucht Sie!

Die Buchholzer SPD hat einen neuen Vorsitzender. Für Remo Rauber, der aus gesundheitlichen Gründen sowohl von der Kandidatur für das Bürgermeisteramt wie auch für den Vorsitz des Ortsvereines zurückgetreten war, wählte die Jahreshauptversammlung jetzt den Versicherungskaufmann Wolfgang Passig zum Vorsitzenden. Zu Passigs Stellvertretern wurden die Dibbersener Ortsbürgermeisterin Gudrun Eschment-Reichert und Klaus Grosser gewählt.

Zum Kassenwart wählte der Ortsverein Wolfgang Wolk, zum Schriftführer Maximilian Jehnert. Beisitzer wurden Tanja Rack, Rainer Breckmann, Martin Gerdau, Frank Piwecki, Christoph Schöne, Thorsten Klaucke, Sebastian Jehnert und Henner Redelstorff. Der Ortsverein dankte Rauber und seiner Strellvertreterin Silva Seeler für ihren langjährigen Einsatz.

Die Mitgliederversammlung stimmte ferner der Bezuschussung des Bürgermeisterwahlkampf von Joachim Zinnecker zu. Der Grünen-Fraktionschef im Stadtrat tritt als gemeinsamer Kandidat von Grünen, SPD und Buchholzer Liste bei der Wahl zum Bürgermeister von Buchholz an (25. Mai). (kst)