Provokation am „Kriegerdenkmal“ – Neonazis stellen sechs Holzkreuze für Bombenopfer auf

DSC_0980Buchholz (be) Provokation der Buchholzer Neonazis auf dem Marktplatz von Buchholz: In der Nacht zum Mittwoch stellten sie sechs Holzkreuze in die Grünanlage neben das „Kriegerdenkmal“. Auf die Holzkreuze hatten sie die Namen von fünf deutschen Städten gemalt und die Daten der Bombardierungen dieser Städte durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg: Hamburg, Dresden, Magdeburg, Cottbus, Lübeck. Auf dem sechsten Kreuz stand „6.500.000 Opfer“, eine völlig aus der Luft gegriffene Zahl, mit der die Nazis Propaganda machen.

Die Marktbeschicker wunderten sich offenbar nicht über die „Installation“, jedenfalls hielt es keiner für nötig, die Behörden zu alarmieren. Erst ein Passant, der zufällig an der Anlage vorbeikam und die Holzkreuze entdeckte, alarmierte kurz nach sieben Uhr die Buchholzer Polizei. Zwei Beamte waren schnell vor Ort, machten Fotos und sammelten die Kreuze ein. Vorher wurde noch der Staatsschutz hinzugezogen, um sich ein Bild von der Provokation zu machen.

Juristisch ist der Vorgang schwer zu fassen. Um eine Sachbeschädigung handelt es sich nicht, eher könnte es sich um ein Propagandadelikt handeln. Die Polizei geht davon aus, dass die Holzkreuze eine Antwort auf einen Antrag des parteilosen Ratsherrn im Buchholzer Stadtrat, Kristian Stemmler, sind. Stemmler hatte am Freitag die Errichtung einer Gedenkstätte für die Buchholzer Opfer des NS-Regimes beantragt, die direkt neben dem „Kriegerdenkmal“ aufgestellt werden soll (der buchholz expess berichtete).

Stemmler hat nach Informationen von buchholz express am Dienstag den Buchholzer Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) gebeten, sein Mandat im Stadtrat ruhen zu lassen. Zur Begründung schrieb er:

„Wie Ihnen bekannt sein dürfte, werde ich in meiner Funktion als Ratsherr seit Freitag, 7.2.2014, auf einer einschlägigen Seite Buchholzer Neonazis abgebildet, namentlich erwähnt und indirekt bedroht. Da dies offensichtlich im Zusammenhang mit meiner Ratsarbeit, konkret mit meinem Antrag zur Errichtung eines Mahnmals für NS-Opfer auf dem Marktplatz von Buchholz steht, halte ich das Ruhen des Mandats derzeit für den geeigneten Schritt.

Lassen Sie mich noch betonen, dass ich mehr als enttäuscht darüber bin, dass weder von Ihrer Seite noch von irgendeinem Mitglied des Rates außer von Herrn Ludwig von der Piratenpartei ein Zeichen der Solidarität an mich ergangen ist, obwohl der Vorgang spätestens seit Sonntag durch meinen Beitrag im buchholz express bekannt ist.

Das Ruhen des Mandats würde mir die Gelegenheit geben, über die Konsequenzen für meine weitere Ratsarbeit nachzudenken.“

Wie berichtet, hatte die Neonazi-Gruppe AG Nordheide Stemmler am Freitag im Internet an den Pranger gestellt. Auf der Seite der Gruppe wurde der Ratsherr abgebildet, namentlich benannt und indirekt bedroht. Die Polizei hat den Vorgang inzwischen an die Staatsanwaltschaft in Stade weitergeleitet, die jetzt prüft, inwieweit die Einträge auf der Homepage strafrechtlich relevant sind. Stemmler hat angekündigt, sich von einem Hamburger Anwalt vertreten zu lassen.

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15 Comments

  1. Hallo Herr Piwecki, dann wäre morgen (18.2) doch im Stadtrat die Gelegenheit dieses Thema zu diskutieren. Das darf gern im öffentlichen Teil passieren. Ich würde mich nämlich sehr gern an der Diskussion dazu beteiligen.
    Es sollte jemand zügig auf die TO bringen, denn so wie ich die TO sehe, steht es noch nicht drauf. Ein einfacher Bürger wird das so nicht schaffen, also muss es ein Stadtrat machen.

    Beste Grüße
    Uwe Schulze

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  2. Mandat niederlegen ist natürlich keine Lösung! Aber das A. Ludwig der Einzige gewesen sein soll, der reagiert hat, macht mich jetzt stutzig. Auch ich als Ratsmitglied habe reagiert, Solidarität signalisiert, aber auch zu verstehen gegeben, das man über Art und Form des Gedenken (Stein, Steele, Größe, Finanzierung, Ausgestaltung) noch diskutieren könnte. (und wohl auch muss, wenn man ein einheitliches Bild im Rat haben will…)

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  3. ?? Der Herr mit der Meinung, dass Herr Stemmler nur Mitleid sucht: Wie würde er sich fühlen nach einer solchen Drohung? Warum versucht er, dies zu verharmlosen?? Ich finde, alle demokratischen Kräfte in dieser Stadt sollten zusammen stehen und dieser kriminellen braunen unheilbringenden Kraft die Stirn bieten! Oder haben sie davor Angst? Das wäre genau das, worüber sich diese Leute am meisten freuen!

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  4. Mach dich mal gerade für dein Handeln. Wie viele Widerstandskämpfer haben mit mehr als irgendwelchen Drohungen leben müssen und haben trotz alle dem nicht aufgegeben. Wenn du meinst irgendwelche linke Standpunkte zu vertreten, dann steh dazu und mach weiter. (Aber bitte tatsächlich links)

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  5. Auch nach mehrmaligen lesen der Berichte der AG Nordheide, in denen Herr Stemmler selbst und seine Arbeit als Ratsherr der Stadt Buchholz erwähnt wird, kann ich keine Bedrohung seitens der rechten Szene entdecken. Auch eine „indirekte Bedrohung“ ist bei den verschiedensten Auslegungen der Aussagen der AG Nordheide für mich nicht zu sehen.
    Somit verstehe ich nicht, warum wegen einer solchen Bagatelle die rechte Szene derartig an den Pranger gestellt und als gewaltbereite Gruppierung abgestempelt wird. Doch wenn man es genauer betrachtet fällt doch sehr auf, dass 99% der politisch motivierten Gewalttaten der letzten Wochen, Monate oder auch Jahre von den Linken ausgingen, jedoch die Bevölkerung darüber nichts zu lesen bekommt. Wieso werden die Taten der Antifa nicht mal so thematisiert, wie es nun bei der rechten Szene geschieht, obwohl es sich hier lediglich um geäußerte Kritik handelt, dahingegen jedoch bei den Linken eine exzessive Gewaltbereitschaft zu verzeichnen ist, die sich mit Fakten eindeutig belegen lässt. Wobei es sich im Gegensatz hierzu bei der vorgeworfenen „indirekten Bedrohung“ durch die AG Nordheide gegen Herrn Stemmler um eine dahingestellte Behauptung handelt, die durch keinen Passus aus den Berichten belegt werden kann.
    Und nun ist man allen ernstes empört über die fehlende Rückendeckung für den Herrn Stemmler? Diese sollte man nur dann erwarten wenn es auch gerechtfertigt wäre und nicht nur anhand offensichtlich falsch interpretierten Berichten einer Buchholzer Kameradschaft.

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  6. Auch nach mehrmaligen lesen der Berichte der AG Nordheide, in denen Herr Stemmler selbst und seine Arbeit als Ratsherr der Stadt Buchholz erwähnt wird, kann ich keine Bedrohung seitens der rechten Szene entdecken. Auch eine „indirekte Bedrohung“ ist bei den verschiedensten Auslegungen der Aussagen der AG Nordheide für mich nicht zu sehen.
    Somit verstehe ich nicht, warum wegen einer solchen Bagatelle die rechte Szene derartig an den Pranger gestellt und als gewaltbereite Gruppierung abgestempelt wird. Doch wenn man es genauer betrachtet fällt doch sehr auf, dass 99% der politisch motivierten Gewalttaten der letzten Wochen, Monate oder auch Jahre von den Linken ausgingen, jedoch die Bevölkerung darüber nichts zu lesen bekommt. Wieso werden die Taten der Antifa nicht mal so thematisiert, wie es nun bei der rechten Szene geschieht, obwohl es sich hier lediglich um geäußerte Kritik handelt, dahingegen jedoch bei den Linken eine exzessive Gewaltbereitschaft zu verzeichnen ist, die sich mit Fakten eindeutig belegen lässt. Wobei es sich im Gegensatz hierzu bei der vorgeworfenen „indirekten Bedrohung“ durch die AG Nordheide gegen Herrn Stemmler um eine dahingestellte Behauptung handelt, die durch keinen Passus aus den Berichten belegt werden kann.
    Und nun ist man allen ernstes empört über die fehlende Rückendeckung für den Herrn Stemmler? Diese sollte man nur dann erwarten wenn es auch gerechtfertigt wäre und nicht nur anhand offensichtlich falsch interpretierten Berichten einer Buchholzer Kameradschaft.

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  7. Demokratie ade ?
    Nein das darf nicht sein, nur weil ein paar irre geleitet nicht wissen wie Demokratie funktioniert.
    Was macht die Stadt Buchholz dagegen ?
    Schaut sie etwa zu wie sich die BRAUNE PEST in ihrer schönen Familien Stadt ausbreitet!
    Was sagen die anderen Stadträte?
    Was sagt eigentlich die Buchholzer Wirtschaft dazu ?
    Was sagen die Bürger der Heidestadt den dazu ?
    Wollen denn alle beteiligten, das Buchholz die noch Einkaufsstadt, Familien und Sportstadt in den negativen Schlagzeilen kommt ?
    Wollt ihr das wirklich?

    Kristian, ich habe Verständnis für dein Handeln !

    Lass dich nicht noch mehr von dieser Braunen Pest ärgern.
    Es gibt genug Menschen die nicht so Hirnlos sind, und die wissen wie Demokratie geht.

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  8. Wer Wind säht,wird Sturm ernten.
    Wer Kritik an anderen übt, muss mit Kritik an sich selbst rechnen.
    Wer meint, andere denunzieren und diffamieren zu müssen, muss mit „Konsequenzen“ rechnen. (Erscheinung auf der Seite der AG Nordheide)
    Wer andere mit vollständigen Namen in seinem Blog veröffentlicht, muss sich doch nicht wundern, wenn ihm das Gleiche geschieht.
    So richtig verstehe ich den Herrn Stemmler nicht.
    Die Mittel, die er einsetzt, setzt diese AG Nordheide auch ein.
    Wenn Herr Stemmler dies tut, ist es legitim. Wenn andere, die nicht seiner Ideologie entsprechen, dies tun, wird es schon fast als kriminell dargestellt.
    Irgendwas stimmt doch da dann nicht…

    Insbesondere möchte ich darauf verweisen, dass ich auf der Internetseite der AG Nordheide keinerlei „indirekten“ Drohungen finden konnte. Vielleicht belehren Sie mich eines Besseren ?

    Mit freundlichen Grüßen, Klara.

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  9. Kristian Stemmler mach keinen Fehler und lege dein Ratsmandat nieder. Ratsmitglieder mit
    „kreuz“ brauchen wir dringend.!! Ich denke die Vorfälle in Tostedt und Buchholz mit den Nazis hat gezeigt, daß die braune Trachtengruppe wieder Aufwind spürt auch in ihrem
    „Deutschnationalen Wählerumfeld“. Das verstärkte Flüchtlingsaufkommen auch bei uns und das ausländerfeindliche Abstimmungsverhalten der Schweizer haben wohl auch für die Zukunft das Selbstvertrtauen der Nazis erheblich gestärkt.
    Um so mehr ist es jetzt auch Aufgabe von Medien wie Buchholz Express, Wochenblatt und
    Abendblatt (Harburg-Umland),der Buchholzer Politik,Buchholzer Bürgermeister,Verwaltung,
    Flüchtlingsbetreuungsgruppen und anderen sich mit den Buchholzer Bürgern vor die bei uns
    willkommennen Flüchtlinge zu stellen Gesicht zu zeigen und sie damit willkommen zu heißen. Die Stadt Buchholz unter Bürgermeister Geiger hat doch schon einmal mit anderen
    Gruppen eine Vedranstaltung gegen Nazis organisiert. Wie ich meine mit Erfolg. Ich denke
    an eine Demo oder Mahnwache um den Nazis klar zu machen , daß sie nicht erwünscht sind. Dergemeinsame Protest nimmt auch die Angst vor solchen verwirrten Leuten.

    Gruß Christian

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  10. Also ich sehe keine massive Drohung gegen Herr Stemmler oder wurden gegen ihn schon klare Drohungen ausgesprochen ? Also in mein Augen möchte Stemmler nur bemitleidet werden da er keinerlei Rückendeckung von der Stadt bekommt.
    Ich als Leser würde mich freuen wen hier nicht immer nur über Nazis geschrieben wird das die ja so böse sind und Gewalt bereit ich hab hier in Buchholz noch nix von Gewalt taten die von Nazis kommen gehört dafür schon viel gehört das die Antifa schon sehr viele Gewalt taten vollbracht hat aber noch nie was drüber geschrieben wurde

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  11. Es kann und darf nicht sein, dass ein Mensch, losgelöst von der Funktion als Stadtrat, massiv von solchen Attacken bedroht wird.
    In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, in der wir derartiges zulassen?
    Wir reden hier über eine Minderheit von Menschen die ein verdrehtes Verständnis von Demokratie haben und dieses dem Anschein nach ohne sanktioniert zu werden auch noch praktizieren.
    Ich respektiere dein Handeln Kristian!

    Ich akzeptiere nicht die Gesamthaltung des Staates zur gesellschaftlichen Unterdrückung durch Menschen mit einem fehlgeleiteten Rechtsempfinden welches dazu noch gegen das Grundgesetz verstößt.

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