Bürgermeisterwahl: Rote beißen in den sauren grünen Apfel – Rückendeckung für Zinnecker

Von Kristian Stemmler

Offenbar hat die SPD immer noch nicht verdaut, dass sie keine Volkspartei mehr ist – im Bund jedenfalls nicht und in Buchholz auch nicht. Eingedenk alter Zeiten macht man sich aber nach wie vor gern größer als man ist. Diesen Eindruck muss der politisch interessierte Beobachter bekommen, wenn er die aktuelle Pressemitteilung der Buchholzer Sozialdemokraten zur Bürgermeisterwahl liest.

Die Buchholzer SPD schickt Joachim Zinnecker ins Rennen um das Amt des Buchholzer Bürgermeisters“, heißt der erste Satz. Habe ich da etwas nicht mitbekommen? Soweit ich mich erinnern kann, gab es schon vor einigen Wochen eine Mitgliederversammlung der Grünen im Deutschen Hof, auf dem die Partei ihren langjährigen Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat für die Wahl am 25. Mai nominiert hat.

Vermutlich kommt es die Sozialdemokraten schwer an, dass sie keinen eigenen Kandidaten aufbieten können, nachdem der Noch-Ortsvereinsvorsitzende Remo Rauber aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat. Darüber kann auch nicht die große Mehrheit von 38 zu 3 hinwegtäuschen, die am Sonnabend bei der Mitgliederversammlung der SPD im Hotel „Zur Eiche“ für die Unterstützung Zinneckers im Wahlkampf votierte.

Von dieser Empfindlichkeit der Sozis abgesehen, kann man die Pressemitteilung, wenn man Anhänger des rot-grünen Lagers ist, sicher so stehen lassen. Deshalb hier die folgenden drei Absätze im Wortlaut:

Zinnecker konnte durch seine berufliche und kommunalpolitische Vita seine Eignung für dieses Amt unterstreichen. Durch seine fast zwanzigjährige Ratsmitgliedschaft sind ihm die Probleme und Chancen der Stadt sehr bewusst. Seine Geschäftsführertätigkeit in privaten und öffentlichen Unternehmen qualifiziert ihn einerseits als Vorgesetzten der Stadtverwaltung, andererseits öffnet sie seinen Blick für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten.

Auf die Fragen der SPD-Mitglieder zur Verkehrspolitik machte er klar, dass er gegen die derzeitige gigantomanische Ostring-Planung sei, aber sich eine kostengünstige Bypass-Lösung entlang der Bahn durchaus vorstellen könne. Altbürgermeister Norbert Stein freute sich, dass die Buchholzer SPD die Größe und Weitsicht gezeigt habe, nicht nur nach Parteibuch zu entscheiden, sondern in erster Linie nach Eignung und Befähigung.

Joachim Zinnecker ist der Mann, der in der Lage ist, alle Kräfte der Mitte und diesseits von Schwarz-Gelb zu bündeln und unsere Stadt voran zu bringen“, ist Stein überzeugt und gibt sich kämpferisch: „Unser Ziel ist, im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit für Zinnecker zu erreichen und den Buchholzer Bürgern eine kostspielige Stichwahl zu ersparen.“

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3 Comments

  1. Sowohl gucken als auch lesen….Wg. eines unbewiesenen Vorganges zerlegt sich niemand und was soll hier „Neu“? Der gemeinsame Kandidat ist ein effektiver Schritt!

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  2. Die SPD hat in keinen (grünen) sauren Apfel gebissen, sondern nach Abwägung der politischen Möglichkeiten gehandelt. Durch den krankheitsbedingten Rückzug des Kandidaten galt es, die größtmögliche Handlungsmaxime für Buchholz zu schaffen, um ein weiteres schwarz/gelbes Desaster im Rathaus zu verhindern! Mit dem gemeinsamen Kandidaten Joachim Zinnecker haben die Sozialdemokraten politische Vernunft bewiesen. Es geht nicht um einzelne Interessen, sondern endlich mal um die Bürgerinnen und Bürger.
    Gerade deshalb sind wir die größte Volkspartei.

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