Geht’s noch?! Stadtwerke klotzen knalligen Werbepylon mit angeschlossener E-Bike-Tankstelle ins Stadtbild

Veröffentlicht: 2014-01-25 in Lokales, Politik
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Über Nacht ins Stadtbild geknallt: ein Werbepylon mit angeschlossener E-Bike-Aufladestation.

Über Nacht ins Stadtbild geknallt: ein Werbepylon mit angeschlossener E-Bike-Aufladestation.

Von Kristian Stemmler

Vor einer Woche haben sich mehr als 130 Buchholzer Bürger gemeinsam mit engagierten Fachleuten der Verwaltung in der Empore den Kopf über die Zukunft der Stadt zerbrochen. Bei der 1. Bürgerwerkstatt im Rahmen der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) ging es natürlich auch um die Gestaltung der Innenstadt. Dabei wurde manche Idee formuliert, wie das Zentrum von Buchholz schöner und lebendiger werden könnte (was dringend notwendig ist) – das scheint aber andernorts wenig zu interessieren.

Wie aus dem Nichts ist an der Breiten Straße etwa in Höhe der Kehre vor der ehemaligen Polizeiwache von Buchholz, in der heute Juwelier Klenke residiert, eine Art Minipylon aufgetaucht. Das Stahlungetüm ist mehrere Meter hoch und erinnert mit dem rot-grünen Anstrich ein wenig an eine maritime Anlage. Oben drauf ist ein Solarpaneel.

Wie der Beschilderung zu entnehmen ist, handelt es sich um eine E-Tower-Ladestation für Elektrobikes der Firma BlueTerra Wind Media aus Cloppenburg. Hier soll man wohl E-Bikes kostenlos aufladen können. Das Ding wird offenbar finanziert durch die Werbeschilder, die in den Tower integriert sind, Werbung für den Makler Thies Hauschildt, die Fahrschule Christian Grau, die AOK, Obi und Mc Donald’s.

Abgesehen davon, dass Buchholz schon genug mit Werbung vollgeknallt ist, frage ich mich ernsthaft, wer diese Anlage so genehmigt hat. Wegen der knalligen Farben ist das Teil noch vom City Center aus zu sehen, es verändert das gesamte Entree des Zentrums von Osten aus. Es steht neben denkmalgeschützten Backsteingebäuden und versaut den Blick auf die Pauluskirche vom Westen aus. Mag das Ganze auch ökologisch sinnvoll sein, so geht das nicht!

Obwohl ich Mitglied im Stadtrat bin und auch sonst einiges mitbekomme, habe ich im übrigen von diesem Projekt vorher nie gehört. Angesichts des Papierbergs an Anträgen, Anfragen, Einverständniserklärungen und dergleichen, die jedem Ratsmitglied wöchentlich ins Haus flattern, kann man natürlich schon mal was übersehen. Aber hier scheint es mir eher so zu sein, dass diese Anlage durch kein politisches Gremium gegangen ist. Das wäre ein Unding!

Ich kann den Buchholzern jedenfalls zusagen, dass ich der Sache auf den Grund gehen und alle politischen Möglichkeiten ausschöpfen werde, dass dieses Ding an dieser exponierten Stelle in dieser Form wieder verschwindet!

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Kommentare
  1. Anonymous sagt:

    Danke, Buchholzblog! Ich finde es auch mehr als bedenklich, dass sowas in Buchholz noch möglich ist und anscheinend nur der Buchholzblog sich öffentlich dazu äußert! Da bin ich mal gespannt, wer politisch dafür die Verantwortung übernimmt.

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  2. Uwe Schulze sagt:

    Ein wirklich sinnvoller Platz für so eine Ladestation wäre doch dort wo man auch beispielsweise den Drahtesel parkt, oder? Also am Bahnhof bei den wundervollen Dackelgaragen.
    Wahrscheinlich ist meine Wahrnehmung von gut platzierter Werbung aber auch gestört.
    Was kommt als nächstes? Müssen wir jetzt davon ausgehen, dass demnächst eine E-Tankstelle für Elektroautos vor dem Rathaus entsteht, weil dort schon im Dezember 2013 ein Elektrofahrzeug ausgestellt wurde?

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  3. Lubeca sagt:

    Scheint so, als sei die Verwaltung nicht nur „gut aufgestellt“ (Polit-Sprechblase von Röhse), sondern sie stellt selbst auch auf. Das zwar nicht wirklich gut – um nicht zu sagen, dass es nur direkt vor der Kirche noch be…scheidener ausgesehen hätte -, aber für ein paar Werbe-Euronen schmeißt man notfalls auch jegliches ästhetisches Empfinden über Bord; natürlich nur, falls man je welches hatte. Und beleuchtet ist das Prachtstück also auch noch – na klasse!

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  4. buchholzblog sagt:

    Das scheint ja eine windige Sache zu sein, Frerk! Und wie gesagt: Das Ding ist so knallig und steht an so exponierter Stelle – das kann da nicht bleiben. Und es ist mir völlig latte, dass die Werbung an anderer Stelle angeblich nicht funktioniert. Wenn so eine Sache wirklich Sinn machen würde, dann bezahlen wir das halt aus dem Etat.

    Und dass die politischen Gremien nicht befasst wurden, ist eine Sauerei. Wegen jeder Regenrinne kriegen wir n Stück Papier – aber bei so einem ortsbildverändernden Projekt kommt nichts!

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  5. Theo sagt:

    Ich habe mir schon lange die Frage gestellt, kann man Buchholz noch häßlicher machen?! Jetzt ist meine Frage beantwortet, ganz eindeutig, ja, man kann.

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  6. Frerk Meyer sagt:

    Unter http://www.blueterra.info/ kann man sich über diese E-Bike-Tankstellen mit Solar und Windenergie informieren. Der komische Zylinder unter den Solarpanels ist ein Windrad, welcher Strom in den Akku am Fuß einspeist. Das System soll bis zu 6 E-Bikes aufladen können. Ob der gewonnene Strom dazu ausreicht wage ich zu bezweifeln, da die umliegenden Gebäude eher Wind abhalten. Aber in auf der Website ist von einem Kompressor für den Reifendruck die Rede. Und beleuchtet ist die Anlage auch noch. Wenn die Ladestation nicht an prominenter Stelle stünde, würde das Konzept Bezahlung-durch-Werbung nicht funktionieren. Die Farbgebung rot-grün könnte man ja politisch deuten. Es hätte schlimmer kommen können, z.B. schwarz-gelb. Ich gebe dir recht, eine Schönheit ist das Bauwerk nicht, und eine Information der Ratsmitglieder gab es nicht, aber ich kann dem Ganzen durchaus positive Seiten (für die Förderung des Radverkehrs) abgewinnen.

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  7. buchholzblog sagt:

    Ja, Uwe, und der Punkt dabei ist: Das Ding kann ebenso gut woanders stehen als an diesem zentralen Platz.

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  8. Uwe Schulze sagt:

    Sind wir doch mal ehrlich, die Idee endlich mal etwas kostenlos für die Bürger zu installieren ist sehr schön und lange überfällig.
    Umweltfreundlich und energiebewusst, so etwas muss man unterstützen.

    Über die Werbung kann man sich nichtmal streiten, weil die ist echt fehl am Platz.
    Werbung, Werbung, Werbung…. Wenn ich dann an dieses Ströer- Mafia denke, dann frage ich mich echt ob hier nicht noch ein Schild fehlt mit der Aufschrift “ Buchholz, die Werbefläche“!

    Ich bin aber wie alle der Meinung, das dieser Pylone definitiv keinen Designerpreis bekommen wird.
    Hätte man so einen Pylone nicht auch vom Buchholzer Werbekreis mitfinanzieren lassen können? Ein Vorteil wäre dann das dort nicht so ein abstraktes Werk entstanden wäre, denn das jetzige Design ist wohl eher die Vorgabe der Firma Blue Terra Wind Media und nicht der irregeleitete Geschmack der Stadtverwaltung (wer auch immer dafür Verantwortlichkeit übernimmt).

    Es zeigt aber auch einmal mehr, dass man weder mit dem Stadtrat noch mit den Bürgern redet, oder mit beiden nicht reden will.

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  9. DesTeufelsPoncho sagt:

    Für den brauchen wir kein Denkmal. An den erinnert man sich leider von alleine. Der Pylon in Dibbersen steht für den Erhalt der Betriebe in Dibbersen. Das sich die Cremé de la Cremé darüber aufregt, wegen des Lichts, was ich jetzt nicht verstehe, weil sie doch weit entfernt wohnen und sicher Rollläden haben. Ok, kann stören. Nur ich sehe darin einen persönlichen Vorteil. Und so krass wie am Kunstrasenplatz kann es nicht sein. Gegen die Brücke über ihre Straße habe ich auch nichts vernommen. Also Lärm macht nichts aus? Ich weiß, dass da sogar noch von Verwandten neu gebaut wurde, nach der Brücke… Sie sollten sich aber auch für die Betriebe in ihrem Ort einsetzen zur Erhaltung dieser.

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  10. BlueBear sagt:

    Das ist nur ein 1:20 Modell von dem geforderten Werbepylon für Dibbersen.
    Der kommt dann bestimmt auch eines Tages für alle überraschend.
    Ausserdem könnte man diesen hier in der Stadt doch künftig immer als Sockel für ein Denkmal des aktuellen Bürgermeister nutzen. Oder nicht ?
    Und wie heißt das so schön ? Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen (…und damit sind keine Bürgemeister gemeint, weder vergangene noch künftige).

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  11. DesTeufelsPoncho sagt:

    Schilda im Grünen sag ich nur.

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  12. buchholzblog sagt:

    Das ist die Götterdämmerung der Geiger-Ära, Frau Schaller-Wolf!

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  13. Dagmar Schaller-Wolf sagt:

    Das war doch nicht etwa wieder Herr Müller -Lüdenscheid?? Was ist in Buchholz eigentlich los? Weiß hier noch irgendwer was er macht?

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