Bürgermeisterwahl: Nominiert die SPD jetzt Christine Wüst-Buri?

Wüst-BuriVon Kristian Stemmler

Die Buchholzer SPD tut sich, wie schon in den vergangenen Jahren, wieder ziemlich schwer bei der Kandidatensuche für das Bürgermeisteramt. Nachdem der Ortsvereinsvorsitzende Remo Rauber überraschend aus gesundheitlichen Gründen seinen Hut wieder aus dem Ring genommen hat, beriet gestern die Mitgliederversammlung der Partei im Hotel Hoheluft über einen möglichen neuen Kandidaten. Dabei kamen zwei Juristen ins Spiel.

So würde der Sprötzer Rechtsanwalt Daniel Rosencrantz, der für die SPD im Ortsrat Sprötze sitzt, gern am 25. Mai antreten. Genannt wird auch die Tostedter Anwältin Christine Wüst-Buri, Spezialistin für Familien- und Erbrecht. Rosencrantz ist öffentlich bisher kaum in Erscheinung getreten, Wüst-Buri ist sicher bekannter. Aber ihr werden in Buchholz eher wenig Chancen eingeräumt.

Entschieden wurde gestern noch nicht, die Mitglieder lehnten lediglich ab, die Kandidatur des Gleisbauers Christian Thal zu unterstützen. Bis zum Anmeldeschluss am 31. Januar können sich noch weitere Kandidaten melden, am 8. Februar entscheidet eine erneute Mitgliederversammlung im Hotel Frommann in Dibbersen.

Auf dieser Mitgliederversammlung könnte sich auch der Kandidat der Grünen, Joachim Zinnecker, den Mitgliedern vorstellen. Wenn die Buchholzer SPD sich durchringt, seine Kandidatur mitzutragen, würde das rot-grüne Lager geschlossen gegen den konservativen Kandidaten, den Ersten Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, antreten. Allerdings haben nicht wenige in der örtlichen SPD, eingedenk alter Zeiten, Bauchschmerzen bei dem Gedanken, keinen eigenen Mann oder eigene Frau für das Bürgermeisteramt nominieren zu können.

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7 Comments

  1. Schön, dann muss es ja ein Grund gegeben haben…Aber als Beispiel für die Kandidatenrochaden im Vorfeld (fast) jeder Partei ist es ein gutes Bild.
    Mich würden die Sorgen des TeufelsPoncho (u.a.) schon interessieren, wieso soll ein Stadtrat andere Sorgen haben? Und warum wird so getan, als würden Menschen, die in den Rat gewählt worden sind, diese nicht vermitteln können? Und…eine Frage noch….ab wann ist der Mensch hier eigentlich so richtige „BuchholzerIn“? Fragen über Fragen….

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  2. Liebe Kommentatoren,
    als Mitglied des SPD-Vorstands und Ratsmitglied darf ich zu den Überlegungen hier meine Zustimmung signalisieren. Aber schon im Vorfeld der ersten Nominierung des Kandidaten waren leider die innovativen Stimmen in der SPD in der Minderheit. Nun hat sich, durch den Rückzug von Herrn Rauber, die Chance ergeben, einen gemeinsamen Kandidaten für die kritische Mehrheit hier in Buchholz zu finden. Doch kann die zweitstärkste Partei in Buchholz nicht ganz so einfach auf einen eigenen Kandidaten verzichten, wie es sich für die parteipolitisch ungebundenen Interessenten darstellen mag. Auch muss „zweite Wahl“ nicht unbedingt negativ sein, wie sich bei der ersten Wahl von Norbert Stein zum Bürgermeister zeigte. Aber wir werden die produktive Arbeit, die es mit Herrn Zinnecker gibt, auch der Basis nahe bringen und damit ein neues, gemeinsames Politikverständnis vermitteln. Davon bin ich überzeugt. Und eine gute Stimmung im Wahlkampf haben! Darauf und hoffentlich auf einen gemeinsamen Kandidaten freuen wir uns.

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  3. Ich finde es nicht gut, wenn sich Nicht-Buchholzer aufstellen lassen, die kennen nicht wirklich unsere Sorgen, obwohl ich mich manchmal schon frage: Kennen unsere derzeitigen Stadträte und Bürgermeister diese wirklich? Nein! Viele sind nicht bürgernah und wenn man einen bestimmten trifft, ist er herablassend, aber das war er in der Schule schon. Ich wünsche mir Jemanden, der auf die Leute zu geht oder ihn auch mal unerwartet in Geschäften trifft und sich mit ihm unterhalten kann. Der sich um die Belange der Bürger kümmert und sich breitgefächert Gedanken macht. Ohne von einer Partei vorgeführt wird oder als Ersatz-Kandidat von weit-weit-weg kommt. Sollen sie mal die Kirche im Dorf oder die Leute an ihrem eigenen Wohnort kandidieren lassen.

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  4. Ja, in der Tat, dieses „Rumgeeiere“ hilft nicht wirklich und ist strategisch mal wieder sehr kurz gedacht – nach dem Rückzug ihres Kandidaten muss jede/r neue Kandidat/in einfach wie eine Notlösung wirken – ungeachtet ihrer tatsächlichen Kompetenzen!, aber dieser Makel besteht nun einmal. Und dann noch zwei Personen, die als recht unbekannt gelten müssen und auch von der Qualifikation her Achim Zinnecker nicht das Wasser reichen können (Jurist zu sein reicht eben nicht! Die politische, berufliche und soziale Erfahrung sollte einfach da sein!).
    Das wirkt doch wirklich nur wie eine Trotzhaltung, die nicht akzeptieren möchte, dass es mitunter zielführender sein kann, mal selber einen Schritt zurücktreten und sich einem wesentlich stärkeren und fraglos geeigneten Kandidaten anzuschließen, der immerhin bereits die Grünen, die Buchholzer Liste und den parteilosen Kristian Stemmler (und viele Einzelpersonen…) hinter sich weiß. Sozis, geht Euch mal einen Ruck und springt über Euren Schatten!!!

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  5. Ich kann ja durchaus verstehen, dass die SPD gern einen eigenen Kandidaten aufstellen möchte, und es ist auch ihr gutes Recht, das zu tun. Wenn ich die Regularien richtig verstehe, gibt es, sofern keiner im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht, eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Als Albtraum würde ich es empfinden, wenn durch die Aufspaltung in SPD- und Grünenwähler, die im Prinzip ähnliche Ziele verfolgen, neben Röhse (der als Kandidat der Konservativen in Buchholz sicher viele Wählerstimmen aus dem Lager erhalten wird, relativ ungeachtet dessen, was manche Leute persönlich von ihm halten, denn er ist ja in der „richtigen“ Partei) vielleicht plötzlich z.B. ein Herr Bohn mit den zweitmeisten Stimmen dastehen würde. Ich persönlich könnte in einer Stichwahl keinem der beiden Herrschaften guten Gewissens meine Stimme geben und würde es dann wohl ganz lassen, was allerdings zutiefst meinem Grundverständnis von Demokratie widerspräche.

    Zinnecker wäre mMn als gestandener und in Buchholz gut bekannter und vernetzter Kommunalpolitiker von seinen Zielen her auch für die SPD tragbar. Warum man dann auf auf Teufel komm raus unbedingt einen eigenen Kandidaten braucht, der womöglich relativ chancenlos ist, weil kaum einer ihn kennt, erschließt sich mir nicht so ganz. Wirklich nur, damit man auch einen hat?

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  6. Und durch ihr Rumgeeier hievt die SPD dann damit den CDU Kandidaten auf den Bürgemeisterstuhl, anstatt gemeinsam mit der Ratsmehrheit zusammen den stärkeren Kandidaten Zinnecker sicher ins Amt zu bringen.
    Unglaublich und für den Wähler eher unverständlich.
    Es macht den Eindruck als möchte die SPD lieber einen CDU-Bürgermeister als einen Grünen. Vielleicht ist man bei der SPD der Meinung man muß die Berliner Koalition auch noch bis in die Kommunen tragen, statt vernünftige Politik zu machen.

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