Freie Fahrt für freie Männer! – Was Grand Theft Auto V mit dem Ostring zu tun hat

GTA VEin Gastbeitrag von Olaf Blohm

Manchmal zeigt der Erfolg eines Spieles, wie die aktuellen Männerphantasien aussehen. Der aktuelle Männertraum heißt nicht Emanuela, sondern Grand Theft Auto 5, ein Videospiel, das in der ersten Woche in Deutschland eine Millionen Mal verkauft wurde. In einer riesigen Spielwelt fährt man im Sportwagen durch die Stadt, fliegt Hubschrauber und schießt alle über den Haufen, die einem auf die Nerven gehen. Das Spiel ist echter Männerkitsch, hat aber einen nicht zu vernachlässigenden Wirklichkeitsbezug.

Das Gegenteil dieses Spieles bedeutet in der Realität langsames, aggressionsfreies Fahren. Das fällt besonders Männern schwer. In den von der Straßenverkehrsbehörde verordneten Nachschulungen finden sich fast ausschließlich Männer. Die aktuelle Ausgabe der „Zeit“ beschreibt das Dilemma: „Ein Mann, der keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat, lebt sie beim Autofahren aus.“

So bleibt das Auto die heilige Kuh des Mannes. Es ist seine Schaltzentrale, sein Cockpit von dem aus die Welt eine Zeit lang scheinbar kontrolliert werden kann. Eines ist dabei aber unerträglich: Stillstand. Wo bleibt das Gefühl von Freiheit, Macht und Kontrolle, wenn man(n) wie alle anderen in der Schlange der Blechkisten steht? Da hilft nur eins: Es muss für schnelle, barrierefreie Fahrt gesorgt werden.

In Buchholz heißt das Zauberwort dafür „Ostring“. Er ist die letzte Hoffnung für die von Ohnmacht geplagten Autofahrer. Auch wenn das Projekt keine Chance auf Realisierung hat, muss eisern daran festgehalten werden. Die Alternative wäre das Eingeständnis, nicht alles kontrollieren zu können.

Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ISEK-Prozesses bereit sind, sich den verschiedenen Ideen zu öffnen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln, fristet der gemeine Ostring-Befürworter ein einsames Dasein. Allein kämpft er um den letzten Freiraum zum Ausleben von Freiheit und Abenteuer.

Weil nicht sein kann was nicht sein darf, wird eine Zukunft herbeifantasiert, die so niemals Wirklichkeit werden kann. Helden erreichen ihre Ziel oder scheitern grandios. Der Kompromiss ist im männlichen Heldenepos nicht vorgesehen. Doch solange der Ostring nicht Wirklichkeit ist, gibt es ja noch eine Hoffnung. Grand Theft Auto 6 kommt bestimmt bald!

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4 Comments

  1. saublöd der Artikel, ich bin gegen den Ostring finde den Artikel aber sehr, sehr an der grenze der „auf was für Ideen kommt man unter welchen Drogen“ Utopie!

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  2. Herr Blohm schließt da als Mann sicherlich vor allem von sich auf andere. Freuen wir uns, dass er nicht zum Ausgleich für das viele Warten in der Blechlawine anschließend Prostituierte verprügelt oder deren Zuhälter über den Haufen schießt, wie man es in der GTA-Serie ja durchaus machen kann – wenn man anschließend mit den Fahndungssternen klar kommt.

    Ansonsten hoffe ich, dass Herr Blohm das Spiel auch mal angespielt hat und nicht nur aus den üblichen Medien angelesene Vorurteile wiederkäut.

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  3. Hat mich nicht besonders verwundert, dass der Autor hier die gesamte Männerwelt so vereinfacht und sie komplett in ein Schema zu pressen versucht.
    Genau so hat er ja die Anwohner des Wiesenschulsportplatzes in früheren Kommentaren alle in die Schublade „Notorische Nörgler und Querulanten“ gesteckt ohne sich mit den Gründen auseinander zu setzen.
    Mit dem Ostring hat er aber nicht ganz Unrecht, obwohl es hier auch Autofahrer unter den Ostringgegnern gibt. Der Bogen vom „Gerne Autofahren“ = „Gewaltausübung /-verherrlichung“ = „Ostringbefürwortung“ ist für für mich nur bedingt und nicht zwingend nachvollziehbar.

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