Don Otto von Buchholz reitet wieder!

Don Otto von Buchholz NEUVon Kristian Stemmler

Und er reitet wieder, die Lanze im Anschlag: Don Otto von Buchholz. Selbst der Abriss seines Wohnhauses in Sprötze im September bringt den allseits gefürchteten Gerichtebeschäftiger Prosper-Christian Otto nicht davon ab, weiterhin die Stadt Buchholz resp. deren Bürgermeister zu attackieren und mit einer neuen Klage zu drohen. Ein Kampf gegen Windmühlen wie bei seinem literarischen Vorgänger Don Quijote de la Mancha – oder passt der Kleistsche Michael Kohlhaas besser, dessen Devise bekanntlich war: „Fiat iustitia, et pereat mundus“ – „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“

Wie dem auch sei, im Hamburger Abendblatt besteht Otto jedenfalls, beratungsresistent wie immer, ausdrücklich darauf, alle fünf (!) noch laufenden Gerichtsverfahren in seiner Sache durchzuziehen. Und natürlich glaubt er fest daran, sie zu gewinnen. Keinen kann überraschen, dass er sich natürlich auch weigert, die 27.000 Euro an die Stadt zu zahlen, die diese für den Abriss des Hauses in Ersatzvornahme hingelegt hat. „Dagegen klage ich ebenfalls und werde sicherlich gewinnen“, sagte er dem Abendblatt.

Derzeit wohne Otto mit seiner Frau Christel in einer „kleinen Übergangswohnung“ in Wenzendorf. Seine Habe sei auf zahllose Kisten verteilt, was den Alltag sehr belaste. Der Sänger jammerte der Kollegin vor, dass die Nachfrage nach Eigenheimen und damit auch die Preise gestiegen seien wegen der niedrigen Zinsen. Er habe aber schon einige Objekte in Süddeutschland angeschaut. Es besteht also noch Hoffnung, dass er die Gegend verlässt…

Auch Ottos Lieblingsfeind, Bürgermeister Wilfried Geiger, bekommt wieder sein Fett weg. Dass dieser nicht erneut für das Bürgermeisteramt kandidiert, sieht der Tenor als Chance. Wenn ein neuer Bürgermeister komme, werde der hoffentlich einsehen, dass es nichts bringe, die Prozesse noch jahrelang fortzuführen, und daher eine außergerichtliche Einigung anstreben. Ich glaube, auch da ist er zu optimistisch.

Das Beste zum Schluss: Otto schreibt ein Buch! Er will darin seine ganze Geschichte mit der Stadt Buchholz erzählen, vom Hauskauf über seine erfolgreiche Klage gegen den Bebauungsplan bis zum Abriss. Einen Verlag habe er schon gefunden. Nun ist leicht einzusehen, dass das viele Prozessieren Geld kostet. Andererseits frage ich mich, wer den Kram lesen will, zumal es Bücher über Leute wie ihn ja schon gibt – siehe oben!

Advertisements

7 Comments

  1. Vielleicht ist da Jemand einfach sauer, weil die Energie oder die finanziellen Mittel fehlten sich zu wehren und sich fügte?

    Gefällt mir

  2. Lieber BlueBear, wenn ich nicht durch Verzicht eine solche Erfahrung gemacht hätte, würde ich mich niemals erdreisten so etwas zu schreiben. Ich kann meine Meinung frei äußern ohne im Rampenlicht zu stehen und zu jammern, weil ich zum Verzicht „gebeten“ wurde.

    Gefällt mir

  3. @Söreen : Also, hier muss ich sagen, dass ich das ein wenig unfair finde.
    Mal eben den Rückbau durchführen. Das habe schon einige gesagt. Als ob das so einfach ist.
    Man baut nicht mal eben seinen Wohnraum um 60% zurück. Verzichte doch selber mal auf 60% Deiner Wohnung. Vor allem, wenn sein Wohnhaus 30 Jahre lang toleriert wurde.
    Insofern sollte man zumindestens mal über die Motive von Herrn Otto nachdenken, auch wenn er Fehler gemacht hat, bevor man ihn pauschal als dreist bezeichnet.

    Gefällt mir

  4. Ja, dreist schon, „prominent“ dann eben gefühlt. Alle anderen Waldbewohner, die zurückbauen mussten, taten dieses. Für das ganze Prozess- und Abrissgeld hätte er bestimmt den Rückbau finanzieren können. Manche Leute wollen eben einfach mit dem Kopf durch die Wand. Ich frage mich immer was sie im Nebenraum wollen. Und die Stadt wollte wohl damit ein Exempel statuieren. Von Zweien schafft es einer durch die Wand und einer fährt gegen die Wand. So einfach ist das heutzutage. Wer hat den längeren Atem?

    Gefällt mir

  5. Man kann ja über die Geschichte mit dem Herrn Otto geteilter Meinung sein, auch die Sache mit Hausabriss mag man unterschiedlich beurteilen.
    Die Stadt Buchholz und sein Bürgermeister haben sich mE in der Sache auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
    Aber darauf hin Herrn Otto jetzt als Mensch zu beurteilen, obwohl man ihn persönlich nicht kennt, würde ich mir nicht erlauben.
    Ist Herr Otto wirklich ein dreister (?) „Prominenter“ ?

    Gefällt mir

  6. Warum müssen Ottos eigentlich immer nerven? Ok, ist ja nun wirklich nicht schön wie es für ihn gelaufen ist. Ich weiß auch nicht, ob es da noch Alternativen gegeben hat und ob er oder die Stadt diese eventuell auch nicht wollte. Ich kenne seine Geschichte nur aus der Zeitung und denke, dass sein Hobby im Prozessieren und gegen den Strom zu schwimmen ist. Ich bin es Leid als Leser. Und ich hoffe sehr, dass der nächste Bürgermeister ihm nicht die Prozesse erspart, weil er sich dann ein neues Hobby suchen muss. Es wäre dann wohl das Bücher schreiben. Ich weiß nicht wie er singt, und ob er schön schreiben kann, weiß ich auch nicht. Der Steuerzahler wird sich sicher nicht damit einverstanden erklären, wenn man ihm alles erlässt. Denn dann wären wir wieder die Dummen, die einen dreisten „Prominenten“ in den Himmel schaukeln.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s