Provokation am Gedenkstein +++ Neonazis ziehen in der Silvesternacht durch Buchholz +++ Aktionen im „Kampfjahr 2014“ angedroht

Screenshot AG NordheideVon Kristian Stemmler

Kommt es in den nächsten Wochen zu Anschlägen auf Einrichtungen für Asylbewerber im Landkreis? Diese Befürchtung ist angesichts neuer Aktivitäten von Neonazis aus Buchholz und der Region nicht aus der Luft gegegriffen. Nach einer längeren Pause hat sich jetzt die rechtsextremistische „Aktions-gemeinschaft (AG) Nordheide“ des Neonazis Denny Reitzenstein zurückgemeldet. Auf ihrer Homepage hat sie zum Jahreswechsel ein Video und Beiträge eingestellt, die Behörden und Bürger alarmieren sollten.

Unter der Überschrift „Willkommen neues Kampfjahr 2014“ zeigt das 2:36 Minuten lange Video, das auch auf YouTube eingestellt worden ist, eine „nationale Aktion in der Silvesternacht in Buchholz in der Nordheide“. Zu sehen sind drei junge Männer – mit Halstüchern vermummt, zwei halten Fackeln in den Händen -, die einmal vor dem Gedenkstein auf dem Marktplatz und dann vor dem Eingang des Rathauses ein Spruchband hoch halten – also an hoch symbolischen Orten, an denen schon gegen die Nazis demonstriert wurde.

Auf dem Spruchband steht: „Überfremdung stoppen! Wir sind kein Sammelbecken fremder Völker!“ Darunter ist die Zeichnung eines Containerdorfes zu sehen, wie es etwa aktuell am Fischbüttenweg errichtet wurde, um Asylbewerber aufzunehmen. Das Video ist mit martialischer Instrumentalmusik untermalt. Unter dem Video steht der Text: „Das Kampfjahr 2013 geht nun zu Ende und damit nimmt ein sehr interessantes Jahr sein Ende! Das Kampfjahr 2014 kann kommen und wir werden dann auch wieder mit einigen Aktionen dabei sein.“

Hinter der Aktion und den Beiträgen auf der Homepage der AG Nordheide dürfte der Buchholzer Neonazi und Ex-Soldat Denny Reitzenstein und/oder sein Umfeld stecken. Zuletzt war Reitzenstein durch eine Razzia der Bundesanwaltschaft im Juli, bei der unter anderem seine Wohnung durchsucht wurde (Näheres zu Reitzenstein und seinem Umfeld unter https://buchholzblog.wordpress.com/2013/07/18/buchholz-und-die-weisen-wolfe-das-netzwerk-des-denny-reitzenstein/), und seine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen Teilnahme an einem Umzug der „Unsterblichen“ in Eißendorf unter Druck geraten.

Auf diese Ereignisse wird auf der Homepage der AG Nordheide explizit Bezug genommen. Dort heißt es: „Die letzten Monate waren zahlreich von Ereignissen geprägt, darum wurde auch erst einmal nichts auf dieser Infoseite veröffentlicht. Denn das System hat versucht alles in Bewegung zu setzen, um uns Mundtod zu bekommen. Seit Juli gab es immer wieder Repressionen gegen AG – Mitglieder in Form von Hausdurchsuchungen. Uns wurden etliche Sachen angehängt, um uns in der Öffentlichkeit als Verbrecher, bis hin zu Terroristen darzustellen. Diese Tatsachen sind aber allesamt aus der Nase gezogen, denn sonst wäre es nicht nur bei einer Hausdurchsuchung geblieben.“

Zur Razzia wegen des Verdachts der Gründung einer terroristischen Vereinigung nach „Werwolf“-Muster“ schreiben die Neonazis: „Dieser Verdacht entpuppte sich immer mehr zu einer reinen Lachnummer, denn es gab keine einzige Verhaftung und es wurden bis heute ,was auch schon in den Medien berichtet wurde, keine klaren Beweise gefunden. Dieser Verdacht wurde nur durch eine einzige Aussage beim Verfassungsschutz ins Leben gerufen und sonst gab es keinerlei Hinweise, dass es so eine Gründung gab.“

Auch zu der Verhandlung gegen Reitzenstein wird Stellung genommen: „Dann kam der Unsterblichen Prozess, wo der Gründer der AG angeklagt war. Diese Verhandlung wurde sehr stark von den Medien begleitet, womit er in seinem Privatleben einiges durch machen musste. … Nach 4 Verhandlungstagen, die von Skandalen bestückt waren, wurde der Kamerad, wie erwartet, in allen Punkten für Schuldig gesprochen. Die ausgesprochene Begründung war ein reiner Witz, denn die Aussagen von Zeugen wurde nach deren Stellenwert in der Öffentlichkeit beurteilt, so waren die Aussagen der Systemknechte glaubwürdig und die Aussagen der beteiligten Aktivisten unglaubwürdig.“

In einem weiteren aktuellen Beitrag befassen sich die Buchholzer Neonazis mit einer Anfrage vom August der Fraktion Bündnis90/Die Grünen und von mir selbst im Stadtrat, die nähere Informationen über die Umtriebe von Neonazis in Buchholz und die Aktivitäten der Stadt gegen diese Umtriebe erbringen sollte. Reitzenstein & Co. schreiben: „Sehr geehrte Gutmenschen von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und sehr geehrter Herr Stemmler, Sie sind vielleicht geschockt das es in der Nordheide Stadt national und Heimat bewusste Personen leben.“

Und weiter: „Ja auch in der schönen Nordheide Stadt Buchholz gibt es Nationalisten und diese wird es auch immer geben.“ Dann wird diverser Blödsinn über angebliche Forderungen der Grünen abgesondert, „um zu zeigen, wie krank eigentlich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Wirklichkeit ist“. Auch der buchholzblog wird explizit erwähnt: „Herr Stemmler wir verfolgen ihren Blog seit einigen Monaten und müssen feststellen, das ihr Interesse gegen die nationale Bewegung zu hetzen sehr groß ist. Denn Sie berichten ja sehr ausführlich über alles, was angeblich von seitens der Bewegung passiert ist.“

Es kann nicht überraschen, dass sodann die Vorfälle angeführt werden, die im Jahr 2012 zu meinem Ausschluss aus der Partei „Die Linke“ geführt haben und die in aller Ausführlichkeit sowohl hier im blog als auch in der lokalen Presse erörtert worden sind (und über die man sich im Internet natürlich noch informieren kann). Die Faschos schreiben: „Trotz dieser schweren Tat sind sie immer noch im Stadtrat tätig und uns wollen Sie als Verbrecher darstellen. Das Motto wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, sollten Sie sich mal zu Herzen nehmen.“

Dazu stelle ich fest: Ich habe Neonazis nicht pauschal als Verbrecher bezeichnet, sondern sehe viele von ihnen eher als fehlgeleitet. Ihre Gesinnung halte ich allerdings für verbrecherisch und gefährlich. Was ich getan habe, steht auf einem anderen Blatt. Ich habe mich dafür selbst angezeigt und vor der Öffentlichkeit verantwortet. Ist Euch das nicht deutsch genug..?

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8 Comments

  1. Ich weiß, das ist hart aber mir fällt dazu nur eins ein „Ein Baum, ein Strick ein Nazigenick“
    Frohes neues Jahr 2014

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  2. Ich schliesse mich dem Kommentar von Steve in weiten Teilen an, es geht hier um Flüchtlinge die alles oder fast alles zurücklassen mussten und hier quasi zum Zwangsreset kommen. Diese Menschen brauchen unsere Unterstützung, nicht aber den Hass dieser Vermummten. Warum zeigen die eigentlich kein Gesicht?
    Ich nenne das feige.

    Die Containerunterkünfte sehe ich weiterhin als einee Gefahr für die hilfesuchenden Menschen an. Würde man diese Menschen in normale Wohneinheiten intergrieren, so dass sie auch soziale Kontakte knüpfen können, so wären sie fast unsichtbar für Rassenhasser. Jetzt in den Containern ist es schon so dass diese wie in Scheinwerferlicht mit einem roten Pfeil “ Hier wohnen sie“ erscheinen. Richtig finde ich das nicht!

    Das Buchholz engagierte Bürger hat wissen wir spätestens sei dem 3.April 2010.

    Da diese Form des Rassenhasses sich immer mehr ausdehnt, sollte man ein breites Bündnis gegen die Rassenhasser bilden.
    Buchholzer, Tostedter, Rodengarten und Seevetal müssten sich gemeinsam gegen diese Form des Hasses stemmen.

    Ich behaupte einfach mal das wir Buchholzer kein Problem damit haben auf unsere neuen Mitbürger aufzupassen und sie gegen solche Gestalten beschützen, ich jedenfalls habe kein Problem damit. Ich würde auch Wache stehen wenn die Stadt/ Polizei dies nicht leistet.

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  3. Ich kann das Hochhalten eines Spruchbandes in stockdunkler Nacht nur schwerlich als Provokation erkennen. Eigentlich kann ich (vom statischen Foto mal abgesehen) gar nichts erkennen. Von daher entbehrt es nicht einer gewissen Komik, nachts alleine im Dunkeln Präsenz zu zeigen.

    Was die Refugees in Buchholz (u.a. am Fischbüttenweg) angeht, so kann ich nur hoffen, dass man diesen unvoreingenommen und freundlich gegenüber tritt. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich hier um Kriegsflüchtlinge handelt, die bereits einen Höllenritt hinter sich haben. MIr ist klar, dass viele dem trotzdem mit Angst und Ablehnung gegenüber stehen, aber man sollte Vorurteile einfach mal beiseite wischen und sich auf Neues und Unbekanntes einlassen. Die vorauseilende Ablehnung von Flüchtlingen ist übrigens kein Alleinstellungsmerkmal von Neonazis – das vereinen viele Bürger auf sich.

    Kein Mensch ist illegal!

    Und falls es hier doch zu (geplanten) gewalttätigen Übergriffen kommt, kann ich nur hoffen, dass sich engagierte Bürger finden und dem entschieden entgegen treten.

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  4. Hm, am Besten einfach ignorieren… Das ist eine ernsthafte Bitte, wenn nicht wirklich etwas passiert, dann diesen Gestalten keinen Raum für Ihre kruden Gedanken geben, das wertet diese nur auf! Weg damit!

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