Stormy Christmas – ein kleiner Weihnachtsgruß vom buchholzblog

Veröffentlicht: 2013-12-24 in Kommentare

DSC_0074Gloria in excelsis Deo,
et in terra pax hominibus bonae voluntatis.

Von Kristian Stemmler

„Nun will der Lenz uns grüßen“ würde heute eigentlich besser passen als „O Tannenbaum“. So warm war es wohl selten an Heiligabend, deutlich über zehn Grad, dazu stürmt es ganz ordentlich – der Weihnachtsmann muss seine Mütze festhalten! Ansonsten war es heute Vormittag weniger hektisch, als ich erwartet habe. Zumindest auf dem Markt im Zentrum und im City Center ging es recht ruhig und gesittet zu.

Traditionell versammelte sich der Posaunenchor von St. Paulus am Vormittag auf dem Marktplatz vor der Uhr, stellte sich im Halbkreis auf und spielte die schönen alten Weihnachtslieder (und auch ein paar neue). Alte, Junge, Erwachsene, Kinder, Arme, Reiche blieben stehen und lauschten. Der junge Hinz & Kunzt-Verkäufer verließ seine Stellung vor dem City Center und gesellte sich dazu. Die Stimmung war feierlich und locker zugleich.

Ich denke, so etwas darf und muss auch mal erwähnt werden. Denn der buchholzblog kritisiert ja sonst gern und viel. Manchem Leser ist das sogar manchmal zu kritisch und zu negativ, wie ich hier und da zu hören bekomme. Dazu möchte ich folgendes anmerken: Unkritische Kopfnicker sind in den Medien genug unterwegs, viel zu viel wird zugedeckt und beschönigt.

Ich sehe meine Aufgabe aber darin zu analysieren und zu kritisieren, Missstände aufzudecken, den Finger in die Wunde zu legen. Und zwar nicht zum Vergnügen oder als Selbstzweck, sondern weil es immer darum gehen muss, ungerechte Strukturen zu benennen, Manipulation und Unterdrückung anzuprangern und damit mittelbar die Schwachen zu schützen. Das mag pathetisch klingen, aber so sehe ich meine Aufgabe als Journalist!

Dabei besteht natürlich die Gefahr, dass man sich zu sehr auf das Negative fixiert. Aber nur wenn man sich mit den Dingen befasst, die schief laufen (und das ist ja nicht gerade wenig heutzutage), kann man sich wirklich über das Positive freuen. Und darum will ich an dieser Stelle an Heiligabend betonen, dass es neben den vielen Stinkstiefeln, die draußen rumlaufen, auch jede Menge Leute gibt, die sich bemühen, freundlich zu bleiben, anderen zu helfen, ohne selbst etwas zu erwarten, Böses nicht mit Bösem zu vergelten.

Ich glaube, diese Menschen sind gemeint, wenn in der Weihnachtsgeschichte bei Lukas von den Menschen die Rede ist, die „guten Willens sind“ und denen der Friede auf Erden (et in terra pax) gelten solle. Auch wenn das heute meist mit „Friede auf Erden den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat“ übersetzt wird, finde ich die alte Lesart eigentlich stimmiger (ohne dass ich mich hier auf theoretische Erörterungen über die Rechtfertigungslehre einlassen möchte).

Jedenfalls möchte ich heute den Weihnachtsgruß des buchholzblogs den Lesern entrichten, die guten Willens sind. Sie werden wissen, ob Sie gemeint sind.

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