Protest gegen Schweinemaststall: Initiative plant Schweigemarsch durch Buchholz

Veröffentlicht: 2013-12-17 in Hintergründe, Lokales, Politik
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Von Kristian Stemmler

Mit einem Schweigemarsch durch Buchholz will die „Interessengemeinschaft zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Stuvenwald“ (IGEL) gegen den Bau eines Schweinemaststalls in Meilsen kämpfen. Die Demonstration soll im Januar stattfinden noch vor der Sitzung des Verwaltungsausschusses, auf der die Sache beraten wird. Die Initiative will das Vorhaben mit allen Mitteln verhindern, juristische Schritte eingeschlossen. „Uns wurde dringend geraten, einen Anwalt hinzuziehen“, sagt Anwohner Lothar Schaller, einer der Initiatoren des Protestes.

Bei einem Treffen im Steinbecker Hotel „Zur Eiche“ beriet die IGEL am Montagabend ihr weiteres Vorgehen. Dabei signalisierten Vertreter von fast allen im Buchholzer Stadtrat vertretenen Parteien, nämlich der FDP, der SPD, den Grünen und der Buchholzer Liste, ihre Unterstützung. Auch Vertreter des Runden Tisches Natur-, Umwelt- und Tierschutz Buchholz und der Naturschutzverbände waren nach Steinbeck gekommen, um die Initiative zu unterstützen und zu beraten.

Die Fachleute waren sich weitgehend einig, dass es nicht einfach sein dürfte, das Vorhaben zu verhindern. Nach dem Baugesetzbuch handelt es sich um ein privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich. Ein mögliches Hindernis für den Bau des Stalls könnte sich aber aus dem Bundesnaturschutzgesetz ergeben. Dort heißt es zum Beispiel in Paragraph 26, dass in einem Landschaftsschutzgebiet alle Handlungen verboten sind, „die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen“.

Lothar Schaller kritisiert in diesem Zusammenhang das Votum der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, das zwar eine Schädigung des LSG sieht, aber diese als hinnehmbar bzw. unvermeidlich einstuft. „Nach unserer Auffassung sind die entscheidenden Belange nicht richtig bewertet worden“, sagt er. In der näheren Umgebung gebe es bereits vier Schweinemastställe, dazu einen nicht abgedeckten Gülleteich: „Im Sommer kriegen sie hier kaum Luft.“

Scharf kritisiert Schaller die CDU, weil sie sich als einzige Partei klar für den Bau des Maststalls einsetzt, offenbar auch, weil Landwirt Heinz Becker, der den Stall bauen will, Mitglied der Partei ist (er sitzt für die CDU im Ortsrat Steinbeck). Auch die Landwirtschaftskammer, die offenbar ein großes Gewicht bei derartigen Projekten habe, mache einseitige Lobbyarbeit für die Landwirte.

Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit will die IGEL gegen den Bau des Schweinemaststalls mobilisieren. So wurde ein Flyer in einer Auflage von 4000 Exemplaren gedruckt, der jetzt versandt werden soll. Das Nordheide Wochenblatt hat bereits groß über den Protest berichtet, nun hat sich auch die Bild-Zeitung angekündigt.

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Kommentare
  1. ClaraS sagt:

    Hallo Söreen, noch haben wir die IGEL keine schriftliche Bestätigung erhalten, das das Bauvorhaben vorerst nicht umgesetzt wird. Wir haben aber trotzdem die kleinen Aushänge und jede einzelne Nadel ganz gewissenhaft entfernt. Dazu möchte ich noch einmal anmerken: Wir können einen Verkauf mit leeren Hundekotbeuteln starten die wild durch den Wald geflogen sind und die Härte: da wird Fifis Hunde- AA eingetütet und schön säuberlich hinter den Baum gestellt!!! Von den Hundehaufen die wir unter den Schuhen hatten ganz zu schweigen…. Liebe Hundehalter- bitte achten Sie auf Ihren Müll und versuchen Sie möglichst, Privatwald und – Grünflächen von den Hinterlassenschaften Ihrer 4- Beiner frei zu halten. Auch das gehört zum Naturschutz und ist Rücksichtnahme auf Mensch und Tier…
    Wenn jeder seinen kleinen Beitrag leistet- wird dieses Landschaftsschutz- Wasserschutz- und Erholungsgebiet uneingeschränkt jedem erhalten bleiben. Vielen Dank.

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  2. Söreen sagt:

    Liebe ClaraS, ich hoffe Sie haben in der Zwischenzeit Ihr Versprechen gehalten und jede einzelne Tackernadel aus den Bäumen entfernt.

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  3. Söreen sagt:

    Liebe ClaraS, das weiß ich doch alles auch. Ich finde die Vorgehensweise bezüglich der Bäume nicht in Ordnung, da wird die Glaubhaftigkeit für die ganze Initiative angezweifelt. Bitte denken Sie auch wirklich an die Entfernung der Nadeln. Danke.

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  4. ClaraS sagt:

    Also jetzt muss ich auch mal Stellung nehmen zu den Bäumen. Die Bäume befinden sich auf Privatgrund und verzeihen eher die kurzen Nadeln als einen Schweinemaststall in ihrer Nähe der das Grundwasser schädigt und durch Keimbelastung Natur, Tiere und Menschen dauerhaft schädigt. Wenn die Aushänge nicht durch Geisterhand regelmäßig abgerissen werden würden (Es handelt sich um Privatgrund und somit um Diebstahl und Beschädigung fremden Eigentums) müssten die Aushänge auch nicht ständig erneuert werden, um die Erholungssuchungen über diese geplante S…. zu informieren. In einem Ruheforst, Friedwald etc. werden die Metalltafeln sogar geschraubt!!!! Runtergerissene und vom Wind gelöste Aushänge werden regelmäßig aufgesammelt und liegen nicht im Wald herum und müssen auf Verrottung warten. Abschließend stelle ich fest, dass der Kritiker sehr gut informiert ist und scheinbar regelmäßig die Aushänge kontrolliert????
    Wer sich mit der Thematik Massentierhaltung und Ställe bis 1500 Schweinen richtig befasst hat, weiß wie oberflächlich diese Äußerungen sind und das wir sehr wohl gegen Massentierhaltung und gegen Massentierhaltung in einem Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebiet sind. Erst wenn Flächen die unter Schutz stehen auch geschützt werden… können sogenannte Priviligierungen und Ausnahmeregelungen solche Bauvorhaben verhindern!!! da reicht allein eine Ernährungsumstellung nicht aus, um Massentierhaltung zu verhindern!!! Hier wird für den Export und für die Mülltonnen (über)produziert und Mensch und Tier und die Natur vor Ort dauerhaft geschädigt und zerstört ohne Rücksicht auf Biotope, Teiche oder Bunnen in unmittelbarer Nähe und ganz und gar ohne schlechtes Gewissen.
    Und was heißt hier es sollen klare Gespräche geführt und Lösungen gefunden werden? Der Bauer selbst hat sich geäußert, das er für Menschen die generell gegen Massentierhaltung sind, keinerlei Verständnis aufbringt und auch kein Gespräch führen wird. Immerhin hatte er ja schon seit Frühjahr letzten Jahres Zeit dazu, da wurde bereits der Antrag gestellt….
    Ich habe heute die Bäume gefragt: Sie haben die erhebliche Güllebelastung verbunden mit der Grundwasserverseuchung und dem Keimflug satt und verzeihen uns die Akkupunktur. Wir haben ihnen versprochen, nach dieser Aktion jede einzelne Nadel aus den Rinden zu entfernen und sachgerecht zu entsorgen!!!!

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  5. Söreen sagt:

    Das ist der Punkt! Mir geht es auch ums Erholungsgebiet! Und als erstes leiden die Bäume, indem man sie verschandelt und in die Natur eingreift. Wenn sie dann kaputt sind ist es auch vorbei mit diesem Gebiet. Aber was macht es schon, sind ja nur wenige Bäume. Hauptsache der Mensch ist zufrieden. In einem anderen Kommentar habe ich mir sehr wohl Gedanken um die Schweine gemacht und die Gemeinschaft auf ihrer Seite auch. Mittlerweile ist die Massentierhaltung (vorher war es artgerechte Haltung) von Punkt 8 auf 9 gerutscht, wäre immer noch Punkt 1 bei mir. Man sollte alles bedenken und nicht wild um sich schlagen. Das die Stadt nicht gesprächsbereit ist hat wohl seinen Grund. Sie haben wahrscheinlich wieder Mist gebaut und verstecken sich. Klare gemeinsame Gespräche und Lösungen finden, sollte an der Tagesordnung sein. Die Einfuhr von ausländischen Produkten sollten gestoppt werden. Jeder überlegt mal, ob er Fleisch essen will, wenn man an die Massentierhaltung denkt. Ich habe für mich entschieden. Aber mir geht es gerade um die Bäume, was mich richtig sauer macht.

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  6. Huber sagt:

    Der Stuvenwald ist für viele ein Erholungsgebiet und soll auch weiterhin
    als dieses genutzt werden können!
    Es gibt dort bereits einen Maststall.
    Abgesehen von der Geruchsbelästigung, sollte man mal darüber nachdenken wie es den eigentlich sauberen Tieren dadrinnen ergehen muss, ist es ein unnötiger Eingriff ins Naturschutzgebiet. Es gibt
    mehr Fleisch, als die Bürger kaufen, sonst
    würde nicht so viele nicht verkaufte Fleischwaren neuetiketiert.

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  7. Söreen sagt:

    Also das ein oder andere Teil war ja schon locker… Ich glaube kaum, dass ein Bauer, der etwas dagegen hat oder einfach nur die Bäume retten will, seinen Wald mit Müll selbst verschandelt. Die Aktion wegen des Naturschutzgebietes ist ja nicht schlecht, dieses aber dann so mit Füßen, sprich Tackern, zu treten ist für mich ein Armutszeugnis! Da drängt sich mir ein Gedanke auf, dass es einen anderen Grund gibt, den noch niemand hinterfragt hat. So wie ich es verstanden habe, geht es in erster Linie um den Gestank, dann um die artgerechte Tierhaltung (8. Punkt auf der I.G.E.L.-Seite). Für mich wäre das der 1. Punkt! Und ich spreche hier nur für die Bäume, denn die sind grad die Dummen. Den Erhalt eines Naturschutzgebietes stelle ich mir anders vor.

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  8. klangengel sagt:

    Na ja, es war wohl eher nicht der Wind, der hier an den Plakaten der Bürgerinitiative gezerrt hat, sondern es war die Hand des einen oder anderen Baurn, der mit dem Widerstand nicht umgehen kann.

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  9. Söreen sagt:

    Jeder kann ja seine Meinung kund tun und das ist gut so. Ich finde es aber verdammt traurig unschuldige Bäume damit zu belästigen. An vielen Bäumen wurden laminierte Kundschreiben mit langen Tackernadeln befestigt, obwohl jeder weiß, dass das den Bäumen schadet. Sollten diese Teile vom Wind abgerissen werden, liegen sie im Wald rum und verrotten nicht einmal. Da frage ich mich grad, welche Profis hier am Werk sind.

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