Antwort auf die Priebke-Anzeige: SPD und Grüne im Stadtrat gedenken der Opfer

Anzeige Priebke GruppeVor knapp drei Wochen sorgte eine Todesanzeige im Wochenblatt für den NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke für Empörung. Die Anzeige für den ehemaligen SS-Offizier, der in Rom im Hausarrest gestorben war, hatte eine Privatperson für die Neonazi-Gruppierungen „Nationaler Widerstand Tostedt“ und „Nationaler Widerstand Unterelbe“ aufgegeben. Der Anzeigenabteilung war der brisante Hintergrund nicht aufgefallen. Wochenblatt-Chefredakteur Reinhard Schrader räumte den Fehler eine Woche später in seinem Blatt ein.

Den Vorfall haben die Fraktionen der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen im Buchholzer Stadtrat sowie der parteilose Ratsherr Kristian Stemmler, der mit den beiden Fraktionen in einer Gruppe zusammenarbeitet, jetzt zum Anlass genommen, eine Traueranzeige aufzugeben, mit der auf die Hintergründe aufmerksam gemacht werden soll. Mit der Anzeige in der morgigen Ausgabe des Nordheide Wochenblattes wird der 335 Zivilisten gedacht, die am 24. März 1944 bei dem Massaker in den Ardeatinischen Höhlen nahe Rom von der SS ermordet wurden. Priebke war damals einer der kommandierenden Offiziere.

Für die Anzeige wurde ein Zitat aus dem Schwur von Buchenwald gewählt: „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht!“ Der Schwur wurde nach der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald auf der Trauerkundgebung des Internationalen Lagerkomitees für die Toten von Buchenwald am 19. April 1945 verlesen. Der berühmte Text wird mit den Worten fortgesetzt: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.“

Morgen vor 75 Jahren begannen die so genannten Novemberpogrome des NS-Regimes. In ganz Deutschland brannten Synagogen, wurden Betsäle und jüdische Läden, Wohnungen und Friedhöfe verwüstet, jüdische Mitbürger in großer Zahl deportiert. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust an den europäischen Juden mündete. (kst)

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