Archiv für November, 2013

Die Manager der Buchholz Galerie haben offenbar nicht aufgepasst. Auch in diesem Jahr wieder prangen zum Advent als Teil der Weihnachtsbeleuchtung Symbole an der Fassade, die den von der Sekte Scientology verwendeten Kreuzen sehr ähnlich sehen. Der buchholzblog hatte im Vorjahr bereits auf diesen Umstand hingewiesen, aber offenbar ist das nicht bis zur Buchholz Galerie durchgedrungen oder es hat nicht gestört.

Sollte es die Absicht der Gestalter gewesen sein, Sterne abzubilden, so ist das daneben gegangen, denn der Längsbalken ist eindeutig länger und damit sieht das Ganze halt aus wie ein Kreuz. Und zwar wie das von Scientology. Das hat nämlich zu den zwei Balken noch vier Strahlen, die diagonal vom Mittelpunkt ausgehen. Sie stehen in der Lehre der Sekte für die „acht Dynamiken“.

Vielleicht überlegen sich die Verantwortlichen des Centers ja noch mal, ob ein so verdächtiges Symbol an ihre Fassade gehört. Mal abgesehen davon, dass Kreuze ohnehin nicht an einem Einkaufszentrum hängen sollten! Wobei: Das von Scientology wohl noch am ehesten – hieß doch die berühmte Parole von Sektengründer L. Ron Hubbard: „Mach Geld, mach mehr Geld, mach, dass andere Geld machen.“ (kst)

Von Kristian Stemmler

Wie andere Medien auch singt das Nordheide Wochenblatt immer wieder gern das Lied von den Abzockern in den Amtsstuben. Wenn Gebühren erhöht werden oder die Gehälter von Bürgermeistern, darf nach Herzenslust draufgehauen werden. Natürlich wird genauso getrommelt, wenn die Politik Steuererhöhungen plant – ein grotesk paradoxes Verhalten vieler Medien! Denn woher sollen die Kommunen denn eigentlich das Geld holen, um ihre zahlreichen Aufgaben zu erfüllen?

Das Wochenblatt war selbstverständlich auch zur Stelle, als das Vorhaben der Stadt Buchholz ruchbar wurde, die Friedhofsgebühren zu erhöhen. „Das Sterben wird jetzt richtig teuer“, titelte man auf der ersten Seite und Chefredakteur Reinhard Schrader frönte seinem Lieblingssport „Beamtenbashing“.

In bewährter Manier wurden die Erhöhungen polemisch und zugespitzt dargestellt, von „bis zu 400 Prozent mehr“ fabuliert, so dass die Begründung für die Anhebung aus dem Munde von Grünamtschef Thomas Söller nur noch wie eine laue Ausrede wirkt. Nämlich der Umstand, dass die Gebühren seit 17 Jahren nicht erhöht wurden und in den letzten drei Jahren ein Minus von mehr als 580.000 Euro aufgelaufen sei, die aus Steuermitteln ausgeglichen werden.

Doch die Kampagne des Wochenblattes hat die verantwortlichen Buchholzer Politiker nicht davon abgebracht, diese notwendige Erhöhung jetzt zu beschließen. Der Rat der Stadt stimmte der Änderungssatzung der Verwaltung bei seiner Sitzung am gestrigen Dienstag mit großer Mehrheit zu. Lediglich die beiden Vertreter der Unabhängigen Wählergemeinschaft Buchholz (UWG), Peter Kröger und Heiner Hohls, stimmten gegen die Gebührenerhöhung, Pirat Arne Ludwig enthielt sich.

Kröger bezeichnete die Erhöhungen in der vorhergehenden Debatte als unsozial. Viele Bürger lebten am Existenzminimum, für sie sei das „ein großer Schwung“. SPD-Fraktionschef Wolfgang Niesler sparte ebenfalls nicht mit Kritik, obwohl die SPD der Erhöhung schließlich zustimmte. Die „drastische Erhöhung“ sei in der Öffentlichkeit zu Recht auf Unverständnis gestoßen. Wenn die Stadt die Gebührensatzungen regelmäßig überprüft hätte, hätte man das vermeiden können, so Niesler.

Pirat Ludwig, der wie immer mit Laptop zum Podium eilte, hatte zwar ein paar Fragen zu Details der neuen Satzung, fand aber insgesamt, dass die Änderung die Satzung „ein Stück weit gerechter“ mache. Dass die Gebühren für die Bestattung dreimal höher seien als in Berlin, leuchte ihm aber nicht ein: „Sind die Schaufeln hier teuer?“

Ralf Becker von der CDU zeigte sich verwundert über die Kritik. Die Erhöhungen seien in den Ausschüssen lang und breit diskutiert worden. Ein Defizit von mehr als 580.000 Euro sei „auf Dauer kein Zustand“. Die Gebühren in den Nachbargemeinden seien auf ähnlichem Niveau. Jürgen Kempf von der FDP mahnte an, dass künftig die Gebühren regelmäßiger angepasst werden. Eine Kostendeckung werde und wolle man bei den Friedhöfen allerdings nicht erreichen.

Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) räumte ein, dass die 17 Jahre, in denen die Friedhofsgebühren nicht erhöht wurden, „ein paar Jahre zu viel sind“. Er erinnerte daran, dass die damalige Gebührenerhöhung noch weitaus mehr Wirbel ausgelöst hatte. Die Politiker seien damals von den Zuhörern ausgebuht worden. Geiger sagte zu, dass sämtliche Gebühren künftig alle zwei, drei Jahre überprüft werden.

Die 2. Änderungssatzung der Gebührensatzung für die Friedhöfe der Stadt wurde, wie gesagt, am Ende mit großer Mehrheit beschlossen. Aber das Thema dürfte damit noch nicht gestorben sein. Das Wochenblatt wird sich nicht nehmen lassen, in der kommenden Ausgabe noch mal richtig draufzuhauen. Wenn man die Wirtschaft und die Leute, die wirklich das dicke Geld machen, nicht kritisieren will (weil man ja irgendwie dazu gehört), dann muss sich halt woanders abreagieren…

Von Kristian Stemmler

Porträt RemoJetzt stehen drei Kandidaten für die Wahl zum Bürgermeister der Stadt Buchholz im Mai 2014 fest. Wie erwartet, hat die Mitgliederversammlung der Buchholzer SPD ihren Ortsvereinsvorsitzenden Remo Rauber (53) zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gekürt – mit großer Mehrheit, wie es in einer Pressemitteilung der Partei heißt. „In der großen Zustimmung zu meiner Kandidatur sehe ich einen deutlichen Vertrauensbeweis für meine bisherige Arbeit für Buchholz und bin zuversichtlich, dass ich auch in der Buchholzer Bevölkerung Rückhalt finde, um dieses verantwortungsvolle Amt als Bürgermeister der Stadt Buchholz erfolgreich auszuüben“, kommentierte Rauber seine Nominierung, recht optimistisch.

Rauber arbeitet nach Angaben der SPD seit 1990 in der Stadtverwaltung Buchholz als Technischer Angestellter, ist in der Buchholzer Stadtentwässerung verantwortlich für das Sachgebiet „gewerbliches Abwasser“. Vom Stadtrat Buchholz wurde er in den Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe Buchholz GmbH bestellt und von diesem Gremium zu seinem Vorsitzenden gewählt. Die Presseerklärung listet noch zahlreiche weitere Mitgliedschaften von Rauber in Gremien auf, die hier aus Platzgründen nicht aufgeführt werden können.

Kommunalpolitische Erfahrungen sammelte Rauber als Abgeordneter der SPD-Kreistagsfraktion, der er seit 2011 angehört. Als Mitglied im Ausschuss für Finanzen, Haushalt und Controlling seien ihm Finanzfragen besonders vertraut, als stellvertretendem Vorsitzenden des Sozialausschusses lägen ihm die sozialen Belange der Bürgerinnen und Bürger am Herzen.

Seine Pläne für Buchholz umriss der Kandidat mit diesen Worten: „Meine politischen Schwerpunkte sehe ich in der Verbesserung der Verkehrssituation in Buchholz, dem Ausweis von neuen Baugebieten und dem Schaffen von bezahlbarem Wohnraum für Familien, dem Ausbau der Bürgerfreundlichkeit oder der Förderung von Vereinen und Ehrenamt; auch sehe ich die Notwendigkeit, die Jugend mehr für das Gemeinwohl zu interessieren und für die politische Arbeit zu gewinnen, beispielsweise durch Einführung eine Jugendparlaments.“

Seine Auffassung von kommunaler Verwaltung kleidete Rauber in diese Formulierung: „Leistungsorientiertes Denken und Handeln ist in der freien Wirtschaft Grundvoraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Dies sind die Maßstäbe, die auch in der öffentlichen Verwaltung immer wichtiger werden.“

DSC_4104Von Kristian Stemmler

Halleluja! Preiset den Herrn, alle Völker! Überall in den Einkaufszentren sah ich goldene Lichtlein glitzern. Drauß‘ in Hamburg, im Alstereinkaufszentrum, weihnachtet es gar schon seit Anfang November. Die Tannenbäume ragen dort hoch hinauf bis fast an die Decke, liebe Kinder, und die Zweige sind über und über behängt mit Lametta und glänzenden silbernen Christbaumkugeln. Gloria in exelcis deo!

Lasst uns froh und munter sein, macht hoch die Ladentür, herbei o Ihr Kunden! Wir wollen nichts hören von stillen Tagen, von Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag, von Tod, Trauer und Sterben. Denn das alles ist über die Maßen geschäftsschädigend. Wir wollen Lichterglanz und Glühweinduft, Dominosteine und Kinderlachen, Smartphones und Digicams. Kommt her zu mir, alle, die Ihr mühsam und beladen seid, spricht der Centermanager, ich will Euch erquicken mit 20 Prozent Sonderrabatt!

Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude! Des sind wir froh, bei Karstadt Mö, wo die Parfumabteilung duftet wie die Lilien auf dem Felde, in den Gängen vom Media Markt, wo der Loewe LCD-Fernseher friedlich bei den MP3-Playern liegt, und auf den Adventsmärkten in der großen Stadt, wo die Englein singen bei den Händlern all, die echten aus dem Erzgebirge für 22,99 Euro das Stück. Can’t beat the feeling, eia wärn wir da!

Siehe, ich mache alles neu, sagt Tchibo, täglich eine neue Welt! Dann wird ebay die Tränen von allen Angesichtern abwischen und es wird kein Leid und keine Langeweile mehr sein dank der PS4 mit neuem DTS-HD Master Audio 7.1 Decoder. Und wenn Amazon liefert, werden Taube wieder hören mit dem Sennheiser HD 650, Blinde wieder sehen mit dem 65-Zoll-Plasma-TV von Panasonic, und der lahme Paketzusteller wird plötzlich springen wie ein Hirsch.

Wahrlich, ich sage Euch: Wachet! Betet! Konsumiert! Denn am Ende der Tage kommt der Centermanager und rechnet ab. Und dann wird er zu Euch sagen: Was Ihr mit den geringsten unter meinen Sonderangeboten getan habt, das habt Ihr mir getan. Denn ich hatte Waren im Regal und Ihr habt sie gekauft.

Darum sage ich Euch: Machet Euch auf und konsumiert, so lange noch Zeit ist! Denn niemand kennt den Tag noch die Stunde. Aber irgendwann ist auch der letzte Laden geschlossen. Dann wird sein ein Heulen und Zähneklappern.

Denn so spricht der Herr: Mein ist der Payback!

DSC_1862Nach Monaten des Leerstands hat am Lilienweg die Sanierung eines Wohnblocks begonnen. Wie berichtet, will die Terra Generalbaugesellschaft (TGB) aus Harburg auf dem Gelände eine Wohnanlage mit insgesamt 78 Wohnungen errichten. Der bestehende Wohnblock wird ein Teil der Anlage, die Miet- und Eigentumswohnungen von 60 bis 100 Quadratmetern umfassen soll. Das Gebäude ist bereits eingerüstet worden, das alte Dach wurde bereits komplett abgetragen. Auch im Inneren wird bereits gewerkelt. (kst)

ZinneVon Kristian Stemmler

Er will in Buchholz Fronten aufbrechen, die Verkehrsprobleme auf intelligente Weise lösen, die Innenstadt weiterentwickeln und einen neuen Stil im Rathaus einführen – Joachim Zinnecker tritt im kommenden Jahr bei der Wahl zum Bürgermeister an. Die Mitgliederversammlung des Ortsverbandes der Grünen am Montagabend im Deutschen Haus hat den 58jährigen einstimmig nominiert. „Ich bin voller Zuversicht, bei der Wahl ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen“, sagte Zinnecker, „ich traue mir zu, die Stichwahl zu erreichen.“

Tatsächlich halten viele Beobachter den erfahrenen Kommunalpolitiker für den geeigneten Nachfolger von Wilfried Geiger, der nicht mehr antritt (der blog berichtete). Seit mehr als zehn Jahren ist Zinnecker im Buchholzer Stadtrat, führt die grüne Fraktion und zusammen mit SPD-Fraktionschef Wolfgang Niesler die rot-grüne Mehrheitsgruppe. Seine Beiträge offenbaren immer wieder seine analytische Begabung, politischen Instinkt und genaue Kenntnis der Hintergründe. Die Wahl zum zweiten Bürgermeister war da nur konsequent.

Auch für die Führung einer Verwaltung von rund 340 Mitarbeitern bringt Zinnecker Erfahrung mit. Der Ingenieur ist einer von zwei Geschäftsführern der servTEC in Hamburg, einer Tochter der Hamburg Wasser. Das Unternehmen entwickelt Problemlösungen für Abwasseranlagen und Glasfasernetze. ServTEC plant und baut unter anderem Leitungsnetze im In- und Ausland, um schnelle und sichere Datenverbindungen zu schaffen.

Auf der Mitgliederversammlung gab Zinnecker, dessen Kandidatur von der Buchholzer Liste unterstützt wird, einen ersten Vorgeschmack auf seine Pläne für Buchholz. Dass vielen Bürgern die ungelösten Verkehrsprobleme auf den Nägeln brennen, sei ihm klar. Darum müsse der Neubau des Mühlentunnels und der Bau der Südtangente vorangetrieben werden, schnell umzusetzen sei auch die kleine Umgehung der Innenstadt über den Langen Sal. Aber auch eine Optimierung der Stadt für den Radverkehr sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Stau.

Vor allem will der kommunikative Zinnecker, der in Buchholz gut vernetzt ist, in Politik und Verwaltung einen neuen Stil einführen. Er sei in der Lage, ein „breites Bündnis über Parteigrenzen“ zu schmieden. Schon im Beruf sei es ihm einige Male gelungen, Fronten aufzubrechen. Auch im Rathaus wolle er einen neuen Kommunikations- und Führungsstil implantieren: „Die Mitarbeiter bringen einem nur Vertrauen entgegen, wenn man sie einbindet und nicht ständig Alleingänge unternimmt.“

Aktuell sei es so, dass alles „über den Filter Bürgermeister“ läuft, und auch Fachbereichsleiter sich nicht trauten, mit Fraktionschefs zu reden. Das müsse anders werden, Politik und Verwaltung müssten offener miteinander kommunizieren. „Da muss man dann aushalten, dass auch mal eine nicht abgestimmte Meinung geäußert wird oder dass eine öffentliche Diskussion entsteht“, so Zinnecker. Er stehe jedenfalls für mehr Transparenz und Offenheit.

Am Montagabend gab es im Deutschen Haus noch eine zweite Personalie, die aber überraschender war als die erste. Zinnecker schlug den Mitgliedern Andreas Kakerbeck als seinen Wahlkampfmanager vor. Der Kaufmann war bis Anfang des Jahres für die CDU im Stadtrat, legte dann sein Mandat nieder und trat aus der Union aus. Kakerbeck outete sich als Anhänger von Joachim Zinnecker und präsentierte erste Ideen, wie man die „Marke Zinne“ im Wahlkampf promoten könnte. Die Mitglieder sprachen auch ihm einstimmig das Vertrauen aus.

Einziger Wermutstropfen an diesem Abend war der Ausblick auf die Mitgliederversammlung der SPD am kommenden Sonnabend. Zum Bedauern der Grünen aber auch anderer Beobachter stellen die Sozialdemokraten an diesem Tag wohl einen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl auf, vermutlich den Ortsvereinsvorsitzenden Remo Rauber. Seine Kandidatur wird schon deshalb kritisch gesehen, weil er derzeit Mitarbeiter der Tiefbauabteilung der Stadt ist und bei einer Wahl zum Bürgermeister Chef all seiner heutigen Vorgesetzten werden würde.

Vor allem wird aber wird das rot-grüne Lager gespalten, so dass am Ende der weniger chancenreiche Kandidat in die Stichwahl gehen könnte. Dann hätte der Kandidat des konservativen Lagers leichtes Spiel. Die CDU will übrigens im Januar entscheiden, wen sie auf den Schild hebt.

Die Unterstützung seiner Familie hat Joachim Zinnecker schon mal. Seine Frau Sabine, die selbst kein Mitglied der Grünen ist, wohnte der Mitgliederversammlung bei und überreichte ihrem Mann, mit dem sie 32 Jahre verheiratet ist, nach seiner Nominierung eine langstielige rote Rose.

Eine volle Amtszeit ist ihm zuviel: Wilfried Geiger, hier im typischen grauen Trenchcoat, kandidiert nicht erneut für das Bürgermeisteramt.

Eine volle Amtszeit ist ihm zuviel: Wilfried Geiger kandidiert nicht erneut für das Bürgermeisteramt.

Von Kristian Stemmler

Paukenschlag in der Buchholzer Kommunalpolitik: Bürgermeister Wilfried Geiger (62) hat überraschend angekündigt, im Mai nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Dem Nordheide Wochenblatt sagte Geiger, er werde nicht erneut antreten. „Mein Bauch hat gesagt, mach weiter, mein Verstand sagt, es ist genug“, wird er auf der Homepage des Blattes zitiert. Und weiter: „Ich bin seit fast 45 Jahren im Dienst, seit fast sieben Jahren als Bürgermeister, das ist eine Stressnummer, bei der ich in letzter Zeit merke, dass das Abschalten zu Hause nicht mehr so einfach ist.“

In einer Presseerklärung erläuterte Geiger seine Motive für den Rückzug so: „Ich habe mir lange überlegt, ob ich für eine Amtszeit von jetzt 7 Jahren erneut antreten soll und darf. Ideen, diese Stadt weiter so positiv zu entwickeln wie in den letzten Jahren, habe ich genug. Aber wird es dieser Stadt gerecht, mit 62 Jahren dann bis zum 67. oder bis zum 69. Lebensjahr diese nicht leichte Aufgabe noch einmal anzustreben. Nach 44 Arbeitsjahren muss man nicht nur auf seine Familie und auf seine Gesundheit hören sondern auch auf seinen Verstand. Der sagt mir, dass diese nicht unerhebliche zeitliche und psychische Belastung wieder sehr hoch sein wird.“

Auch wenn er es sich in den nächsten Jahren durchaus zutrauen würde, das Amt auszufüllen, so der Bürgermeister weiter, seien sieben Jahre eine lange Zeit. Und weiter: „Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass unser schönes Buchholz eher keinen über 60jährigen Bürgermeister mehr braucht. Dass jüngere Kandidaten mit Erfahrungen für diese Aufgabe und mit größerer Ausdauer die Zukunft unserer Stadt in ihre Hände nehmen sollten.“ Aus diesem Grund habe er sich „schweren Herzens“ entschlossen, nicht erneut anzutreten.

Nach Informationen des buchholzblogs war für den Verzicht Geigers auf eine Kandidatur auch noch ein anderer Umstand ursächlich, wenn nicht ausschlaggebend. Das Wochenblatt deutet es im Beitrag von Chefredakteur Reinhard Schrader an. Die Buchholzer CDU hat offenbar nicht eindeutig signalisiert, dass sie die Kandidatur des parteilosen Geigers mittragen will. Und zwar offenbar vor allem deshalb, weil es Interessenten an dem Amt in den eigenen Reihen gibt.

Gehandelt wird da zum einen das CDU-Ratsmitglied Robert Ehrenpfordt. Der Berufssoldat dient im Range eines Kapitänleutnant in einem Führungskommando der Bundeswehr, er hat an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg Betriebswirtschaft studiert. Bei seiner Wahl in den Stadtrat 2001 war Ehrenpfordt mit 19 Jahren das jüngste Mitglied des Gremiums. Seit 2009 ist er Mitglied des Kreisvorstands der CDU. Seine Konkurrentin um die Kandidatur könnte Bettina Jägersberg (CDU) werden. Sie war von 2006 bis 2011 Ortsbürgermeisterin von Holm-Seppensen, gehört nach wie vor dem Ortsrat an.

Man darf also gespannt sein, wen die CDU bei der Kandidatenkür im Januar 2014 auf den Schild heben wird (und ob die FDP dem folgen wird). Auch deshalb, weil es neben Ehrenpfordt und Jägersberg noch einen anderen ernstzunehmenden Kandidaten gibt, der den beiden voraus hat, dass er die Buchholzer Verwaltung gut kennt: der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse. Er hat sich noch nicht öffentlich erklärt, es gilt aber als wahrscheinlich, dass er seinen Hut in den Ring werfen wird.

Im rot-grünen Lager sind, wie berichtet, zwei Kandidaten im Gespräch. Als sicher gilt, dass der Chef der Buchholzer SPD, Remo Rauber, im Mai antreten will. Er ist Mitarbeiter in der Tiefbauabteilung der Stadt und würde bei einer Wahl zum Bürgermeister einen Riesensprung nach oben machen. Als grüner Kandidat wird Joachim Zinnecker genannt, Fraktionschef der Grünen im Stadtrat und Geschäftsführer einer Tochterfirma von Hamburg Wasser. Der erfahrende Kommunalpolitiker könnte der erste grüne Bürgermeister von Buchholz werden.

Noch steht aber die offizielle Zustimmung der Mitglieder der beiden Parteien aus. Die Buchholzer Grünen werden am morgigen Montag bei ihrer Mitgliederversammlung im Deutschen Haus über die Kandidatur von Joachim Zinnecker entscheiden, am Sonnabend will die örtliche SPD ihren Kandidaten küren. Die Bürgermeisterwahl selbst wird voraussichtlich am 25. Mai 2014 stattfinden. Es ist davon auszugehen, dass keiner der Kandidaten dabei die absolute Mehrheit erreichen wird, so dass drei Wochen später wohl eine Stichwahl ansteht. Dann wird vermutlich der Kandidat der CDU gegen einen der beiden Kandidaten des rot-grünen Lagers antreten.

Gesichert ist bisher nur die Kandidatur von Ronald „Ronny“ Bohn, Makler und Vorsitzender des TSV Sprötze. Er präsentiert sich als Mann der Wirtschaft, hat aber weder Erfahrungen in der Kommunalpolitik noch Verwaltungserfahrung vorzuweisen. Er dürfte chancenlos sein, aber dem konservativen Kandidaten noch Stimmen wegnehmen. Das ist ja auch nicht verkehrt!