78 Wohnungen – Investor will verwahrlostes Areal am Lilienweg bebauen

Veröffentlicht: 2013-10-29 in Lokales
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Von Kristian Stemmler

Seit Monaten steht ein Wohnblock am Lilienweg leer, das Grundstück ist komplett zugewachsen mit teilweise mannshohem Unkraut. Das soll sich bald ändern. Auf dem Gelände will die Terra Generalbaugesellschaft (TGB) aus Harburg eine Wohnanlage mit vier Gebäuden und insgesamt 78 Wohnungen errichten. Das teilt der Pressesprecher der Stadt, Heinrich Helms, jetzt mit.

In den kommenden Wochen soll laut TGB-Geschäftsführer Udo Stein mit der Sanierung des bestehenden Blocks begonnen werden. Die neuen Gebäude sollen in mehreren Bauabschnitten entstehen. Bis zum Frühsommer 2014 rechnet Stein mit dem Baubeginn für den ersten Abschnitt. Es sollen Miet- und Eigentumswohnungen von 60 bis 100 Quadratmetern entstehen. Die TGB hat bereits vor acht Jahren das ehemalige Barakuda-Gelände an der Hamburger Straße überplant und entwickelt.

Natürlich wird gut ein halbes Jahr vor der Bürgermeisterwahl in Buchholz die Gelegenheit genutzt, um die Politik von Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) in ein gutes Licht zu rücken. Die Presseerklärung zitiert den Investor mit den Worten: „Die Stadt funktioniert gut und hat eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur.“ Geiger reagiert darauf so: „Es ist immer schön, wenn Außenstehende die Buchholzer Qualitäten erkennen und produktiv nutzen. Darüber hinaus entstehen innenstadtnahe Wohnungen, die in Buchholz dringend gebaut werden.“

Aus diesen Sätzen geht allerdings nicht hervor, ob diese Wohnungen für den Normalmieter auch bezahlbar sind. Wie bereits mehrfach in diesem blog kritisiert, entstehen nämlich derzeit in Buchholz zwar eine ganze Reihe neuer Wohnblocks – aber fast durchweg im gehobenen und höchsten Preissegment. Und Geigers Verwaltung hat bisher nicht viel dafür getan, die von der Ratsmehrheit angestoßenen Pläne zur Gründung einer städtischen Wohnungsgesellschaft, die für bezahlbaren Wohnraum sorgen soll, zu forcieren.

Dass Investoren sich berufen fühlen, für das Allgemeinwohl tätig zu werden, davon kann man eher nicht ausgehen. Wie übrigens auch der Zustand des Grundstücks am Lilienweg zeigt, das einen völlig verwahrlosten Eindruck macht. Das Unkraut wächst bereits auf die öffentlichen Fußwege, es liegt Müll herum, Trampelpfade führen über das nicht eingezäunte Gelände. Das wird sich jetzt, wie gesagt, wohl bald ändern – eben erst in dem Moment, in dem ein Investor Rendite erzielen will.

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