Zweiter Stadtspaziergang und Buchholzer Dialoge – ISEK nimmt Fahrt auf

Veröffentlicht: 2013-10-26 in Politik
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Logo ISEKVon Kristian Stemmler

Stadtbaurätin Doris Grondke gibt Gas. Aller Kritik und allen Problemen zum Trotz hält sie an ihrem Vorhaben fest, in Buchholz so etwas wie eine Stadtplanungskultur zu entwickeln. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) nimmt langsam Formen an, so ist die Bestandsaufnahme mit der Bezeichnung SWOT (Stärken-Schwächen-Analyse) gut vorangekommen, viele Werkstattgespräche wurden geführt. In den kommenden Tagen und Wochen wird nun auch die Öffentlichkeit stärker einbezogen – mit den „Buchholzer Dialogen“ und dem zweiten Stadtspaziergang.

Unter der Überschrift „Talk-Walk – Gebautes und Atmosphären“ findet dieser Stadtspaziergang heute zwischen 13 und 16 Uhr statt. Gestartet wird beim Kunstverein an der Kirchenstraße unterhalb der Stadtbücherei. Mit von der Partie sind wieder Grondke selbst und der Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar, der den Talk-Walk moderiert. Beim ersten Stadtspaziergang am 10. August kamen immerhin rund 100 Buchholzer.

Der zweite Stadtspaziergang wurde mit in Buchholz ansässigen Kunstschaffenden und Kulturvereinen konzipiert, in der Einladung wird das Thema so beschrieben: „Der öffentliche Raum sind gebaute und gestaltete Räume, Oberflächen und Blickbeziehungen. Dessen Qualität wird wesentlich geprägt durch die schwer fassbare, aber immer ganz individuell empfundene Atmosphäre und Kultur der Stadt. Der zweite Stadtspaziergang führt uns an solche gebauten und doch kaum fassbaren Orte.“

Am Montag beginnt dann mit den „Buchholzer Dialogen“ eine ambitionierte Veranstaltungsreihe, für die Grondke hochkarätige und interessante Referenten gewinnen konnte. Den Anfang macht Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter, der über das Thema „Beteiligungskultur, Baukultur, Planungskultur“ spricht. Am 2. Dezember kommt Werner Spec, Oberbürgermeister von Ludwigsburg, der das Stadtentwicklungskonzept seiner Stadt vorstellt. Seinen Ausführungen lassen sich sicher konkrete Anregungen für die Buchholzer Stadtplanung entnehmen.

Das gilt auch für die folgenden Veranstaltungen: am 3. März 14 mit dem Architekten Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, der über „Strategien für den ländlichen Raum – die Rolle der Baukultur“ redet, und am 7. Juli mit Michael Pelzer, Bürgermeister der oberbayerischen Gemeinde Weyarn. Sein Vortrag steht unter der Überschrift „Ein Bürgermeister und seine Meister-Bürger“ und handelt von Bodenpolitik, Architektur und Bürgerbeteiligung als „Bausteine der Kultur“.

Schließlich kommen noch Berater Markus Birzer, der Möglichkeiten und Grenzen der Bürgerbeteiligung thematisiert (15. September). Und Soziologe Walter Siebel von der Uni Oldenburg, der unter der Überschrift „Die Kultur der Stadt“ Impulse für eine kreative und lebenswerte Stadt geben will (1. Dezember 14). Alle Referate finden in der Empore statt, die ein geeignetes Ambiente bietet, und beginnen jeweils um 19 Uhr.

Im Flyer zu der Veranstaltungsreihe schreibt Doris Grondke: „Stadtentwicklung und Bauen stehen als gesellschaftliche Aufgabe zu Recht im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Ein engagierter öffentlicher Diskurs, eine ambitionierte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie transparente Planungsverfahren sind dabei wesentliche Voraussetzungen für die Qualität der Baukultur einer Stadt.“

Diese Sätze sind für Buchholzer keine Selbstverständlichkeit, wenn man sich die Stadtplanung der vergangenen Jahre ansieht. Es ist der Baudezernentin hoch anzurechnen, dass sie versucht, eine solche Baukultur und eine Diskussionskultur in Buchholz zu etablieren. Leider ziehen dabei nicht alle mit. Sowohl die Opposition im Stadtrat aus CDU und FDP wie auch das Nordheide Wochenblatt kritisierten Grondke zuletzt, weil sie neue Instrumente der Stadtplanung wie das Hochbauliche Gutachterverfahren für die neue Sporthalle der Mühlenschule in Holm-Seppensen eingeführt hat. Es ist zu befürchten, dass hinter der Kritik sachfremde Gründe stehen – die Angst um Pfründe und Einfluss zum Beispiel.

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