Halloween, nein danke! Dieser Hype ist der Horror!

Veröffentlicht: 2013-10-10 in Hintergründe, Kommentare
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Halloween Nein danke 2Von Kristian Stemmler

Es geht schon wieder los. Im Fernsehen werden bereits Horrorfilme für Ende Oktober angekündigt, in Schaufenstern tauchen Kürbisse auf, in den Discountern werden Weingummifledermäuse und dergleichen feilgeboten. Halloween kommt näher und damit entfaltet sich auch wieder der alljährliche Halloweenhype. Auf die Gefahr hin, als Spaßverderber angesehen zu werden, bekenne ich hier öffentlich, dass ich zu der hoffentlich wachsenden Gruppe von Halloweenhassern gehöre. Halloween, nein danke! Regelmäßig werde ich Ende Oktober von einer schweren Kürbisallergie befallen, allein der Anblick von Abbildungen der rötlichen Feldfrucht löst einen schweren Brechreiz aus (obwohl ich Kürbissuppe eigentlich sehr schätze). Ich gedenke auch, nicht an die Tür zu gehen, sollten marodierende Kinder vor dem Haus auftauchen, in der Hoffnung, Süßigkeiten abzustauben. Und ich habe gute Gründe dafür!

Denn mit deutschem Brauchtum hat dieses Fest wirklich nicht das Geringste zu tun. Innerhalb von ein paar Jahren ist ein aus den USA bzw. ursprünglich aus Irland stammendes Fest (die Nacht vor Allerheiligen) unserer Kultur aufgepfropft worden, ein Fest, das hierzulande weder irgendeine Tradition noch einen inhaltlichen Bezugspunkt hat. Dass von allen religiösen Bezügen, die es eigentlich hat, komplett gereinigt wurde, so dass nur noch ein hohles Spektakel übrig bleibt.

Der einzige Sinn des ganzen Halloweenhypes ist es, einen neuen Termin und Kristallisationspunkt für den Konsum zu schaffen, Süßigkeiten, Masken, Plastikspinnen und ähnliches zu verscheuern und irgendwelche albernen Events zu kreieren, Halloweenpartys, Kürbisschnitzen in der Kita und dergleichen Blödsinn mehr. Wie immer, kennt die Fantasie der Werber und Produkterfinder keine Grenzen, wenn es darum geht, uns was anzudrehen.

Da gibt es zum Beispiel Halloween-Würstchen, Halloween-Schaumküsse, Halloween-Joghurt, Halloween-Schnittkäse, die Halloween-Edition von Fanta und Sprite: „blutrünstiger Fruchtmix mit Himbeer-Citrus-Geschmack oder monstermäßiger Mandarinengeschmack“. Noch Fragen?

Wer Kritik an Halloween übt, wird schnell als Spielverderber hingestellt, der den lieben Kindern das Sammeln von Süßigkeiten und das Kürbisschnitzen versauen will. Aber darum geht es nicht! Ich finde es nur erschreckend, wie leicht es ist, den Leuten von heute auf morgen ein neues Fest zu diktieren und einen Konsumrummel ohnegleichen drumherum zu erzeugen, ohne dass viel Gegenwehr kommt.

Nur von den Kirchen ist Protest zu vernehmen, wobei der meines Erachtens zu zaghaft ist. Die evangelische Kirche versucht ihren Reformationstag – auch am 31. Oktober – zu verteidigen. Einige Kindergärten verweigern sich Halloween und versuchen trotzig, den Kindern von Martin Luther zu erzählen. Und vor einigen Jahren, als es mit dem Halloweenhype los ging, warf das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg Luther-Bonbons und Luther-Luftballons auf den Markt, ein etwas alberner Versuch, die Methoden der Konsumgüterindustrie zu kopieren, wie ich finde.

Es geht um mehr, es geht darum, der Fernsteuerung durch die Konsumgüterindustrie den Kampf anzusagen. Halloween ist ja nur ein Beispiel für diese Fremdbestimmung und Manipulation.

Aber was meinen Sie?

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Kommentare
  1. Luise F. sagt:

    Oje. Wo soll man da nur anfangen. Erstens ist Halloween ein Anlass für viele Kinder und Jugendliche, die zu viel Freizeit haben, ein Anlass, ihre Nachbarn und andere Leute mit nervigen Taten zu belästigen. Jedes Jahr beläuft sich der Sachbeschädigungsschaden auf wirklich hohe Zahlen. Halloween ist eigentlich ein Totenfest – da gibt’s doch eigentlich für uns nichts zu feiern. Das ist so, als würde man sich zu Beerdigungen bescheuert verkleiden und um Süßigkeiten betteln oder hirnlose Streiche spielen. Außerdem muss man das auch von einer anderen Seite betrachten: Halloween ist und bleibt ein Fest der Satanisten. Jeder, der mitfeiert, nähert sich den Satanisten an. Und ob das förderlich ist, muss man wohl gar nicht beantworten. Halloween ist aus Amerika gekommen, und wir Europäer sind so doof und müssen den unbedingt alles nachmachen. Auch wenn es auf den ersten Blick lustig erscheint und angeblich keinen tieferen Sinn hat – Halloween ist nicht harmlos. Und das wird es auch nie sein.

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  2. Hallo,
    ich finde, es geht nicht nur darum, dass Halloween für viele Unruhen sorgt. Wie ich neulich erfahren habe, handelt es sich hierbei um ein Fest der Satanisten! Deshalb feiere ich mit meiner Familie viel lieber Allerheiligen.

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  3. BlueBear sagt:

    Ursprünglich als Spass für Kinder gedacht, haben sich aber schon etliche, eskalierende Auswüchse aus Halloween ergeben :
    – Selbstgereimte, daher geleierte Verse, die teilweise unter die Gürtellinie gehen.
    – Jugendliche, die den Hals nicht voll kriegen, und sich aus angebotenen Behältnissen schamlos soviel wie möglich ergrapschen.
    – Halbwüchsige, die sich an Halloween Alkohol und Zigaretten an den Haustüren erbetteln wollen, ja sogar einfordern.
    – Krawallmacher, die Vorgärten und Hauseingänge beschädigen oder vollkoten, falls die Tür nicht geöffnet wird oder dort nichts gegeben wird.
    Und das alles unterstützt von viel Werbung einer Industrie, die sich damit eine goldene Nase verdienen will.
    Weg damit. Unnötig wie ein Kropf.

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  4. Peter Arald sagt:

    Ich verstehe genau was sie meinen! Aber ich male mir auch schon den Bericht des nächsten Wochenblatts aus: „Ist Stadtsratsmitglied Stemmler noch tragbar? In seinem Blog äußert er sich negativ zu Halloween, würde ‚marodierende Kinder‘ nicht die Türe öffnen. Passt das in das Bild der ‚Familienstadt Buchholz‘? Bereits viele andere nicht bei Namen genannte Leute kritisieren seit längerer Zeit Herrn Stemmler aufgrund seiner negativen Äußerungen Zur Stadtentwicklung und fordern deshalb seinen Rücktritt.“

    Ich glaube, dass das Wochenblatt nicht versteht, dass man immer eine Art Opposition benötigt, sei es nun in der Politik oder im Journalismus.

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