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Archive for September 2013

Von Kristian Stemmler

Einmal werden wir noch wach… Morgen fällt im Wohngebiet Lohbergen in Sprötze endlich der letzte Vorhang. Das schwarz gebaute Haus von Tenor Prosper-Christian Otto wird geräumt und abgerissen. Ob morgen schon mit dem Abriss begonnen wird, hängt wohl davon ab, wie weit das Ehepaar das Haus schon ausgeräumt hat. Die Stadt hat jedenfalls für alle Eventualitäten vorgesorgt und ist in der Lage, Ottos Hab und Gut selbst zu entfernen und einzulagern. Natürlich wird auch die Polizei vor Ort sein ebenso wie Rettungskräfte und weitere Hilfskräfte.

Kurz vorm Abriss blamiert sich das Nordheide Wochenblatt noch kräftig, indem es sich auf die Seite des Querulanten stellt und um Mitleid für ihn und seine Frau bettelt. In einem länglichen Kommentar unter der hanebüchenen Überschrift „Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke“ blättert Chefredakteur Reinhard Schrader die Geschichte des Falles auf. Als Otto das Wochenendhaus zum Wohnhaus Mitte der Achtziger ausgebaut habe, habe sich niemand daran gestört. Politiker und Verwaltungsleute hätten sich damals im Glanz des Heldentenors gesonnt.

Erst nachdem Otto erfolgreich bis zum Bundesverwaltungsgericht geklagt und dieses den Bebauungsplan für das Gebiet kassiert hatte, sei es mit dem Frieden endgültig vorbei gewesen. Schrader schreibt: „Von nun an kannte Bürgermeister Wilfried Geiger kein Pardon. Die Akte Otto wurde Chefsache, der Abriss seines Hauses mit aller Macht vorangetrieben. Im ebenfalls düpierten Präsidenten des Lüneburger Verwaltungsgerichts mag Geiger einen geneigten Unterstützer gefunden haben.“

Mit Verlaub, Herr Schrader, das ist doch Blödsinn! Sie lassen sich offenbar auf die Paranoia von Herrn Otto ein. Natürlich kannte die Buchholzer Verwaltung kein Pardon mehr – und das übrigens mit voller Unterstützung des gesamten Stadtrates! Denn Otto hatte ja nicht nur bis zum BVG durchgeklagt, er hatte auch zu dem Zeitpunkt schon nichts ausgelassen, um die Stadt zu provozieren. Unter anderem drohte er mit dem Abzug der Musikschule aus Buchholz und wurde von anderen Musikschulen des Landkreises darauf hingewiesen, dass er das gar nicht darf.

Zudem steht sein Haus nach dem Urteil des BVG jetzt im Außenbereich und hat keinen Bestandsschutz, muss also abgerissen werden. Dass die Verwaltung nach der Klagewelle und so, wie Otto sich verhalten hat, in diesem Punkt nicht nachgibt, ist mehr als verständlich. Dieses Vorgehen als Ausfluss von Geigers persönlichen Rachegelüsten zu interpretieren, gehört zu den üblichen Schraderschen Verschwörungstheorien. Und den Präsidenten eines Gerichts da mit reinzuziehen, ist billig. Aber das ist ja das Lieblingsthema das Wochenblattes: Beamten sind (von Ausnahmen abgesehen) unfähig!

Völlig inakzeptabel ist es, jetzt kurz vor Abriss noch auf die Tränendrüse zu drücken und die Erkrankung von Frau Otto zu instrumentalisieren, die offenbar an Multipler Sklerose leidet. „Aber ist es moralisch in Ordnung, einem 63-Jährigen und seiner schwer an Multipler Sklerose erkrankten Frau das Haus unterm Hintern abzureißen?“, fragt der Chefredakteur. Herr Schrader, ja das ist es! Erstmal wird das Ehepaar sicher auch nach dem Abriss nicht gänzlich verarmt sein und sich woanders noch etwas Neues aufbauen können. Und dann, um es zum x-ten Mal zu wiederholen: Otto hat sich und seiner Frau mit seiner Verbohrtheit alles selbst eingebrockt!

Um nur einige Highlights aus Ottos Feldzug zu erwähnen: Als vor einem Jahr Außenanlagen auf seinem Grundstück entfernt werden sollten, beleidigte der Tenor die Beamten der Stadt mit dem Satz: „Hier werden Methoden wie bei den Nazis angewendet!“ Ähnliches hatte er zuvor bereits in einer Einladung zu einem Pressegespräch seiner Interessengemeinschaft Wohngebiet Lohbergen-Höllental formuliert, in der er das Vorgehen der Stadt so interpretierte: „Wer steckt dahinter? Rechtsradikales Gedankengut in der Verwaltung?“

Im Herbst 2010 erpresste er die Stadt mit der Drohung, die von ihm aufgebaute Musikschule aus der Stadt abzuziehen. Umgehend traten die Verantwortlichen der Musikschulen in Winsen und Seevetal auf den Plan, sprachen von einem Erpressungsversuch und erklärten, dass ein Trägerverein über die Zukunft der Musikschule entscheidet und nicht Otto oder seine Frau. Das hält den Professor nicht davon ab, die Musikschule jetzt wieder zu instrumentalisieren und deren Kunden mit einem Brief zu verunsichern, in dem er eine Gebührenerhöhung ankündigt (siehe eigener Beitrag im blog).

Auch den Stadtrat provozierte und beleidigte Otto nach Kräften. So übersandte er allen Ratsmitgliedern nach dem BVG-Urteil eine Kopie des Urteils und garnierte das mit dem netten Satz: „In der Hoffnung, dass die Stadt Buchholz nunmehr zu rechtsstaatlichem Handeln gegenüber den Bürgern in dem Plangebiet zurückkehrt und weitere gerichtliche Auseinandersetzungen dadurch vermieden werden können.“ Nach einem eher moderaten Antwortbrief des Rates rastete Otto restlos aus. Er beschuldigte die Politiker, sich kriminell zu verhalten und schrieb, es gehe allein darum, gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, „die nicht nur die finanziellen Ressourcen der Stadt Buchholz, sondern auch das Ansehen der neuen Ratsmitglieder massiv beeinträchtigen.“

Diese Beispiele illustrieren, wie unbelehrbar und maßlos in seiner Rechthaberei Otto vorgegangen ist. Natürlich ist es nicht schön, wenn das eigene Haus abgerissen wird, aber Mitleid ist dennoch fehl am Platz. Geradezu haarsträubend ist es aber, den Spieß einfach umzudrehen und den Vorgang als Rachefeldzug Geigers darzustellen. „Hier geht es nur noch um die Rache des kleinen Mannes, der nicht verknusen kann, vorgeführt worden zu sein“, schreibt Schrader und lässt keinen Zweifel, wen er mit „kleiner Mann“ meint: „Wilfried Geiger sollte den Abrissbagger absagen.“

Herr Schrader, das ist nun wirklich hannebüchen! Wenn Sie soviel Mitleid haben, können Sie Ottos doch bei sich aufnehmen oder ihm ne nette Summe spenden – Geld genug haben die Schraders doch!

PS: Die Stadt sollte sich mal überlegen, ob Sie diesem Verlag noch Aufträge gibt.

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Witz des Tages

Was ist der Unterschied zwischen Holz und der FDP? – Holz lebt!

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Wenn man nach den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl auch konstatieren muss, dass es einem großen Teil der Bevölkerung offenbar noch zu gut geht (warum sollten sie sonst CDU wählen), so ist dieser Wahltag doch ein Freudentag: Die neoliberale Kampfpartei FDP hat die verdiente Quittung für ihre unerträgliche Klientelpolitik erhalten. Zum erstenmal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dürfte sie nicht mehr dem deutschen Bundestag angehören. Das ist eine historische Zäsur!

Auch im Landkreis Harburg spiegelt sich das Ergebnis auf Bundesebene wider. Michael Grosse-Brömer, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Bundestagsfraktion, hat sicher das Direktmandat im Wahlkreis 36, zu dem Buchholz gehört, errungen. Nach Auszählung der Stimmen in 32 von 108 Stimmbezirken liegt Grosse-Brömer bereits mit 48,8 Prozent vor Svenja Stadler von der SPD mit 28,0.

Die liberale Kandidatin Nicole Bracht-Bendt, die viele Tausende in eine Erststimmenkampagne gesteckt hat (der buchholzblog berichtete), liegt weit abgeschlagen bei 3,4 Prozent. Ein Achtungserfolg dürfte Bernd Lucke, Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland, erringen, er liegt derzeit bei 6,1 Prozent. Sollte die AfD noch in den Bundestag einziehen, dürfte die rechtspopulistische Partei die FDP als neoliberale Pressure Group ablösen. Das wäre sicher keine gute Nachricht, aber immerhin ein ehrlicher Ausdruck der politischen Machtverhältnisse in dieser Gesellschaft. (kst)

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imagesVon Kristian Stemmler

Heute waren sie alle noch mal da. Auf dem Buchholzer Wochenmarkt gab es einen Tag vor der Bundestagswahl kein Entkommen vor den Parteien. CDU und SPD Seite an Seite (wie demnächst wohl im Kabinett), die Zweitstimmenbettler von der FDP vor dem City Center neben ihrem neuen Konkurrenten, der Alternative für Deutschland (AfD), dann die auf ein zweistelliges Ergebnis hoffenden Grünen, Richtung Emporeteich die aus dem Bundestag ausscheidenden Piraten und vor der Galerie die einzigen Kriegsgegner im Bundestag, Die Linke.

Auch wenn die politische Ausrichtung des buchholzblogs im Großen und Ganzen kein Geheimnis sein dürfte, wird er keine Wahlempfehlung von sich geben. Oder vielleicht doch – der buchholzblog empfiehlt: Erststimme für Bracht-Bendt und Zweitstimme für die Eurorebellen von der AfD! Mit der Wahl von Bracht-Bendt könnte man den CDU-Kandidaten Michael Grosse-Brömer richtig ärgern und mit einer Stimme für die AfD, deren Spitzenkandidat Bernd Lucke in Winsen wohnt und im hiesigen Wahlkreis kandidiert, könnte man Schwarz-Gelb verhindern. Denn deren Einzug in den Bundestag würde die Machtarithmetik durcheinanderwirbeln.

Spiegel online machte gestern unter der Überschrift „Merkel muss die AfD fürchten“ auf dieses Phänomen aufmerksam. Die Umfrageinstitute sähen die Alternative bei vier bzw. 4,5 Prozent, da sich viele Wähler aber erst kurz vom Ankreuzen endgültig entscheiden, sei es im Bereich des Möglichen, dass die Eurorebellen die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Dann aber sei die Fortsetzung der CDU-FDP-Koalition so gut wie ausgeschlossen, alles laufe dann auf eine große Koalition hinaus (was natürlich eigentlich auch niemand wollen kann).

Die oben abgegebene Wahlempfehlung ist selbstverständlich nicht ernst gemeint, denn die Neoliberalen von der FDP sind ebenso unwählbar wie die dubiosen Rechtspopulisten von der AfD. Auch wenn es dieser Partei im Wahlkampf gut gelungen ist, sich auf das Euro-Thema zu konzentrieren und das Image einer rechtspopulistischen Gruppierung zu vermeiden, so tendiert der Verein doch bei genauerem Hinsehen genau in diese Richtung.

Wie bei wikipedia nachzulesen ist, fand etwa der Düsseldorfer Sozialwissenschaftler Alexander Häuser bei der AfD „nationale Untergangsprophezeiungen“ und „die gleichen Angstthemen und Ressentiments“ wie bei allen rechtspopulistischen Parteien Europas, die sie über das Thema Euro für eine „Politik des chauvinistischen Wutbürgertums nutzbar zu machen“ versuche. Trotz „Chaos und politischer Stümperei“, einem „autoritären Führungsstil“ und „dilettantischen Fehlern“ sei sie ein gefährlicher Anziehungspunkt für rechtspopulistische Einstellungen, weil führende Mitglieder eine „homophobe Familienpolitik und reaktionäre Forderungen hinsichtlich ostdeutscher Bodenenteignungen“ verträten.

Der Soziologe Andreas Kemper weist laut wikipedia darauf hin, dass die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ der AfD als inoffizielles Parteiorgan diene. Die Partei bediene ähnliche Vorurteile wie Thilo Sarrazin, stelle sie aber weniger heraus als die rechtspopulistischen PRO-Parteien. Ihr „nationalliberaler“, mit der amerikanischen Tea Party vergleichbare Parteiflügel habe eindeutig homophobe und antidemokratische Tendenzen.

Das klingt alles plausibel, auf jeden Fall ist die AfD eine marktliberale Partei. Viele ihrer prominenten Vertreter stehen großen Unternehmen oder Pressure Groups der Wirtschaft nahe. Ihr Ziel ist grob gesagt, den Arbeitsmarkt und das Bildungswesen noch mehr den Interessen der Unternehmen anzupassen. Wer seine Stimme morgen tatsächlich an diese Truppe verschenken will, sollte das wissen!

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Disharmonien bis zum Schluss – das Tor zum Anwesen von P. C. Otto.

 

Was soll ich länger weilen, dass man mich trieb hinaus? Lass irre Hunde heulen vor ihres Herren Haus. (aus der „Winterreise“ von Franz Schubert)

Von Kristian Stemmler

Es war große Oper. Es gab viele Aufs und Abs, überraschende Wendungen und ein ausgesprochen ausgedehntes Finale – jetzt aber scheint der letzte Aufzug für den „Don Quichotte vom Höllental“ bevorzustehen. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Lüneburg auch seine letzten drei Einsprüche abgeschmettert hat, soll das schwarz gebaute Haus von Tenor Prosper-Christian Otto im Sprötzer Wald am Brunsberg am kommenden Donnerstag geräumt und dann mit dem Abriss begonnen werden. Das berichtet die Harburger Rundschau. Um 8 Uhr wolle die Stadt mit Hilfskräften an der Straße Dependahl anrücken.

Angesichts seiner endgültigen Niederlage dreht Otto offenbar endgültig durch. In einem Brief an die Eltern der rund 800 Schüler der Musikschule, dessen Trägerverein er vorsitzt, wirft er mit haltlosen Vorwürfen gegen die Stadt um sich und droht mit einer Gebührenerhöhung, weil ein Büro der Musikschule, das sich bisher in seinem Haus befand, aufgelöst werden musste. Die Stadt reagierte jetzt mit einer geharnischten Pressemitteilung auf ihrer Homepage, die am Ende dieses Beitrags dokumentiert ist.

Angesichts von Ottos bisherigen Eskapaden ist kaum zu glauben, was die Harburger Rundschau berichtet. Otto soll sich angeblich mit seinem Schicksal abgefunden haben. Das Blatt zitiert ihn mit den Worten: „Wir packen jetzt unsere Sachen und suchen nach einem Ausweichquartier.“ Hat der Berufssänger Kreide gefressen? Bisher hat er Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, ist sogar bis nach Karlsruhe gegangen, um den Abriss seines Hauses zu verhindern.

Ganz offenbar hat der Professor zumindest nichts dagegen, den letzten Akt vor einem mehr oder weniger großen Publikum zu spielen, warum sollte er sonst den Termin der Räumung bekannt geben. Die Buchholzer Verwaltung hätte das von sich aus nicht getan. Jetzt werden natürlich etliche Medienvertreter, vermutlich auch Fernsehen, vor Ort sein, sicher auch einige Schaulustige. Zu befürchten ist, dass Otto noch Boulevardmedien alarmiert, die die Hintergründe des Falls nicht kennen.

Die Stadt wird sich mit Sicherheit keine Blöße geben wollen und dürfte den Einsatz generalstabsmäßig vorbereitet haben. Neben den eigenen Mitarbeitern und Bauarbeitern werden vermutlich auch Einsatzkräfte der Polizei und andere Hilfskräfte vor Ort sein. Bürgermeister Wilfried Geiger hatte in der Ratssitzung am vergangenen Dienstag deutlich gemacht, dass man sogar Regelungen für den Fall getroffen hat, dass Otto und seine Frau untergebracht werden müssen (Notunterkunft Bremer Straße oder Zivildienstschule wurde hier von Ratsmitgliedern vorgeschlagen…).

Jegliches Mitleid mit Prosper-Christian Otto ist übrigens fehl am Platze. Der Tenor hat mit einer Mischung aus Halsstarrigkeit, Ignoranz, Maßlosigkeit und Unverschämtheit überall nur verbrannte Erde hinterlassen. Er hat die Verwaltung und den Rat kriminellen Verhaltens bezichtigt, sein gesamtes Umfeld in seinen Kampf hineingezogen, hat seinen Nachbarn im Wohngebiet Lohbergen mit seinem juristischen Feldzug geschadet (sie dürfen zum Beispiel ihr Haus nicht wiederaufbauen, falls es abbrennen sollte) und die Musikschule, deren Trägerverein er vorsitzt, in Geiselhaft genommen.

Auch jetzt noch kann Otto nicht damit aufhören, die Musikschule für seine Zwecke einzuspannen, wie oben erwähnt. In der Harburger Rundschau kündigte er bereits an, die Gebühren für die rund 800 Musikschüler müssten um acht Prozent steigen, wenn die Musikschule neue Räume anmieten müsste. Die Schule hatte bisher ein Büro in Ottos Haus, das sie aber jetzt räumen musste. Der neue Leiter, Thomas Hansen, zog in die beiden Räume im Dachgeschoss des Standesamtes, die der Musikschule auch bisher schon zur Verfügung standen.

Die Räume seien aber nicht ausreichend, wird Hansen zitiert, er sei auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Er bedauere es sehr, dass die Musikschule in den Konflikt zwischen Otto und der Stadt hineingezogen worden sei. Dazu lässt sich anmerken, dass dies allein die Schuld des Sängers ist, der nicht zum ersten Mal die Musikschule als Druckmittel gegen die Verwaltung missbraucht. Es ist höchste Zeit, dass der Verein dieses Verhalten ihres Vorsitzenden thematisiert.

Die Stadt wird wohl nicht in die Verlegenheit kommen, das Ehepaar Otto unterbringen zum müssen. Otto hat offenbar eine Unterkunft an der Hand, das sagte er jedenfalls der Harburger Rundschau. Sie liege außerhalb von Buchholz, aber noch in der Nordheide. Er spiele mit dem Gedanken, Deutschland zu verlassen (eine gute Idee!). Was sich in der Sache bis heute abgespielt habe, sei „ein Stück aus dem Tollhaus“. Da hat er recht!

Und hier die Mitteilung des Pressesprechers der Stadt, Heinrich Helms, im Wortlaut:

Dieses Schreiben bringt das Fass zum Überlaufen. „Das können wir nicht auf sich beruhen lassen.“ Erster Stadtrat Jan-Hendrik Röhse ist stinksauer. Grund ist ein Brief Prosper C. Ottos, den der in seiner Funktion als Vorstand der Musikschule für die Stadt Buchholz den Eltern der rund 800 Schülerinnen und Schüler geschrieben hat. Vor dem Hintergrund des jahrelangen Rechtsstreits zwischen Otto und Stadt um den Schwarzbau im Landschaftsschutzgebiet Lohbergen in Sprötze, „instrumentalisiert Otto die Schule für seine privaten Zwecke, stellt hanebüchene Behauptungen auf und verdreht den Sachverhalt“, empört sich Röhse, dessen Kinder die Musikschule ebenfalls besuchen.

In dem besagten Schreiben wirft Otto Bürgermeister Wilfried Geiger unter anderem vor, die Musikschule, die ein Büro in Ottos Haus betrieben hat, in den Konflikt mit hineingezogen zu haben. Er behauptet überdies, Geiger wolle Gerichtsentscheidungen nicht abwarten. Vielmehr müsse damit gerechnet werden, „dass der Bürgermeister das Musikschulbüro auch dann zerstören lässt, wenn die Rechtslage dies verbietet“. Deshalb müsse sich die Einrichtung neue Räume suchen. Weil das koste, hat Otto dem Schreiben gleich den neuen (erhöhten) Gebührentarif beigelegt. Er fordert die Eltern deshalb auf, sich an Geiger zu wenden, „der durch sein kompromissloses Verhalten die Notwendigkeit dieser Gebührenerhöhung erzwungen hat“.

Ottos Behauptungen sind rufschädigend und verletzen Persönlichkeitsrechte“, sagt Röhse. Die Abrissverfügung gegen Ottos Schwarzbau sei seit dem Beschluss des Lüneburger Oberverwaltungsgerichtes (OVG) vom März vergangenen Jahres rechtskräftig. Das sei sowohl dem Privatmann Otto wie auch dem Musikschulvorstand Otto bekannt. Die jüngsten Beschwerden Ottos beim OVG in dieser und in seiner privaten Sache seien überdies vom Gericht alle abschlägig beschieden worden. Das Gericht habe den Abriss des Schwarzbaus also nicht untersagt, sondern explizit erlaubt.

Es kann also gar keine Rede davon sein, dass der Bürgermeister ein Büro ohne Rechtsgrundlage zerstören lässt“, stellt Röhse klar. Hinzu kommt, dass der Bürgermeister in dieser Sache die einstimmige Auffassung des Rates vertritt. Darüber hinaus stellt die Stadt der Musikschule seit Jahrzehnten Büroraum im städtischen Standesamt zur Verfügung, den diese auch nutzt. So trägt das Schreiben der Musikschule bezeichnenderweise im Briefkopf als Absender eben diese Büroadresse in der Kirchenstraße. Unabhängig davon fördert die Stadt die Musikschule der Stadt Buchholz jährlich mit rund 80 000 Euro und stellt Schulen kostenlos für den Musikunterricht zur Verfügung.

Ob Ottos Strategie aufgeht, darf indes bezweifelt werden. „Da instrumentalisiert jemand die Schule für seine privaten Zwecke“, sagt einer der Adressaten des Briefes am Bürgertelefon. Das Fazit des Vaters: „Dieses Schreiben ist ein Frechheit.“ Die Stadt erwägt jetzt rechtliche Schritte gegen den Verfasser des Briefes.

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Das Schild am Laden Vom Fass

Das Schild am Laden Vom Fass

Auch nach der Übernahme durch einen US-amerikanischen Konzern geht es mit dem City Center weiter bergab. Im Erdgeschoss hat jetzt ein weiteres Geschäft dicht gemacht. Der Feinkosthandel Vom Fass, bei dem es Wein, Spirituosen, Öle und anderes gab, hat seit heute geschlossen. Nach dem Auszug von Heymann, der in die Buchholz Galerie wechselte, und Lidl herrscht im Erdgeschoss tote Hose. Aber auch im Obergeschoss des Einkaufszentrums ist die Laufkundschaft weniger geworden. Dort macht nach Information des buchholzblogs demnächst das Textilgeschäft Pretty Moden dicht. Nach wie vor leer stehen in diesem Stockwerk die Flächen, auf denen sich ein Geschenkartikelladen und eine Filiale der Bäckerei Seifert befunden haben. Der einzige Magnet im City Center ist noch Rossmann, auch die Fachgeschäfte wie Keese Optik, der Teeladen oder Tabakwaren Kahlert kommen dank ihrer Stammkundschaft über die Runden.

Von einem neuen Konzept für das marode Center ist bisher nichts zu sehen. Zwar sollen schon eifrige Herren durch die Shopping Mall gelaufen sein, um alles zu vermessen, aber mehr ist bisher nicht passiert. Wie berichtet, war Anfang Juli bekannt geworden, dass das US-amerikanische Unternehmen Cerberus Capital Management die insolvente Secur-Gruppe übernommen, zu der das City Center gehört. Angeblich sollen alle übernommenen Center modernisiert und weiterentwickelt werden.

Der Manager des City Centers, Franz Jebavy, jubilierte damals: „Jetzt geht es steil bergauf. Der neue Eigentümer erstellt neue Konzepte, es gibt schon einige Mietaspiranten, die für den Standort interessant sind.“ Bisher sind das nur schöne Worte. (kst)

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Ausriss Harder 2Von Kristian Stemmler

Klaus Harder ist erleichtert. „Mit dieser Lösung können wir leben. Dann hat ein jahrelanger Kampf gegen die Staubbelastung endlich Erfolg gehabt“, sagt der 83-Jährige. Harder vertritt die meisten der Anwohner des südlichen Teils der Lohbergenstraße und hat soeben vom Ergebnis der Fragebogenaktion der Stadt erfahren. Eine klare Mehrheit der Anwohner der Straße hat sich für eine weitere Sperrung ausgesprochen – die Lohbergenstraße soll jetzt bis zu ihrem Ausbau 2017 südlich der Wiesenstraße dicht gemacht werden.

Insgesamt befragte die Verwaltung 176 Anlieger der Lohbergenstraße, von denen 126 (71,6 Prozent) antworteten. Für eine Sperrung zwischen Wiesenstraße und Fuhrenkamp (Variante 1), wie sie seit einigen Wochen existiert, sprachen sich 62 Anwohner (49,3 Prozent) aus, für die Sperrung südlich der Wiesenstraße (Variante 2), bei der eine Zufahrt von der Wiesenstraße in den Fuhrenkamp möglich ist, waren 37 Anwohner (29,3 Prozent). 27 Befragte (21,4 Prozent) votierten für eine komplette Aufhebung der Sperrung. Damit sprechen sich 78,6 Prozent der Anwohner für eine Sperrung aus.

Die Verwaltung schlägt jetzt die Variante 2 vor, „da die Anliegerstraße übermäßig als Abkürzung genutzt wird und dadurch auch in Trockenperioden im Herbst, Winter und Frühling bei geringen Geschwindigkeiten zu intensiver Staubentwicklung neigt“. Mit dieser Lösung werde der Durchgangsverkehr in beiden Richtungen aus der Lohbergenstraße ferngehalten, da der südliche Teil zur Sackgasse werde. Heute Abend (18.30 Uhr, Rathauskantine) befasst sich der Ausschuss für Stadtplanung, Mobilität, Bauen und Ordnung mit dem Thema, am 7. November beschließt der Verwaltungsausschuss.

Ist der seit Jahren schwelende Konflikt damit beigelegt? Klaus Harder und seine Mitstreiter hätten mit der dauerhaften Sperrung jedenfalls ihr Ziel erreicht, den Durchgangsverkehr aus der Lohbergenstraße zu verbannen. Seit das alte Kopfsteinpflaster vor zwölf Jahr mit Schotter überzogen wurde, klagen die Anwohner über eine oft unzumutbare Staubbelastung.

„An trockenen Tagen kann man zu bestimmten Zeiten nicht im Garten sitzen“, sagt Harder, „da rauscht ein Fahrzeug nach dem anderen vorbei und wirbelt den Staub zu uns auf.“ Morgens und mittags seit der Verkehr besonders stark, auch wegen der vielen Mütter, die ihre Kinder zur Wiesenschule oder dem benachbarten Kindergarten von St. Johannis bringen bzw. von dort abholen. „Die rasen hier oft ganz schön“, so der Rentner, der früher als Pilot prominente Politiker wie Franz-Josef Strauß, Heinrich Lübke und Ludwig Erhard geflogen hat.

In diesem Sommer nahm die Belastung noch einmal erheblich zu, als die K 28 in Seppensen gesperrt wurde und Autofahrer die Lohbergenstraße als Abkürzung nutzten. Die Stadt zog die Notbremse und sperrte die Straße zwischen Wiesenstraße und Fuhrenkamp. Harder und seine Mitstreiter waren zufrieden, aber die Sperrung rief Anwohner umliegender Straßen auf den Plan. 35 Anlieger der Straßen Alte Rennbahn, Wiesenstraße, Fuhrenkamp und Eichenkamp protestierten mit ihrer Unterschrift gegen eine dauerhafte Sperrung, weil sie zu unzumutbaren Umwegen führe.

Dieses Argument lässt Klaus Harder nicht gelten. So schlimm seien die Umwege nicht. Wenn eine Mutter zwei, drei Kilometer mehr fahren müsse, um ihr Kinder zur Kita zu bringen, sei das zumutbar. Harder verweist auf Bürgermeister Wilfried Geiger, der im Stadtplanungsausschuss erklärt hatte, er mute den Autofahrern lieber einen kurzen Umweg zu, als die Anwohner weiter der Staubbelastung auszusetzen.

Bis zum Ausbau der Straße 2017 wird die Lohbergenstraße jetzt also vermutlich voll gesperrt. Klaus Harder versteht allerdings nicht, warum die Lohbergenstraße überhaupt ausgebaut werden muss. „Unter dem Schotter ist ein wunderbares Kopfsteinpflaster. Warum legt man das nicht einfach wieder frei. Das wäre die einfachste, billigste und umweltverträglichste Lösung“, sagt er. Und vor allem wäre das auch ein natürliches Mittel gegen das Rasen auf der Lohbergenstraße.

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