Nachtrag zum Fall Kempf: Wochenblatt rettet die Liberalen

Von Kristian Stemmler

Wie zu erwarten war, bietet das Nordheide Wochenblatt der Buchholzer FDP mal wieder ein großes Forum. Statt zu skandalisieren, wie die FDP-Fraktion im Stadtrat in Sachen Zivildienstschulgelände offenbar die privaten Interessen ihres Mitglieds Jürgen Kempf vertritt, darf Arno Reglitzky, der inzwischen öfter im Wochenblatt zitiert und abgebildet wird als Heiner Schönecke, lang und breit begründen, warum das Projekt eine Rahmenplanung braucht. Das Wochenblatt gibt sich gern kritisch und investigativ – aber ist es tatsächlich nur dann, wenn es den Schraders in den Kram passt!

Natürlich will man sich keine Blöße geben und geht wenigstens im letzten Absatz auf den naheliegenden Verdacht ein, dass die Interessen von Jürgen Kempf, der am Anfang des Hopfenbergs wohnt, die Offensive der FDP zumindest angefeuert haben. Man gibt Reglitzky Gelegenheit, „Spekulationen“ zurückzuweisen, Kempf stehe dahinter, dass die FDP eine andere Verkehrsanbindung des Neubaugebiets verlange. Es werde einen beträchtlichen Zuwachs an Verkehr geben, der über andere Straßen geleitet werden könne.

Das ist ja völlig unstrittig und im Stadtplanungsausschuss auch schon diskutiert worden. Das Wochenblatt unterschlägt hier, dass Kempf und Nachbarn vor allem auch davon profitieren würden, wenn der Hubschrauberlandeplatz auf die andere Seite des Krankenhauses verlegt werden würde. Denn die An- und Abflugschneise des Rettungshubschraubers würde, wie die veröffentlichten Planungsskizzen zeigen, fast genau über das Haus von Kempf führen. Wie ich den Ratskollegen kenne, hatte er das P in den Augen, als er diese Planung zum erstenmal zu Gesicht bekam…

Auch die Reduzierung der Baukörper auf zwei Geschosse plus Staffelgeschoss ist eine Forderung, die wir so von der FDP eigentlich noch nicht gehört haben. Denn dort ist man bekanntlich immer dafür, viel und hoch zu bauen. In Sachen Zivildienstschulgelände sind die Buchholzer Liberalen aber auf einmal die größten Ökos und finden es gar paradox, dass das Ganze „Buchholz Park“ heißen soll, wo doch da soviel gebaut werden solle. Tut mir leid, aber da nicht die Interessen von Herrn Kempf und seinen Nachbarn zu erkennen, fällt mir schwer.

Peinlich, dass das Wochenblatt hier erneut Reglitzky & Co. als politische Gestalter und kritische Geister verkaufen! Und peinlich auch für Nicole Bracht-Bendt, dass sie diesen Vorstoß offenbar mitträgt. Wenn sie wirklich ein Direktmandat für den Bundestag erringen will, sollte sie sich aus diesen Untiefen lokaler Vetternwirtschaft heraushalten.

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1 Comment

  1. Ich denke zurück an eine Ratssitzung im Buchholzer Rathaus, der ich beiwohnen durfte, als eine gewisse N. Kracht Blind zum Thema Sportplatz und Lärmschutz für Anwohner stundenlang ihre Zuhörer mit einem völlig am Thema vorbei gleitenden Beitrag (… Kindergärten in Hamburg … soziale Einrichtung … muss man Geräusche akzeptieren … und so weiter und so weiter) fesselte, dann aber etwas später einen Ratskollegen ständig wegen Redezeitüberschreitung drangsalierte.
    Etwas später murmelte der sogenannte Verkehrsexperte A.R. irgendwas davon, wie schön es sei an sozialen Einrichtungen wie Sportplätzen zu wohnen, das Klatschen eines Balles gegen einen Torpfosten sei so etwas wie Musik.

    Dann kann auch – ich zitiere jetzt Herrn Gernot Hassknecht (laut) – auch ein gottverdammter FDP-Politiker neben einem Krankenhaushubschrauberlandeplatz (- bitte mit blauem H auf gelben Grund bauen -) wohnen.

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