Protest gegen Weißes Dinner – Aktivisten laden zum „Schwarzen Dinner“

Von Kristian Stemmler

Doppelte Premiere in Buchholz: Heute soll in der Nordheidestadt nicht nur das erste Weiße Dinner stattfinden (sofern das Wetter sich hält), sondern auch das erste Schwarze Dinner! Als Kontrapunkt zum Upper-Class-Picknick, bei dem sich alle Teilnehmer ganz in weiß einfinden, wollen sich Buchholzer ganz in schwarz im Park versammeln – nicht um das Weiße Dinner zu stören, sondern um auf soziale Gegensätze aufmerksam zu machen.

„Wir empfinden dieses Dinner als ein dekadentes Event, als rücksichtsloses Verhalten gegenüber sozialen Minderheiten“, heißt es in der Erklärung, mit der der Blogger Uwe Schulze (gegengift.eu) und seine Mitstreiter Bärbel Liehr und Andreas zum Schwarzen Dinner aufrufen. Das Weiße Dinner sei „eine Veranstaltung die von Prunk und Protz geprägt ist – und das, obwohl auch in Buchholz Menschen leben die nicht wissen, was und ob sie am nächsten Tag noch etwas zu essen oder zu trinken haben. Menschen die kein Dach über dem Kopf haben oder … Menschen die als Lohnsklaven für Dumpinglöhne ausgebeutet werden.“

Schulze und seine Mitstreiter rufen dazu auf, einfache Speisen mitzubringen, „Brot und Wasser von Aldi oder Lidl, jeder einen Stuhl“. Herzlich willkommen seien auch die Menschen, „für die wir an diesem Tag dort stehen“. Vorsorglich weisen sie darauf hin, „dass wir in keinem Fall das Weiße Dinner stören oder attackieren wollen, davon distanzieren wir uns. Wer sich uns also anschließen möchte, der macht dass in jedem Fall friedlich.“

Wie ich in diesem blog bereits geschrieben habe, halte ich das Weiße Dinner für eine Demonstration der Dekadenz und werde mich daher heute dem Protest anschließen. Natürlich ist es das gute Recht jedes Buchholzers am Weißen Dinner teilzunehmen und sich dort zu vergnügen – aber ebenso ist es mein gutes Recht, darauf aufmerksam zu machen, dass es hierzulande ein großes Wohlstandsgefälle gibt. Die Wohlhabenden machen sich immer mehr in den Innenstädten breit und tragen ihren Reichtum zur Schau, deshalb ist es wichtig, dass auch immer wieder auf die Armut in dieser Gesellschaft hingewiesen wird! Und das in aller Öffentlichkeit!

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6 Comments

  1. Also ich fand die Aktion des schwarzen Dinners nicht schlecht, zumindestens zeigt sie Solidarität mit den weniger gut gestellten Menschen. Und das ist um einiges mehr wert als bestimmte unqualifizierte Anmerkungen. Die Berichterstattung durch den Buchhholzblog fand ich auch gut.
    Darum sage auch ich : Weiter so, Herr Stemmler !
    (Ohne ironischen Unterton !)

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  2. Ob Herr Jockel jetzt Unternehmensberater ist oder diplomierter Controller, ist mir ziemlich latz! Für mich ist das alles dieselbe Soße, modernistische Berufsstände, die sich ihre Gegenstände selbst erfinden. Und die Alditüte stand für die Leute, die bei Aldi einkaufen, Herr Gerken. Gehen Sie mal hin, da treffen Sie eher Leute, die wenig Geld in der Tasche haben. Das ist ja der Widersinn dieser Gesellschaft – dass ein Herr Albrecht an den Armen ein Riesenvermögen verdient hat!

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  3. Selten so einen Schwachsinn gelesen. Wo war gestern denn „Prunk und Protz“?

    Erst einmal sollte man vernünftig recherchieren, dann hätte man bemerkt, dass der Veranstalter kein Unternehmensberater ist.
    Auch hat der schwarze Tisch hat keinesfalls zu Irritationen geführt, sondern wegen der Alditüten zu herzhaftem Gelächter: Bei einer solchen „Aktion“ für das Unternehmen eines Mannes zu werben, der 17 Milliarden Euro sein eigen nennt, das war toll.

    Weiter so, Herr Stemmler !

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