Archiv für August, 2013

DSC_0475von Kristian Stemmler

Die Buchholzer Verwaltung wird immer wieder kritisiert, besonders gern vom Nordheide Wochenblatt. Dessen Chefredakteur schreckt nicht einmal davor zurück, Behördenleiter in öffentlichen Ausschusssitzungen abzukanzeln… Auch der buchholzblog übt immer wieder Kritik, versucht das in der Regel aber sachlich vorzutragen und das möglichst, ohne Personen bloßzustellen. Um so mehr sollte auch mal thematisiert werden, wenn die Verwaltung etwas richtig gut gemacht hat.

Eine tolle Idee hatte die Abteilung StadtGrün! Sie entschied sich vor Wochen dafür, am Beginn der Bremer Straße (etwa in Höhe Kino) einen Wildblumensaum auszusäen. Das Ergebnis kann man jetzt bewundern: ein wunderbar bunter Blumenteppich, der ein vitales Stück Natur mitten in der Stadt darstellt! „Es handelt sich um eine einjährige Saatmischung, die im kommenden Herbst durch eine mehrjährige Saat ergänzt wird“, sagt Birgit Diekhöner, stellvertretende Sprecherin der Stadt. „Dadurch haben wir auch im nächsten Jahr Freude an den Wildblumen, wobei sich das Erscheinungsbild ändern wird, die Farbgebung wird dezenter.“

Die bisherige Bepflanzung mit Rosen habe sich an diesem Standort nicht bewährt, erklärt Diekhöner weiter. Vor allem durch Streusalzeintrag, die Abgase, den Hitzestress durch die Rückstrahlung der versiegelten Flächen und Hundekot litten die Rosen. So seien in den vergangenen Jahren große Lücken entstanden. Zudem waren die Rosen inzwischen vergreist.

Der Wildblumensaum sieht aber nicht nur schön aus, er ist auch noch praktisch. Die Pflanzen erfordern weniger Pflege. Die Rosenbeete mussten siebenmal im Jahr gekrautet werden, bei den Wildblumen reicht ein- bis zweimal Mähen. Wenn es nur überall so leicht wäre, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden!

DSC_0496Kaum zu glauben, aber wahr: Der Peets Hoff ist fertig! Heute konnten die Buchholzer schon das neue Wasserspiel in der Mitte des Platzes am Südausgang der Buchholz Galerie bewundern. Der Wasserdruck muss allerdings noch justiert werden und noch war der Platz auch abgesperrt. Am morgigen Mittwoch soll der Peets Hoff aber komplett freigegeben werden.

Damit findet eine fast unendliche Geschichte ihr gutes Ende. Immer wieder war es zu Verzögerungen bei der Neugestaltung des Platzes gekommen, die vor allem die anliegenden Geschäftsleute wie Bäcker Weiß auf die Zinne brachten. Erst blockierten Baucontainer von der bereits weitgehend abgeschlossenen Galerie-Baustelle den Platz, dann sorgte der lange Winter für eine Pause und schließlich zogen sich die Arbeiten länger hin als erhofft. Bürgermeister Wilfried Geiger und die Verwaltung bezogen reichlich Prügel vom Wochenblatt für die Verspätung.

Was die Optik des Platzes angeht, ist der Eindruck ein besserer als noch vor einigen Wochen. Die verschiedenfarbigen Pflastersteine sorgen für einen interessanten Effekt, und auch das Wasserspiel kann sich sehen lassen. Die halbrunden Sitzelemente sind, wie es heißt, noch nicht fertiggestellt, sondern werden offenbar zum Teil noch mit Holz verkleidet. Nur Bäume gibt es leider nur wenige auf dem Peets Hoff.

Warten wir ab, wie die Buchholzer den zentralen Platz annehmen. Es wäre schön, wenn dort so etwas wie Piazza-Atmosphäre aufkommt – an Gastronomie gibt es mit den Bäckern Weiß und Allwörden, dem Cantinella und dem Café vom Wohnladen ja schon einiges. (kst)

Aus gegebenem Anlass holt der buchholzblog heute einen Beitrag vom September 2012 nach oben. Die Journalistin und Syrien-Expertin Karin Leukefeld beleuchtete damals auf einer Veranstaltung in Hamburg die HIntergründe der Auseinandersetzungen in Syrien. Ihre Erklärungen tragen viel zum Verständnis der aktuellen Entwicklung bei. Man muss schon sehr geschichtsvergessen und medienverblödet sein, um die Propaganda unserer Leitmedien zu glauben, es gehe bei der geplanten Intervention um Menschenrechte oder die Opfer des Giftgasangriffs, dessen Ursachen nach wie vor nicht aufgeklärt sind. Wie immer geht es um geostrategische Interessen und um den Zugriff auf Rohstoffe, letztlich ist wohl der Iran das Ziel der Offensive bzw. der Kampf um die Vorherrschaft im Nahen und MIttleren Osten. „Kreatives Chaos“ heißt das Motto. Hier der Beitrag vom vergangenen September.

Von Kristian Stemmler

Trotz der vielbesungenen Pressefreiheit hierzulande ist es ungeheuer schwierig, sich ein einigermaßen zutreffendes Bild von den Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten und derzeit besonders in Syrien zu machen. Nach bewährtem Muster präsentieren die bürgerlichen Medien den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als fiesen Diktator, dem heldenhafte Rebellen im Kampf für Menschenrechte die Stirn bieten, und fordern – FAZ und Zeit voran – eine militärische Intervention des Westens.

Angesichts dieser penetranten Propaganda ist der Bedarf an authentischer Information zu den Hintergründen des Konflikts, zumindest in linken Kreisen, groß, wie sich am Dienstagabend bei der dritten Veranstaltung der Reihe „Kapitalismus in der Krise“ im Magda-Thürey-Zentrum in Eimsbüttel zeigte. Unter der Überschrift „Revolution oder Regime Change?“ war die freie Journalistin Karin Leukefeld avisiert, eine ausgewiesene Kennerin der syrischen Verhältnisse, die mehrfach in dem Land war und vor allem in der jungen welt publiziert.

Und wie schon beim ersten Vortrag der Reihe mit ihrem Kollegen Winfried Wolf (siehe eigener Beitrag im blog) war die Veranstaltung hervorragend besucht. Der Saal war knüppelvoll, rund 100 Zuhörer wollten Infos aus erster Hand beziehen. Die überaus kenntnisreiche Leukefeld zeichnete in gut zweieinhalb Stunden ein facettenreiches Bild der Lage in Syrien, wobei schnell klar wurde, dass diese weitaus komplexer ist als uns die bürgerlichen Medien glauben machen wollen.

Für die Anwesenden war es keine große Überraschung, dass es in Syrien aktuell weniger um Menschenrechte geht als vielmehr um geostrategische Interessen des Westens und mittelbar natürlich auch um Rohstoffe, sprich: um Öl und Gas. Leukefeld verwies auf die Strategie der Amerikaner und Saudis, die bereits 2006 von der damaligen US-Außenministerin Condoleezza Rice, nach der bekanntlich ein Tanker benannt ist, propagiert wurde. Danach soll durch Kriege und Interventionen ein „kreatives Chaos“ im Mittleren Osten angerichtet werden, das eine Neuordnung der Region nach ethnischen und religiösen Kriterien ermöglicht, also zum Beispiel zu so etwas wie einer Konföderation von Staaten schiitischer, sunnitischer, christlicher und kurdischer Prägung.

Leukefeld zitierte in diesem Zusammenhang den rechten Historiker Michael Wolffsohn, der kürzlich das Ende der nachkolonialen „Kunststaaten“ im Nahen und Mittleren Osten vorhersagte und genau diese Konföderation von Staaten entlang ethnischer und religiöser Zugehörigkeiten empfahl. Wer in einer derart neu aufgestellten Region die Ordnungsmacht sein wird, ist für Wolffsohn natürlich keine Frage: Das kann nur Israel sein! Da freut sich auch Henryk M. Broder…

Die Gefahr eines Zerfalls oder genauer: einer bewussten Zerstörung des Staates Syrien wird von der Bevölkerung des Landes durchaus gesehen, wie die Referentin ausführte: „Das ist eine riesige Angst, die die Leute haben.“ Diese Tage solle es in Damaskus eine Konferenz der syrischen Opposition unter der Überschrift „Die syrische Heimat retten!“ geben. Der Begriff „Heimat“ klinge für linke Ohren vielleicht ein wenig verdächtig, die Konferenz sei aber „ein wichtiger Schritt nach vorn“ und der Versuch der innenpolitischen Opposition sich Gehör zu verschaffen.

Letztlich geht es den Drahtziehern der Unruhen in Syrien um den Iran. Seit dem Sturz des Schahs 1979 besteht ein strategisches Bündnis zwischen den beiden Staaten, die Zusammenarbeit sei sowohl in wirtschaftlicher und militärischer als auch in kultureller Hinsicht „enorm eng“, so Leukefeld: „Das ist Syrien immer angekreidet worden.“ Die westliche Politik ziele darauf, die Achse Syrien-Iran-Libanon zu schwächen. „Was in Syrien passiert, ist die Vorstufe eines Krieges gegen den Iran, Israel treibt das voran“, erklärte die Journalistin.

Natürlich geht es im Nahen und Mittleren Osten auch immer um den Zugriff auf die Rohstoffe. Syrien hat selbst keine besonders großen Öl- und Gasreserven, ist aber ein Hauptverkehrsknotenpunkt künftiger Pipelines. Leukefeld verwies auf einen Deal zwischen Iran, Irak und Syrien für den Bau einer Gaspipeline bis 2016 hin, der Anfang 2011 abgeschlossen wurde. Die geplante Pipeline ist ein Konkurrenzprojekt zur Nabucco-Pipeline und umgeht im Gegensatz zu jener die Türkei. Das ist ein wichtiger Grund dafür, dass der Westen und vor allem auch die Türkei das Chaos in Syrien nähren (ein exzellenter Beitrag zu dem Thema findet sich übrigens hier: http://www.larsschall.com/2012/08/08/syriens-pipelineistan-krieg/).

Die Referentin schilderte auch die historischen Hintergründe der aktuellen Entwicklung in Syrien. Das Land war 400 Jahre lang Bestandteil des Osmanischen Reiches und Anfang des 20. Jahrhunderts nach dessen Zusammenbruch Einflussbereich Frankreichs. Wichtige Handelsstraßen führten jahrhundertelang durch Syrien, das eine Brücke zu den europäischen Staaten darstellte. Darum war das Land auch immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. In den letzten Jahrzehnten mussten immer wieder Flüchtlinge integriert werden, Palästinenser, Armenier, Somalis, Sudanesen oder Iraker. Leukefeld hob die „ungeheure Leistung der Bevölkerung“ bei der Integration dieser Gruppen hervor.

In den 30 Jahren seiner Herrschaft habe Baschar al-Assads Vater Hafiz al-Assad versucht, diesen Vielvölkerstaat zusammenzuhalten. Nach seinem Tod im Jahr 2000 sollte eigentlich ein anderer Sohn Nachfolger im Präsidentenamt werden, aber der kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. So wurde Baschar neuer Präsident und das eher unwillig, wie Leukefeld berichtete: „Er arbeitete damals als Arzt in London und hatte dort eine Frau kennen gelernt.“

In der ersten Rede nach dem Amtsantritt im Juni 2001 richtete Assad einen flammenden Appell für tiefgreifende Reformen an die Öffentlichkeit.. Das Land müsse sich demokratisieren und öffnen. Es wurden Diskussionszirkel gegründet, die eine Änderung der Verfassung vorbereiten sollten. Man sprach vom „Damaszener Frühling“. Doch dann kam der 11. September 2001 und der sei von den Sicherheitskräften genutzt worden, so die Journalistin, den Aufbruch im Land abzuwürgen. Die Zirkel wurden geschlossen, es gab zahlreiche Verhaftungen.

Leukefeld machte deutlich, dass Baschar al-Assad – ganz im Gegensatz zu dem, was die bürgerliche Propaganda uns weismachen möchte – nicht das eigentliche Problem ist. Sein Bruder, ein hochrangiger General, und einer seiner Cousins, der ein korrupter Wirtschaftsboss ist, seien bei den Leuten zum Beispiel wesentlich weniger beliebt. Für die Bevölkerung sei vor allem die Willkürherrschaft der Militärs und der 16 Geheimdienste im Land ein Problem, das Grundgefühl der Rechtlosigkeit. Syrien werde von einer Gruppe von etwa 200 Personen regiert, das Machtgefüge sei undurchsichtig.

Mit Unterstützung von Katar und Saudi-Arabien sei es Assad in den Jahren 2005/06 gelungen, die Isolation Syriens zu durchbrechen. Er habe massive Wirtschaftsreformen eingeleitet und eine soziale Marktwirtschaft eingeführt. Das habe zu einer Annäherung zwischen Syrien und Europa geführt, die Wirtschaft sei aufgeblüht, auch das Verhältnis zur Türkei habe sich entspannt.

Doch weite Kreise profitierten nicht von diesem Aufschwung, die Trockenheit und andere Faktoren führten zu einer massiven Landflucht. An der Peripherie der Großstädte entstanden große Satellitenstädte, aus denen sich zu einem Gutteil die Protestbewegung im vergangenen Jahr gespeist habe. Leukefeld: „Es war ein großer Fehler, dass diese wirtschaftliche Entwicklung, das Anwachsen der Armut, nicht wahrgenommen wurde. Sie ist ein wesentlicher Hintergrund der Protestbewegung.“

Die Journalistin warnte davor, dass die Entwicklung in Syrien in dieselbe Richtung wie in Libyen gehen könne. Die USA hätten schon viele Fehler im Nahen Osten gemacht, seien Bündnisse mit islamistischen Kräften eingegangen, die sich nicht kontrollieren könnten: „Und sie werden sich wieder verkalkulieren.“ Jetzt müsse es darum gehen, die Einheit Syriens zu erhalten und die Kräfte der Modernisierung in der arabischen Welt zu unterstützen. Die vom Westen geplante Neuaufteilung der Region werden den Menschen dort aufgezwungen, sie sei mit Sicherheit nicht im Interesse der Völker im Mittleren Osten.

Von Kristian Stemmler

High Noon im Höllental: Am Sonnabend läuft die endgültig letzte Frist für den Tenor und Schwarzbauer Prosper-Christian Otto ab! Das heißt: Wenn er bis dahin sein in weiten Teilen schwarz gebautes Anwesen in dem Sprötzer Landschaftsschutzgebiet nicht selbst abgerissen hat, womit im Ernst nicht zu rechnen ist, wird die Stadt das im Zuge der Ersatzvornahme selbst erledigen. Schon bald könnten also die Abrissbagger rollen und der fast unendlich erscheinenden Geschichte ein Ende bereiten.

Wie es von Otto, der sich in den vergangenen Jahren als unbelehrbarer Querulant erwiesen hat, nicht anders zu erwarten war, beschäftigt er auch jetzt noch die Gerichte – weiterhin ohne Erfolg. Bürgermeister Wilfried Geiger teilte im Standplanungsausschuss mit, dass das Verwaltungsgericht Lüneburg eine Klage abgewiesen hat, mit der Otto versucht hatte, den Abriss hinauszuzögern. Bei dieser Klage war es darum gegangen, dass die Musikschule, die sich in Ottos Haus befindet, nicht rechtzeitig von der Stadt informiert worden sei. „Auch hier haben wir wieder obsiegt“, freute sich Geiger im Ausschuss.

Otto hat sich mit seiner Arroganz und Unbelehrbarkeit, mit haltlosen Drohungen und verbalen Ausrastern in den letzten Jahren sämtliche Sympathien verscherzt. Unter anderem drohte er, die lange von seiner Frau geleitete Musikschule aus Buchholz abzuziehen, an die Mitglieder des Stadtrates schrieb er einen unverschämten Brief. Skandalöser Höhepunkt seines „Feldzugs“: Die Durchsetzung einer Abrissverfügung, betreffend Außenanlagen auf seinem Grundstück, kommentierte Otto mit dem Satz: „Hier werden Methoden wie bei den Nazis angewendet!“ Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Stadt in der Sache keinen Millimeter mehr nachgibt. „Abgerissen wird auf jeden Fall“, sagte Geiger dem Wochenblatt.

Wie berichtet, kämpft Otto seit Jahren mit harten Bandagen gegen die Stadt, um sein Anwesen und die Häuser von Nachbarn im Höllental zu erhalten. Vor dem Bundesverwaltungsgericht errang er einen Pyrrhussieg. Das Gericht kassierte zwar, wie von Otto angestrebt, den Bebauungsplan, mit dem die Stadt die Schwarzbauten in dem Gebiet in einem bestimmten Rahmen legalisieren wollte. Doch danach standen die Häuser von Otto und seinen Mitstreitern im Außenbereich und müssen abgerissen werden.

Geradezu besorgniserregend ist der Realitätsverlust, der bei Otto zu beobachten ist. „Die Chancen der Stadt, mein Wohnhaus abzureißen, tendieren gegen null“, behauptet er doch allen Ernstes im Wochenblatt. Man kann nur hoffen, dass der Mann nicht noch durchdreht, sich an sein Haus kettet, wenn die Bagger kommen, oder mit einer abgesägten Schrotflinte im Rathaus erscheint. Ähnliches hat es ja leider in den letzten Monaten und Jahren mehrfach gegeben.

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Von Kristian Stemmler

Wie Stadtlauf und Stadtfest gehören die Cyclassics inzwischen zu den traditionellen Höhepunkten im Jahreslauf in Buchholz. Wobei das Radrennen nicht mehr so viele Zuschauer mobilisieren kann wie noch vor einigen Jahren. Nur einige hundert Buchholzer säumten die Strecke durchs Zentrum von der Hamburger Straße über die Kirchenstraße, die Canteleubrücke und die Soltauer Straße. Ab morgens wurden die Teilnehmer des Jedermann-Rennens angefeuert – kurz nach 12 rauschte dann das Feld der Profis durch die Nordheidemetropole.

Wie gewohnt war das wieder ein kurzes Vergnügen. Nachdem der letzte Jedermann durch ist, beginnt das lange Warten. Die meisten Buchholzer haben sich in Höhe Im Radeland und auf der Canteleubrücke versammelt und harren dort der Dinge. Vor den Fahrern kommen wie immer Begleitfahrzeuge vorbeigefahren, etliche Polizeimotorräder, Motorräder mit Fotografen oder Autos der Rennleitung.

Gegen zwölf hält ein Transporter mit Dresdner Kennzeichen, aus dem zwei junge Frauen springen, die aus einem Karton hastig Rasseln mit Vattenfall-Logo verteilen. Natürlich finden sich genug Leute, die Werbung für den Atomstromkonzern machen. Is ja umsonst… Und mit der Ruhe ist es auch vorbei.

Dafür steigt die Spannung. Als nächstes hält ein Fahrzeug mit der Aufschrift „Kommissär“, ein Mann steigt aus, vermutlich der Kommissär und unterhält sich mit einem Streckenposten, fährt dann weiter. Dann kommen wieder Polizeimotorräder, dann ein Begleitfahrzeug, noch mal Polizeimotorräder und dann sind sie da, kurz nach zwölf: die Spitze! Vier Ausreißer, die mit ohrenbetäubendem Lärm empfangen werden. Es folgen weitere Begleitfahrzeuge, mit Ersatzrädern auf dem Dach. Ruckzuck sind sie über die Canteleubrücke entschwunden.

Wo aber bleibt das Hauptfeld? Der Rückstand ist nicht unerheblich, erst nach acht Minuten kommt das Feld angerauscht. Wieder Riesenjubel und Gerassel! So schnell wie sie angeschossen kommen, sind sie auch schon durch. Dann kommen noch reichlich Begleitfahrzeuge mit Rädern, Polizei, Notarzt, Rettungswagen und schließlich noch der Besenwagen. Das war’s dann wieder mal! Herzlichen Beifall gibt es noch für zwei Nachzügler, dann gibt die Polizei die Straßen wieder frei.

Viel passiert ist eigentlich nicht, aber man ist immerhin dabei gewesen.

 

WeihnachtsgebäckNur noch vier Monate bis Weihnachten, der Sommer ist auch fast schon zu ende und immer noch kein Weihnachtsgebäck in den Supermärkten: Wo bleiben die Spekulatius?? Der buchholzblog meint: So geht es nicht! Wir haben uns daran gewöhnt, dass wir an Grillabenden im Spätsommer zum Nachtisch Zimtsterne und Marzipankugeln reichen. Wir lieben es, beim Frühstücken auf dem Balkon Dominosteine zu verzehren. Und wir möchten endlich wieder leckeren Stollen zum Fünf-Uhr-Tee nehmen.

Im nordrhein-westfälischen Wegberg ist man schon weiter, wie die Bild-Zeitung zu berichten weiß. Dort entdeckte ein Leser bei 25 Grad im Schatten in einem Netto-Markt frisch gestapeltes Weihnachtsgebäck. Es geht doch! Die Buchholzer Supermärkte sollten sich ranhalten. Bis zum Stadtfest will ich Spekulatius sehen! (kst)

Von Kristian Stemmler

Erregte Anwohner der Lohbergenstraße sorgten am Mittwoch im Ausschuss für Stadtplanung, Mobilität, Bauen und Ordnung in der Rathauskantine für einen kleinen Eklat. Obwohl Zuhörer außerhalb der Bürgerfragestunde kein Rederecht haben, schrien und pöbelten sie dazwischen, als der Ausschuss über die mögliche Dauersperrung der Straße diskutierte. Eine Zuhörerin mittleren Alters fuhr den Ausschussvorsitzenden Norbert Stein (SPD) mit den Worten an: „Sie haben doch keine Ahnung!“

Grund der Erregung: Die Anwohner wollen, dass die marode Straße dauerhaft gesperrt bleibt, weil sie unter der Belastung durch aufgewirbelten Staub leiden. In ihren Zwischenrufen behauptete die Gruppe von etwa sechs Personen, sie repräsentiere quasi sämtliche Anwohner der Lohbergenstraße, was allerdings etwas übertrieben war. Im Publikum saßen auch Anwohner, die gegen die Sperrung sind, weil sie dadurch Umwege in Kauf nehmen müssen. Bei einer Unterschriftenaktion kamen immerhin 40 Unterschriften gegen die Sperrung zusammen.

Das Ergebnis der Ausschusssitzung: Die Verwaltung will die Anwohner demnächst befragen, um ein komplettes Meinungsbild zu bekommen, zugleich wird geprüft, ob der Ausbau der Straße von 2017 auf 2016 oder sogar 2015 vorgezogen werden kann.

Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) zeigte in der Diskussion Verständnis für beide Seiten. Die viel befahrene Lohbergenstraße sei in einem beklagenswerten Zustand, ein Teil sei Kopfsteinpflaster, ein Teil teerähnliche Elemente, ein dritter Sand. Schon seit vielen Jahren sei ein Ausbau geplant gewesen, der jedoch von einem Grundeigentümer lange verhindert wurde, so dass die Straße jetzt, nachdem die Eigentumsverhältnisse geklärt sind, erst 2017 ausgebaut werden könne. „Wenn das nicht gewesen wäre, hätte die Straße schon 2005 ausgebaut werden können“, sagte Geiger.

Schweren Herzens habe er sich vor kurzem entschieden, die Lohbergenstraße in Höhe Wiesenstraße zu sperren. Von vielen Autofahrern werde die Straße als Durchgangsstraße genutzt, das habe sich im Sommer noch verschärft, auch durch die Sperrung der K28. Der Verkehr und die Staubbelastung für die Anwohner hätten erheblich zugenommen. Geiger: „Das war für mich eine Abwägung. Da mute ich eher den Autofahrern zu, einen Umweg von einem halben oder einem Kilometer zu fahren. Die sitzen im Trockenen.“

Mit anderen technischen Maßnahmen könne man gegen den Staub nicht ankommen, auch Tempobeschränkungen hätten nichts gebracht. Jürgen Steinhage, Leiter des Fachbereichs Betriebe, erklärte, die Verwaltung habe im oberen Teil der Straße kürzlich eine Tränkdecke aufgebracht, was die Belastung bis zum Ausbau minimiert. Im unteren Teil sei das aber wegen des desolaten Kopfsteinpflasters nicht möglich.

Arno Reglitzky von der FDP bestätigte zwar, dass auf der Straße ziemlich gerast würde, wie er aus eigenem Erleben wisse (er joggt dort), eine Sperrung sei aber „ein rabiater Eingriff“. An anderen staubbelasteten Straßen könne das möglicherweise als Präjudiz genommen werden, Ähnliches zu verlangen. Grünen-Fraktionschef Joachim Zinnecker fragte, ob die Anwohner denn wirklich für die Sperrung seien. Und Peter Eckhoff von der Buchholzer Liste schlug vor, den Ausbau der Straße vorzuziehen.

Dies soll nun geprüft werden. Geiger machte allerdings deutlich, dass auch dann „frühestens 2015, eher 2016“ mit dem Ausbau zu rechnen sei. Bis dahin müsse man mit einer Sperrung leben, wenn die Politik diese beschließt. Zuerst sollen, wie erwähnt, aber noch die Anwohner befragt werden. Zu den Gegnern der Sperrung gehört das Restaurant „Il Sole“ am unteren Ende der Lohbergenstraße. Nach Informationen erwägt man dort sogar, gegen eine Sperrung zu klagen.