EILMELDUNG Madness-Haus: Am Montag rollen die Bagger!


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Von Kristian Stemmler

Paukenschlag zum Ferienbeginn: Nach Informationen des buchholzblogs rollen am kommenden Montag an der Neuen Straße die Bagger an. Schneller als gedacht soll offenbar mit dem Abriss des mehr als 100 Jahre alten Hauses Neue Straße 8, in dem sich bis vor kurzem das Kunsthandwerksgeschäft „Madness“ befand, begonnen werden. Die benachbarten Geschäftsleute und Privatpersonen wurden jetzt informiert, dass ab Montag mit Staub und Lärmemissionen zu rechnen ist. Dabei soll es noch nicht einmal eine Bauvoranfrage für das Wohn- und Geschäftshaus geben, das Investor Feldtmann an dieser Stelle errichten will.

Sollen hier angesichts des sich formierenden Protests vollendete Tatsachen geschaffen werden? Wie berichtet, haben sich in den vergangenen Wochen immer mehr Buchholzer an einer Zettelaktion für den Erhalt der alten Eiche vor dem Haus und der Kastanie auf dem Grundstück beteiligt. Zuletzt weitete sich der Protest immer mehr auch auf das Haus aus. So demonstrierte zuletzt das Künstlerehepaar Iris und Edgar Brunner aus Heidenau vor Ort für den Erhalt des Gebäudes und für seine Umgestaltung als Treffpunkt für die Allgemeinheit.

In der Stadt wächst nach Informationen des buchholzblogs zudem der Unmut über den geplanten Abriss des 1905 gebauten Hauses. Daher dürfte am Montag (hoffentlich) mit Protestaktionen gegen den Abriss zu rechnen sein. Der buchholzblog ruft jedenfalls dazu auf, gegen dieses Überrumpelungsmanöver aktiv zu werden. Sicher wäre es auch eine gute Maßnahme, bei Investor Feldtmann mit Mails und Anrufen gegen den Abriss, die Gefährdung der alten Bäume und seine weiteren Pläne zu protestieren: Nummern und Adressen unter www.feldtmann.de

„Dieses Haus ist eines der letzten alten Häuser in der Innenstadt von Buchholz und eines der schönsten“, sagt Ratsherr Jan Bock, der zur Fraktion der Grünen gehört und als Archäologe einiges von Denkmalschutz versteht. „Das Haus hat zwei Weltkriege und den Faschismus überstanden – jetzt fällt es der Profitgier eines Investors zum Opfer, der seine nächste Million machen will.“ Bock kündigte eine Offensive der Grünen für die Buchholzer Baudenkmäler an.

In dem im klassizistischen Stil gebauten Haus Neue Straße 8 eröffnete ein gewisser Röschmann 1910 einen Kolonialwarenladen, später soll hier ein Friseur residiert haben, bis der originelle Laden für besonderes Kunsthandwerk „Madness“ einzog. Es gibt das Gerücht, dass 1944 in einem Versteck unter dem Haus von den Nazis verfolgte Menschen versteckt worden sind. Das wäre noch ein Grund mehr, dieses Gebäude und diese beiden Bäume an dieser besonderen Stätte zu erhalten!

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